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Marc Faber spricht

 
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Sarastro



Anmeldungsdatum: 23.05.2007
Beiträge: 506

BeitragVerfasst am: Mi Jun 06, 2007 13:15    Titel: Marc Faber spricht Antworten mit Zitat



„Eines Tages kommt es zu einem gewaltigen Krach an den Märkten“

Lange Zeit war es etwas ruhiger geworden um den Investmentexperten und Fondsmanagementberater Marc Faber. Aus dem einstigen Skeptiker der neunziger Jahre ist mittlerweile sogar ein glühender Anhänger von Investments in den asiatischen Schwellenländern geworden. Am Rande der diesjährigen Emerging Markets Konferenz der DWS in Frankfurt hatte FONDS professionell Gelegenheit, mit Faber über das aktuelle Marktgeschehen zu sprechen.

Die zu einem Zopf zusammengebundenen Haare sind nach wie vor sein Markenzeichen, und auch die gewisse Ausstrahlung eines Crashpropheten hat Marc Faber nicht abgelegt. Wofür ihn seine Anhänger immer noch bewundern, das ist sein Mut, Dinge auszusprechen, die so mancher Marktteilnehmer lieber nicht hören möchte. Das hängt vor allem damit zusammen, dass der Schweizer Stratege, der sein Büro schon seit Jahren in Hongkong unterhält, mit vielen und eben auch unangenehmen Vorhersagen Recht behalten hat. So hatte er im letzten Gespräch, das FONDS professionell vor knapp zwei Jahren mit ihm führen konnte, vorhergesagt, der US-Dollar werde zu einer wertlosen Währung verkommen. Und auch seine Prognose eines deutlichen Preisrückgangs vom damaligen Niveau bei rund 70 US-Dollar ist trotz zwischenzeitlich erneutem Anstieg des Ölpreises in der zweiten Jahreshälfte des vergangenen Jahres eingetroffen. Und auch diesmal wieder überrascht Faber mit ungewöhnlichen Einsichten in wirtschaftliche Zusammenhänge und deren Auswirkungen auf die Kapitalmärkte.

Herr Dr. Faber, wenn ich Ihre Erwartungen an die Kapitalmärkte zusammenfassen soll, dann müsste das wohl heißen: Rohstoffe und asiatische Emerging Markets hoch gewichten, Finger weg von Amerika und Europa?
Marc Faber: Langfristig gesehen ist das sicher die richtige Strategie, allerdings möchte ich noch Immobilien in Asien als zusätzliche Assetklasse hinzufügen. Wobei man sich mit einem Investment in Schwellenländer und Rohstoffe immer darüber im Klaren sein muss, dass es zeitweise zu enormen Rückschlägen kommen kann. Deshalb würde ich sicher keinen Kredit aufnehmen, um ihn in diesen Märkten anzulegen, aber investieren sollte man dort schon, auf lange Sicht sogar eher als in die US-Märkte. Vor allem amerikanische Anleihen sollte man meiden.

Woher nehmen Sie diesen Optimismus für die Emerging Markets?
Dazu brauchen Sie sich nur die Wirtschaftsdaten genau anschauen. Bei den Direktinvestitionen hat China die USA schon fast eingeholt. Die Schwellenländer gewinnen immer stärker an Wettbewerbsfähigkeit, gleichzeitig sorgen enorme Produktivitätsgewinne in immer höherwertigen Gütern dafür, dass die chinesischen Exportpreise in den vergangenen Jahren immer weiter zurückgegangen sind.

Welche Auswirkungen erwarten Sie daraus auf die Preise für Rohstoffe wie etwa Öl?
Ganz einfach: Der Ölverbrauch in Asien wird sich in den nächsten zehn bis 15 Jahren verdoppeln, von derzeit 22 Millionen auf dann über 40 Millionen Barrel pro Tag. Im gleichen Zeitraum wird die weltweite Ölproduktion von derzeit 85 Millionen Fass nicht im gleichen Maß erhöht werden können. Die logische Folge sind weiter steigende Ölpreise.

Darüber dürfte sich vor allem der russische Präsident Wladimir Putin freuen?
Das sehe ich genauso, Putin ist aus meiner Sicht der derzeit stärkste Mann in der Welt. Er kontrolliert die Ölproduktion von zehn Millionen Barrel pro Tag, von denen sein Land nur fünf Millionen selbst konsumiert, der Rest geht in den Export. Dadurch kommt Putin grundsätzlich ein gewaltiger Einfluss zu, denn er sitzt relativ fest im Sattel. Selbst wenn er sich aus der aktiven Politik zurück-ziehen sollte, wird er es verstehen, die Fäden weiter in der Hand zu halten.

Wie sieht Ihre Kurzfristprognose für die Kapitalmärkte aus?
Auf Sicht von wenigen Monaten sehen meine Erwartungen durchaus etwas anders aus. Die Aktienmärkte allgemein sind schon seit einer geraumen Weile stark überkauft, gleichzeitig hat sich der US-Dollar immer weiter abgeschwächt. So bietet sich derzeit ein Bild, in dem die Stimmung insgesamt sehr euphorisch wirkt. Das Einzige, worüber sich Anleger derzeit wirklich Sorgen machen, ist der US-Dollar. Für die kommenden Monate bedeutet eine solche Kombination aus überkauften Märkten und überverkauftem US-Dollar, dass sich die amerikanische Währung über einen gewissen Zeitraum relativ zu anderen Währungen besser halten dürfte. Und das könnte in der nächsten Zeit eine Outperformance für die US-Märkte mit sich bringen, ungeachtet dessen, dass sich die amerikanische Wirtschaft bereits in einer Rezession befindet, wenn man die richtigen Indikatoren zugrunde legt. Die Schwellenländer sind derzeit am stärksten überkauft.

Insgesamt sehen Sie die Finanzmärkte weltweit aktuell in der ersten synchronen Boomphase der 200-jährigen Geschichte des Kapitalismus?
Das ist richtig, denn wir beobachten derzeit doch deutliche Übertreibungen an allen Anlagemärkten, von den Aktien- und Anleihenmärkten oder den Immobilienpreisen bis hin zu Rohstoffanlagen oder auch Kunstinvestments und der Preisentwicklung für Weine. Im Grunde ist alles, was man sammeln kann, im Preis gestiegen.

Welche Schlüsse ziehen Sie daraus?
In früheren Boomphasen waren der Aufschwung und in der Folge auch der Zusammenbruch auf ein bestimmtes Land, einen bestimmten Sektor oder eine spezielle Assetklasse konzentriert. Von der folgenden Abschwungphase waren dann im Wesentlichen nur das jeweilige Land oder der jeweilige Sektor betroffen, während andere Assetklassen oder Branchen weitgehend unberührt geblieben sind. Wenn nun dieser synchrone Boom zum Ende kommen sollte, dann wird das für die Weltwirtschaft, aber auch für die Investoren sehr unangenehm enden.

Stehen wir vor einem weltweiten Crash, wie ihn die Welt noch nicht gesehen hat?
Über den Zeitpunkt kann ich natürlich auch nichts Genaues sagen. Denn eines müssen Sie bedenken: Angenommen, die Börsen fallen um 20 oder sogar nur um zehn Prozent, dann werden die Zentralbanken natürlich fleißig Geld drucken, um Liquidität zu schaffen, durch die dann die gefallenen Vermögenswerte wieder steigen werden. Dadurch aber wird sich die wirtschaftliche Situation insgesamt um keinen Deut verbessern. Es kann durchaus sein, dass die Weltwirtschaft zunächst in eine Phase einer hohen Stagflation oder einer Hyperinflation eintreten wird. Aber eines Tages wird es so nicht weitergehen, und dann kommt es zu einem gewaltigen Krach an den Märkten. Wie der genau aussieht, ob er in einen großen Krieg mündet oder in eine enorme Depression, das weiß ich auch nicht zu sagen. So etwas wird auch wahrscheinlich nicht morgen stattfinden, vielleicht auch erst in fünf oder sechs Jahren, nachdem wir eine Phase mit gewaltigen Inflationsraten erlebt haben. Aber ich gehe schon davon aus, dass die Ungleichgewichte, die im Endeffekt die westlichen Zentralbanken, allen voran die amerikanische, durch unablässiges Drucken von neuem Geld aufgebaut haben, ein schlimmes Ende nehmen werden.

Nimmt die Nervosität und damit die Gefahr einer Korrektur nach Ihrer Wahrnehmung zu?
Ich hatte bereits im Februar von einer zu erwartenden Korrektur gesprochen, zu der es dann einen Monat später, ausgehend von Hongkong, ja auch gekommen ist. In der Folge haben sich die Börsen noch einmal erholt, bestimmte Indizes haben sogar schon ein neues Hoch erreicht. Für viele Aktien und Indizes gilt das aber nicht, wenn Sie zum Beispiel Japan oder Hongkong betrachten. Auch die amerikanische Nasdaq ist heute im Grunde auf dem gleichen Stand wie vor dem Einbruch im März. Daran lässt sich erkennen, dass sich die Hausse verändert hat, gleichzeitig ist mit dem amerikanischen Immobilienmarkt eine wichtige Stütze des Bullenmarktes in den USA weggefallen. Ich gehe davon aus, dass wir kurzfristig eine größere Korrektur erfahren könnten, in der die Aktienindizes noch einmal um mehr als zehn Prozent fallen könnten.

Auf welche Signale sollte man besonders achten?
Sollte es zu einem Rückschlag bei Rohstoffen und Gold um 30 bis 40 Prozent kommen, dann würde ich das schon als Anzeichen einer handfesten Rezession betrachten. Denn die Rohstoffpreise würden ja nur in diesem Ausmaß fallen, wenn die entsprechende Nachfrage zu schwach wird. Aber auch dann wird Ben Bernanke den Märkten zunächst mit einer lockeren Geldpolitik unter die Arme greifen.

Aber wie lange kann das gut gehen?
Schon heute finanzieren die armen Länder der Welt die USA und andere Industrieländer, weil sie mit ihren Währungsreserven deren Staatsanleihen kaufen. Lange wird das sicher nicht mehr so weitergehen.

Sprechen Sie damit die jüngsten Nachrichten an, wonach 13 asiatische Staaten einen eigenen Fonds zur Anlage ihrer Währungsreserven auflegen wollen?
Das geht schon in diese Richtung und wäre dann so etwas wie ein eigener asiatischer Währungsfonds. Allerdings sollte man von diesen Plänen nicht allzu schnell allzu viel erwarten. Denn bis sich Japaner und Chinesen auf ein gemeinsames Vorgehen in einer solchen Angelegenheit geeinigt haben, darüber kann schon noch geraume Zeit ins Land gehen. Als Signal muss man es sicher ernst nehmen, vor allem vor dem Hintergrund des Modells, das Singapur schon seit geraumer Zeit vormacht. Die dortige Regierung investiert große Überschüsse weitgehend in Immobilien und Aktien. Und diesem Beispiel sind andere Länder wie China, Südkorea, aber auch Taiwan und Hongkong bereits gefolgt und haben zumindest einen Teil ihrer Reserven schon in die Verwaltung von entsprechenden Fonds gegeben.

01.06.2007

http://www.fondsprofessionell.at/redsys/artikelText.php?kat=&ausg=2/07&offset=&sid=592763


=== Wahre Inflation ===

Siehe auch
http://www.goldsilber.org/wahre-inflation.html

2003 2004 2005 2006 1.Q 2007
Wachstum €-Geldmenge: 6,9% 6,5% 7,5% 9,6% 10,1%
Realwachstum BIP EWU: 0,7% 2,1% 1,3% 2,7% 3,1%
Wahre Inflation: 6,2% 4,4% 6,2% 6,9% 7,0%


In jedem Lexikon kann man unter "Inflation" Definitionen wie etwa "Anstieg der Geldmenge pro Bruttosozialprodukt-Einheit" nachlesen, d.h. man berechnet die Inflation, indem man vom Geldmengenwachstum (M3) das Wachstum der Volkswirtschaft abzieht.

Quellen:
Wachstum €-Geldmenge M3: Monatsberichte Europäische Zentralbank
Realwachstum BIP in der Europäische Währungsunion (EWU): Monatsberichte Deutsche Bundesbank

http://www.goldseiten.de/content/diverses/artikel.php?storyid=4574
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Sarastro



Anmeldungsdatum: 23.05.2007
Beiträge: 506

BeitragVerfasst am: Mo Jun 25, 2007 09:03    Titel: Antworten mit Zitat

Diesmal nicht Marc Faber, sondern Roland Leuschel. Aber das gibt sich nicht viel.



Crash-Prophet warnt vor tiefem Fall

Der Schwarze Montag von 1987 jährt sich zum 20. Mal. Roland Leuschel hatte den Kurssturz Monate vorher prophezeit. Und nun sieht der Vermögensverwalter deutliche Parallelen zu damals.

WELT ONLINE erklärt er die Gründe für seinen Pessimismus.

Foto: picture-alliance / dpaSagte den Schwarzen Montag von 1987 voraus: Roland Leuschel, Chefstratege der Bank Bruxelles

WELT ONLINE: Herr Leuschel, Sie haben vor einem Jahr alle Ihre Aktien verkauft. Seitdem ist der Dax um fast 50 Prozent gestiegen. Das muss ziemlich wehtun, oder?

Roland Leuschel: Sicher schmerzt das, aber das ist für mich ja nichts Neues. Ich habe ja auch den Crash von 1987 nicht am Tag davor prophezeit, sondern viele Monate früher. Die Zeit dazwischen kann hart sein, aber inzwischen mehren sich die Zeichen, dass ein Crash bevorsteht. Deshalb bin ich auch am Tag des Dax-Rekords short gegangen, habe also Produkte gekauft, die steigen, wenn der Dax fällt.

WELT ONLINE: Aber umgekehrt verlieren Sie auch, wenn der Dax weiter steigt. Was macht Sie denn so mutig?

Leuschel: Schauen Sie doch nur auf die Kursentwicklung. Die Märkte laufen völlig aus dem Ruder. Allein in der vorletzten Woche hat der Dax sechs Prozent zugelegt, seit Jahresanfang sind es gute 20 Prozent. Solche Renditen können gar nicht nachhaltig sein, das sagt mir der gesunde Menschenverstand.

WELT ONLINE: Die Märkte reagieren nicht immer rational. Was nützt Ihnen Ihre Börsenratio, wenn Ihnen am Ende die Kurse davonlaufen und Sie nichts verdienen?

Leuschel: Solche Fragen habe ich auch 1987 gehört. Auch damals meinten die Akteure, dass schon alles gut gehen wird. Bis dann das böse Erwachen kam.

WELT ONLINE: Sehen Sie Parallelen zu damals?

Leuschel: Ja, und die Ähnlichkeiten sind frappierend. Nehmen Sie nur den Wahnsinn bei Fusionen und Übernahmen. Das war in der Endphase vor dem Crash von 1987 nicht anders. Genauso wie die Inflation, die auch heute wieder zum Problem werden könnte. Und nicht zuletzt gibt es Parallelen bei der Zinsentwicklung. Heute wie vor 20 Jahren hoben die Notenbanken die Leitsätze an, und die Renditen an den globalen Rentenmärkten schossen in die Höhe. Es wird Sie kaum verwundern, wenn ich heute dasselbe mulmige Gefühl wie damals habe.

WELT ONLINE: Was aber diesmal fehlt, ist die Euphorie am Markt. Und ohne die hat es noch nie einen Crash gegeben.

Leuschel: Und ob es die gibt. Ich messe den Überschwang aber nicht an dem, was die Leute auf der Straße oder auf Partys sagen, sondern daran, wie sie handeln. In den USA werden so viele Aktien auf Pump gekauft wie sonst nur in ähnlichen Übertreibungsphasen. 1,8 Prozent der Marktkapitalisierung aller US-Aktien sind über Wertpapierkredite finanziert, das sind 340 Milliarden Euro. Die Quote ist so hoch wie 1987 und sogar höher als Anfang 2000, als sie 1,3 betrug. Im langjährigen Durchschnitt liegt dieser Wert zwischen 0,6 und 0,7. So hoch wie heute war die Quote übrigens auch vor dem Crash 1929 mit seinen fatalen realwirtschaftlichen Folgen.

WELT ONLINE: Gemessen an diesem Indikator, könnte die Hausse in Deutschland noch ewig weiterlaufen. Hierzulande kauft ja schon kaum ein Privatanleger von seinem Ersparten Aktien, geschweige denn auf Kredit.

Leuschel: Lieschen Müller wird keinen Crash auslösen. Der Abschwung wird mit Sicherheit von den USA oder China ausgehen.

WELT ONLINE: Ein Einbruch dort muss nicht zwangsläufig den Dax ins Verderben stürzen. In den vergangenen Jahren ließ sich gut erkennen, wie sich der deutsche Markt vom vermeintlichen Leitindex in Amerika abgekoppelt hat. Der Dax hat seit Januar dreimal so viel zugelegt wie der Dow.

Leuschel: Sie meinen also, dieses Mal sei alles anders? Das ist der teuerste Satz der Investmentgeschichte. Glauben Sie mir: Wenn es an der Wall Street kracht, kann man sich an keiner anderen Börse der Welt verstecken. Sicher gibt es Phasen, in denen sich einzelne Märkte emanzipieren können, aber das gilt nur für sonnige Zeiten, wie wir sie in den vergangenen Jahren erlebt haben. In Schlecht-Wetter-Perioden ist es damit schnell vorbei.

WELT ONLINE: Sie können doch nicht bestreiten, dass der Aufstieg Chinas und Indiens das Wirtschaftsgefüge der Welt stabilisiert hat und der Aufschwung auf mehr Säulen ruht als früher.

Leuschel: China ist in der Tat zu einem wirtschaftlichen Schwergewicht aufgestiegen. Das ändert aber nichts daran, dass ein Großteil des Wachstums im Milliardenreich von Exporten in die USA abhängt. Und wenn dort die Rezession kommt, mit der ich schon für Ende 2007 rechne, sind zweistellige Wachstumsraten in China erst einmal Vergangenheit. Kombinieren Sie das mit der dortigen Börsenblase, und das Unheil ist perfekt. Dass Europa allein die Welt retten kann, glauben Sie doch nicht im Ernst!

WELT ONLINE: Die Notenbanken haben in der Vergangenheit gezeigt, dass sie gefährliche Situationen wirkungsvoll unter Kontrolle bringen können. Das Einfachste wäre etwa, die Märkte mit ausreichender Liquidität zu fluten. Schließlich kann keinem Politiker oder Währungshüter daran gelegen sein, den ersten großen globalen Crash zugelassen zu haben.

Leuschel: Wir müssen uns doch noch immer mit den Folgen der letzten Rettungsaktion herumschlagen. Die seit Ende der 90er-Jahre in die Märkte gepumpte Liquidität hat zu unglaublichen Ungleichgewichten geführt. Und das wird auch einer der Auslöser des bevorstehenden Crashs sein.

WELT ONLINE: Können Sie das näher ausführen?

Leuschel: Wenn ich jetzt über einen Menschen lese, er habe sich einen Airbus A 380 für mehr als 300 Millionen gekauft, und es sich auf der anderen Seite immer weniger Menschen leisten können, mit einem Airbus in den Urlaub zu fliegen, dann ist im System eindeutig etwas faul. Auf einer anderen Ebene gilt das genauso: Wenn die US-Amerikaner ein milliardenschweres Defizit in Haushalt und Handelsbilanz haben und zugleich die Chinesen Dollar-Reserven auftürmen, kann man von einer Globalisierungsblase sprechen, die irgendwann zu platzen droht.

WELT ONLINE: Also heißt es jetzt für Anleger, in Deckung zu gehen und das Geld unter das Kopfkissen zu legen?

Leuschel: Ich habe tatsächlich einen Großteil meines Vermögens in Bargeld angelegt, allerdings in Euro. Früher hätte ich US-Staatsanleihen gekauft, aber weder in Bonds noch in den US-Dollar habe ich noch das dafür nötige Vertrauen. Für den Fall der Fälle besteht mein Depot zu etwa 25 Prozent aus physischem Gold, das in verschiedenen Bankentresoren lagert. Neben meinem Short-Dax-Produkt fühle ich mich damit gut für einen Crash gewappnet.

http://www.welt.de/finanzen/article971544/Crash-Prophet_warnt_vor_tiefem_Fall.html
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Sarastro



Anmeldungsdatum: 23.05.2007
Beiträge: 506

BeitragVerfasst am: Fr Okt 19, 2007 14:09    Titel: Antworten mit Zitat

Dr. Doom verrät: Geheime US-Einheit verhindert Börsen-Crash

Am 19. Oktober 1987 stürzten die Aktienkurse ins Bodenlose.
Börsenguru Marc "Dr. Doom" Faber erklärt auf WELT ONLINE, warum dies zwanzig Jahre später nicht passieren kann. Er schließt hingegen eine Verdoppelung des Dow Jones nicht mehr aus, nur Anleger werden davon nicht profitieren.

WELT ONLINE: Herr Faber, kann sich ein Crash wie 1987, als der Dow Jones an einem Tag um fast 23 Prozent stürzte, heute wiederholen?
Marc Faber: In der gleichen Form wie damals vermutlich nicht. Bei einem Kurssturz von mehr als zehn Prozent würde höchstwahrscheinlich das Plunge Protection Team an der Wall Street intervenieren und den Markt kurzfristig stützen. Diese nie offiziell bestätigte Sondereinsatzgruppe ist von der US-Reagierung ins Leben gerufen worden und soll größere Einbrüche durch den Kauf von Aktien abfedern. Außerdem dürfte dann auch die US-Notenbank Federal Reserve Liquiditätsspritzen in den Markt geben, wie sie es seit Greenspans Zeiten immer getan hat.

WELT ONLINE: Anleger brauchen sich also nicht vor einem Crash wie vor 20 Jahren zu fürchten?
Faber: Ganz so einfach ist es nicht. Immerhin haben wir im Sommer gesehen, dass der Dow Jones binnen weniger Stunden auch schon mal um 500 Punkte einknicken kann. Gerade geopolitische Schocks können jederzeit Kursstürze dieser Größenordnung auslösen. Dies umso mehr, als die fundamentalen Probleme der US-Wirtschaft immer größer werden.

WELT ONLINE: Die da wären?
Faber: Am meisten Sorge bereitet die immense Verschuldung in den USA. Die Belastungen aus der Sozialversicherung mit eingerechnet, beläuft sich die Schuldenlast des Landes inzwischen auf das Fünffache der gesamten Wirtschaftsleistung. Um dem ökonomischen Bankrott zu entgehen, haben die Amerikaner also gar keine andere Wahl, als ihre Währung abzuwerten.

WELT ONLINE: Das heißt, der Dollar wird weiter fallen?
Faber: Ja. Im Vergleich mit dem Euro ist der Greenback zwar jetzt schon günstig, wie Sie an den Preisniveaus dies- und jenseits des Atlantiks ablesen können. Aber es ist zu erwarten, dass der Dollar weiter an Wert verliert. Die Inflationierung wird sogar noch zunehmen. Das ist politisch gewollt. Und die Niedrigzinspolitik der Fed wird genau das weiter bewirken.

WELT ONLINE: Mit anderen Worten: Amerikanische Aktien können weiter steigen, aber sie sind dann in Euro weniger wert?
Faber: Genau. Der Dow Jones kann sich in den nächsten Jahren vielleicht noch verdoppeln, aber in harter Währung machen Anleger dann trotzdem Verluste. Wobei zu bezweifeln ist, dass der Euro dann diese harte Währung sein wird. Denn die EZB und andere Notenbanken dürften der Fed auf ihrem Kurs des billigen Geldes folgen und das bedeutet, dass auch Devisen wie der Euro an Wert verlieren. Ich sehe da die Gefahr eines Wettrennens der Währungs-Inflationierung.

WELT ONLINE: Wie können Anleger diesem schleichenden Wertverlust entgehen?
Faber: Ich sehe da in erster Linie das Gold als Profiteur. Denn im Gegensatz zu Papierwährungen wie dem Dollar oder dem Euro lässt sich das Edelmetall nicht beliebig vermehren. Gold ist nach dem Anstieg der vergangenen Jahre zwar nicht mehr billig, aber es ist im Gegensatz zu vielen Aktien noch vernünftig bewertet. Wenn der Dow Jones auf 28.000 Zähler steigen sollte, dürfte der Unzenpreis bei vielleicht 4000 Dollar stehen. In Gold gerechnet hätten US-Aktien dann unter dem Strich mehr als die Hälfte an Wert verloren.

WELT ONLINE: Wird wenigstens der Aktienboom in den Schwellenländern weitergehen?
Faber: Da muss man differenzieren. In einzelnen Märkten sind Dividendenpapiere noch relativ billig. In Thailand können Sie zum Beispiel Aktien mit einem akzeptablen Kurs/Gewinn-Verhältnis von zwölf und Dividendenrenditen von vier oder fünf finden. In der Volksrepublik China und Indien haben die Bewertungen längst jeden Bezug zur Realität verloren. Die Papiere sind ähnlich teuer wie Nasdaq-Titel zur Jahrtausendwende und entsprechend anfällig für herbe Kursrückschläge.

WELT ONLINE: Und wann kracht es?
Faber: Ich würde sagen, irgendwann zwischen heute und dem Beginn der Olympischen Spiele in Peking Mitte 2008. Darauf deutet die exponentielle Kursentwicklung hin. In Shanghai und Shenzhen schießen die Notierungen ja immer schneller nach oben. Das ist ein typisches Anzeichen für einen unmittelbar bevorstehenden Crash. Außer kommt es vor Großereignissen wie Olympischen Spielen oder Weltausstellungen häufig zum finalen Ausverkauf.

WELT ONLINE: Wie schlimm kann es in China werden?
Faber: Es würde mich nicht wundern, wenn die chinesischen Aktienmärkte um 50 Prozent oder mehr einbrechen. Das Gespräch mit Börsenexperten Marc Faber führte Daniel Eckert.

http://www.welt.de/finanzen/article1277183/Geheime_US-Einheit_verhindert_Boersen-Crash.html
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Sarastro



Anmeldungsdatum: 23.05.2007
Beiträge: 506

BeitragVerfasst am: Di Jan 20, 2009 14:33    Titel: Antworten mit Zitat

Drei Artikel mit zum Teil unterschiedlichen Meinungen.
Der erste Artikel ist ein direktes Interview, die beiden anderen zitieren ihn nur indirekt.

=== Interview mit Marc Faber, Börsenexperte und Herausgeber des «Gloom Boom & Doom Report

Wie wird sich die globale Wirtschaft im Jahr 2009 entwickeln?

Marc Faber: Sie wird weiter schrumpfen. Ich sehe keine Erholung und auch keinen Katalysator, der eine solche bewirken könnte. Das Finanzsystem ist grundsätzlich pleite. Man bezahlt Zinsen, indem man neue Schulden macht. Die Regierungen stützen das Finanzsystem und die Wirtschaft, damit sie dann auch Pleite gehen.

Welche Probleme werden noch auf uns zu kommen?

Faber: Bis vor kurzem waren die Probleme auf den Finanzsektor konzentriert. In letzter Zeit kam die zu hohe Verschuldung auch in anderen Bereichen der Wirtschaft, insbesondere bei zyklischen Industriewerten sowie in den Schwellenländern, zum Vorschein. Im Finanzsektor wird es bei den Geschäftsimmobilien, im Kreditkartenbereich und bei den Firmenkrediten noch zu gewaltigen Verlusten kommen.

Wann geht es wieder aufwärts?

Faber: Obwohl es für die Wirtschaft keine Anzeichen einer Erholung gibt, können sich die Anlagemärkte völlig unabhängig bewegen. Ich erwarte, dass wir uns bis März oder April um rund 30% an den Börsen erholen, um dann wieder zu fallen.

Droht ein weiterer Ausverkauf?

Faber: Nachdem die Gewinnlage der Firmen bitter aussieht, könnten dann noch neue Tiefpunkte erreicht werden. Währungsbewegungen müssen zudem berücksichtigt werden.

Wie sollen sich die Anleger in dieser Situation verhalten?

Faber: An allen Märkten ist die Volatilität gewaltig. Wöchentliche Schwankungen von 20 bis 30% sind bei Aktien, Devisen, Rohstoffen und sogar Obligationen nicht aussergewöhnlich. Der «Baltic Dry Index» als Frühindikator für den Welthandel stand Anfang 2008 bei knapp 12000. Kürzlich fiel er unter 700. Nickel wurde 2007 bei 53000 Dollar pro Tonne gehandelt, nun noch bei 10000 Dolllar. Der Anleger soll sich so verhalten, wie er sich wohlfühlt.

Das heisst?

Faber: Wenn er für die UBS oder die SNB arbeitet, dann hat er sich an hohe Verluste gewöhnt und kann weiterhin mit Geld, das anderen gehört, Verluste einfahren. Wenn der Anleger sein Geld selber erarbeitet hat, soll er realisieren, dass Prognosen unmöglich sind, wenn Regierungen im Markt intervenieren. Dann ist Diversifikation wichtig.


http://www.handelszeitung.ch/artikel/Finanz-_Sehe-keine-Anzeichen-fuer-eine-Erholung_464360.html


=== Rohstoff-Trader-Kolumne: Was denken Marc Faber und Jim Rogers?

In der letzten Woche haben wir Ihnen die Meinung des anerkannten Rohstoffexperten Jim Rogers vorgestellt. Kurz zusammengefasst war sein Standpunkt, dass die Rohstoffmärkte wieder ihren Aufwärtstrend aufnehmen werden, da die Fundamentaldaten vieler Waren besser denn je sind. Des weiteren ist Rogers äußerst bärisch für den US-Dollar und sieht diesen zum Untergang verdammt. Gleichzeitig favorisiert er Investitionen in China aufgrund der guten Wachstumsaussichten sowie in harte Anlagen aufgrund einer seiner Meinung nach kommenden Inflationswelle.

Wir haben etwas recherchiert um Ihnen heute die Meinung des Investmentexperten Marc Faber präsentieren zu können. Ähnlich wie Rogers sieht auch Faber einen Bullenmarkt bei den Rohstoffen. Er hält diese Anlageklasse für strategisch sinnvoll und rät Investoren dazu einen Teil ihres Geldes dort zu investieren. Allerdings betont Faber, dass er den Anstieg der Rohstoffe erst dann erwartet, wenn sich die globale Wirtschaft erholt was für ihn mindestens fünf maximal zehn Jahre dauern wird.

Damit ist seine Empfehlung in Rohstoffe zu investieren nur für äußerst langfristige Investoren geeignet. Kurzfristig rechnet Marc Faber mit einer Aufwärtsbewegung der Aktienmärkte wie wir sie gerade sehen. Seiner Meinung nach beruht dieser Trend jedoch nur auf einer technischen Korrektur, da die Märkte immer noch sehr stark überverkauft sind. Dies alles ist nur eine Korrektur oder Bullenfalle in einem übergeordneten Bärenmarkt.

Er rechnet sogar damit, dass die Aktienmärkte auf Jahre hinweg keine neuen Hochs mehr machen werden und dass die Volatilität (Schwankungsbreite der Märkte) weiterhin extrem hoch bleiben wird und damit klassische Investmentansätze wie "buy and hold" (Aktien kaufen und auf Jahre hinweg liegen lassen) "tot" sind. Faber bezeichnet diesen Ansatz als "Buffet-Style" und zeigt auf, dass dieser in den letzten zehn Jahren nicht funktioniert hat und auch weiterhin nicht funktionieren wird. Die Märkte gehören laut Faber den Tradern, die sich mit ihren Position schnell und flexibel im Markt bewegen können.

Im Gegensatz zu Jim Rogers hält Marc Faber, der selbst in Asien lebt, nichts von Investitionen in China. Laut Faber ist China ein vollkommenes Desaster und keine Investition mehr wert.


http://www.finanzen.net/nachricht/Rohstoff_Trader_Kolumne_Was_denken_Marc_Faber_und_Jim_Rogers_Teil_II_834251


=== Marc Faber: Die aktuelle große Blase sind Staatsanleihen

Im jüngsten Interview mit Marc Faber, dem Investor der durch seine präzisen Ansagen der letzten großen Börsencrashs und Spekulationsblasen Berühmtheit erlangte, sind wieder ungemütliche Vorhersagen zu finden. Bereits in der Einleitung des vom Finanznachrichtensenders Bloomberg im Rahmen der "First Word On 2009" Berichte aufgenommenen Fernsehinterview sagt Faber, dass wir erst am Beginn der schwersten Wirtschaftskontraktion seit der "Great Depression" ständen, die lange andauern würde, d.h. 5 - 10 Jahre. Denn er sähe keine Entwicklung, welche die Wirtschaftslage substantiell verbessern könnte, insofern würde 2009 ein katastrophales Jahr für die Wirtschaft werden.

Auf die Frage, was "die Regierung" denn dagegen machen müsse, antwortet Marc Faber konsequent, dass es am besten sei gar nichts zu machen, und erst die übermäßigen und falschen Eingriffe und Wirtschaftspolitik in den Vereinigten Staaten der letzten 10 Jahre zu den extremen Ungleichgewichten geführt hätten. Besonders kritisiert er Greenspan's Zinspolitik, der den Fed-Leitzins trotz Aufschwung volle 3 Jahre lang auf rekordniedrigen 1 Prozent festhielt. Wenn Sparer kaum Zinsen für ihre Bankeinlagen bekommen, "tuen sie dumme Dinge", wie Faber diesen Wirtschaftsmechanismus illustriert. Die Federal Reserve habe die Leute somit förmlich gezwungen, in alle möglichen spekulativen Anlagen zu investieren, indem sie den Leitzins unterhalb der Inflationsrate beließ.

Darauf folgt als nächste Frage, was denn dann die Risiken der bereits begonnenen "quantitativen Geldpolitik" seien, also der direkten Geldmengenerhöhung und Liquiditätsversorgung durch die Notenbanken. Darauf antwortet Marc Faber mit dem wohl interessantesten Statement dieses Interviews, dass es der Federal Reserve nämlich gelungen sei, nach sovielen Blasen überraschenderweise nochmals eine aufzublasen, die "Treasury Bond Bubble", also die Staatsanleihenblase. Alle Investoren sind in die vermeintlich sicheren Staatsanleihen geflüchtet und haben dadurch die Rendite bis auf unter 2,5 Prozent für 30 Jahre laufende US-Anleihen gedrückt. Um solche Anleihen noch zu kaufen müsste die Inflationserwartung für die nächsten Jahrzehnte sehr niedrig sein - was angesichts des Geldmengenwachstums und der expansiven monetären- und Fiskalpolitik aber sicher nicht der Fall sein würde. Stattdessen muss man Faber zufolge mit einer beschleunigten Inflationsrate rechnen müssen, die Zentralbank wird, auch aufgrund schwacher Währungen wie insbesondere dem US-Dollar, die Zinsraten über Inflation und Wachstumsrate anheben müssen, und dies wird sehr schwierig zu implementieren sein, da dann auch die Nationen plötzlich sehr viel höhere Zinsen für ihre Schuldenberge bezahlen müssten.

Zu der weiteren Marktentwicklung sagt Marc Faber, dass das Einzige wo er sich sicher sei, extreme Volatilität im Markt sei. Er sagte aber auch, dass nach der kurzen Erholung Ende 2008/Anfang 2009 weitere Verluste anständen, denn die Einnahmensituation der Unternehmen verschlechtere sich weiter und die Aktienbewertungen seien zwar niedriger als zuvor, aber immer noch nicht attraktiv angesichts der globalen Rezession. Dem aktuellen Optimismus, dass der S&P500 Index sich übers Jahr 2009 deutlich erholt, stellt Marc Faber die Expertenschätzung vom Vorjahr entgegen: Die Optimisten hätten Anfang 2008 auf einen Indexstand bei 1.750 zum Jahresende getippt, die pessimistischste Schätzung lag bei 1.525 Punkten - und der S&P500 liegt Ende 2008 mit rund 900 Punkten weit, weit darunter.

Marc Faber wird gefragt, ob er überrascht sei, dass die Situation trotz seiner pessimistischen Vorhersagen noch immer unter Kontrolle ist. Die USA würden immer noch damit durchkommen, antwortet Faber. Es sei ebenfalls ein großes Schneeball-System, bei dem jeder, der Geld verliere, von den Rettungsfonds der Regierung bezahlt würde, oder durch neu herausgegebene Schuldtitel. Doch eines Tages würde das ganze System kollabieren, und dann ein sehr viel größeres Desaster als der Madoff-Skandal werden.

Den US-Dollar bezeichnet Marc Faber, wie schon seit langem, als eine desaströse Währung. Allerdings seien alle anderen Währungen nicht viel besser. Auch der Schweizer Franken sei nicht mehr das, was er vielleicht 1950 einmal war. Die Währungen der Welt befänden sich sogar in einem Abwertungswettlauf, denn die Nullzinspolitik der Fed sei in gewisser Weise auch ein Handelskrieg, um Probleme in andere Länder zu exportieren. Daher werden laut Faber eher alle Währungen gemeinsam abwerten gegen die harte Währung der Edelmetalle Silber, Gold und Platin.


http://de.ibtimes.com/articles/20090115/marc-faber-interview-treasury-bubble-staatsanleihen-blase.htm
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Sarastro



Anmeldungsdatum: 23.05.2007
Beiträge: 506

BeitragVerfasst am: Mo Feb 23, 2009 14:38    Titel: Antworten mit Zitat

Diesmal wieder Roland Leuschel.

=== Börsenguru sagt Währungsreform voraus

Für manche ist er ein notorischer Panikmacher, für andere der mutige Verkünder unbequemer Wahrheiten. Fest steht, dass Roland Leuschel mit seinen Crash-Prognosen oft genug recht behielt: Er sagte den Einbruch von 1987 voraus und warnte frühzeitig vor dem Debakel von 2008. WELT ONLINE sprach mit Deutschlands Aktien-Skeptiker Nummer eins.

WELT ONLINE: Herr Leuschel, vor einem Jahr haben Sie in dieser Zeitung vorausgesagt, dass der Dax sich halbieren würde. Damals stand das deutsche Börsenbarometer bei 8000 Punkten, heute bei knapp über 4000 Punkten. Sind wir am Tiefpunkt der Baisse angekommen?

Roland Leuschel: Keineswegs. Damals war ich schlicht zu optimistisch. Wir befinden uns mitten in einem langen Bärenmarkt, der mit dem der Dreißigerjahre zu vergleichen ist. Der Dax wird sich vom jetzigen Niveau wohl noch mal halbieren.

WELT ONLINE: Also ungebremst in den Abgrund?

Leuschel: Ich rechne damit, dass der Index bei 3500 bis 3600 Punkten einen Zwischenstopp einlegt. Dort verläuft eine starke technische Unterstützung. Das ist dann eine letzte gute Ausstiegsgelegenheit.

WELT ONLINE: Welche Art von Krise erleben wir?

Leuschel: Die westlichen Volkswirtschaften kranken an einem Übermaß an Verschuldung. Staaten, Firmen, Private – alle haben ihren Wohlstand im großen Maße auf Kredit gebaut. Mit dem Platzen der US-Hypothekenblase ist dieses System aufgeflogen. Jetzt erleben wir den langwierigen und qualvollen Prozess, dass die Schulden-Ökonomie abgewickelt wird. Das ist keine Rezession, sondern eine Depression.

WELT ONLINE: Die amerikanische Federal Reserve (Fed) und andere Notenbanken versuchen, der Wirtschaftskrise mit billigem Geld beizukommen. Die Regierungen haben milliardenschwere Konjunkturprogramme aufgelegt. Hilft uns das aus der Krise?

Leuschel: Im Gegenteil. Das verschlimmert die Krise, weil es das Vertrauen der Menschen in die Währungen untergräbt. Vor allem dass die Fed und neuerdings auch die Bank of England die hochschnellende Staatsverschuldung mit der Notenpresse finanzieren, ist ein verheerendes Signal. Alle reden jetzt von der Gründung einer Bad Bank. Dabei haben wir schon eine "bad bank“, nämlich die Fed.

WELT ONLINE: Ist es in Europa genauso schlimm?

Leuschel: Theoretisch ist die Europäische Zentralbank in einer besseren Lage als die Fed oder die Bank of England. Es gibt keine europäische Regierung, die die Währungshüter so unter Druck setzen könnte, wie dies in Amerika und Großbritannien geschieht. Wir werden sehen, wie unabhängig die EZB bleibt. Aber außer Frage leidet der Euro unter der Verschuldungspolitik der Regierungen.

WELT ONLINE: Was raten Sie Anlegern?

Leuschel: Private sind in einer besseren Lage als 1929 oder 1987, wenn es darum geht, auf den Kurssturz zu reagieren. Es gibt jetzt Short-Produkte, mit denen sie von fallenden Märkten direkt profitieren können. Ein Short Dax Indexfonds von der Deutschen Bank gehört zu meinen größten Depot-Positionen. Seit Anfang 2007 hat dieser DB X-Tracker rund 80 Prozent zugelegt.

WELT ONLINE: In Ihrem neuen Buch "Die Inflationsfalle“, das demnächst erscheinen wird, warnen Sie vor einer neuen rasanten Geldentwertung. Momentan scheint eher Deflation, also Geldaufwertung, das Problem zu sein. Übertreiben Sie?

Leuschel: Die Deflationsangst geht vollkommen an der Realität vorbei. Die Geldmenge wird mehr und mehr aufgebläht, das Vertrauen in den Dollar, den Euro und andere Devisen schwindet. Deshalb sind die niedrigen Zinsen deutscher oder amerikanischer Staatsanleihen ein Witz. Dahinter steht die größte Bubble, die wir derzeit erleben.

WELT ONLINE: Was tun?

Leuschel: Es gibt eine Währung, die nicht von Notenbanken, Regierungen oder Ratingagenturen beeinflusst werden kann – das Gold. Edelmetalle, auch Silber und Platin sind das Investment der Stunde. Mit ihnen können Anleger sogar die nächste Währungsreform überstehen, die ich für das Jahr 2014 vorhersehe. Bis dahin dürfte der Unzenpreis auf 2000 bis 3000 Euro gestiegen sein. Es müssen aber nicht nur Münzen und Barren sein. Auch beim Edelmetall haben sich die Investmentmöglichkeiten für Privatanleger erheblich verbessert. Es gibt da zum Beispiel einen Gold-ETF der Züricher Kantonalbank, den ich für solide halte. Ein Viertel seines Vermögens in physisches Gold zu investieren, ist in diesen Zeiten sicherlich kein Fehler.

http://www.welt.de/wirtschaft/article3241460/Boersenguru-sagt-Waehrungsreform-voraus.html
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Sarastro



Anmeldungsdatum: 23.05.2007
Beiträge: 506

BeitragVerfasst am: Mi Mai 06, 2009 11:40    Titel: Antworten mit Zitat

Dr. Doom schreibt den Dollar und US-Anleihen ab

Wenn der Wasserspiegel steigt, steigen alle Boote. Diese einfache Beobachtung mag in der Regel stimmen. Aber wenn mehrere Boote ein Leck haben, werden sie trotz des höheren Pegels sinken. Übertragen auf die Notenbanken – insbesondere den Gelddrucker-Meister Ben Bernanke – heißt das: Zwar können Zentralbanken zur Konjunkturbelebung die Geldmenge gewaltig ausweiten und damit zunächst auch die allgemeinen Vermögenswerte in die Höhe treiben, allerdings wird das nicht ohne handfeste Folgen bleiben.

Allein in den USA gibt es – um im Bild zu bleiben – zwei Boote, die gewaltige Lecks aufweisen. Das sind die langfristigen US-Staatsanleihen und die Dollar-Währung. Die amerikanische Notenbank ist bestrebt, durch den Kauf von festverzinslichen Papieren inklusive Staatsanleihen die langfristigen Zinsen, die sie kaum kontrollieren kann, zu senken. Die kurzfristigen Zinsen hat der US-Notenbankchef Bernanke bereits praktisch auf null Prozent gesenkt.

Die Absicht ist klar: Anleger sollen aus Bankeinlagen und kurzfristigen Staatspapieren aussteigen, konsumieren und in Häuser oder Aktien investieren. In Verbindung mit gewaltigen Haushaltdefiziten, die im Jahre 2009 leicht zwei Billionen Dollar betragen könnten, ist es das Ziel amerikanischer Wirtschaftspolitiker, die schrumpfende Nachfrage der Privathaushalte mit einer steigenden Nachfrage des Staates zu ersetzen.

Durch die explodierenden Haushaltdefizite steigt das Angebot an Staatspapieren naturgemäß gewaltig an, was üblicherweise zu steigenden Zinsen führen würde: Also steigt die Notenbank in den Markt ein und kauft einen Teil der Staatsobligationen, die das Schatzamt auf den Markt bringt, um die Defizite zu finanzieren. Das Problem mit dieser defizitären Finanz und expansiver Geldpolitik liegt allerdings auf der Hand. Etwa 50 Prozent der US-Staatsanleihen befinden sich bereits im Besitz ausländischer Investoren – vorwiegend bei asiatischen Notenbanken. Die Käufer und Besitzer dieser Staatsanleihen jenseits der US-Grenze müssen aber befürchten, dass diese Wirtschaftspolitik die Inflation anheizt – nicht unbedingt aktuell, aber langfristig und das aus folgendem Grund. Obwohl die Weltwirtschaft zurzeit sehr schwach ist, besteht ein gewisser Inflationsdruck, der sich in einem künftigen Konjunkturaufschwung sicherlich verschärfen wird. Dann ist unweigerlich der Zeitpunkt gekommen, an dem die US-Notenbank die Leitzinsen erhöhen müsste. Aber ist sie dann noch handlungsfähig?

Wahrscheinlich nur sehr eingeschränkt. Denn in Zukunft werden die Staatschulden derart aufgebläht sein, dass der Schuldendienst durch steigende Zinsen gewaltig angewachsen wird. Um die steigende Zinslast bewältigen zu können, müssen die Haushaltdefizite noch weiter erhöht werden. Das wäre ein Teufelskreis. Aus diesem Grund wird die US-Notenbank die Zinsen künstlich niedrig halten müssen, was die Inflationsrate beschleunigen und sich negativ auf die Kurse von langfristigen Staatsobligationen auswirken wird. Weil die Inflationsrate reale Zinsen aufzehrt, wird der US-Dollar unter Druck geraten. Die Schlussfolgerung kann nur sein, bei US-Anleihen auszusteigen und Aktien in Asien zu kaufen.

http://www.welt.de/finanzen/article3677264/Dr-Doom-schreibt-den-Dollar-und-US-Anleihen-ab.html
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Sarastro



Anmeldungsdatum: 23.05.2007
Beiträge: 506

BeitragVerfasst am: Do Jun 04, 2009 11:01    Titel: Antworten mit Zitat

Im Gespräch: Marc Faber

=== „Die Weltwirtschaft wird sich kaum erholen“

03. Juni 2009 Die Aktienmärkte haben sich in den vergangenen Wochen deutlich von ihren Tiefs erholt. Kurzfristig betrachtet seien sie etwas zu weit gestiegen, während der Dollar und die amerikanischen Staatsanleihen zu schwach wurden. Hier könne es zu technischen Gegenbewegungen kommen, erklärt der bekannte Vermögensverwalter Marc Faber.

Er ist bekannt für seine gute „Nase“, hat frühzeitig auf den Energie- und Rohstoffboom der vergangenen Jahre sowie auf die inzwischen offensichtlich gewordenen Risiken des kreditgetriebenen Wachstums hingewiesen - und er sah auch die jüngste Erholung rechtzeitig kommen.

Die Anleger sind in den vergangenen Wochen optimistisch geworden und haben in Aktien sowie in Energie und Rohstoffe investiert. Sind auch Sie so zuversichtlich?

Ich denke jedoch schon, dass wir im März in der Wirtschaft so etwas wie eine Talsohle erreicht haben und dass sich die Weltwirtschaft ausgehend von dieser Basis etwas verbessern kann. Das ändert jedoch wenig daran, dass wir von einem Konjunkturhoch in ein Tief gefallen sind und uns - gemessen an den im Jahr 2006 erreichten Hochs - immer noch dort befinden.

Das heißt, wir stabilisieren uns möglicherweise auf einem tiefen Niveau?

Richtig!

Wie lassen sich dann die Kursgewinne an den Börsen erklären? Mit realistischen Gewinnerwartungen wohl kaum?

Regierungen und Notenbanken versuchen unter Inkaufnahme sehr großer Budgetdefizite und mit hoch expansiven Geldpolitiken Verbraucher und Anleger dazu zu bewegen, ihre Ersparnisse nicht auf Tagesgeld- und Festgeldkonten zu parken, sondern etwas damit zu tun: Entweder zu konsumieren oder Aktien, Anleihen oder anderes zu kaufen. Das hat unter anderem dazu geführt, dass die Rohstoffpreise seit Ende des vergangenen Jahres sehr stark gestiegen sind. Der Ölpreis hat sich inzwischen verdoppelt und Kupfer ist 70 Prozent teurer geworden.

Preissteigerungen dieser Art sind also primär auf monetäre Effekte zurückzuführen?

Nach der Inventarliquidation in der zweiten Hälfte des vergangenen Jahres mag es zwar eine gewisse Grundnachfrage geben. Der Preisauftrieb seit Dezember lässt sich jedoch vor allem aus monetären Faktoren ableiten.

Die Regierungen und Notenbanken versuchen, über inflationäre Tendenzen nominelles Wachstum zu schaffen. Wird das angesichts industrieller Überkapazitäten gelingen können?

Nur Laien glauben, dass Überkapazitäten eine Inflation verhindern können. Ich habe das Phänomen in den vergangenen Jahren genau analysiert und kann versichern, dass die Inflation nichts damit zu tun hat, ob eine Volkswirtschaft stark oder schwach ist. Eine Inflation lässt sich in jedem Land ohne weiteres schaffen, indem man große Fiskaldefizite mit einer lockeren Geldpolitik kombiniert.

Das heißt, sie sind gegen Konjunkturprogramme?

Die Eingriffe des Staates in die Wirtschaft werden mit der Zeit negative Folgen haben und sind nach meiner Überzeugung nicht wünschenswert, vor allem nicht in den Vereinigten Staaten. Trotz einer schwachen Weltwirtschaft haben wir keine Deflation: Die Nahrungsmittelpreise sind heute höher als vor einem Jahr. Die Gebühren für den Personennahverkehr, die Post, die Bahn und andere Angebote des öffentlichen Sektors sind alle höher als vor einem Jahr. Lediglich die Preise mancher Konsumgüter fallen. Das jedoch ist normal aufgrund der Massenproduktion.

Sie reisen viel. Wie sehen die harten Fakten aus, was können sie unter wirtschaftlichen Aspekten wahrnehmen?

Erstens gibt es keine Deflation. Zweitens ist der privatwirtschaftliche Teil der Volkswirtschaften in allen Staaten weltweit in den vergangenen Monaten im Minimum um 20 Prozent geschrumpft. Dagegen bleiben die öffentlichen Sektoren stabil. Man versucht nun sogar, diesen Teil wachsen zu lassen. Das aber führt langfristig in die Planwirtschaft - und die hat noch nie funktioniert.

Der Boom der vergangenen Jahre war auf Kredit finanzierten Überkonsum zurückzuführen. Ist es sinnvoll, nach dem Platzen der privaten Kreditblase eine staatliche Kreditblase zu schaffen?

Nein, meiner Ansicht nach nicht. Die Defizite lassen sich langfristig nur über die Notenpresse finanzieren. In diesem Fall jedoch kommt es mit der Zeit zu hohen Inflationsraten. Aus Angst davor investieren immer mehr Anleger in Aktien, Rohstoffe, Edelmetalle und andere Vermögensgüter. Außerdem wenden sie sich mehr und mehr von lang laufenden Staatsanleihen ab, weil die Nominalzinsen wahrscheinlich steigen werden. Die Renditen amerikanischer Staatsanleihen haben in den vergangenen Tagen schon deutlich angezogen.

Wie positioniert man sich als Anleger am geschicktesten?

Wir haben sehr volatile Verhältnisse in der Weltwirtschaft und an den Finanzmärkten. Ich nehme jedoch an, dass die amerikanische Zentralbank deutlich mehr Geld als bisher schöpfen würde, sollte die Konjunktur noch einmal deutlicher einbrechen. Das kann dazu führen, dass die Aktienkurse steigen, obwohl wir eine sehr schlechte wirtschaftliche Entwicklung haben.

Kurzfristig betrachtet sind die Börsen etwas zu weit gestiegen, während der Dollar und die amerikanischen Staatsanleihen zu schwach wurden. Das heißt, hier kann es zu technischen Gegenbewegungen kommen.

Grundsätzlich aber betrachte ich amerikanische Staatsanleihen und die amerikanische Währung skeptisch - und ich glaube nicht, dass sich die Weltwirtschaft deutlich erholen wird. Ich denke jedoch, dass sich die Aktienkurse durch eine extrem expansive Geldpolitik nach oben treiben lassen. Fragen sie Ben Bernanke, wie viel Geld er zu drucken beabsichtigt.

http://www.faz.net/s/Rub48D1CBFB8D984684AF5F46CE28AC585D/Doc~E1D523790C5A6488CA8722A311726AA1A~ATpl~Ecommon~Sspezial.html
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Sarastro



Anmeldungsdatum: 23.05.2007
Beiträge: 506

BeitragVerfasst am: Di Jun 23, 2009 13:27    Titel: Antworten mit Zitat

Drei Interviews, eines davon von Faber.

=== „Larry Summers ist mitschuldig an der Finanzkrise“

Im Gespräch: Christopher Whalen, Institutional Risk Analytics

Was halten Sie von den Vorschlägen zur strengeren Regulierung der Finanzmärkte?

In meinen Augen sind sie weitgehend Augenwischerei. Die Probleme sind allerdings so dringend und offensichtlich geworden, dass die Wertpapierhändler und das amerikanische Finanzministerium gezwungen sind, öffentlich über sie zu debattieren, obwohl sie das gerne vermieden hätten.

Was unterstellen sie da?

Die Politiker bemühen sich intensiv, den Eindruck zu erwecken, proaktiv zu agieren - ohne den Status Quo allerdings wirklich zu verändern.

Wie sieht der aus?

Das Grundproblem ist, dass die großen Banken wie JP Morgan, Goldman Sachs und andere nicht überleben können ohne die Subventionen, die sie vom Over-The-Counter-Markt erhalten. Dort sind die Renditen höher als in allen anderen Marktsegmenten. Sollten wir wirklich ernst machen wollen mit Reformen, so müsste es bei diesen Banken zu Veränderungen kommen - sie müssten kleiner werden.

Was heißt das, „sie können nicht überleben“?

Im Kern zahlen alle amerikanischen Finanzmarktteilnehmer eine Subvention an diese Banken, um sie liquide zu halten. Diese sehen nominal betrachtet zwar optisch profitabel aus, auf risikoadjustierter Basis jedoch verlieren sie Geld. Tatsächlich sind das parasitäre Unternehmen.

Sowohl der Kongress als auch die Obama-Administration wollen aussehen, als ob sie agierten. Es gibt jedoch keine Möglichkeit, die Probleme zu lösen ohne die großen Banken zu restrukturieren und kleiner zu machen.

Wieso?

Die Aufgaben, die sich im Regulierungsbereich stellen, sind das Resultat der Geschäftsmodelle dieser Banken - und nicht umgekehrt.

Lassen sie sich lösen?

Das ist nicht einfach, denn die amerikanische Zentralbank Fed und die OCC (Office of the Comptroller of the Currency) befinden sich vollständig in den Händen der großen Banken. Sie haben kaum etwas maßgebliches zu sagen. Personen wie Timothy Geithner oder Larry Summers sind mitschuldig an den Problemen. Summers war vor zwölf Jahren unmittelbar mit für die Entscheidung verantwortlich, die außerbörslichen Derivatemärkte nicht zu regulieren. Wie kann man Reformvorschläge von seiner Seite ernst nehmen?

Was bedeutet das für die Wirtschafts- und Finanzkrise?

Die „Party“ hat erst angefangen. Die erste Phase bestand in der Wahrnehmung der „wahren Werte“. Das hat unter anderem dazu geführt, dass die Häuserpreis in den Vereinigten Staaten inzwischen 20 bis 25 Prozent gefallen sind. Dieser Prozess wird sich später im Jahresverlauf wiederholen. Dann werden alle Immobilien, die inzwischen wegen der Zahlungsunfähigkeit bisheriger Besitzer von den Banken übernommen worden sind, zu Liquidationspreisen auf den Markt geworfen werden. Das wird und muss die Preise weiter unter Druck setzen. Wenn man sich die Immobilienmärkte heute anschaut, so sind fünf bis zehn Prozent aller Verkäufe das Resultat von Zwangsversteigerungen. Dieser Anteil wird steigen auf 30 bis 40 Prozent zum Ende des Jahres. Banken werden übernommene Immobilien um jeden Preis verkaufen wollen. Denn die Kosten, um sie zu halten und zu verwalten sind zu hoch. Die Preise im Jumbobereich, also bei Häusern über 500.000 Dollar, waren 40 Prozent zu hoch. Gerade dieses Segment wird noch gewaltig unter die Räder kommen, denn es gibt so gut wie keine Finanzierungen dafür im Moment.

Immer öfter hört man, wir hätten das Tief der Krise gesehen. Glauben Sie nicht daran?

Nein, überhaupt nicht. Wir analysieren und bewerten die amerikanischen Banken jedes Quartal - und es wird nicht besser! Wir befinden uns in diesem Land wirtschaftlich betrachtet in der größten Deflation seit den 30er-Jahren des vergangenen Jahrhunderts. Sie mag prozentual betrachtet nicht ganz so extrem werden wie damals. Aber sie wird den Durchschnittsamerikaner hart treffen. Die werden nicht in der Lage sein, ihre Häuser zu ihren Preisvorstellungen zu verkaufen. Und sie wollen nicht mehr verkaufen, um Profit zu schlagen, sondern sie müssen verkaufen, um ihre finanzielle Belastung zu reduzieren. Viele Häuser sind inzwischen weniger wert, als die Hypotheken, die auf ihnen lasten. Dann laufen die Besitzer einfach davon und überlassen sie den Banken. Die wiederum verkaufen um jeden Preis. Die Ausfallrate der Banken wird in den kommenden Monaten massiv zunehmen.

Was heißt das für Bankaktien?

Institutionelle Anleger, die wirklich in Vermögenswerte investieren wollen, die finden nun selektiv interessante Möglichkeiten, ganze Banken zu erweben. Als Normalanleger, der auf den Kauf öffentlich gehandelter Aktien angewiesen ist, würde ich jedoch die Finger weglassen, vor allem von den großen wie JP Morgan, Bank of America, Citigroup und Wells Fargo.

Vor wenigen Wochen kamen die verkaufsorientierten Analysten auf den Markt und erklärten, die großen Banken seien solider als die kleinen. Ihre Absicht war klar: Sie wollten deren Aktienkurse nach oben treiben, um Kapitalerhöhungen durchführen zu können. Das hat funktioniert nach dem Motto „pump and dump“ - aufblasen und fallen lassen. Gegen Ende des Jahres werden sich die Verhältnisse umdrehen.

Denn die kleinen und mittleren Banken, die jetzt scheinbar so schlecht dastehen, sind in ihren Strukturen viel einfacher als die großen und vor allem auch solider refinanziert. Ich denke, im vierten Quartal kann man zum Beispiel die Papiere von US Bancorp oder BB&T kaufen. Bei den großen dagegen ist das Ende der Probleme noch lange nicht erreicht. Sie müssen von der Regierung saniert werden, angefangen bei der Citigroup. Ich denke, diese Bank wird im dritten Quartal aufgelöst werden.

... aber einige von Ihnen haben doch erst die TARP-Gelder zurückgezahlt!

Ich weiß, aber das ist pure Veräppelung. Diese Jungs wollen sich einfach nur ihre Boni auszahlen können. Die sind so zynisch und so blöde, dass sie diese ganze Übung mit den TARP-Geldern durchgezogen haben um den Anschein zu erwecken, sie ständen gut da. Aber wissen sie was: Sie haben immer noch die Rückkaufprogramme mit der Zentralbank (Fed) um ihren toxischen Müll los zu werden. Und so lange die FDIC (amerikanischer Einlagensicherungsfonds) für ihre Schulden garantiert, sind das keine privaten Banken!

Wenn man sich die Zahlen der amerikanischen Banken im ersten Quartal ohne die großen vier anschaut, sieht man die schlechtesten Kennziffern seit 30 Jahren. Nimmt man sie dazu, verbessert sich aufgrund ihrer Größe das Bild optisch deutlich. Was aber ist falsch mit diesem Bild? Die großen Banken erhalten riesige Subventionen in Form der extrem niedrigen Zinsen, der Rückkaufprogramme mit der Fed, mit denen sie ihren toxischen Schrott gegen wertvolle Treasuries tauschen können und schließlich den Garantien. Gäbe es die nicht, müssten sie geschlossen werden, da sie sich nicht frei am Markt refinanzieren können.

Können Sie das konkretisieren?

Die Refinanzierungskosten von JP Morgan lagen vor zwei Jahren etwa auf dem Niveau der Treasuryrenditen. Heute liegen sie dreieinhalb Prozentpunkte darüber. Die Bank kann so zwar überleben, allerdings nicht sehr viel verdienen. Das Geschäftsmodell hat sich also grundlegend geändert.

Kann man den von den großen Banken vorgelegten Zahlen trauen?

Nein, auf keinen Fall. Sie sind frisiert wegen der verbrieften Produkte, die sie noch in den Bilanzen haben. All der toxische Müll, von dem sie vorgeben, ein Dollar Nominalwert sei noch 80 Cents wert, ist im Kern totes Kapital. Sie werden nie wieder Anleger finden, die sie kaufen. Sie geben nun vor, sie nicht verkaufen zu wollen, da sie so „werthaltig“ seien. Die Preise dafür werden jedoch auf jeden Fall fallen, denn wegen der extremer werdenden Krise im Wohn- und Geschäftsimmobilienbereich verringern sich die Cashflows, die sie generieren. Das lässt sich jetzt schon aus den Zahlen herauslesen. Sobald die Banken im Oktober die Garantien verlieren, müssen sie sehen, wo sie bleiben.

Sie erklärten zu Beginn, die Vorschläge der amerikanischen Regulierung seien pures Blendwerk. Was müsste denn getan werden?

Man sollte den so genannten OTC-Markt für derivative Finanzinstrumente regulieren. Im Kern muss man die Credit Default Swaps verbieten - und schon hat man die systemischen Risiken gelöst.

http://www.faz.net/s/Rub48D1CBFB8D984684AF5F46CE28AC585D/Doc~E475399FE9D9C40C59608F81FF232B808~ATpl~Ecommon~Sspezial.html


=== Ist die Krise der Finanzmärkte vorbei? - Interview mit Ralf Borgsmüller

Rohstoff-Spiegel: In unserem letzten Gespräch im Rohstoff-Spiegel vom April 2007 (also noch vor dem Ausbruch der Subprime-Krise) sagten Sie uns vorausschauend bereits: "Das größte Risiko für Anleger in Rohstoffen in den nächsten drei Jahren ist eine sich möglicherweise stark abschwächende Weltkonjunktur mit der durchaus wahrscheinlichen Möglichkeit einer weltweiten Rezession. Konjunktursensible Rohstoffe werden dann aufgrund der stark sinkenden Nachfrage im Preis mehr oder weniger deutlich fallen und mit ihnen die entsprechenden Rohstoffaktien und Rohstofffonds." Wie sieht nun Ihr heutiger Ausblick für die Märkte in 2009/2010 aus?

Ralf Borgsmüller: Die von mir vor nunmehr gut zwei Jahren hier gemachten Aussagen sind leider voll eingetroffen. Die damals prognostizierte weltweite Rezession hat die Rohstoffpreise in 2008 stark einbrechen lassen, ebenso die Kurse von Rohstoffaktien und Rohstofffonds. Da die Weltwirtschaft in 2009/ 2010 in sehr schwierigem Fahrwasser bleiben wird, erwarte ich nach dem Ausaufen der gegenwärtigen technischen Erholungsphase an den Märkten für die meisten Rohstoffe und Rohstoffaktien wieder sinkende Preise.


Rohstoff-Spiegel: Das vergangene Jahr war für Investoren ein (hoffentlich) einmaliges Erlebnis.Selbst erfahrene alte Hasen am Markt wurden durch die massiven Verwerfungen oftmals am falschen Fuß erwischt. Ihr Haus, die PSM Vermögensverwaltung, gehört in Deutschland zu den wenigen, welche in diesen rauen Zeiten positive Erträge für seine Kunden erzielen konnte. Verraten Sie uns das Geheimnis Ihres Anlageerfolges?

Ralf Borgsmüller: Die acht Partner der PSM haben zusammen weit über 200 Jahre Wirtschafts- und Finanzmarkterfahrung. Wir haben mit dieser Erfahrung die am Horizont aufziehende Verschuldungs- und Kreditkrise rechtzeitig erkannt und uns bereits im Herbst 2006 frühzeitig aus riskanten Anlagen zurückgezogen. Mit der sehr bewussten Konzentration auf die drei Anlageklassen Staatsanleihen, Gold und Liquidität konnten wir in 2008 deutlich positive Ergebnisse zwischen +5,0% und +10,0% in den Kundendepots erzielen. Zusätzlich haben wir den USD gegen den EUR verkauft.


Rohstoff-Spiegel: Inwiefern unterscheidet sich die Strategie von PSM von den großen, mit Banken verbundenen Vermögensverwaltern?

R. Borgsmüller: Die Strategie der PSM ist in erster Linie auf Werterhalt der uns anvertrauten Kundenvermögen ausgerichtet. Wir messen unsere Arbeit nicht an der Entwicklung von sogenannten Benchmarks wie etwa Aktienindices, sondern wollen zunächst einmal nichts verlieren. Unsere Kunden sollen mit unserer Hilfe einen systematischen und stetigen Vermögenszuwachs erzielen und dabei ruhig schlafen können.


Rohstoff-Spiegel: Der Ruf der Finanzbranche litt im Zuge der Finanzkrise massiv. Es vergeht kaum ein Tag, an dem nicht mehr Regulierung, geringere Gehälter und mehr Haftung für Bankmanager gefordert werden. Wie stehen Sie zu diesen Forderungen? Was lief Ihrer Meinung nach falsch in der Finanzindustrie und wie kann man diese Fehler in Zukunft vermeiden?

R. Borgsmüller: Die Forderungen nach mehr Regulierung und Aufsicht der Banken sind richtig und dringend notwendig. Die Notenbanken, die Banken- und Börsenaufsichten und die Regierungen der Industriestaaten haben im Hinblick auf ihre Bank-Aufsichtspflichten seit dem Jahr 2000 total versagt und dem internationalen Kredit-Spielcasino der Banken tatenlos zugeschaut. Eine extreme Ungerechtigkeit ist auch, dass viele für das aktuelle Desaster verantwortliche Bankmanager bisher nicht nur nicht zur Verantwortung heran gezogen wurden, sondern in 2007 und sogar noch im Krisenjahr 2008 mit erheblichen Abfindungen ihre Banken verlassen konnten.

Rohstoff-Spiegel: Nachdem sich die Weltkonjunktur im vierten Quartal als Folge der Lehman Pleite kurz vor dem Herzstillstand befand, sehen einige Ökonomen in den letzten Monaten vermehrt so genannte "Green Shoots". Was halten Sie von dieser Theorie? Gibt es wirklich einen Silberstreif am Horizont?

R. Borgsmüller: Die im Zuge der Krise eingeleiteten, historisch hohen geldpolitischen Maßnahmen der Notenbanken und fiskalpolitischen Programme der Regierungen können durchaus gegen Ende 2009 von sehr niedrigem Niveau ausgehend temporär positives Wirtschaftswachstum für ein bis zwei Quartale bewirken. Die grundlegenden Probleme im Bankensystem sind aber keineswegs gelöst. Wir rechnen mit weiteren Abschreibungen der Banken von über 3.000 Mrd. USD bis Ende 2012. Das wird weiter zu einer massiven Einschränkung der Kreditvergabe führen. Zudem befindet sich die Gesamtverschuldung in den wichtigsten Industrieländern auf historischem Höchststand, was vor allem bei den Konsumenten deutlich nachlassende Nachfrage erwarten lässt. Die Investitionen der Unternehmen gehen weltweit ebenfalls zurück.


Rohstoff-Spiegel: Die Aktienmärkte befinden sich seit Mitte März in einer massiven, liquiditätsgetriebenen Aufwärtsbewegung. Angesichts des geringen Investitionsgrades vieler institutioneller Investoren gehen die meisten Strategen von einer Fortsetzung der Rallye aus. Sollte man Ihrer Meinung nach derzeit noch auf den Zug aufspringen? Ist die aktuelle Bewegung bereits mit der Rallye zum Ende der letzten Baissen Anfang 2003 zu vergleichen?

R. Borgsmüller: Einen ähnlich positiven Verlauf der Aktienkurse wie nach dem letzten Aktieneinbruch von 2000 bis 2003 erwarten wir von Juni 2009 ausgehend nicht. Zwischen 2003 und 2008 hat sich die nach allen Maßstäben größte Kreditblase der Wirtschaftsgeschichte ereignet, die inzwischen mit lautem Knall geplatzt ist. Es wird viele Jahre dauern, bis sich die überschuldete Weltwirtschaft und das nach wie vor mit über 3.000 Mrd. USD fauler Kredite belastete Weltbankensystem nachhaltig erholen werden. Die gegenwärtige, rein technische Rallye an den Aktienmärkten kann zwar noch ein wenig weiterlaufen, danach dürfte es aber wieder zu deutlichen Kursverlusten kommen. Verkaufen von Aktien in die gegenwärtige Stärke ist daher angeraten.


Rohstoff-Spiegel: Anleihen waren in der Krise bisher die klaren Gewinner, in 2008 haussierten die Staatsanleihen und seit Januar kam es zu einer deutlichen Einengung der Risikoaufschläge bei den Corporates. Sind Anleihen immer noch ein gutes Investment oder überwiegt hier das Risiko mittlerweile?

R. Borgsmüller: Für mindestens die nächsten zwei Jahre wird Deflation und Wirtschaftskrise und nicht Inflation das bestimmende Thema an den Märkten sein. Im Vergleich zu den bisherigen, weltweiten Vermögensverlusten seit dem Hoch im Sommer 2007 in Höhe von ca. 50.000 Mrd. USD sind alle bisherigen Maßnahmen der Notenbanken und Regierungen nur ein Tropfen auf dem heißen Stein. Die Banken werden weiter ihre Bilanzen reparieren (Deleveraging) verbunden mit rückläufiger Kreditvergabe für die Wirtschaft. Überschuldete Konsumenten werden ihren Konsum inschränken und sparen. Unternehmen werden ihre Investitionen zurückfahren. Staatsanleihen bester Bonität sind deshalb nach Beendigung des gegenwärtigen, temporären Zinsanstiegs schon bald wieder interessant. Die Zinsen dürften vor allem in Europa wirtschaftsbedingt noch deutlich fallen, verschuldungsbedingt weniger in den USA.


Rohstoff-Spiegel: Anfang des Jahres beherrschten Diskussionen über die Zahlungsunfähigkeit einzelner Volkswirtschaften die Finanzmedien. So wurde beispielsweise über einen möglichen Ausfall von Euroländern wie Österreich, Italien oder Irland spekuliert. Hat diese Diskussion Ihrer Meinung nach nachhaltig die Ansichten der Finanzmarktteilneher zu den Risiken von Staatsbankrotten geändert? Welche Lehren sollten Anleger daraus ziehen?

R. Borgsmüller: Die Diskussionen um mögliche Staatsbankrotte sind fehlgeleitet. Die Notenbanken und/ oder die supranationalen Institutionen (IWF, Weltbank) können und werden im Ernstfall bedrohten Staaten jeden Geldbetrag zur Verfügung stellen. Natürlich ist dies auf lange Sicht inflationär, aber den Notenbanken und Regierungen bleibt angesichts der einmaligen Dimension der aktuellen Krise ohnehin nichts anderes übrig. Inflationieren oder Bankrottgehen ist das Schicksal der Weltwirtschaft.

Rohstoff-Spiegel: Im Zuge der massiven Ankurbelungsmaßnahmen in China konnten sich viele Rohstoffe seit Anfang des Jahres deutlich erholen. Für Investoren stellt sich nun natürlich die Frage, ob der "Megatrend Rohstoffe", welcher primär vom Aufstieg der Schwellenländern abhängt, nun weitergeht. Sollte man bereits wieder strategisch auf konjunkturabhängige Rohstoffe wie Öl und Kupfer setzten oder drohen uns hier noch böse Überraschungen?

R. Borgsmüller: Es ist eindeutig zu früh auf einen nachhaltigen Aufschwung konjunkturabhängiger Rohstoffe zu setzen. Wie weiter oben beschrieben, wird die Weltwirt schaft noch einige Zeit von eher schwachem bis rückläufigen Wachstum geprägt sein, was sich negativ auf die Nachfrage nach Öl und Kupfer und anderen konjunktursensiblen Rohstoffen auswirkt.


Rohstoff-Spiegel: Nach der großen Inflationspanik im Zuge der gestiegenen Milch- und Rohölpreise verzeichnen wir derzeit bereits rückläufige Preise in vielen Teilen Europas. Kehrt das Inflationsgespenst bald wieder zurück?

R. Borgsmüller: Wie oben bei der Frage zu den Anleihen ausführlich beschrieben wird für mindestens die nächsten zwei Jahre Deflation und Wirtschaftskrise und nicht Inflation das bestimmende Thema an den Märkten sein. Langfristig führt aber kein Weg an einer massiven Inflationierung mittels Notenpressen und weltweit deutlichen fiskalpolitischen Maßnahmen der Regierungen vorbei, wenn wir nicht eine Systemkrise in der westlichen Welt mit allen sozialen Folgen riskieren wollen.


Rohstoff-Spiegel: Gold als klassische Anlageform für Krisen und Zeiten hoher Inflation erfreut sich seit Monaten reger Beliebtheit. Ist Gold jetzt immer noch die richtige Anlageform?

R. Borgsmüller: Kurzfristig ist Gold stark überkauft und die im Regelfall richtig liegenden Commercials an den Terminbörsen haben große Short-Positionen aufgebaut. Einer möglichen Abschwächung in nächster Zeit dürfte aber langfristig bis 2013 ein enormes Kurspotential für den Goldpreis von weit über 2.000 USD/Feinunze bestehen. Als der wahre Großvater aller Währungen wird Gold als Währungsersatz von dem zu erwartenden massiven Vertrauensverlust der Anleger in alle wichtigen Währungen im Zuge der weiteren Inflationierungsmaßnahmen seitens der Regierungen und Notenbanken profitieren. Die derzeit sehr niedrigen Zinsen für Festgeld und die Tatsache, dass Gold in den Depots der vermögenden Anleger weltweit immer noch nahezu keine Rolle spielt, werden den langfristig seit 2001 begonnenen Aufwärtstrend des Goldpreises ebenfalls unterstützen. Ebenso der im Trend weitere USD-Verfall.


Rohstoff-Spiegel: Kommen wir zur weiteren Entwicklung des US-Dollars. Sieht es nach der kurzfristigen Erholung im Zuge der Kreditkrise nun nach einer erneuten Dollar-Talfahrt aus?

R. Borgsmüller: Die USA müssen zur Finanzierung aller bereits beschlossenen Rettungsmaßnahmen in diesem Jahr ca. 2.500 Mrd. neue Staatsanleihen begeben. Da die US-Sparquote mit derzeit ca. 4% bei weitem nicht ausreicht, um diese neuen Schulden zu finanzieren, ist die USA auf Auslandsgelder angewiesen. Wenn die Ausländer wie bisher in 2009 netto aber nahezu keine neuen US-Staatsanleihen mehr kaufen, kann nur die FED mit Käufen durch frisch gedruckte USD einspringen. Sonst steigen - wie aktuell gerade zu sehen - die Zinsen, was jegliche Erholung der US-Wirtschaft verunmöglicht. Die gewaltige Menge an neu zu druckenden USD durch die FED dürfte den USD-Kurs im Trend und unter Schwankungen weiter unter Druck setzen. Zum Abschluss möchte ich Ihren geschätzten Lesern für die nächsten Jahre noch den dringenden Rat geben, das Hauptaugenmerk in der Anlagepolitik auf Vermögenserhalt zu legen. Die Risiken und damit die Gefahr von Vermögensverlusten bleiben in 2009/2010 wie oben beschrieben weiter sehr hoch.

http://www.goldseiten.de/content/diverses/artikel.php?storyid=10825


=== Investmentlegende Marc Faber: "Gewaltiger Kollaps"

WirtschaftsWoche: Herr Faber, US-Finanzminister Timothy Geithner wurde in Peking von Studenten ausgelacht, als er sagte, die chinesischen Dollar-Anlagen seien sicher. Wird der Dollar als Leitwährung der Welt bald abgelöst?

Faber: Es ist schon erstaunlich, dass man heute einen US-Finanzminister auslacht. Das wäre vor 30 Jahren nicht passiert. Dass sich alle Länder auf eine neue Währung einigen können, ist aber nicht sehr wahrscheinlich. Die Welt konnte sich bisher ja nicht mal auf einen einheitlichen elektrischen Stecker einigen. Ich gehe davon aus, dass der Dollar noch einige Zeit Leitwährung bleiben wird – bis es dann zu einem gewaltigen Kollaps kommt.

Was wird passieren?

Ich könnte mir vorstellen, dass alle Papierwährungen ein Problem haben werden, nicht nur der Dollar. Die Regierungen wollen keine starke Währung wie Gold, weil man die nicht drucken kann. Papierwährungen kann man drucken und damit Probleme in die Zukunft verschieben. Damit kann man das Volk betrügen, weil die Kaufkraft der Währung ständig sinkt.

Kann man die ganze Welt betrügen?

Intelligente Menschen sehen schon, dass, wenn man die Geldmenge erhöht, eine Papierwährung gegenüber einer Währung, die nicht erhöht werden kann, verliert. Nur befasst sich in den USA die Mehrheit der Menschen damit, was Paris Hilton gerade macht. Die haben keine Ahnung von Währungen. Für die ist ein Dollar ein Dollar.

Sie prophezeien stark steigende Inflationsraten. Wie soll das gehen in einer Welt mit Überkapazitäten? Ist nicht Deflation das Risiko?

Es ist richtig, dass wir im Moment gewaltige Überkapazitäten haben. Und es gibt auch gewisse Güter, deren Preise fallen. So machen die in Indien jetzt ein Auto für 2.500 Dollar. Aber das hat nichts mit Deflation zu tun, sondern mit technischem Fortschritt. Die Lebenshaltungskosten der Menschen steigen, so die Ausgaben für Gesundheit; Bildung oder Versicherungen. Ich kenne keinen, dessen Versicherungsprämie gefallen ist. Weil die Versicherer so viel Geld verloren haben, müssen sie es sich jetzt ja zurückholen. Mein Eindruck ist, dass die Inflation tatsächlich so bei vier Prozent liegt.

Deflationisten argumentieren, das nachlassende Kreditwachstum spreche gegen Inflation.

Das Kreditwachstum geht aber nur im Privatsektor zurück, die Regierungen dagegen haben es stark erhöht. Im System insgesamt steigt die Liquidität. Die amerikanischen Ökonomen, angeführt von Notenbankchef Ben Bernanke, wollen keine Deflation. Die Fed kann ihre Bilanzsumme noch gewaltig erhöhen. Und wir wissen nicht, was da außerhalb der Bilanz gemacht wurde. Die können beliebig Geld drucken und die Staatsdefizite erhöhen.

Verpuffen die Konjunkturprogramme?

In diesem Jahr werden die USA wohl 2000 Milliarden Dollar Staatsdefizit machen. Damit das Defizit weiter stimuliert, müsste es 2010 auf 3000 Milliarden steigen. Ich könnte mir vorstellen, dass sich in etwa sechs Monaten die Wirtschaft noch einmal nach unten bewegt, aber nicht mit der Intensität von September 2008 bis März 2009. In gewissen Märkten gibt es einen normalen Ersatzbedarf, etwa bei Autos oder Haushaltsgeräten. In China und Indien sind diese Märkte noch nicht gesättigt. Eine Minimumnachfrage ist also da. Außerdem besteht die Wirtschaft in den westlichen Ländern zu rund 50 Prozent aus dem Staat. Schon möglich, dass die Privatwirtschaft noch um 40 Prozent schrumpft, aber der Staat schrumpft nicht.

Es sei denn, dem Staat leiht keiner mehr Geld.

Möglich, aber dann druckt die Regierung eben noch mehr Geld. Es ist klar, dass die Bonität von Regierungen dann abnimmt. Die Risikoprämie der US-Regierung ist schon höher als die von McDonald’s.

Ist Gold eine gute Versicherung gegen Inflation?

Ja, aber ich habe auch gewisse Bedenken. Denken Sie an den Satz von Voltaire: „Es ist gefährlich, richtig zu liegen, wenn die Regierung falsch liegt.“

Was meinen Sie damit in Bezug auf Gold?

Ich könnte mir zumindest in der Schweiz vorstellen, dass Anlegern eines Tages das Gold auf Druck der Amerikaner weggenommen wird.

Nur in der Schweiz oder auf der ganzen Welt?

Unter den Kommunisten war Gold auch in China verboten. Heute würden die Chinesen den USA aber sagen: „Fuck you“ – schon rein aus Opposition. In Singapur oder Hongkong hätten die Amerikaner auch keine Chance, aber eben in der Schweiz. Die Schweiz hat kein Rückgrat mehr, sie würde sich beugen. Die Schweizer Nationalbank, die zu Tiefstpreisen viel Gold verkauft hat, wäre bestimmt froh, es so zurückzubekommen.

Übertreiben Sie da nicht? Lässt sich ein Goldverbot überhaupt praktisch durchsetzen?

Das ist die Frage. Die Regierung könnte Goldbesitzer nicht zu einem Preis von 30 Dollar pro Unze enteignen, sondern sie müsste schon einen gewissen Marktpreis zahlen – aber mit frisch gedrucktem Geld.

Dann geht der Goldbesitzer eben ins Ausland.

Versuchen Sie das mal, wenn Sie eine Tonne Gold in der Bank haben. So einfach ist das nicht, das nach Singapur zu schaffen.

Nicht jeder besitzt gleich eine Tonne Gold. Um den Goldbesitz unattraktiv zu machen, wäre es doch einfacher, den Goldpreis zu drücken?

Schon möglich, dass das zum Teil stattgefunden hat. Tatsache ist: Die Zentralbanken haben Gold verkauft aus ihren Reserven. Das hat einen dämpfenden Einfluss auf den Goldpreis.

Die Notenbanken verkaufen immer weniger.

Der Internationale Währungsfonds hat doch gerade beschlossen, Gold zu verkaufen. Aber das ist natürlich ein Pappenstiel im Vergleich zu dem Geld, das gedruckt wird. Das Gold bewegt sich aus schwachen Händen der Notenbanker in starke Hände. Da kaufen Leute, die sind Milliardäre. Die sehen, dass etwas nicht stimmt im Finanzsystem.

Kaufen Sie weiter Gold?

Ja, Gold ist meine größte Position. Ich habe keine Absicht, mein Gold je zu verkaufen. Das ist meine eiserne Reserve.

Was ist Ihr Hauptargument für Gold?

Lesen Sie die Leute wie Notenbankchef Ben Bernanke oder Harvard-Professor Gregory Mankiw. Da gibt es Vorschläge, die Geldpolitik so zu gestalten, dass eine Bankeinlage in einem Jahr fünf Prozent weniger wert ist, die Leute also mit einem negativen Zins besteuert werden. Dann würden die Anleger das Geld von der Bank nehmen und Banknoten im Keller bunkern. Dann macht man eine Lotterie, die Banknoten mit bestimmten Nummern für wertlos erklärt.

Kann hohe Inflation früher kommen, als viele annehmen?

Ja. In Deutschland war nach dem Ersten Weltkrieg das Preisniveau relativ stabil, bis 1918/19. Drei Jahre später gab es Hyperinflation. Das Rezept für Hyperinflation sind Haushaltsdefizite und Geld drucken.

Wird der Goldpreis dann abheben?

Es gibt wahrscheinlich Anlagen, die mehr steigen werden als Gold. Selbst in einer Hyperinflation werden Sie mit Gold vermutlich nicht das meiste Geld verdienen, aber Sie verlieren auch keines. Mit Immobilien müssen sie aufpassen, weil Mieten gedeckelt werden könnten. Am meisten verlieren sie natürlich mit Obligationen und Bargeld.

Und wenn die Deflationisten recht behalten?

Dann bricht das gesamte Kreditwesen zusammen, es wird gewaltige Pleiten geben. Zu Zeiten der Großen Depression lagen die Gesamtkredite in den USA bei 186 Prozent des Bruttoinlandsproduktes, heute sind es 370 Prozent – mindestens. Dann bricht alles ein, auch der Goldpreis, aber weniger als alles andere. Gold ist sogar besonders wünschenswert in einer Deflation.

Also Depression – und was passiert dann?

Wenn alles nichts nützt, ist die letzte Option vermutlich Krieg. Dann können die Politiker noch ein letztes Mal das Volk von ihrer Inkompetenz ablenken. Bush hat das ja schon ansatzweise praktiziert. Was Bush kann, kann Obama auch. Ich halte ihn für einen ziemlich gefährlichen Kerl.

http://www.wiwo.de/finanzen/investmentlegende-marc-faber-gewaltiger-kollaps-400536/
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Sarastro



Anmeldungsdatum: 23.05.2007
Beiträge: 506

BeitragVerfasst am: Mi Nov 11, 2009 13:08    Titel: Antworten mit Zitat

Interview - Börse Online.

Herr Faber, Sie sind eigentlich als Börsenskeptiker bekannt. Dennoch empfehlen Sie Anlegern seit März, Aktien zu kaufen. Erklären Sie uns bitte den Widerspruch.

Gerade weil ich wegen der Konjunktur so skeptisch bin, bin ich, was die Börse betrifft, positiv gestimmt. Schon seit Ende vergangenen Jahres weise ich darauf hin, dass eine schlechte Entwicklung der Wirtschaft nicht zwangsweise mit einer negativen Performance am Aktienmarkt einhergeht. Wegen der Rezession hat die US-Notenbank die Leitzinsen auf null gesenkt und die Regierung ein riesiges Konjunkturprogramm verabschiedet. Wenn die Überkapazitäten aber so groß sind wie derzeit, bauen die Unternehmen keine neuen Fabriken. Und die Verbraucher sparen, statt zu konsumieren. Wo soll die riesige Liquidität, die durch das Gelddrucken entsteht, also hingehen? Sie fließt in Anleihen, Aktien und Rohstoffe, also in die Spekulation. Wenn die Verzinsung bei Geldmarktfonds bei null liegt, ist die Wahrscheinlichkeit, dass Geld in Aktien strömt, relativ groß.

Das Gelddrucken belastet aber den Dollar. Seit März hat er um 20 Prozent gegenüber dem Euro abgewertet. Kann das noch lange so weitergehen, ohne dass es zu abrupten Bewegungen an den Märkten kommt?

Die Aussagen der Amerikaner, sie wären an einem starken Dollar interessiert, sind reine Lippenbekenntnisse. Der schwache Dollar verschafft den US-Firmen Vorteile, weil sie ihre Ware billiger auf dem Weltmarkt anbieten können. Und das, ohne die Kosten zu senken. Man kann sich auf diese Art und Weise aber nur kurzfristig Vorteile gegenüber anderen Ländern verschaffen. Langfristig kann man in einer Volkswirtschaft keinen Reichtum kreieren, indem die Währung abwertet. Ein schwacher Dollar deutet auf Inflation in der US-Wirtschaft hin. Die Geldentwertung muss sich nicht unbedingt nur in den Verbraucherpreisen zeigen. Auch steigende Preise bei Aktien und Rohstoffen können auf Inflation hindeuten.

Viele Experten erwarten eine v-förmige Erholung der Konjunktur. Was meinen Sie?

Ich sehe keine gewaltige Verbesserung. Vielleicht gelingt aber eine Stabilisierung für eine gewisse Zeit.

Was passiert, wenn in den USA die Wirkung der Konjunkturmaßnahmen nachlässt?

Das würde die Wirtschaft enorm belasten. Der S&P 500 ist seit dem März-Tief bei 666 Punkten auf aktuell 1080 Punkte gestiegen. Falls der Index bis auf 900 oder gar 800 korrigieren sollte, deutete das auf schwache Konjunkturdaten hin. Dann wird das nächste Konjunkturprogramm der Obama- Regierung kommen. Und die Amerikaner werden noch mehr Geld drucken. Nominell könnte der S&P 500 dann zwar steigen. Gleichzeitig sollte der Dollar aber weiter fallen. In einer Währung wie dem Euro gerechnet oder gegenüber Rohstoffen ist der Wertzuwachs des Index deswegen deutlich geringer. Der Goldpreis könnte kurzfristig nachgeben, eventuell bis auf 900 Dollar je Unze. Langfristig sind die Perspektiven für Gold jedoch hervorragend, denn während eine Menge Dollar gedruckt wird, bleibt das Angebot des Edelmetalls knapp.

Die Notenbank hat angekündigt, dass sie die Zinsen für eine lange Zeit sehr niedrig halten wird. Wie finden Sie diese Politik?

Nach dem Jahr 2001 hat der damalige Notenbankchef Alan Greenspan die Zinsen lange viel zu niedrig gehalten. Das hat zur Blase am Häusermarkt und zum starken Anstieg der Verschuldung geführt. Selbst wenn sein Nachfolger Ben Bernanke künftig die Zinsen anheben sollte, werden diese angesichts der hohen Arbeitslosigkeit nur sehr langsam steigen und immer noch niedriger liegen als die Inflationsrate. Das dürfte zur nächsten Blase führen, möglicherweise bei Aktien und Rohstoffen. Das Negative an dieser Politik ist, dass das Problem, das die Krise verursacht hat, nicht gelöst worden ist.

Der enorme Anstieg der US-Schulden ...

... ist Wahnsinn. Die Schulden von Privatleuten, Firmen und Staat insgesamt belaufen sich auf 375 Prozent im Verhältnis zum Bruttosozialprodukt. Dabei sind Kosten aus dem Gesundheitssystem von 59 Billionen Dollar noch nicht eingerechnet. Das sind Leistungen, die den Amerikanern rechtlich zustehen, für die aber keinerlei Rücklagen gebildet worden sind. Angesichts des staatlichen Schuldenbergs kann Bernanke die Zinsen nicht stark erhöhen, weil die Zinsbelastung rasant steigen würde. Man kann das Problem der Überschuldung, worunter ein Großteil der US-Verbraucher leidet, nicht lösen, indem man noch mehr Schulden macht.
...

http://www.boerse-online.de/aktien/deutschland_europa/:Fondsmanager-Marc-Faber-im-Interview--Auf-was-der-Boersenskeptiker-setzt/513927.html
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