 |
Forum der Neuen Freiheit
|
| Vorheriges Thema anzeigen :: Nächstes Thema anzeigen |
| Autor |
Nachricht |
Sarastro
Anmeldungsdatum: 23.05.2007 Beiträge: 706
|
Verfasst am: Mo Sep 10, 2007 10:30 Titel: Glosse(n) |
|
|
Konflikte einer multikulturellen Gesellschaft auf andere Art...
Einwanderer aus der Sowjetunion haben in Israel monatelang orthodoxe Juden drangsaliert und Synagogen beschmiert. Bei Razzien fand die Polizei bei ihnen Nazi-Propaganda.
Die Polizei hat in der israelischen Stadt Petah Tikwa eine Bande von acht Neo-Nazis verhaftet. Den jüdischen Einwanderern aus der ehemaligen Sowjetunion wird laut dem israelischen Rundfunk vorgeworfen, Ausländer, Homosexuelle, Drogenabhängige und orthodoxe Juden angegriffen und mit antisemitischen Schmähungen beleidigt zu haben.
Die Festnahme der jungen Männer bereits vor einem Monat sei bisher Geheimsache gewesen. Die acht jungen Männer seien zwar israelische Staatsbürger, sie hätten sich aber selbst nicht als Juden betrachtet. Der Fall löste in Israel große Empörung aus.
Abgeordneten dringen auf schärfere Gesetze
Einige Parlamentsabgeordnete forderten am Sonntag neue Gesetze, die die Ausbürgerung und Abschiebung von eingewanderten Neonazis ermöglichen würden. Auch in früheren Fällen von Neonazi-Aktivitäten waren die Beteiligten meist Immigranten aus der früheren Sowjetunion oder deren Kinder.
Die acht Neonazis sollen gesellschaftliche Außenseiter und orthodoxe Juden in Petah Tikwa im Osten von Tel Aviv gut ein Jahr lang terrorisiert haben. Auch Synagogen seien mit Hakenkreuzen und Hassparolen beschmiert worden. Bei Durchsuchungen der Wohnungen und Computer der Bandenmitglieder stieß die Polizei nach Angaben des Rundfunks auf Nazi-Propaganda, Material von einschlägigen Webseiten und Neo-Nazi-Filme.
Hitler und zerfetzte Staatsflagge
In einem der Mobiltelefone war ein Bild gespeichert, dass die Gruppe beim Hitlergruß und mit einer zerrissenen israelischen Fahne zeigte. Israel, das sich als Heimat für die Juden in aller Welt betrachtet, zieht die Kriterien für eine legale Einwanderung recht weit. Auch wer nur einen jüdischen Großelternteil nachweisen kann, ist dazu berechtigt. Einwanderer aus der ehemaligen Sowjetunion beziehungsweise deren Nachfolgestaaten entscheiden sich aber oft aus wirtschaftlichen Gründen für ein Leben in Israel, ohne eine wirkliche Bindung an das Judentum aufzuweisen. (dpa)
http://www.netzeitung.de/spezial/nahost/735570.html |
|
| Nach oben |
|
 |
Sarastro
Anmeldungsdatum: 23.05.2007 Beiträge: 706
|
Verfasst am: Mo Sep 10, 2007 11:51 Titel: |
|
|
Und jetzt die nächste Glosse:
Nach Messerangriff – No-go-Areas im Westen?
Am Freitag wurde in Frankfurt am Main ein Rabbiner überfallen. Charlotte Knobloch, Präsidentin des Zentralrats der Juden, ist wütend und schockiert.
Sie fragt sich, ob nicht bloß in Ostdeutschland stärker über Gewalt-Zonen des Pöbels diskutiert werden muss.
Der Messerangriff auf einen Rabbiner auf offener Straße in Frankfurt hat Bestürzung beim Zentralrat der Juden und intensive Ermittlungen der Polizei ausgelöst. Rund 24 Stunden nach dem Vorfall hatte die Fahndung nach dem Täter noch keinen Erfolg gebracht. Man setze auf die Hilfe mehrerer Zeugen, sagte ein Polizeisprecher am Samstagabend. Zu Details wollte er sich nicht äußern.
Der 42-jährige Rabbiner der Frankfurter Jüdischen Gemeinde war am Freitagabend auf einem Gehweg von einem Unbekannten mit einem Messerstich in den Bauch verletzt worden.
Der Täter habe den eine jüdische Kopfbedeckung (Kippa) tragenden Geistlichen mit arabisch klingenden Worten angesprochen. Als der Rabbiner die Worte nicht verstand und nachfragte, habe der südländisch aussehende Mann auf Deutsch eine Todesdrohung ausgestoßen.
Knobloch: Schockiert und wütend
Nach Angaben der Polizei ist der Zustand des inzwischen operierten Rabbiners stabil. Lebensgefahr bestand laut Ärzten zu keinem Zeitpunkt. Die Polizei geht bisher nicht von einem gezielten Anschlag aus, sondern von einem „spontanen, zufälligen Zusammentreffen“ zwischen Täter und Opfer. Der Rabbiner war mit zwei Bekannten in der Stadt unterwegs, als der Täter ihm mit zwei Begleiterinnen entgegentrat. Nach dem Angriff flüchteten der Messerstecher und die Frauen in unterschiedliche Richtungen. Der Verletzte konnte selbst ein nahe gelegenes Krankenhaus aufsuchen. Die Staatsanwaltschaft setzte am Samstag eine Belohnung von 2000 Euro für Hinweise zur Aufklärung der Tat aus. Die Präsidentin des Zentralrats der Juden in Deutschland, Charlotte Knobloch, reagierte bestürzt. „Ich habe das Opfer bereits im Krankenhaus besucht und bin schockiert und wütend. Unsere Gedanken sind bei dem Verletzten und seiner Familie“, erklärte sie am Abend. Angesichts der sich häufenden Gewaltakte gegen Minderheiten hierzulande „muss man sich fragen, ob die Diskussion um No-go-Areas zwischenzeitlich nicht auch auf andere Teile in der Bundesrepublik als nur den Osten ausgeweitet werden muss“.
Vizepräsident Graumann: Nach Muslimen fragen
Der Vizepräsident des Zentralrats und Vorsitzende der Frankfurter Jüdischen Gemeinde, Salomon Korn, warnte vor voreiligen Schlussfolgerungen. „Nach dem jetzigen Stand deutet alles auf eine spontane und zufällige Tat hin und nicht einen gezielten Anschlag, was die Schwere des Verbrechens natürlich in keinster Weise mindert.“
Der andere Vizepräsident des Zentralrats, Dieter Graumann, erklärte: „Zwar lehnen wir einen pauschalen Generalverdacht gegen Muslime ab, denn die Mehrheit der Muslime in Deutschland verurteilt Gewaltakte im Namen des Islam. Aber führende Vertreter muslimischer Verbände müssen sich fragen lassen, was sie konkret gegen Hassprediger und die wachsende Radikalisierung unter jungen Muslimen hierzulande unternehmen.“ Graumann kommt ebenfalls aus Frankfurt. Die traditionsreiche jüdische Gemeinde in der Main-Metropole gehört zu den größten in Deutschland.
http://www.welt.de/politik/article1169088/Nach_Messerangriff__No-go-Areas_im_Westen.html?r=RSS |
|
| Nach oben |
|
 |
Sarastro
Anmeldungsdatum: 23.05.2007 Beiträge: 706
|
Verfasst am: Mi Okt 24, 2007 09:42 Titel: |
|
|
Die nächste Glosse:
| Zitat: | | „Man darf die NS-Zeit nicht willkürlich als Argument heranziehen, wenn es gerade politisch opportun erscheint.“ |
=== Neues vom Mixa
Bistumssprecher bleibt beim Nazi-Vergleich
Grünen-Chefin Roth wird vom umstrittenen Augsburger Bischof Mixa als "faschistoid" bezeichnet. Dessen Sprecher sieht seinen Chef als Opfer von naziähnlicher Hetze. Darüber ärgert sich der Zentralrat der Juden, doch das Bistum legt nach.
Im Streit zwischen den Grünen, dem katholischen Bistum Augsburg und dem Zentralrat der Juden wird der Ton schärfer. Gestern bekräftigte der Öffentlichkeitsreferent des Augsburger Bistums, Dirk Hermann Voß, seinen Nazivergleich, den er nach Äußerungen der Grünen-Vorsitzenden Claudia Roth gezogen hatte. Voß hatte Roths Aussage vom Samstag, der Augsburger Bischof Walter Mixa sei ein „durchgeknallter, spalterischer Oberfundi“, als „faschistoid“ bezeichnet. Roths Äußerung erinnere an die Nazihetze gegen die katholische Kirche. Gestern nun sagte Voß der Nachrichtenagentur dpa: „Der Nazivergleich ist in diesem Fall zulässig, weil er die Christen als NS-Opfer betrifft.“
Der Parlamentarische Geschäftsführer der Grünen-Bundestagsfraktion, Volker Beck, bezeichnete diese Bekräftigung durch Voß als Ungeheuerlichkeit. „Ich fordere Bischof Mixa auf, klarzustellen, dass dies nicht seine Auffassung ist.“
Bistumssprecher Voß setzte sich mit der Erneuerung seines Nazivergleichs auch über Kritik des Zentralrats der Juden hinweg. Dessen Vorsitzende, Charlotte Knobloch, hatte am Montag über Voß' ersten Vergleich gesagt:
„Man darf die NS-Zeit nicht willkürlich als Argument heranziehen, wenn es gerade politisch opportun erscheint.“
Knobloch zur Seite sprang nun der stellvertretende Zentralratsvorsitzende Dieter Graumann. Zu WELT ONLINE sagte Graumann: „Charlotte Knobloch hat zu Recht kritisiert, dass der Sprecher von Bischof Mixa den Nationalsozialismus als politisches Argument gegenüber Claudia Roth benutzt hat. Ich persönlich fand es auch nicht glücklich, dass der Sprecher erklärte, die Grünen seien für Christen nicht wählbar. Ich hätte es sehr viel besser gefunden, wenn er gesagt hätte, dass die NPD, die Republikaner und die DVU für Christen nicht wählbar sind.“
Graumann hatte erst vor zwei Wochen Geschehnisse in der katholischen Kirche kritisiert. Nach einem Auftritt von Eva Herman beim Forum Deutscher Katholiken forderte er „ein klärendes Wort“ vom Vorsitzenden der Bischofskonferenz, Kardinal Lehmann, „angesichts der hässlichen Häufung von kritikwürdigen Vorfällen“. Hierzu sagte Graumann WELT ONLINE: „Mir ging es darum, dass Frau Herman beim Forum Deutscher Katholiken als Märtyrerin gegen den Mainstream gefeiert wurde. Akzeptieren konnte ich weiterhin nicht, was Kardinal Meisner über das Entarten der Kultur gesagt hat. Auch dass die Tridentinische Messe mit ihren Gebeten zur Bekehrung der Juden wieder zugelassen wurde, wird in der jüdischen Welt nicht positiv aufgenommen.“
Turbulenzen an der Oberfläche
Gleichwohl sagte Graumann WELT ONLINE, der „Kurs von Versöhnung und Verständnis“ bleibe zwischen Zentralrat und katholischer Kirche intakt. „Es gibt keine Klimaveränderung zwischen dem Zentralrat der Juden und der katholischen Kirche. Das Gemeinsame überwiegt bei Weitem. Bis heute wärmt es unser Herz, dass Johannes Paul II. die Juden als ‚unsere älteren Brüder' bezeichnet hat, woran Benedikt XVI. festhält. Gerade deshalb ist es gut, Irritationen offen anzusprechen.“
Kritisiert wurde Voß' Nazivergleich auch vom CSU-Landtagsfraktionschef Georg Schmid. Er nannte dies eine „unmögliche Äußerung“. Zwar habe Roth mit dem „durchgeknallten, spalterischen Oberfundi“ eine Grenze überschritten, doch halte er, Schmid, beide Äußerungen für keinen „guten Umgang“. Ähnlich sehen es manche Grüne. So sagte der Fraktionschef der baden-württembergischen Grünen, Winfried Kretschmann, dass die Kritik an den familienpolitischen Ansichten Mixas „kein Grund“ sei, „sich dermaßen im Ton zu vergreifen, wie es Claudia Roth getan hat“. Und die Landesvorsitzende der bayerischen Grünen, Theresa Schopper, meinte, das Wort „durchgeknallt“ sei Roth im Eifer der Debatte durchgerutscht. „Ich glaube“, erklärte Schopper, „der ,spalterische Oberfundi' hätte gereicht.“
http://www.welt.de/politik/article1292393/Bistumssprecher_bleibt_beim_Nazi-Vergleich.html |
|
| Nach oben |
|
 |
Sarastro
Anmeldungsdatum: 23.05.2007 Beiträge: 706
|
|
| Nach oben |
|
 |
Sarastro
Anmeldungsdatum: 23.05.2007 Beiträge: 706
|
Verfasst am: Mo Jan 07, 2008 17:28 Titel: |
|
|
Das Wunder des Kapitalismus: Frohe Weihnachten aus Grevenbroich!
Ein kleines Gleichnis zum Jahresabschluss
von André F. Lichtschlag
Gestern morgen musste ich mal wieder zur Behörde. Mit dem Amt hatte ich in diesem Jahr viel zu tun. Ich hatte einen Termin: 10.30 Uhr. Um 10.25 Uhr trat ich ein. Sechs Beamte saßen in ihrem Großraumbüro – sie plauderten miteinander. Keiner von ihnen arbeitete. Ich war bei Frau X angemeldet. Freundlich grüßte ich. Etwas unfreundlicher schickte mich Frau X wieder vor die Türe: „Sie haben den Termin um 10.30 Uhr. Bitte warten Sie draußen, ich rufe Sie dann herein!“ Ich wartete. Aus dem Großraumbüro drangen Scherze und eine vorweihnachtliche Behördenstimmung nach außen. Um kurz nach 10.30 Uhr rief Frau X heraus: „Herr Lichtschlag, Sie dürfen reinkommen!“
Gestern Abend rief mich Herr Y an, bei dem ich in diesem Jahr ebenfalls ein guter Kunde war. Er führt einen kleinen Familienbetrieb. Er fragte, ob er um 19 Uhr ganz kurz vorbeikommen dürfe, er habe da noch etwas für mich. Abends kam er und überbrachte einen reichhaltigen sehr schönen Geschenkekorb für mich und meine Familie – mit bestem Dank für die gute Zusammenarbeit in diesem Jahr und guten Wünschen zu Weihnachten und für das neue Jahr.
Vermutlich ist Frau X ein genauso netter und lieber Mensch wie Herr Y. Politische Systeme fördern jedoch unterschiedliches Verhalten. Der kalte Sozialismus der Monopolbehörde ließ Frau X den menschlichen Anstand verlieren und degradierte mich vom gern gesehenen Kunden zu einem lästigen Bittsteller. Privateigentum, Selbstverantwortung und die Konkurrenz im Kapitalismus veranlassten Herrn Y, mich nach allen Regeln herzenswarmer Mitmenschlichkeit zu beschenken.
Das Wunder des Kapitalismus macht aus fremden Menschen Freunde.
Was den Sozialismus betrifft: Sein wahres Gesicht kann einjeder mühelos auf dem Postamt oder auf öffentlichen Toiletten erblicken.
Das eigentliche Wunder ist hier, dass immer noch die meisten Menschen auf seine leeren Versprechen hereinfallen. Vielleicht ist der Sozialismus doch eine Art Geisteskrankheit – wie sonst soll man seine Anziehungskraft noch erklären?
http://www.ef-online.de/2007/12/21/das-wunder-des-kapitalismus-frohe-weihnachten-aus-grevenbroich/ |
|
| Nach oben |
|
 |
Sarastro
Anmeldungsdatum: 23.05.2007 Beiträge: 706
|
Verfasst am: Mi Jan 09, 2008 12:31 Titel: |
|
|
Glosse 2 ist durchaus originell.
=== Glosse 1
..."Da standen wir im KZ vor den Öfen des Krematoriums und die Jugendlichen fragten, über welche Leitungen das Gas wieder ausgeleitet wurde", berichtete eine Lehrerin laut der Studie. Zahlen und Fakten des Nationalsozialismus seien den meisten Kindern und Jugendlichen präsent, urteilten Geschichtslehrer. Aber sie reichten nicht aus, um eine Vorstellung von dem Geschehenen zu geben. Deshalb suchen Pädagogen wie Historiker nach neuen Wegen.
...Je nach Schultyp und Bundesland stammt bereits jeder dritte bis fünfte Schüler aus einem anderen Land oder aus einer eingewanderten Familie mit oft unterschiedlichen Geschichtsbildern.
Laut Robert Sigel von der Bayerischen Landeszentrale führt der wachsende Anteil muslimischer Schüler in England, Frankreich und den Niederlanden dazu, dass sich Lehrer scheuten, die Zeit des Nationalsozialismus zu unterrichten. Sie würden dann als "Israelfreunde" bedroht oder beschimpft.
Gottfried Kößler vom Frankfurter Fritz Bauer Institut, dem deutschen Zentrum für Holocaust-Forschung, berichtete "Focus-Schule", das Wort "Jude" sei "in Ost und West wieder ein beliebtes Schimpfwort unter den Kids – genauso wie 'Opfer'."
http://www.welt.de/politik/article1529915/Jude_beliebtes_Schimpfwort_unter_Schuelern.html
...Im Streit über den Umgang mit jungen ausländischen Gewalttätern hat der Zentralrat der Juden den hessischen Ministerpräsidenten Roland Koch (CDU) scharf angegriffen. Zentralrats-Generalsekretär Stephan Kramer war Koch vorgeworfen, sein Wahlkampf unterscheide sich „kaum noch von dem der NPD“. Kramer warnte davor, Vorurteile gegenüber Ausländern zu schüren. Es gebe bereits „erste Anzeichen, dass vor allem die NPD und andere rechtsextreme Gruppen die Debatte nutzen“.
http://www.welt.de/politik/article1529427/Zentralrat_der_Juden_wirft_Koch_NPD-Naehe_vor.html
=== Glosse 2
Gehören Max und Moritz ins Erziehungscamp?
Jungendliche Kriminelle gab's schon im 19. Jahrhundert. Die Lausbuben aus den Geschichten von Wilhelm Busch waren ziemlich böse. Die Erziehungsmethoden, die der Dichter vorschlug, scheinen jedoch ebenso zweifelhaft. Von der "guten Haselrute" schrieb der Misantroph Busch, der vor 100 Jahren starb
Auch „Der Bunte Hund“ erinnert in diesen Tagen an den Humoristen Wilhelm Busch. Unter dem Rubrum „Was du schon immer wissen wolltest“ betreibt das Weinheimer „Geschichten- und Bildermagazin“ für Kinder gewissermaßen Ahnenforschung. Buschs erfolgreichste Bildergeschichte „Max und Moritz“ druckt es allerdings nur in Auszügen ab – nicht zuletzt das böse Ende fehlt. Max und Moritz werden dort bekanntlich zu Schrot und Korn zermahlen – zu einem Stoff mithin, aus dem sich ein anderes Zeitalter echte Jungen wünschte. Und selbst der verhältnismäßig harmlose sechste Streich der stets zur „Übeltätigkeit“ bereiten Lausbuben wird im „Bunten Hund“ sicherheitshalber kommentiert. „Warum“, fragt ein anschließender redaktioneller Beitrag, „können Max und Moritz nicht anders, warum sind sie so böse?“ „Der bunte Hund“ legt diese Antwort nahe: Wilhelm Busch habe die Geschichte lange nach seiner eigenen Lausbubenzeit erdacht, viele „bittere Lebenserfahrungen“ später.
Fantasien wie ein halbwüchsiger Ballerspieler
Ohne die Gedenkstimmung zu Buschs hundertstem Todestag (an diesem Donnerstag) verderben zu wollen: mit Reißleinenkommentaren wie diesen bröckelt langsam, aber sicher der Sockel, auf dem Wilhelm Busch noch steht. Den Eltern der um die Tradition sonst so bemühten Wissensgesellschaft ist beim Busch-Vorlesen heutzutage wohl mehrheitlich bange – Buschs viel beschriebener Sadismus ist schuld.
Der Bilderbogen vom „Pusterohr“ zum Beispiel, in dem der Franz den Herrn Bartelmann mit eben diesem Pusterohr beschießt, ist an Grausamkeit kaum noch zu überbieten. Am Ende nämlich treibt der Bartelmann dem Franz das Pusterohr wie einen Pflock „tief in den Kopf“ – übrig bleibt bloß die bluttriefende Tatwaffe.
Buschs siegestrunkenes Werk „Monsieur Jacques à Paris während der Belagerung im Jahre 1870“ wiederum ist zum Glück für Kinder gar nicht gedacht und fehlt in den Hausbüchern schon seit langem. Im „Monsieur Jacques“ wird ein Hundeschwanz amputiert und aufgegessen, danach werden zwei Pariser von „geladenen Karbonaden“ zerfetzt. Das ist den Fantasien eines Ballerspielers würdig – und weiter kaum der Rede wert.
Fröhliche Bootcamp-Wärter des 19. Jahrhunderts
Hängt Wilhelm Buschs Nachleben vom guten Willen der gebildeten Vorleser des 21. Jahrhunderts ab, ist mit einer unbeschwerten Feierstunde zu seinem 200. Geburtstag 2032 eigentlich nicht mehr zu rechnen. Dass Busch, der famose Zeichner und Verseschmied, wie so viele Autoren des 19. Jahrhunderts nur allzu bereitwillig antisemitische Klischees bedient hat, sichert ihm seinen Platz im Kanon ja auch nicht. Gemessen an der Zahl seiner geflügelten Worte jedoch, war Busch einmal Erzieher der Nation – und hätte, scheint's, noch hundert Jahre nach seinem Tod zumindest zur Debatte um eine Verschärfung des Strafrechts für jugendliche Täter beizutragen. Über die Erziehung des Menschengeschlechts hat er schließlich fast sein Leben lang geschrieben, über die Erziehung werdender Männer ganz besonders – denn Frauen mochte Wilhelm Busch ja nicht. In „Plisch und Plum“ zum Beispiel, einem Bogen aus den frühen 1880er Jahren, taucht der Erzieher Bökelmann auf, mit hoffnungsvoll grünem Rock und zuverlässig maliziösem Grinsen – eine Art fröhlicher Bootcamp-Wärter, wie sich herausstellt, und ein, auf den ersten Blick, wandelndes Argument für die Hardliner der laufenden Diskussion.
Busch randalierte selbst im Wirtshaus
Bökelmanns schwarze Pädagogik – „harte, gute ... Haselrute“ – nämlich hat Erfolg, die ehedem ungehorsamen Schüler werden bekehrt – und bekehren gleich darauf mit eigener Hand ihre vormals ungezogenen Hunde. Die Belohnung: „hundert Mark“ für rechtzeitiges Apportieren. Ein Busch-Biograf der Siebzigerjahre wollte es kaum glauben. „Allgemeine Zufriedenheit und finanzieller Profit stellen sich ein als direkte Folgen der Bravheit“, schreibt er, hörbar um Fassung bemüht, „eine peinlich verspießerte Auffassung von den segensreichen Folgen einer andressierten Manierlichkeit“, sei das. „Tugend will ermuntert sein“, reimt dagegen der Künstler, „Bosheit kann man schon allein.“ Dass sich der alte Busch nach Art des Schneiders Böck aufregte, als ein Lausebengel seine geliebten Rosen attackierte, ist überliefert. Auch überliefert allerdings ist, dass Busch noch mit reifen 49 Jahren im Münchner Lenbachhaus randalierte, einen dort auftretenden Hypnotiseur anpöbelte, einer Dame den Stuhl unter dem Hintern wegzog und einen Käse an die Wand warf.
Der Dichter verachtete alle Menschen gleichermaßen
Busch schließlich gehörte länger als viele seiner Zeitgenossen zu jener Spezies, die der „Spiegel“ in dieser Woche „die gefährlichste der Welt“ nennt, zu jenen jungen Männern nämlich, die unverheiratet und arbeitslos sind. Ganz zu Recht also weist der „Bunte Hund“ die Kinder tröstend darauf hin, dass sich mancher Streich von Max und Moritz, den Streichen eines jungen Wilhelm verdankt, den der alte Wilhelm nie ganz vergaß. Vor seiner eigenen Grausamkeit rettet ihn niemand, vor der Verspießerung jedoch rettet Wilhelm Busch seine Ironie, vor der Vereinnahmung für pädagogische Zwecke sein Menschenbild, das, in einen schlichten Satz gefasst, besagt: Der Mensch ist schlecht und wird es bleiben. Gutes ist, nach einem von Buschs berühmtesten Sätzen, ja nur das unterlassene Böse – das allerdings gilt nicht für Max und Moritz, Plisch und Plum allein. Wilhelm Busch begegnet all seinen Figuren (und letztlich auch sich selbst) mit bestenfalls herzlicher Verachtung, den Bengeln ebenso wie ihren angeblichen Besserern – für Busch sind sie doch alle gleich. Zwar wird der frommen Helene geraten, die alten Leute zu ehren – die Gründe dafür jedoch sind wenig ehrenhaft: „Die haben alles hinter sich / Und sind, gottlob! recht tugendlich!“
Stammtischdiskussionen zum Wert der Bildung
Am Ende hat Wilhelm Busch auch für den Bürger, der auf Schutz vor Max und Moritz pocht, nicht allzu viel übrig. Der Kummer der Witwe Bolte um ihre Hühner entpuppt sich beim ihm als Schmierenkomödie, den Lehrer Lämpel entlarvt schon sein Name als Schaf. Bliebe, weil ja auch der anarchische Lausbub bei Busch seine Strafe verdient, noch der Künstler als Hoffnungsschimmer, er könnte moralisch sein und ehrlich und frei.
Der Maler Klecksel des Spätwerks jedoch erweist sich als bloß verhinderter Bürger und entscheidet sich zum bösen Schluss für eine Existenz als „Schimmelwirt“. In dieser Funktion organisiert er fortan den Stammtisch, und die Diskussionen dort kommen einem auch hundert Jahre nach Buschs Tod seltsam bekannt vor: „Wäre nicht die rechte Bildung da, / Wo wären wir? Ja, ja, ja, ja!!“
http://www.welt.de/kultur/article1531035/Gehoeren_Max_und_Moritz_ins_Erziehungscamp.html |
|
| Nach oben |
|
 |
Sarastro
Anmeldungsdatum: 23.05.2007 Beiträge: 706
|
Verfasst am: Do Jan 24, 2008 12:01 Titel: |
|
|
23. Januar 2008, 12:07 Uhr
Gedenktag - Zentralrat empört über Münchner Faschingszug
Der Streit um den Münchner Faschingszug hat sich weiter verschärft. Vertreter des Zentralrats der Juden in Deutschland zeigten sich empört über den geplanten Umzug durch München am internationalen Holocaust-Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus.
Dass das Fest ausgerechnet am kommenden Sonntag stattfinde, sei „geschmacklos und führt den Holocaust-Gedenktag ad absurdum“, erklärte der Vizepräsident des Zentralrats, Dieter Graumann. Die politisch Verantwortlichen sowie Behörden hätten gedankenlos ihr Einverständnis zu dem Spektakel signalisiert. Vizepräsident Salomon Korn sagte: „Die Veranstaltung eines Faschingsumzugs am internationalen Holocaust-Gedenktag in München beleidigt die Opfer, derer an diesem Tag gedacht werden soll.
http://www.welt.de/muenchen/article1585257/Zentralrat__empoert_ueber_Muenchner_Faschingszug.html |
|
| Nach oben |
|
 |
Sarastro
Anmeldungsdatum: 23.05.2007 Beiträge: 706
|
Verfasst am: Di Jun 17, 2008 10:22 Titel: |
|
|
Heiliges Geld
Die jüdische Claims Conference hat durch Rückübertragungen in Deutschland ein Vermögen erwirtschaftet. Doch sie steht im Verdacht, Geld zurückzuhalten, das für Überlebende des Holocaust bestimmt ist. In Israel nimmt die Regierung jetzt die Geschäftspraktiken der Organisation ins Visier.
Das Haus in der Sophienstraße 26 ist ein schlichter Zweckbau. Allein der Wachmann im Foyer und die Sicherheitsschleuse lassen erkennen, dass in dem Gebäude im Frankfurter Westend nicht nur gewöhnliche Büros untergebracht sind. Hier hat eine der weltweit einflussreichsten jüdischen Organisationen ihren Deutschland-Sitz: die Jewish Claims Conference, kurz JCC.
Georg Heuberger, ein kleiner Mann mit weißen Haaren, empfängt in der fünften Etage. Der 62-Jährige ist der Repräsentant der JCC in Deutschland, seine Chefs sitzen in New York. Als der Historiker vor zwei Jahren sein Büro bezog, wusste er, dass die JCC auch unter Juden nicht unumstritten ist. Schließlich verfügt sie über ein heikles Monopol: das alleinige Recht, Entschädigungsgelder des deutschen Staates an die jüdischen Opfer des Nationalsozialismus zu verteilen. Kaum im Amt, bekam er Klagen zu hören.
Doch inzwischen werden nicht nur Heuberger Vorhaltungen gemacht. Rund um den Globus fühlen sich Nachfahren von Holocaust-Opfern von der JCC ungerecht behandelt. Sie werfen dem Dachverband jüdischer Organisationen vor, Entschädigungsgelder zu bunkern, anstatt sie an Opfer auszuschütten. Zu den JCC-Kritikern gehören die Regierung und das Parlament in Israel.
Die Gelder, um deren Verbleib gestritten wird, hat die JCC in Deutschland erwirtschaftet. Die Organisation, 1951 gegründet, um jüdische Entschädigungsforderungen gegen Deutschland durchzusetzen, fand in Ostdeutschland 1990 ein neues Betätigungsfeld. Sie ging auf die Suche nach jüdischen Immobilien, die von den Nazis enteignet und von der DDR sozialisiert worden waren - ohne die Besitzer oder deren Nachkommen zu entschädigen. Nach dem Mauerfall hatten die Erben bis Ende 1992 Zeit, Ansprüche zu erheben. Wer sich nicht meldete, dessen Besitz fiel kraft Gesetzes an die Claims. Rund 1,5 Milliarden Euro hat die JCC bisher nach eigenem Bekunden durch Verkäufe nach Rückübertragungen eingenommen.
Nach Darstellung der JCC wird der Verkaufserlös "zum Wohle der Holocaust-Überlebenden" eingesetzt. Doch genau daran zweifeln Opfervertreter, die der JCC Intransparenz und gigantische Rücklagen vorhalten. Dokumente, die dem SPIEGEL vorliegen, nähren zudem den Verdacht zweifelhafter Geschäftspraktiken. Interne Papiere skizzieren weniger das Bild einer selbstlosen Interessenvertretung als das eines Wirtschaftsunternehmens, das auf Hunderten Millionen Dollar sitzt.
In Israel ist aus der traditionsreichen Organisation ein "Fall JCC" geworden. Sie ist öffentlich unter Druck geraten, durch einen Film der israelischen Journalisten Guy Meros und Orli Wilnai-Federbusch. In dem Streifen, der Anfang Mai ausgestrahlt wurde, nennt der israelische Rentenminister Rafi Eitan die Vertreter der JCC "eine Bande". Konsequenzen hat die Regierung bereits gezogen. Ein Fonds für besonders hilfsbedürftige Holocaust-Überlebende, der 400 Millionen Euro pro Jahr umfasst, ist der JCC entzogen worden. Die "Bewegung für besseres Regieren" - eine Bürgerorganisation, die in Israel den Kampf gegen Korruption anführt - fordert gar, die JCC unter Aufsicht einer deutsch-israelischen Regierungskommission zu stellen.
Das Echo der Vorgänge in Jerusalem ist inzwischen bis nach Berlin gedrungen, wo am Mittwoch dieser Woche Verhandlungen zwischen der JCC und dem Finanzministerium stattfinden. Heuberger will die Aufstockung diverser Entschädigungsfonds und die Anerkennung weiterer Opfergruppen erreichen. Nun fürchten die JCC-Vertreter, die Vorgänge in Israel könnten die Gespräche beeinträchtigen.
Die Hauptursache dafür, dass die JCC nach 1990 massenweise Rückübertragungen beantragte, ist der Immobilienraub durch die Nazis. Als die Grundbuchakten in Ostdeutschland zugänglich wurden, waren diese oft in einem desaströsen Zustand. Die JCC Deutschland schickte Rechercheure los, die Adressenverzeichnisse und Telefonbücher aus den dreißiger Jahren und Mitgliederlisten von jüdischen Gemeinden durchforsteten. Dann beantragte die JCC die Restitution des entsprechenden Grundstücks, vorsorglich, ohne zu wissen, ob Erben der Grundstücksbesitzer noch lebten oder nicht.
Beim Kampf um die Immobilien hatte die Claims Conference reichlich Konkurrenz. Manche Anwälte meldeten auch ohne Vollmachten eifrig an und suchten dann per Zeitungsannonce die dazugehörigen Erben, um ihnen die Besitzrechte abzukaufen. Die Folgen waren bizarr: Als die Frist für Restitutionsansprüche am 31. Dezember 1992 abgelaufen war, lagen allein für Ost-Berlin rund 240 000 Ansprüche auf Grundstücke vor, die einst Juden gehörten. Zu manchen Immobilien lagen bis zu zehn unterschiedliche Ansprüche vor. Die Claims Conference war in der Regel mit von der Partie.
Die JCC hatte kurz vor dem Fristablauf in zähen Verhandlungen mit der Bundesregierung einen entscheidenden Vorteil durchgesetzt: Als einziger Antragsteller konnte die JCC jetzt pauschal Ansprüche geltend machen. Selbst zentrale Details - etwa die genaue Lage des Grundstücks oder die Namen der ursprünglichen Besitzer - konnten im Restitutionsverfahren nachgereicht werden.
Bis heute sorgt das Privileg bei Nachfahren von Holocaust-Opfern für erheblichen Verdruss. Dabei sollte die Regelung eigentlich nur verhindern, dass ehemals jüdisches Vermögen an den deutschen Fiskus fällt, sofern keine Erben ermittelt werden können. Die JCC hat die Vereinbarung zu ihren Gunsten interpretiert: Erben hätten ihre Ansprüche ja fristgerecht anmelden können, argumentiert die Organisation.
Dabei standen diese Erben weit schlechter da als die JCC: Meldeten sie sich anschließend, konnten sie nur auf den guten Willen der New Yorker JCC-Zentrale hoffen, wie Einzelschicksale zeigen. Zwei in Australien lebende Brüder etwa hatten es versäumt, fristgemäß für ein Mietshaus in Berlin-Pankow Ansprüche geltend zu machen. Sie wussten einfach nicht, dass es einst ihrem Großvater gehört hatte. Als sie das 1999 erfuhren, war das Haus bereits der Claims Conference überschrieben worden. Sie wollten das Haus gern behalten, doch die JCC ließ es versteigern.
Den Brüdern blieb nur noch, im Rahmen des sogenannten Goodwill-Verfahrens einen Antrag bei der JCC zu stellen. Dafür mussten sie akzeptieren, dass sie "keinen Rechtsanspruch" auf "Auskehr von Teilen des Erlöses" hätten und keinerlei Rechtsmittel gegen die Entscheidung zugunsten der Claims einlegen würden. Das zuständige Special Committee der JCC in New York erklärte sich am Ende bereit, den Brüdern 80 Prozent des bei der Auktion erzielten Preises zukommen zu lassen. Der Rest sollte bei der JCC verbleiben. Die Brüder sehen sich nach wie vor als einzige berechtigte Erben, aber sie resignierten. "Meine Mandanten werfen der Claims Conference in aller Deutlichkeit vor", schrieb ihr Anwalt der JCC, "dass man sich dort nicht um die Interessen der ursprünglichen Eigentümer gekümmert, sondern ausschließlich eigene Interessen verfolgt hat."
Auch der Fall der jüdischen Kaufhaus-Dynastie Wertheim wurde bisher nicht zur Zufriedenheit aller Opfer-Erben geregelt. Es war vermutlich die wertvollste Einzelrestitution, die die JCC nach der deutschen Einheit erstritten hat. Über 180 Millionen Euro flossen durch den Verkauf von Wertheim-Immobilien in die Kassen der Organisation. Allein der Verkauf des Wertheim-Geländes am Leipziger Platz in Berlin-Mitte brachte im Dezember 2006 die Summe von 75 Millionen Euro ein, ein knappes halbes Jahr später zahlte der Karstadt-Konzern der Claims 88 Millionen Euro, vorrangig als Entschädigung für das Lenné-Dreieck am Potsdamer Platz. Das Areal hatte Karstadt im Jahr 2000 an den Milliardär Otto Beisheim verkauft. 2005 aber sprach das Berliner Verwaltungsgericht den von den Nazis arisierten Wertheim-Besitz der JCC zu. Roman Haller, bei der JCC zuständig für diesen Deal, zeigte sich zufrieden: "Wir sind dankbar, auf diesem Wege dazu beitragen zu können, den Wertheim-Erben ein bisschen Gerechtigkeit widerfahren zu lassen."
Für Constance Leninger Fischer, in New York lebende Enkelin des Firmengründers Georg Wertheim, müssen die Worte des JCC-Mannes wie Hohn geklungen haben. Bereits im Oktober 2006 beschied die Claims der Wertheim-Nachfahrin knapp und direkt, es gebe "überhaupt keine Basis" für irgendwelche Ansprüche gegen die JCC. Die Organisation möchte sich zum Stand der Verhandlungen nicht äußern und bestätigt lediglich "informelle Gespräche" mit einem Anwalt.
Diskretion ist ein Markenzeichen der JCC - auch im Umgang mit dem Bundesfinanzministerium. Nahezu unbemerkt von der Öffentlichkeit hat der Bund in den vergangenen sechs Jahren der JCC weit über 100 Millionen Euro überwiesen. Es sind Zahlungen für sogenannte Globalvergleiche, mit denen die Bundesregierung spezielle Enschädigungsfragen erledigen will. Der erste dieser Deals mit der JCC betraf Synagogen in Ostdeutschland, die während der Reichspogromnacht 1938 zerstört worden waren. 69 Millionen Euro zahlte der Bund.
17 Millionen Euro überwies die JCC an den Zentralrat der Juden in Deutschland für den Aufbau jüdischer Gemeinden im Osten. Wofür die anderen 52 Millionen Euro ausgegeben wurden, weiß der Zentralrat nicht. Das Geld sei, erklärt der Frankfurter JCC-Repräsentant Heuberger, "für verschiedene soziale Projekte der JCC für Holocaust-Überlebende verwendet worden".
Projekte, die von der JCC unterstützt werden, sind zwar detailliert auf der Homepage der Organisation aufgelistet. Aber die Geldflüsse werden gegen Einblicke von außen systematisch abgeschirmt. Begehren externe Kontrolleure Einblick, wird ihnen schnell klargemacht, auf welch vermintem Gelände sie sich bewegen. Als 1997 Prüfer des Bundesrechnungshofes die Verwendung von Mitteln der Härtefonds für Holocaust-Überlebende prüfen wollten, stießen sie auf erhebliche Vorbehalte. Über mehrere Jahre zog sich die Korrespondenz über die Fragen des Rechnungshofes hin. Schließlich habe die JCC, so beteuert Repräsentant Heuberger, "die festgestellten Mängel behoben".
2006 interessierten sich die Prüfer vor allem für ein Büro der Claims Conference in Paris, finanziert aus deutschen Steuergeldern. Das Büro, das mit 58 000 Euro jährlich aus einem Härtefonds der Bundesregierung für Holocaust-Opfer finanziert wird, soll nach Angaben der JCC Ende Juni geschlossen werden.
Auch eine interne Prüfung des Geschäftsgebarens des langjährigen Claims-Immobilien-Verkäufers Michael Siegmund wurde wie eine geheime Staatssache behandelt: Siegmund hatte seit 1998 einen Nebenjob als Aufsichtsrat bei der Deutschen Grundstücksauktionen AG. Das Versteigerungsunternehmen verdiente an fast jedem Verkauf von Immobilien, die der Claims Conference überschrieben wurden. Erst Mitte vergangenen Jahres beendete die Organisation die Zusammenarbeit mit Siegmund, "um den möglichen Anschein eines Interessenkonflikts zu vermeiden", heißt es in einem Bericht des Claims-Controllers Jigal Molad, der dem SPIEGEL vorliegt. "Das Aufsichtsratsmandat war von der JCC-Führung genehmigt", sagt Ex-Claims-Manager Siegmund.
Es war nicht das erste Mal, dass Immobiliengeschäfte ein Geschmäckle hatten. So musste die JCC auch im anders gelagerten Fall eines Bad Homburger Kaufmanns Konsequenzen ziehen. Der Bevollmächtigte für Sachsen-Anhalt und Brandenburg verkaufte in den neunziger Jahren Restitutionsansprüche der Claims Conference zu Immobilien, deren Rückgabe die Claims zwar beantragt hatte, bei denen aber eine Entscheidung der Ämter zur Regelung offener Vermögensfragen noch ausstand. Die eigenwillige Geschäftspraxis brachte der JCC Millionen ein. Doch der JCC-Angestellte - diesen Verdacht legen interne Dokumente nahe - wirtschaftete auch in die eigene Tasche. Im November 2003 beschwerte sich ein Immobilienauf-
käufer aus Münster in der Frankfurter JCC-Repräsentanz über den Mitarbeiter: Er habe an den Claims-Beschäftigten und einen seiner freien Mitarbeiter insgesamt mehr als 500 000 Euro Provisionen bezahlt, um Zugriff auf Claims-Immobilien zu bekommen. Kurz darauf wurde der JCC-Verkäufer, der zu den Vorwürfen keine Stellung nehmen möchte, entlassen.
Bis heute ist unklar, wie viel Geld die Organisation durch den Verkauf der Immobilien in Ostdeutschland genau eingenommen hat. Erst nach massiver Kritik nannte die JCC eine Summe von rund 1,5 Milliarden Euro. Mitte Juli will sie eine Liste aller Immobilien samt den erzielten Preisen veröffentlichen.
"Dieses Geld ist heilig", sagt Seev Bielski, Vorsitzender der jüdischen Einwanderungsorganisation Jewish Agency, "darum muss sich die Claims Conference mehr als jede andere öffentliche Institution um Transparenz bemühen." Bielski beauftragte einen externen Wirtschaftsprüfer, um herauszufinden, wie groß die Rücklagen der JCC sind. Der Bericht wurde nie veröffentlicht. Der Vorgang ist ein Beispiel für den enormen Einfluss der Claims. Die Jewish Agency gehört zu ihren Geldempfängern. "Sie haben gedroht, Geld zurückzuhalten", klagt Agency-Chef Bielski.
Dem SPIEGEL liegt der Entwurf des Prüfberichts vor. Danach hat die JCC allein im Jahr 2005 über Rücklagen in Höhe von 780 Millionen US-Dollar verfügt. "Es gibt keinen Grund, so viel Geld festzuhalten", sagt der Wirtschaftsprüfer Jehuda Bar-Lev aus Tel Aviv. Nach Darstellung der Claims sind diese Zahlen überholt. Heuberger aber räumt ein, "dass wir uns um mehr Transparenz bemühen müssen".
Am 16. Juni wird sich der Kontrollausschuss der Knesset mit der JCC befassen. "Die Claims Conference ist keine Armee, sie hat keinen Grund, etwas geheim zu halten", kritisiert der Ausschussvorsitzende Sevulun Orlev. Auch die Bundesregierung ist hellhörig geworden. Am Rande einer Feierstunde zum 60-jährigen Bestehen des jüdischen Staates in der Frankfurter Paulskirche berichtete der deutsche Botschafter in Tel Aviv dem deutschen JCC-Repräsentanten Heuberger über die verheerende Kritik, die in Israel geübt wird.
Eine gute Ausgangsposition für die Verhandlungen mit dem Bundesfinanzministerium an diesem Mittwoch ist das für Heuberger nicht. Von israelischen Journalisten auf die Claims Conference angesprochen, sagte Finanzminister Peer Steinbrück: "Ich kenne die Probleme." CHRISTOPH SCHULT,
ANDREAS WASSERMANN
http://wissen.spiegel.de/wissen/dokument/68/23/dokument.html?titel=Heiliges+Geld&id=57223286&top=SPIEGEL&suchbegriff=jcc&quellen=&vl=0 |
|
| Nach oben |
|
 |
Sarastro
Anmeldungsdatum: 23.05.2007 Beiträge: 706
|
Verfasst am: Mo Jul 14, 2008 13:03 Titel: |
|
|
Deftiges aus Italien.
=== Italien will Fingerabdrücke von Roma-Kindern
Die italienische Regierung will künftig die Fingerabdrücke der Roma speichern – auch die von Kindern. Innenminister Roberto Maroni meint, es sei „kein Geheimnis", dass Roma-Kinder, die für Betteln und Diebstähle ausgenutzt würden, „von einer Stadt in die nächste gebracht werden um Kontrollen zu entgehen".
Die italienische Regierung will künftig die Fingerabdrücke der im Land lebenden Roma speichern. Von der geplanten Maßnahme seien auch Kinder betroffen, erklärte Innenminister Roberto Maroni und rief damit im In- und Ausland einen Sturm der Entrüstung hervor.
Maroni begründete das Projekt in der Tageszeitung „Corriere della Sera“ mit Sicherheitsbedenken und dem Wohlergehen der Betroffenen.
Es sei „kein Geheimnis“, dass Roma-Kinder, die für Betteln und Diebstähle ausgenutzt würden, „von einer Stadt in die nächste gebracht werden, um Kontrollen zu entgehen“, sagte Maroni dem Blatt zufolge. Unicef Italien kritisierte, damit würden grundlegende Rechte der Kinder verletzt. „Wir können nicht Opfer zu Kriminellen machen“, sagte Sprecher Vincenzo Spadafora.
28. Juni 2008
http://www.welt.de/politik/article2157628/Italien_will_Fingerabdruecke_von_Roma-Kindern.html
=== Fingerabdrücke der Roma registrieren
Innenminister Maroni will Roma-Kinder registrieren – Heftige Kritik der Opposition
Rom – Italien hat nach Regierungsangaben im Zuge der Verschärfung seiner Einwanderungspolitik 38 Ägypter ausgewiesen. Innenminister Roberto Maroni von der Lega Nord, die für ein hartes Vorgehen gegen Immigranten eintritt, zeigte sich am Wochenende zufrieden über den Schritt. Die Ägypter seien mit einem gecharterten Flugzeug nach Kairo geflogen worden, erklärte er.
Zugleich verteidigte der Minister sein umstrittenes Vorhaben, die Fingerabdrücke von Roma-Kindern zu registrieren. Die Behörden wüssten nicht einmal, wer in den legalen Lagern der Roma lebe, geschweige denn in den illegalen. Deshalb sei eine Zählung nötig, sagte Maroni der Zeitung Corriere della Sera. Die Regierung von Ministerpräsident Silvio Berlusconi hatte ihr Amt im Mai mit dem Versprechen angetreten, entschieden gegen die illegale Einwanderung vorzugehen. Unter anderem will sie die unerlaubte Einreise unter Strafe stellen. Schon bisher werden in Italien zum Teil die Fingerabdrücke von Einwanderern genommen, allerdings üblicherweise nicht von Kindern.
http://derstandard.at/?url=/?id=3397342 |
|
| Nach oben |
|
 |
Sarastro
Anmeldungsdatum: 23.05.2007 Beiträge: 706
|
Verfasst am: Mi Jul 23, 2008 15:57 Titel: |
|
|
Streit um NS-Unterricht an bayerischen Gymnasien
Es ist ein Streit um sieben Schulstunden. So viel Zeit hat das bayerische Kultusministerium in der Oberstufe für den Bereich Nationalsozialismus vorgesehen. Kritiker bemängeln eine dramatische Vernachlässigung der NS-Zeit. Das Kultusministerium ist empört und hat eine Begründung für die Neuregelung parat.
Die Reaktion kam prompt und deutlich. Der Artikel „Sieben Stunden G8“, der am 19. Juli in der „Süddeutschen Zeitung“ erschienen war, sei eine beleidigende Entgleisung, hieß es aus dem bayerischen Kultusministerium. Der Autor hatte das Ministerium für die radikale Kürzung des Unterrichts zum Thema NS-Zeit scharf kritisiert – und Kultusminister Siegfried Schneider einen „erschütternd geistlosen Mann“ genannt.
...
Für den Themen-Komplex Nahost-Konflikt würden hingegen zehn Unterrichtstunden anberaumt. Für den Autor eine „offenkundige Fehlplanung“ und der Indikator eines allgemeinen Wandels.
http://www.welt.de/politik/article2234783/Streit_um_NS-Unterricht_an_bayerischen_Gymnasien.html |
|
| Nach oben |
|
 |
Sarastro
Anmeldungsdatum: 23.05.2007 Beiträge: 706
|
|
| Nach oben |
|
 |
Sarastro
Anmeldungsdatum: 23.05.2007 Beiträge: 706
|
|
| Nach oben |
|
 |
Sarastro
Anmeldungsdatum: 23.05.2007 Beiträge: 706
|
Verfasst am: Fr Nov 07, 2008 14:57 Titel: |
|
|
Wulff entschuldigt sich für Pogrom-Vergleich
Niedersachsens Ministerpräsident Christian Wulff (CDU) hat in der Debatte um Managergehälter in Deutschland von einer „Pogromstimmung“ gesprochen, sich dafür aber am Freitag entschuldigt. „Die Verwendung des Wortes Pogromstimmung bedauere ich“, erklärte er laut eines Sprechers der Staatskanzlei. Dies sei eine Entschuldigung. Wulff hatte in der TV-Talkshow „Studio Friedman“ in einer Debatte um Managergehälter laut eines Berichts von „Spiegel Online“ gesagt: „Ich finde, wenn jemand zehntausend Jobs sichert und Millionen an Steuern zahlt, gegen den darf man keine Pogromstimmung verbreiten.“
Der Zentralrat der Juden in Deutschland hat mit Empörung auf die Äußerungen reagiert. Der Generalsekretär des Zentralrats, Stephan Kramer, legte dem CDU-Politiker den Rücktritt nahe. „Wulff sollte sich einfach fragen, ob er für sein Amt geeignet ist“, sagte Kramer.
Kramer sagte dazu: „Gerade vor dem Hintergrund, dass kürzlich erst über ähnliche Äußerungen des Münchner Ökonomen Hans-Werner Sinn lang und breit diskutiert wurde, sind Wulffs Äußerungen eine Unverschämtheit und ein Skandal.“ Kramer forderte: „Eine einfache Entschuldigung reicht da nicht mehr aus." Wulff habe in der Sendung dreimal Gelegenheit gehabt, seine Worte zurückzunehmen. Er habe dies nicht getan.
Der niedersächsische SPD-Fraktionschef Wolfgang Jüttner erklärte: „Es ist beschämend für Niedersachsen, wenn sich der Ministerpräsident drei Tage vor dem 70. Jahrestag der Reichspogromnacht derart instinktlos äußert.“
http://www.welt.de/politik/article2688488/Wulff-entschuldigt-sich-fuer-Pogrom-Vergleich.html |
|
| Nach oben |
|
 |
Beobachter
Anmeldungsdatum: 25.05.2007 Beiträge: 27
|
Verfasst am: Fr Nov 07, 2008 16:39 Titel: |
|
|
| Sarastro hat folgendes geschrieben: | | Kramer forderte: „Eine einfache Entschuldigung reicht da nicht mehr aus." |
Aber das wir Meinungsfreiheit haben ist schon bekannt, Herr Kramer?
Ausserdem, ist es Deutschen auch gestattet in Israel mit Gasfeuerzeug einzureichen. Einige benutzen sogar Gas auf der Autobahn. |
|
| Nach oben |
|
 |
Sarastro
Anmeldungsdatum: 23.05.2007 Beiträge: 706
|
Verfasst am: Mi Dez 10, 2008 18:01 Titel: |
|
|
Zum Obamaha Hype ein paar Worte aus der EF Redaktion.
=== Die Fronten sind in Bewegung geraten
Die Medienverzückung nach der Wahl Barack Obamas zum neuen Messias respektive US-Präsidenten war, sagen wir, voraussehbar. Der „Spiegel“ titelte zweimal halbtrocken „Deutschland freut sich auf Obama!“ und „Obama erweckt das neue Amerika!“ Journalismus made in Germany ist sich vor und hinter der Berliner Siegessäule im Grunde immer treu geblieben. „Deutschland freut sich auf Hitler“ und „Hitler erweckt das neue Deutschland“ wirken nicht wirklich wie aus einer anderen Epoche. Allerdings war man einst eine Winzigkeit bescheidener. Der Schrei „Obama: Rette mit uns die Welt!“ der „Bild“-Zeitung hätte abgewandelt vor 75 Jahren selbst im Hause Hugenberg doch etwas unwirklich geklungen, wusste man damals doch in offenbar weiser Voraussicht, dass uns allenfalls „morgen die ganze Welt“ gehöre.
Der britische „Spectator“- und ef-Online-Kolumnist John Laughland erläutert: „Der Grund für den Erguss ist nicht schwer zu begreifen. Barack Obama repräsentiert im höchsten Grade all die Werte, die den europäischen Eliten lieb und teuer sind – Jugend, Fortschritt, Innovation und, vor allem, Multikulturalismus. Obama entspricht exakt den postmodernen, postnationalen und multiethnischen Phantasien, denen sich europäische Führer hingeben – und die zu realisieren sie sich seit Jahrzehnten mit der Schaffung der Vereinigten Staaten von Europa abmühen.“ Laughland kontrastiert die Obamanie mit der gleichzeitigen Verteufelung Russlands: „1991 ließ Russland jeden Schein fallen, dass es einen Traum mit universeller Anziehungskraft für die ganze Menschheit verkörpere. Dieser Traum – der Kommunismus – hatte das Land an den Rand der Vernichtung geführt. Heute ist Russlands Politik zutiefst anti-ideologisch und pragmatisch. Weil sich Russland jetzt resolut weigert, irgendeinen Traum zu verkörpern und statt dessen auf der Grundlage solider wirtschaftlicher Beziehungen und gegenseitigen Respekts normale internationale Beziehungen mit Europa pflegen will, wird es gemieden und als Bedrohung betrachtet. Schlimmer noch, es wird als Verkörperung einer reaktionären Kraft angesehen – eine, die sich weigert, sich dem kollektiven Traum anzuschließen.“
Ein Leserkommentar auf Laughlands Artikel hinterfragt die „Dämonisierung der russischen Elite“ und erklärt: „Einen Vergleich mit der amerikanischen oder europäischen Elite brauchen diese Männer – schon der fehlende Feminismus ist ein großer Vorteil – ganz sicher nicht zu scheuen. Obama, Bush, Solana, Sarkozy, das sind gelinde gesagt intellektuelle Schmalhanse im Vergleich zu Putin oder Medwedew. Auch ist die Politiksprache in Russland eine andere. Es ist einfach eine Kultur, die weder durch aufklärerische Dekadenz noch durch Umerziehung sonderlich berührt wurde. Man hat sein Terrorsystem einfach selbst abgewickelt.“
...
http://ef-magazin.de/2008/11/30/829-ef88-editorial |
|
| Nach oben |
|
 |
Sarastro
Anmeldungsdatum: 23.05.2007 Beiträge: 706
|
Verfasst am: Do Jan 08, 2009 14:16 Titel: |
|
|
Elie-Wiesel-Stiftung verliert fast ganzes Vermögen
Die renommierte Elie-Wiesel-Stiftung ist nach eigenen Angaben ein weiteres prominentes Opfer des Madoff- Finanzbetrugsskandals. Die Stiftung des Friedensnobelpreisträgers und Holocaustüberlebenden Elie Wiesel habe „so gut wie ihr gesamtes Vermögen verloren“, teilte die Organisation mit. Die Stiftung habe insgesamt 15,2 Millionen Dollar (10,8 Mio. Euro) durch den Wall-Street-Broker Bernard Madoff verwalten lassen. Die Stiftung teilte gleichzeitig mit, sie werde sich auch weiterhin für das Lebenswerk ihres Gründers einsetzen und gegen Intoleranz und Ungerechtigkeit in der Welt kämpfen.
http://www.welt.de/finanzen/article2929848/Elie-Wiesel-Stiftung-verliert-fast-ganzes-Vermoegen.html |
|
| Nach oben |
|
 |
Sarastro
Anmeldungsdatum: 23.05.2007 Beiträge: 706
|
Verfasst am: Mi Feb 11, 2009 13:00 Titel: |
|
|
Anspruch und Wirklichkeit der "freien" Presse. Insbesondere wenn man das "freiheitliche Weltbild" mit der Berichterstattung über Hohmann & Co vergleicht.
Verschwörungstheoretiker, die sich zusätzlich auf die Geldgeber des Verlages berufen, leiten hieraus eine
- Pro USA
- Pro Israel
- Pro ZdJ
- Pro Wirtschaft
- Pro Merkel
Politik ab, die die Berichterstattung von vornerein beeinflussen könnte.
Axel Springer AG - Unternehmensgrundsätze
Die fünf gesellschaftspolitischen Unternehmensgrundsätze, 1967 von Axel Springer formuliert, nach der Wiedervereinigung 1990 geändert und 2001 ergänzt, sind Bestandteil der Unternehmenssatzung. Sie beschreiben ein freiheitliches Weltbild:
1. Das unbedingte Eintreten für den freiheitlichen Rechtsstaat Deutschland als Mitglied der westlichen Staatengemeinschaft und die Förderung der Einigungsbemühungen der Völker Europas.
2. Das Herbeiführen einer Aussöhnung zwischen Juden und Deutschen, hierzu gehört auch die Unterstützung der Lebensrechte des israelischen Volkes.
3. Die Unterstützung des transatlantischen Bündnisses und die Solidarität in der freiheitlichen Wertegemeinschaft mit den Vereinigten Staaten von Amerika.
4. Die Ablehnung jeglicher Art von politischem Totalitarismus.
5. Die Verteidigung der freien sozialen Marktwirtschaft.
http://www.axelspringer.de/artikel/Unternehmensgrundsaetze_40574.html |
|
| Nach oben |
|
 |
Sarastro
Anmeldungsdatum: 23.05.2007 Beiträge: 706
|
Verfasst am: Fr Apr 17, 2009 11:09 Titel: |
|
|
Regierung sagt Anti-Rassismuskonferenz ab
Nach Informationen von WELT ONLINE wird die Bundesregierung an der Genfer Anti-Rassismuskonferenz Anfang kommender Woche nicht teilnehmen und damit erstmals eine UN-Veranstaltung boykottieren. Das zeichne sich im Vorfeld der auch "Durban II“ genannten Veranstaltung intern ab.
Ein Sprecher des Auswärtigen Amtes sagte, eine Enscheidung stehe noch aus. Klar sei aber, „dass ohne Beachtung der roten Linien eine Teilnahme nicht möglich wäre“. Allerdings gebe es noch Bemühungen um eine akzeptable Abschlussresolution, deren Text weiterhin umstritten ist. Unter roter Linie wird im Außenministerium eine einseitige Parteinahme gegen Israel und den Westen verstanden. Die Vorläuferkonferenz 2001 im südafrikanischen Durban hatte derartige Positionen vertreten.
Der Menschenrechtsbeauftragte der Bundesregierung, Günter Nooke, sagte WELT ONLINE, er sehe „mehr Gründe, an der Konferenz nicht teilzunehmen als dort hinzugehen“. So sollten sich deutsche Politiker nicht zur Kulisse machen lassen für einen Auftritt des iranischen Präsidenten Mahmud Ahmadinedschad der bei der UN-Veranstaltung in Genf reden will. Nooke fügte hinzu, er hoffe auf eine "möglichst geschlossene Haltung der EU-Staaten in dieser Frage“.
http://www.welt.de/politik/article3566890/Regierung-sagt-Anti-Rassismuskonferenz-ab.html |
|
| Nach oben |
|
 |
Sarastro
Anmeldungsdatum: 23.05.2007 Beiträge: 706
|
Verfasst am: Mi Mai 06, 2009 13:27 Titel: |
|
|
Alles Gute kommt von Oben oder von Obama.
Jetzt will auch US-Präsident Obama abwracken
Der Automarkt in den USA steckt schwer in der Krise. Einer der drei größten Hersteller hat bereits Insolvenz angemeldet. Nun will US-Präsident Barack Obama die Abwrackprämie auch in den USA einführen. Sie soll im Rahmen eines Klimagesetzes noch diesen Monat das Repräsentantenhaus passieren.
Gefunden in der WELT unter
http://www.welt.de/wirtschaft/article3681818/Jetzt-will-auch-US-Praesident-Obama-abwracken.html |
|
| Nach oben |
|
 |
Sarastro
Anmeldungsdatum: 23.05.2007 Beiträge: 706
|
Verfasst am: Mi Mai 13, 2009 16:28 Titel: |
|
|
Papst-Rede in Yad Vashem war kalt und abstrakt
Israels Parlamentspräsident Rewlin sagte, er sei am Montag nicht nach Yad Vashem gekommen, um "historische Beschreibungen" der Shoah zu hören. Vielmehr habe er gehofft, dass der Papst eine Entschuldigung vorbringe, "gerade wegen der Deutschen und der Kirche". Bedauerlicherweise habe der Papst nichts dergleichen geäußert. Der Direktor der Gedenkstätte, Awner Schalew, sagte im israelischen Rundfunk, die Worte des Papstes seien zwar wichtig, aber "kalt und abstrakt" gewesen.
Der Papst hatte am Montag erklärt, die Leiden der Opfer dürften "niemals geleugnet, in Misskredit gebracht oder vergessen werden". Den Antisemitismus verurteilte er als "inakzeptabel". Die Beziehungen zwischen Israel und dem Vatikan waren wegen der Affäre um den Piusbruder und Holocaust-Leugner Richard Williamson belastet.
Auch die Präsidentin des Zentralrats der Juden in Deutschland, Charlotte Knobloch, kritisierte den Auftritt des Papstes in Yad Vashem. Zwar habe Benedikt XVI. mit seinem Aufruf zum Kampf gegen Antisemitismus ein "positives Signal in Richtung Judentum" ausgesandt, sagte Knobloch der "Bild"-Zeitung. Dennoch erscheine die Geste "angesichts der noch ausstehenden klaren Distanzierung des Vatikans von der antisemitischen Pius-Bruderschaft" als halbherzig.
Der Vizepräsident des Zentralrats, Dieter Graumann, sagte dem "Handelsblatt", er finde es "besonders enttäuschend", dass der Papst "weder die unheilvolle Rolle und die Schuld der Kirche" in der Nazizeit, noch als deutscher Papst den Holocaust angesprochen habe.
Ein Vatikan-Sprecher erklärte, das Oberhaupt der katholischen Kirche habe sich mit seinen Worten in Yad Vashem auf das Gedenken konzentrieren wollen. Benedikt XVI. sei bereits "wiederholt" auf die Thematik des Holocausts eingegangen, gerade angesichts der Tatsache, dass er Deutscher sei. Der Papst glaube nicht, dass er das "jedes Mal wiederholen müsse", sagte der Sprecher weiter.
...
http://www.welt.de/die-welt/article3728844/Papst-Rede-in-Yad-Vashem-war-kalt-und-abstrakt.html |
|
| Nach oben |
|
 |
|
|
Du kannst keine Beiträge in dieses Forum schreiben. Du kannst auf Beiträge in diesem Forum nicht antworten. Du kannst deine Beiträge in diesem Forum nicht bearbeiten. Du kannst deine Beiträge in diesem Forum nicht löschen. Du kannst an Umfragen in diesem Forum nicht mitmachen.
|
|