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Forum der Neuen Freiheit
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Beobachter
Anmeldungsdatum: 25.05.2007 Beiträge: 27
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Verfasst am: Do Jul 19, 2007 10:54 Titel: Stehen wir vor dem großen Dollar-Crash |
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So lautet ein Bericht im Manager Magazin
"Der Dollar ist eine Weltwährung auf Abruf. Es ist nur eine Frage der Zeit, dann kommt der große Crash - mit unabsehbaren globalen Folgen. Das amerikanische Jahrhundert endet mit einem ökonomischen Desaster."
Wie ich finde ein sehr aufschlußreicher Bericht. Sicherlich werden seit geraumer Zeit Thesen einer globalen Rezession angekündigt.
Wir sollten sehr wachsam sein und die derzeitigen globalen Entwicklungen und Transaktionen der Konzerne im Auge behalten. Es ist zumindest sehr bezeichnend, dass gerade amerikanische Investmentfonds Anlagewerte in Deutschland mit einem maroden Dollar kaufen.
Gleiches beobachten wir nicht nur in Deutschland, sondern auch hier in Hamburg. Wurden nicht erneut umfangreiche Imobilenkomplexe an "Amerikaner" verkauft.
Das Leistungsbilanzdefizit der Amerikaner steht jetzt bei sagenhaften 850 Milliarden Dollar (mehr als 6 Prozent des BIP).
Innerhalb der EU würde so eine Bilanz zu sofortigen Sanktionen führen.
Zitat Manager Magazin: "Warum sackt der Dollar nicht noch viel tiefer? Weil Regierungen und Notenbanken weltweit an den Wechselkursen herumfummeln. Ihre Währungen orientieren sich am Dollar. Um die Wechselkurse zu verteidigen, legen sie Dollar-Reserven in Höhen an, die bislang in der Wirtschaftsgeschichte unbekannt waren.
Der Dollar ist heute eine Weltwährung von Chinas, Arabiens und Russlands Gnaden."
"Alle sind miteinander verstrickt: die Überschussländer (China, Russland, die Golfstaaten und so weiter) genauso wie das Defizitland USA. Werfen die Überschussländer ihre Dollar auf den Markt - oder hören sie auch nur auf, frische Dollar zu kaufen -, verfällt der Preis, und die Gläubigerstaaten erleiden gigantische Vermögensverluste."
"Die strategische Situation ähnelt einem Kartell: Der Anreiz, auszusteigen und einen schnellen Gewinn auf eigene Rechnung einzustreichen, ist enorm. Wer zuerst - und mutmaßlich heimlich - seine Dollar zu noch halbwegs vernünftigen Kursen auf den Markt wirft, steht besser da als die anderen.
Der Dollar-Crash kann also ganz schnell gehen"
Quelle : http://www.manager-magazin.de/unternehme...94247-3,00.html
Und -- was macht unsere Hamburger Senat ??? Er verkauft Landeseigentum für Dollar ....
Hier eine Stellungnahme zu dem Bericht im Manager Magazin:
Professor Rolf Langhammer, dem Vizepräsidenten des Instituts für Weltwirtschaft : "...... was könnten die USA „exportieren“ , was der Rest der Welt schätzt, für das er zahlen bereit ist und für das er keine Risikoprämie im Wechselkurs fordern sondern eher einen Vertrauensbonus verlangen könnte? In der Leistungsbilanzdiskussion sind das „grey area“ Aspekte: ......Könnten dies die amerikanischen Direktinvestitionen im Ausland sein, derer Erträge in ausländischer Währung (verglichen mit den ausländischen Direktinvestitionen in den USA und deren Erträgen) beträchtlich sind und deren Dollarwert bei einer Abwertung des Dollar steigt? Ihr Beschäftigungs- und Technologieeffekt in den Gastländern dient als dingliche Sicherheit, deren Wertverfall keineswegs im Interesse der Länder liegt." Zitatende.
Oder -- so stellt sich die Frage, ist es unter dieser Betrachtungsweise nicht sogar der Wunsch unserer Regierung, dass so der Dollar indirekt gestützt wird --- auf Kosten des Vermögens unseres Landes. |
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Sarastro
Anmeldungsdatum: 23.05.2007 Beiträge: 507
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Verfasst am: Sa Aug 04, 2007 14:11 Titel: |
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Zu diesem Thema gab es massenhaft Beiträge im alten Forum.
Im neuen Forum sei auf den Thread "Marc Faber" verwiesen.
Dollar Crash, steigende Milchpreise, Immobilienkrise in den USA - alles hängt letztendlich u.a. damit zusammen, daß Zentralisten in der Lage waren, Papiergeld zu drucken und als gesetzliche Monopolwährung durchzusetzen.
Diese Papiergeldschwemmen erzeugten Blasen, die in unregelmäßigen Abständen und in unterschiedlichen Sektoren auftraten und wieder verschwanden. Mal mehr und mal weniger geräuchlos. |
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Sarastro
Anmeldungsdatum: 23.05.2007 Beiträge: 507
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Verfasst am: Fr Aug 10, 2007 13:30 Titel: |
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Und noch mehr Papiergeld reingepumpt...
US-Immobilienkrise: EZB greift am Geldmarkt ein
Nachdem Banken weitere Fonds wegen starker Verluste auf Eis legen mussten, schoss die Notenbank am Donnerstag fast 95 Mrd. Euro frisches Geld nach, um Ruhe in die Finanzmärkte zu bringen.
Wegen der Turbulenzen an den Finanzmärkten infolge der US-Immobilienkrise hat die Europäische Zentralbank (EZB) erstmals seit sechs Jahren wieder massiv am Geldmarkt eingegriffen. Die Notenbank pumpte am Donnerstag frisches Geld in die Märkte und stellte den Banken zusätzliche 94,8 Mrd. Euro zur Verfügung. Zuletzt hatten die Währungshüter nach den Terroranschlägen in den USA vom 11. September 2001 zu diesem Mittel gegriffen. "Die EZB stellt fest, dass es Spannungen im Euro-Geldmarkt gibt, obwohl die Versorgung mit Liquidität normal ist", teilte die Notenbank mit. Nach Ansicht von Beobachtern will die EZB damit die Marktteilnehmer beruhigen.
Massive Kursverluste. Am weltgrößten Aktienmarkt in New York kam es zum Handelsauftakt am Donnerstag angesichts der groß angelegten EZB-Liquiditätsspritze zu massiven Kursverlusten, die im Tagesverlauf zwischenzeitlich eingedämmt wurden. Auch der Deutsche Aktienindex (DAX) gab im Handelsverlauf deutlich nach. Im sehr nervösen Handel sackte der Leitindex DAX zeitweise bis auf rund 7.426 Punkte ab, bevor er mit minus 2,00 Prozent auf 7.453,59 Punkte aus dem Handel ging. In London, Paris und anderen europäischen Börsen gerieten Finanztitel ebenfalls erheblich unter Druck.
Auwirkungen in großem Rahmen. Wall-Street-Beobachter sahen in der großen EZB-Hilfsaktion für den Geldmarkt einen klaren Hinweis darauf, dass sich die Krise im Markt für amerikanische Hypothekenkredite für Hauskäufer mit schlechtem Kredit-Rating auch negativ auf andere Kreditmarkt- Bereiche und auf amerikanische sowie europäische Banken und Finanzdienstleister auszuwirken beginnt.
Nervöse Stimmung an den US-Börsen. Auf dem Geldmarkt leihen sich Banken bei der EZB, aber auch gegenseitig Geld aus. Experten gehen davon aus, dass die Nervosität an den Märkten dazu geführt hat, dass die Banken nicht mehr im üblichen Umfang bereit sind, sich gegenseitig Geld zu leihen. In diese Bresche springe nun die Notenbank, hieß es aus EZB-Kreisen. Die Stimmung an den US-Börsen und Finanzmärkten wurde als sehr nervös beschrieben. Der Dow-Jones-Index fiel am Donnerstag in den ersten Minuten des Handels um mehr als 200 Punkte. In der ersten halbe Stunde wies er ein Minus von 1,31 Prozent auf, bis zum frühen Nachmittag lag der Dow noch um 0,92 Prozent niedriger bei 13.532,67 Punkten.
Fakten
Auch die amerikanische Notenbank reagierte: Sie pumpte ihrerseits insgesamt 24 Mrd. Dollar (17,5 Mrd. Euro) Reserven ins System, um einem scharfen Anstieg der US-Tagesgeldzinsen zu begegnen und um der starken Kreditnachfrage der US-Banken nachzukommen.
http://www.kleinezeitung.at/nachrichten/politik/eu/528119/index.do |
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Sarastro
Anmeldungsdatum: 23.05.2007 Beiträge: 507
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Verfasst am: Di Aug 21, 2007 14:06 Titel: |
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Das Comeback der goldenen 70er Jahre
Thema verfehlt, nachdem die Edelmetalle in der abgelaufenen Woche ein Desaster erlebt haben? Sicher nicht, deshalb hier der Reihe nach: In den vergangenen Tagen erhielt ich sehr viele Anfragen mit dem Tenor: Das Schlimmste ist doch wohl an den Aktienmärkten überstanden, oder? Meine Antwort war immer dieselbe: Das Schlimmste kommt noch. Und je mehr professionelle Gesundbeter von der ach so gesunden Korrektur schwadronieren, nach der es schon wieder aufwärts gehen werde, desto stärker wächst die Gewissheit, dass genau das nicht passieren wird. Die Gesundbeter haben ja die Funktion, die so genannte Distribution (Aktienverkäufe, vor allem die der Fonds und anderen institutionellen Anleger, auf möglichst hohem Kursniveau) bis zum Verlust ihrer eigenen Glaubwürdigkeit möglichst weit in die Länge zu ziehen.
Wer als privater Anleger engagiert bleibt, tröstet sich dann halt damit, zum Lager der vermeintlichen Profis zu gehören. So funktioniert die Börse schon seit Jahrhunderten. Am Ende liegt immer die Mehrheit der Anleger daneben. Zum Trost: Das sind nicht nur die privaten. Sind die Kurse ganz tief angekommen und schlägt der Abwärtszyklus schließlich ins Gegenteil um, beginnt alles wieder von vorn, nur unter umgekehrten Vorzeichen: Die ehemaligen Gesundbeter sprechen dann bei jeder Kurserholung von einer technischen Reaktion, während clevere Fondsmanager Aktienpositionen aufbauen. Diese Phase heißt Akkumulation (sozusagen das Gegenteil von Distribution).
Leider sind wir längst noch nicht so weit. Denn die zurzeit fallenden Aktienkurse, zuletzt vor allem auch die der Gold- und Silberminen, resultieren aus der allgemeinen Unsicherheit bezüglich der wirklichen Daten. Es fehlt zum einen an Informationen; zum anderen handelt es sich um eine Finanzkrise der besonderen Art, deren Hauptproblem ein Investmentbanker mir noch vor einigen Wochen ganz im Vertrauen so erläuterte: "Ich weiß nicht, wofür mein Job wirklich gut ist, aber meine Bank verdient durch mich viel Geld." Dann erwähnte er, sein Team denke sich ständig neue Zertifikate aus, die auf so vielen mathematischen Formeln basierten, dass er inzwischen selbst den Überblick verloren habe. Woanders, etwa irgendwo in der Karibik oder auf den Bermudas, residieren Hedgefonds, deren Manager zur selben Zeit im Prinzip nichts anderes taten, nämlich mithilfe der Mathematik konstruierte Finanzinstrumente hin und her bewegen. Solange dieses nutzlose, weil unproduktive Spiel mit dem Geld nicht auf ein Minimum zusammengeschrumpft ist, besteht immer wieder die Gefahr böser Überraschungen von Seiten der Finanzszene. Immerhin ist die Geldmenge von 1996 bis 2006 weltweit um 90% gestiegen, das addierte Bruttoinlandsprodukt aller Länder dagegen nur um 60%. Dieses Ungleichgewicht hat sich durch die jüngsten Geldspritzen noch verschlimmert, wobei wegen der US-Hypothekenkrise im Gegenzug allerdings auch Geld in erheblichem Umfang vernichtet wird.
Fatal an der Geldmengeninflation ist, dass sie - um eine zentrale These von Börsenguru Doug Casey zu zitieren - über kurz oder lang zur Preisinflation führt. Letztere ist im Bewusstsein von Anlegern wie auch Konsumenten fest verankert und lässt sich messen, sei es - wie in den vergangenen Jahren - als so genannte Asset Inflation anhand des Anstiegs der Aktienkurse fast überall oder der Immobilienpreise in England, Spanien und den USA, sei es als Preiserhöhung für Heizöl, Gas oder - wie zuletzt - für Milch. Dagegen wird die Geldmengeninflation von der breiten Öffentlichkeit kaum als Gefahrenherd wahrgenommen, eher im Gegenteil: Wenn Bernanke, Trichet & Co. die Geldspritze in die Hand nehmen, wird diese Tat in erster Linie als Rettung vor einem internationalen Finanzkollaps wahrgenommen.
Es wird interessant sein, zu beobachten, wo die nächste Preisinflation entsteht, wenn die aktuelle Vertrauenskrise vorbei ist. Bei den gängigen Aktien später, nachdem ihre Kurse um 30 bis 40% gefallen sind, wahrscheinlich, aber mit weniger favorisierten Branchen als in den Jahren 2003 bis 2007 und zum Teil mit anderen Schwerpunkten. Dazu nur einige Beispiele: Klimaschutz, Energieersparnis, Gesundheit, Altersvorsorge, Infrastruktur. Bei Immobilien ist eine Preisinflation kaum so schnell zu erwarten, und zwar allein schon deshalb, weil sie sich nicht von heute auf morgen liquidieren lassen (was jetzt viele Anleger auf schmerzhafte Weise erfahren), weil zu ihrer Finanzierung in der Regel Kredite eingesetzt werden (die jetzt keine Bank gern gibt) und weil ihr Image durch die amerikanische Hypothekenkrise beschädigt ist. Bei Anleihen erster Qualität, die zurzeit haussieren, wo die Preisinflation also gerade auf Hochtouren läuft, dürfte diese im nächsten Jahr nicht mehr so rasant weiter gehen. Bei Gold und Silber wird die Preisinflation mit Sicherheit für den Fall um sich greifen, dass Edelmetalle von breiten Anlegerkreisen als Inflationsschutz wiederentdeckt werden (wie zuletzt in den 70er Jahren). Und zwar dann, wenn die Realzinsen von Anleihen erster Qualität, nach Abzug der Preisinflationsrate von den Nominalzinsen, immer mehr ins Minus rutschen.
Wie viel Geduld den Edelmetallanlegern bis dahin noch abverlangt wird, lässt sich recht einfach beantworten: Wenig Geduld denen, die sich dank hoher Liquidität über alle Preisdellen (wie in der abgelaufenen Woche) freuen, die ihnen niedrige durchschnittliche Einstandspreise bescheren, und etwas mehr Geduld denen, die schon voll in allen erdenklichen Edelmetallanlagen (von Barren und Münzen bis zu Minenaktien und ETF) engagiert sind, bei jeder Preisdelle ganz nervös werden und jeden kurzfristigen Höhenflug der Preise schon als Beginn der ganz großen Hausse ansehen. Zu welcher Gruppe Sie sich auch zählen, Ihre mehr oder weniger große Geduld wird in den nächsten zwei, drei Jahren reichlich belohnt. Denn wir befinden uns erst etwa mitten im Mega-Aufwärtstrend der Edelmetalle, der 2001 begann. Dieser Trend hat eine Zeit- und eine Preiskomponente. Zeitlich gesehen, könnte die Mitte schon vorbei sein, preislich liegt sie noch vor uns. Oder um wieder auf die 70er Jahre zurückzukommen: Der damalige Megatrend dauerte ein Jahrzehnt, von 1970 bis Anfang 1980, mit einer für viele Anleger schmerzlichen Unterbrechung 1975/76. Die höchsten Gewinne steckten die Anleger ein, die 1970 ein- und 1974 ausstiegen, sowie diejenigen, die 1976 ein- und Anfang 1980 ausstiegen.
Die Entwicklung der Preise von Gold und Silber verläuft im jetzigen Zyklus zwar etwas, aber nicht entscheidend anders. Das heißt, dem Preisrückgang vom Sommer 2006 folgte keine Baisse, sondern eine Seitwärtsbewegung, die trotz des dieswöchigen Einbruchs bis heute anhält. Da die hier angestellten Überlegungen zu den Realzinsen für den nächsten Preissprung Ausschlag gebend sein dürften, sollten Sie jetzt neben den Edelmetallpreisen vor allem alle wichtigen Zinsindikatoren intensiv beobachten, wie die Renditen von Bundesanleihen und amerikanischen T-Bonds, die entsprechenden Futures (Terminkontrakte), die Yen-Zinsen incl. Yen im Vergleich zu anderen Währungen (wegen der Carry Trades, also der Zinsdifferenzgeschäfte) und natürlich die wichtigsten Leitzinsen, vor allem die der EZB und der Fed. Dazu alle - offiziellen (schön gerechneten) wie auch inoffiziellen (um Schönrechnungen bereinigten) - Inflationsraten. Am Ende wird Ihre Geduld reichlich belohnt.
© Manfred Gburek
www.gburek.eu
Herr Gburek ist u.a. Moderator auf der "Edelmetall- & Rohstoffmesse" am 2.+3.11.2007 in München und Buchautor. Seine letzten Werke waren: "Das Goldbuch" (2005) und das Wörterbuch "Geld und Gold klipp und klar von A bis Z" (2007)
http://www.goldseiten.de/content/diverses/artikel.php?storyid=5064 |
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Sarastro
Anmeldungsdatum: 23.05.2007 Beiträge: 507
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Verfasst am: Di Sep 04, 2007 10:09 Titel: |
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Das dicke Ende kommt erst noch
Es sind die amerikanischen Häuser, aber unser Problem, könnte man in Abwandlung der Worte des ehemaligen Washingtoner Finanzministers John Conally meinen, der einst sagte: "Es ist unsere Währung, aber Euer Problem".
Was das bedeutet, kann man an der aktuellen Unsicherheit der Fondsmanager und Bankvorstände ablesen, die von diesen säurehaltigen Finanzkonstrukten überrannt wurden, und noch immer nicht die Folgen bzw. den "Wert" ihres inzwischen auch als Gilftmüll bezeichneten Assets ausrechnen können. Handelbar sind die einstigen Anlagestars seit geraumer Zeit nicht mehr und ziehen wie Blei an den Nerven der Banker und selbst an den Kursen einiger Geldmarktfonds.
Zur Zeit sind es "nur" die US-Häuser, die Probleme machen. Ein nicht minder gewichtiger Rattenschwanz könnte in Kürze dem Markt das Kreuz brechen: Die Kreditklemme des amerikanischen Verbrauchers. Er steht für 70% des US-Bruttoinlandsprodukts und ist damit das Rückrat von US-Wirtschaft und Wall Street. Ist er bereit bzw. fähig noch größere Schuldensummen auf sich zu nehmen, oder stellt sich gar heraus, dass die aufgenommenen Lasten längst nicht mehr zu tragen sind?
Dass immer mehr Amerikaner wegen seit Jahren stagnierender Reallöhne und steigender Lebenshaltungskosten sich mit der Kreditkarte über Wasser halten müssen, scheint die Investorenmasse kaum zu beunruhigen. Denn ein Teil des Problems hat die Finanzindustrie längst ins Ausland verkauft.
Einfaches Spiel: Private Kredite sowie ausstehende Kreditkartenrechnungen werden finanziert wie Hypotheken - via Anleihen! Schulden werden zusammengebündelt, mit anderen besseren Anleihen vermischt, wieder gehächselt und wieder gebündelt. Am Ende kann kein Finanzprofi mehr sagen, was diese vor wenigen Monaten noch hochinnovativen Finanzprodukten beinhalten, und was sie überhaupt wert sind. Und damit geht es auf die Reise in die weite Welt, zum Beispiel zur SachsenLB oder zur IKB. Jeder wollte es - und jeder hat es nun. Kein Wunder, wenn sich die Banken gegenseitig nicht mehr trauen und die EZB milliardenschwere Geldspritzen verteilen muss, die im Interbankenmarkt aber ihre Wirkung verfehlen.
Fällt nämlich am Ursprung der Kreditnehmer aus, brennt am anderen Ende die Lunte, und das gehebelt.
Laut einer Umfrage der amerikanischen National Association for Business Economics unter ihren 258 Mitgliedern, ist die Verfassung des Hypothekar-Marktes in den USA das größte Risiko für die US-Wirtschaft. Dies ist weiter nicht erstaunlich. Erstaunlich ist aber, dass bei der letzten Umfrage die Hypotheken nicht einmal auf der Rangliste figurierten.
So könnte es also eine Frage der Zeit sein, bis man zu "subprime" (wohl das Unwort des Jahres 2007) demnächst die nächste Runde im "Giftmüllskandal" aus dem Land der unendlichen Verbriefungsmöglichkeiten in Frankfurt, Düsseldorf oder München einleitet und die Finanzmärkte erbeben läßt.
Sollte der amerikanische Konsument nach und nach gezwungen sein, seine Ausgaben zu reduzieren, weil die Bank ihm mit ihren inzwischen restriktiveren Kreditvergaberichtlinien im Nacken sitzt, wäre es doch verwunderlich, wenn diese auf Konsum ausgerichtete US-Wirtschaft nicht selbst zur heissen Kartoffel wird und letztlich Investoren zukünftig einen Bogen um Amerika machen bzw. die grün bedruckten Scheine namens Dollar wieder zurückschicken.
Doch da wären wir wieder am Anfang: Unsere Währung - Euer Problem.
© Frank Meyer
Moderator auf n-tv
http://www.goldseiten.de/content/diverses/artikel.php?storyid=5186
Die kommende Krise und das Gold
US-Präsident Bush und Fed-Chef Bernanke ließen sich lange und intensiv über den wahren Zustand der amerikanischen Hypothekenkrise informieren, bevor sie am Freitag mit ihren Reden an die Nation den für ihr Land so typischen Optimismus verbreiteten.
Motto: Mit staatlichen Hilfen für besonders gebeutelte Hauseigentümer einerseits, mit strengeren Kreditkontrollen andererseits, aber auch mit späteren Zinssenkungen werden wir es schon irgendwie gemeinsam schaffen. Vorweggenommener Wahlkampf, sagen - unter Hinweis auf Bush - die einen; überfällige Beruhigungspille für die Teilnehmer an den Finanzmärkten, betonen - unter Hinweis auf Bernanke - die anderen. Beide haben recht. Doch was bedeutet das für die Anleger?
Die Antwort kam zunächst am Freitag von den Märkten: Aktien und Edelmetalle etwas rauf, Anleihen wackelig, der Dollar im Verhältnis zum Euro kaum verändert. Alles in allem also nichts Aufregendes, so scheint es. Doch der Schein trügt. Denn wie auch immer man die Details der Reden von Bush und Bernanke mitsamt den Marktreaktionen interpretiert: Beide Herren hielten es für nötig, sich am Freitag öffentlich zu äußern, weil sie zu diesem Zeitpunkt mit Sicherheit schon etwas wussten, was der breiten Öffentlichkeit noch verborgen blieb - und das verheißt für die kommenden Monate nicht Gutes.
Dass die Anleger da erst einmal zur Tagesordnung übergehen, ist nur allzu verständlich. Denn sie können ja nicht auf etwas reagieren, was ihnen bestenfalls als Ahnung vorschwebt. Daraus folgt für Ihre persönlichen Anlageentscheidungen: Sie sollten einen Großteil Ihres Vermögens, zusätzlich zu Gold (und Silber), weiterhin liquide halten - und sei es allein wegen der kommenden Schnäppchen, die sich später vor allem an den Aktienmärkten zwangsläufig ergeben werden, sobald die zurzeit noch verborgenen Ausläufer der Hypothekenkrise sich ein weiteres Mal an den Märkten bemerkbar machen.
Dass der bisher mit dieser Krise wenig befasste US-Präsident es sich in seiner Rede nicht nehmen ließ, den Hypothekenopfern staatliche Unterstützung anzubieten, war die eine Überraschung des Freitags, dass er im selben Atemzug auf die bösen Häuserspekulanten schimpfte und ihnen jegliche Hilfe verweigerte, die andere. Und wer seinen Auftritt genau verfolgte, konnte erkennen, dass vor allem sein Finanzminister Paulson eine passable Staffage bildete - nach dem Motto: Hier steht die geballte Finanzmacht, aber das Wort hat der Präsident, God bless America.
Die Szene erinnerte ein wenig an die Trauerfeiern nach den Anschlägen vom 11. September 2001: Wenn sonst nichts mehr hilft, dann wenigstens Beschwörungsformeln. Allerdings mit dem gravierenden Unterschied, dass damals ein ungeheuerliches Ereignis schon stattgefunden hatte, während jetzt eine in ihrer Tragweite kaum abzuschätzende Hypothekenkrise ein Opfer nach dem anderen fordert und niemand vorhersagen kann, ob zu den Opfern demnächst nicht eine Großbank gehören wird.
Der Bezug der Krise zum Gold bleibt fürs erste zwar ambivalent: Gold einerseits in seiner Funktion als international akzeptierte Liquidität, sodass der Preis durch Verkäufe immer wieder vorübergehend gedrückt werden kann, andererseits in seiner Funktion als ultimativer Schutz vor der Papiergeldentwertung. Aber je weiter die Krise fortschreitet, desto weniger Marktteilnehmer werden bereit sein, ihre Goldbestände im Sinn der ersten Funktion zu verwerten; sie werden lieber ihre Anleihen und Aktien verkaufen. Dann wird auch die Preisentwicklung des Edelmetalls eine entscheidende Rolle spielen: Je höher der Preis steigt, desto weniger werden sich diejenigen, die es als Schutz gekauft haben, von ihm trennen wollen. Das heißt, der nächste Goldpreisanstieg, mit dem nach heutiger Erkenntnis wohl schon 2007 zu rechnen ist, wird den Gipfel vom Mai 2006 locker überspringen.
© Manfred Gburek
www.gburek.eu
Herr Gburek ist u.a. Moderator auf der "Edelmetall- & Rohstoffmesse" am 2.+3.11.2007 in München und Buchautor. Seine letzten Werke waren: "Das Goldbuch" (2005) und das Wörterbuch "Geld und Gold klipp und klar von A bis Z" (2007)
http://www.goldseiten.de/content/diverses/artikel.php?storyid=5187 |
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Sarastro
Anmeldungsdatum: 23.05.2007 Beiträge: 507
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Verfasst am: Do Sep 06, 2007 12:56 Titel: |
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Finanzkrise? Wirklich? Und was dann?
Ein Erfahrungsbericht aus Russland 1998
von Christopher Beyer
Finanzkrise? Darüber wird viel geredet zurzeit. Gibt es überhaupt eine Krise? Kommt sie, oder kommt sie nicht? Gibt es Grund, sich Sorgen zu machen? Wie sicher ist unser Finanzsystem?
Seien wir ehrlich, die meisten Menschen machen sich darüber gar keine Gedanken. Dass da etwas zerbrechen kann, liegt außerhalb ihrer Vorstellungskraft. Gestern konnte man im Fernsehen einige Straßen-Interviews sehen. Der Reporter fragte die Passanten: „Machen Sie sich Gedanken über eine Finanzkrise?“ Eine Antwort ist besonders bezeichnend:
„Da ich keine Immobilien in den USA habe, ist mir das ziemlich egal.“
Was bedeutet eine Finanzkrise für den einfachen Mann auf der Straße? Die älteren Mitbürger wüssten wohl etwas zu sagen zu diesem Thema. Menschen aus anderen Ländern können dazu auch einiges berichten. Werfen wir einen Blick nach Russland.
Wir schreiben das Jahr 1998. Es ist August. Die Straßen in St. Petersburg sind voller Menschen. Der kurze Sommer wird in vollen Zügen genossen.
Ich arbeite nun schon im vierten Jahr in dieser Stadt. An einem schönen Augusttag gehe ich mir morgens ein Brot holen. Direkt neben dem Lebensmittelgeschäft befindet sich eine Wechselstube. Ich schaue auf den Kurs und halte inne:
Eine DM ist mit dem Gegenwert von sechs Rubeln ausgezeichnet.
Ich werde stutzig. Kann das sein? Gestern lag der Kurs doch noch bei eins zu drei. Sicher, ich hatte davon gelesen, dass es Probleme mit dem Rubel gibt, aber was wusste ich schon von diesen Dingen, geboren in Westdeutschland und aufgewachsen mit der harten D-Mark.
In der Mittagspause gehe ich zur nächstgelegenen Wechselstube.
Eine DM wird mit neun Rubel bewertet. Am Abend liegt die DM bei 12 Rubel. Und so geht es wochenlang weiter. Die Rubel-Ersparnisse der Bürger verdampfen wie Eis in der Sonne. Es gibt Tränen, Wut und das Gefühl der Ohnmacht. Wieder einmal sind die Bürger pleite und nicht der Staat. Die russische Regierung wird nach einigen Monaten drei Nullen auf den Geldscheinen streichen.
Die Russen hatten bereits Erfahrungen mit diesem Phänomen gesammelt. Sie waren nicht vollkommen unvorbereitet. Das Land war schon 1990/91 in eine Hyperinflation hineingeschlittert. Es ging mit Inflationsraten von 1.526 Prozent im Jahre 1992, 875 Prozent im Jahre 1993 und 311,4 Prozent im Jahre 1994 weiter. Eine meiner Kolleginnen fasste ihre damaligen Erlebnisse wie folgt zusammen: „Am schlimmsten war die erste Krise 1990. Am Anfang gab es dieses Gefühl wie im Krieg: Schock, dann Panik; und was jetzt? Was soll ich machen? Was wird aus den Kindern? Ich erinnere mich bis heute an meine Gedanken: Mein Vater
hat Glück, er hat sein Leben schon fast hinter sich. Ihm ist es nicht mehr so wichtig; aber ich und besonders meine Kinder, wir haben es noch vor uns: Viele schwere dunkle Jahre. Eine richtige Katastrophe. Das Leben, die Welt geht unter. Dann ist die Selbstbewahrung, der Selbsterhaltungsinstinkt gekommen. Jeder steht für sich selbst. Du bekommst keine Hilfe vom Staat. Und allen, ohne Ausnahme, ist ganz
klar geworden: Der größte Verbrecher, Täter und Betrüger ist der Staat.
Die Enttäuschung, die Hilflosigkeit und die Hoffnungslosigkeit vor der Realität, das war am schlimmsten. Was 1998 passierte, war schon nicht mehr so dramatisch. Es war nichts Neues. Unangenehm, traurig schon, aber eben keine Katastrophe mehr. Nur vor der ersten Heirat hat man Angst. Beim zweiten Mal ist man ruhiger. Wir haben das schon gehabt. Und irgendwie herrschte 1998 seltsamerweise Gleichgültigkeit. So eine Art von Feststellung:
Was kann man auch anderes vom Staat erwarten?“
...
Der größte Pferdefuß wird die hiesige Staatsgläubigkeit sein. Der fundamentalste Trugschluss im Wohlfahrtsstaat, welcher letztlich nicht nur in die Finanzkrise, sondern auch zum Verlust der Freiheit führt, ist der Versuch, Gutes auf Kosten seiner Mitmenschen zu tun. Wenn die
aber auch nichts mehr haben, wird es eng. Dann ist eben Schluss mit der Umverteilung. Ferner darf man fragen, wie viele Deutsche Vorratshaltung betreiben und in der Lage sind, einen Garten zu bestellen. Die Landbevölkerung hat da gewiss noch Vorteile. Einsame, Singles und Alleinstehende werden es sehr schwer haben.
Die gute Nachricht zum Schluss: Krisen gehen auch wieder vorüber. Sie können Chancen bieten. Die Russen etwa sind wieder ganz gut auf die Beine gekommen; zwar nicht alle, aber doch eine ganze Menge.
http://www.ef-magazin.de/ef75-beyer-finanzkrise.pdf |
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Sarastro
Anmeldungsdatum: 23.05.2007 Beiträge: 507
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Verfasst am: Mo Sep 10, 2007 10:40 Titel: |
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Die Zinsentwicklung bei Dollar und Euro spielt sich fast unmittelbar im Goldpreis wieder:
Als FED und EZB die Zinsen anhoben, wurde Gold weniger attraktiv und der Preis fiel.
Jetzt mit der US-Immobilienkrise und der neuen Geldschwemme, steigt das Vertrauen in Gold wieder. Passend dazu: Gold überspringt heute die 700 Dollar Marke (je Unze).
=== EZB lässt Leitzins unverändert bei 4,0 Prozent - Neue Milliardenspritze für Geschäftsbanken nach Immobilienkrise
Die Europäische Zentralbank (EZB) hat die Zinsen für den Euroraum nicht geändert. Der Leitzins bleibt damit bei 4,0 Prozent. Wegen anhaltender Engpässe am Geldmarkt hat die EZB den Banken nochmals zusätzliche Milliarden zur Verfügung gestellt.
Die jüngsten Turbulenzen und Unsicherheiten an den Finanzmärkten hätten die Notenbank bewogen, von der ursprünglich geplanten Zinserhöhung Abstand zu nehmen, erklärte EZB-Präsident Jean-Claude Trichet am Donnerstag in Frankfurt am Main.
Diese Überlegung sei stärker gewesen als die Sorge der Notenbanker um die Preisstabilität angesichts der anziehenden Energiepreise. Politischer Druck habe dabei keine Rolle gespielt, versicherte Trichet. Er schloss Zinserhöhungen in den kommenden Monaten aber nicht aus. Die Bankenverbände begrüßten die Entscheidung.
Zinserhöhung verschoben
Trichet hatte noch Anfang August eine Zinserhöhung für September angekündigt. Doch dann erschütterte die US-Immobilienkrise die Märkte. Volkswirte hatten deshalb damit gerechnet, dass die Notenbank die Kreditaufnahme der Banken bei der EZB nicht weiter verteuert, um nicht noch mehr Turbulenzen am Finanzmarkt auszulösen.
"So weit ich mich erinnern kann, ist dies das erste Mal, dass die EZB eine solche Kehrtwende macht und eine einmal angekündigte Zinserhöhung zurücknimmt", sagte der Europa-Chefvolkswirt der Bank of America, Holger Schmieding. "Das bedeutet, dass in den vergangenen fünf Wochen viel passiert ist."
Infobox
Leitzins
Der Leitzins ist der Zinssatz, zu dem sich die Banken in der Eurozone bei der Notenbank Geld leihen. Da die Banken die Kosten an ihre Kunden weiterreichen, verteuern sich bei einer Leitzinserhöhung auch die Kredite. Dagegen lassen die Geldhäuser ihre Sparkunden oft nur schleppend an den höheren Zinsen teilhaben.
Banken leihen sich nix mehr
Dass sich viele Banken und Fonds mit faulen Hypothekenkrediten von US-Hausbesitzern mit schwacher Bonität verspekuliert hatten, hat dazu geführt, dass sich die Banken untereinander aus Angst vor möglichen Pleiten immer weniger Geld liehen. Um angesichts dieser Kreditklemme Bankgeschäfte wie die Kreditvergabe oder Bargeldauszahlungen weiterhin zu ermöglichen, musste die EZB den Instituten noch am Morgen erneut mit einem Darlehen von 42 Milliarden Euro aushelfen.
Ökonomen hatten befürchtet, die Kreditklemme könnte die Banken dazu bewegen, die Darlehen an Unternehmen einzuschränken oder zu verteuern. Das würde die Investitionen und das Wirtschaftswachstum bremsen. Die EZB senkte daher ihre Wachstumsprognose für den Euroraum in diesem Jahr von 2,6 auf 2,5 Prozent.
Entlastung bei Kreditkonditionen
Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) begrüßte den Zinsschritt. Das "dürfte Entlastung bei den Kreditkonditionen im Mittelstand bringen", hieß es in Berlin. Dennoch rechnet der DIHK damit, dass sich die Firmenkredite durch höhere Risikoaufschläge leicht verteuern. Dass der Zins nicht durch eine Leitzinsanhebung der EZB noch weiter steigt, lasse jedoch hoffen, dass "die Unternehmen ihre Investitionspläne aufrechterhalten".
Auch die Verbände der privaten und öffentlichen Banken begrüßten den Schritt. Das sei jedoch kein Kurswechsel der Notenbank, erklärte der Bundesverband Deutscher Banken. Die EZB hat sich dem obersten Ziel, der Preisstabilität verschrieben und sich zum Ziel gesetzt, die Inflationsrate knapp unter zwei Prozent zu halten. Die Währungshüter seien auch weiterhin bereit, schnell einzugreifen, sollte sich die Geldentwertung beschleunigen, sagte Trichet.
Zinsen für Sparer stagnieren
Der Chef der Finanzberatung FMH, Max Herbst, sagte, Sparer könnten auf absehbare Zeit nicht mehr mit steigenden Zinsen rechnen. "Gerade bei Tages- und Festgeld sehen die Banken keine Notwendigkeit für höhere Zinsen." Zuletzt hatten Banken mit immer höheren Tagesgeldsätzen gelockt, was das Bankkonto für viele Anleger wieder zu einer interessanten Alternative werden ließ.
Viele Kunden, die ihr Konto häufiger überziehen, dürften jedoch die negativen Folgen der ursprünglich angekündigten Zinserhöhung zu spüren bekommen, sagte Herbst. Denn einige Banken hätten den Dispozins schon vor der Zinsentscheidung erhöht. FHM vergleicht seit 17 Jahren die Zinskonditionen bei den Banken.
Mit Material von afp
http://www.zdf.de/ZDFheute/inhalt/2/0,3672,7001666,00.html
=== Bereiten Sie sich auf alles vor!
Die meisten Deutschen (aber nicht nur sie) schlittern unvorbereitet in die internationale Finanzkrise, die gerade erst begonnen hat - und nicht zu Ende gegangen ist, wie viele Zeitgenossen noch glauben, nur weil die Notenbanken vorübergehend für die dringend notwendige Liquidität gesorgt haben. Bleibt diese im Finanzsystem, entsteht über kurz oder lang unweigerlich die nächste Spekulationsblase (der plötzliche starke Goldpreisanstieg am Donnerstag der abgelaufenen Woche hat insoweit bereits ein Zeichen gesetzt).
Wird die Liquidität dagegen wieder dem Finanzsystem entzogen, kommt es zu Kettenreaktionen nicht nur in der Finanz-, sondern auch in der Realwirtschaft; ihr Ausmaß dürfte sogar alle Pessimisten überraschen.
Treffen Sie wenigstens die wichtigsten Vorbereitungen, um halbwegs auf der sicheren Seite zu sein. Doch das ist leichter gesagt als getan. Denn wir alle sind längst in das System integriert, dessen Opfer inzwischen auch weitab von den maroden US-Hypothekenbanken zu finden sind, wie die Fälle IKB, Sachsen LB usw. zeigen. Finanzminister Steinbrück hat das Dilemma kürzlich vor der Creme de la Creme der deutschen Banken bezüglich der so genannten strukturierten Produkte (z.B. Zertifikate) treffend auf den Punkt gebracht: "In Wirklichkeit ist das eine Wundertüte, bei der Sie nicht wissen, wo der Knallfrosch drin ist." Dieser kann sich bereits in Ihrem Depot befinden - nur Sie wissen es nicht.
Um sich gegen das Schlimmste zu wappnen, sollten Sie zunächst wichtige Termine in Ihren Kalender eintragen. Der vergangene Donnerstag war ein solcher, obwohl die Europäische Zentralbank wie auch die Bank von England ihre Leitzinsen unverändert gelassen haben. Die bereits erwähnte Reaktion des Goldpreises auf diese Nicht-Ereignisse belegt ein Mal mehr, dass man als Anleger nicht genug um die Ecke denken kann. Ein kurzer Blick in die Zukunft: Am 19. September soll das Kabinett in Berlin über Änderungen bei der deutschen Finanzaufsicht diskutieren; diese teilen sich bekanntlich die umstrittene Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) und die ihrer Funktion als Währungshüterin schon längst beraubte Bundesbank. Für Brisanz ist also gesorgt.
Die US-Investmentbank Goldman Sachs wird am 20. September ihr aktuelles Zahlenwerk vorlegen und damit wahrscheinlich Reaktionen an den Finanzmärkten auslösen, über deren Ausmaß sich zurzeit bestenfalls rätseln lässt. Die Bank von England wird an diesem Tag ihr dubioses Krisenmanagement vor einem Parlamentsausschuss entweder mehr schlecht als recht begründet haben oder selbst in eine Krise geraten. Die interessantesten Termine erfahren Sie aus der überregionalen Tages- und Wirtschaftspresse, im Internet und zum Teil auch im Fernsehen, z.B. bei Bloomberg.
Aus renommierten Medien erfahren Sie auch viel über die wahren Gründe und Hintergründe der jetzigen Krise, die Sie wahrscheinlich mehr betrifft, als Sie wahrhaben wollen. Dazu zwei Zitate aus dem Handelsblatt: "Verglichen mit gewöhnlichen Marktphasen, haben Anzahl und Dauer der Handelsausfälle bzw. -einschränkungen zuletzt stark zugenommen", wurde am 22. August Thomas Kolb zitiert, ein ausgewiesener Derivatespezialist der Plattform von Deutscher und Schweizer Börse. Und am 5. September beschrieb der renommierte Finanzjournalist und Buchautor das Schreckensszenario der Banken treffend wie folgt: "Die Märkte für kurzfristige Schuldverschreibungen stellen eine wichtige Quelle für Liquidität dar. Das Problem verschärft sich mit jedem Tag, an dem die Krise anhält. Denn die Banken müssen immer mehr auslaufende Papiere auslösen, können aber kaum neue absetzen."
Also nur ein Bankenproblem? Auf keinen Fall, denn finanzielle Sorgen dominieren auch anderswo: bei privaten Haushalten. Beleg dafür ist die jüngste Reform des Insolvenzrechts, das die Haushalte weiter entlasten soll. Dafür ist es höchste Zeit, weil die Pleiten sich hier häufen: Laut Auskunftei Creditreform haben allein im ersten Halbjahr 2007 über 51 000 Verbraucher Insolvenz angemeldet. Hochrechnung für das ganze Jahr: 110 000, was einen Anstieg um etwa 19 Prozent gegenüber 2006 bedeuten würde. Wer kommt für den Schaden auf? Neben den direkten Gläubigern (Banken, Sparkassen, Handwerker und viele andere mittelständische Unternehmer) am Ende der Kette die Steuerzahler und die vielen neuen Kreditnehmer, die plötzlich geradezu mit Wucherzinsen konfrontiert werden, nur weil sie ihr Haus nicht noch mehr mit Hypotheken belasten oder weil weder die Ehefrau noch Oma und Opa für den Kredit bürgen wollen.
Das hier dargestellte - aktuelle und zukünftige - Szenario schreit geradezu nach einer aus der persönlichen Situation heraus entwickelten Habacht-Finanzstrategie, deren wesentliche Elemente sein sollten: weitest gehender Verzicht auf Kredite (bzw. deren möglichst rasche Tilgung), Kürzung überflüssiger Ausgaben (z.B. für zweifelhafte Versicherungen, aber auch für viele Fondspolicen und -sparpläne), Aufbau von Liquiditätsreserven auf Tages- und Festgeldkonten (und sei es nur mit dem Ziel, später bei sich bietenden Schnäppchen zuzugreifen), Berücksichtigung der Inflation (sie macht sich ja nicht nur bei Milch und Brot, bei Aldi und Lidl bemerkbar, sondern demnächst auch beim rapiden Kaufkraftverlust der gesetzlichen und sonstigen Rente), Hortung gängiger Gold-Anlagemünzen für den Fall des Falles (Krügerrand, Nugget, Wiener Philharmoniker, Maple Leaf, American Eagle u.a.), Steueroptimierung (was der Gesetzgeber zwar immer mehr erschwert, aber allein schon die Optimierung im Hinblick auf die von 2009 an drohende Abgeltungsteuer könnte einige Tausender bringen) und Spekulation.
Der letzte Punkt ist erklärungsbedürftig. Spekulieren bedeutet, aus dem Lateinischen abgeleitet: umherspähen, auskundschaften, beobachten. Auf die Finanzen übertragen, heißt das: selbst aktiv werden. Und genaugenommen, allen Anlageberatern misstrauen, die - weil sie in erster Linie Verkäufer sind - dadurch zu Ihren natürlichen Feinden werden. Denn sie sind primär auf eine hohe Provision aus und erst sekundär auf Ihren Anlageerfolg, während Sie möglichst alles umsonst haben wollen, weil diese Mentalität - auch unter Mithilfe der Banken und anderen Finanzdienstleister - in Deutschland weit verbreitet ist. Zu guter Letzt, frei nach André Kostolany: Wer kein Geld hat, muss spekulieren.
© Manfred Gburek
www.gburek.eu
Herr Gburek ist u.a. Moderator auf der "Edelmetall- & Rohstoffmesse" am 2.+3.11.2007 in München und Buchautor. Seine letzten Werke waren: "Das Goldbuch" (2005) und das Wörterbuch "Geld und Gold klipp und klar von A bis Z" (2007)
http://www.goldseiten.de/content/diverses/artikel.php?storyid=5228 |
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Sarastro
Anmeldungsdatum: 23.05.2007 Beiträge: 507
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Verfasst am: Mi Sep 26, 2007 13:11 Titel: |
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Die nächste Blase kommt bestimmt
Die wichtigste Erkenntnis aus der abgelaufenen Woche vorab: neues Spiel, neues Glück! Das ist so gemeint, wie es kundige Beobachter der Geldszene bereits vorhergesagt haben. Hier folgen zwei von ihren Kommentaren, die zwar schon vor einigen Wochen veröffentlicht wurden, aber nichts an Aussagekraft für die Zukunft eingebüßt haben:
"Das Kasino ist wieder geöffnet, und zumindest die amerikanischen Währungshüter sind bereit, jene Zocker, die im Überschwang der vorigen Runde schlappgemacht haben, großuzügig mit billigem Geld zu alimentieren. Die Party soll weitergehen. Na dann, Hedgefonds, Private Equity & Co.: Bitte das Spiel zu machen." (Bernd Wittkowski in der Börsen-Zeitung vom 18. August 2007)
"Die Notenbanken stecken in einem Dilemma: In der derzeitigen Phase der Globalisierung können sie die dauerhafte Stabilität der Finanzmärkte und der Realwirtschaft nicht gleichzeitig erreichen. So bleibt ihnen einstweilen nichts anderes übrig, als die Welt mit Cash zu fluten. Auf dass es rasch wieder aufwärts geht. Möchten Sie zum Schluss noch eine Vorhersage? Bitteschön: Die nächste Blase kommt bestimmt, vermutlich schon bald." (Henrik Müller im manager magazin, Ausgabe September 2007)
Beide Aussagen unterschreibe ich ohne Wenn und Aber. Eine dritte steht ihnen nicht entgegen: "Dass Bernanke und seine Gefolgschaft die Zinsen gesenkt haben und dafür bereit waren, politische Kritik einzustecken, ist ein klares Indiz, dass sie die Wahrscheinlichkeit einer Rezession als signifikant einschätzen." (Barry Eichengreen im Handelsblatt vom 21. August 2007) Der Professor aus Kalifornien meinte hiermit die eher psychologisch motivierte Senkung des Diskontsatzes vom August. Seine Aussage lässt sich aber locker auch auf die Leitzinssenkung vom Dienstag der abgelaufenen Woche beziehen.
In deren Gefolge geschah dann das, was geschehen musste: Aktienkurse und Edelmetallpreise schossen nach oben. Nicht dagegen die Kurse der langlaufenden Anleihen, die leicht fielen. Grund: Die meisten Börsianer erwarten steigende Anleiherenditen als Kompensation für den Geldwertschwund; sie rechnen also nicht mit einer einschneidenden Rezession, von der Anleihen eher profitieren müssten. Am Ende könnten aber Eichengreen und die Börsianer recht behalten. Nämlich dann, wenn - wie zuletzt in den 70er Jahren - Stagnation bzw. Rezession einerseits und Geldwertschwund (Inflation) andererseits sich zur Stagflation bzw. Rezflation vereinigen. Eines der Ergebnisse war damals der starke Anstieg der Edelmetallpreise.
Fast alles spricht dafür, dass es dieses Mal wieder zu einer solchen Konstellation kommt, allerdings weitaus gewaltiger: wegen der viel höheren Volumina, wegen der internationalen Verflechtung der Finanz- und Gütermärkte (Globalisierung) und wegen der Dominanz der Finanzmärkte. Zum letztgenannten Punkt nur ein Zahlenvergleich: In den 70er Jahren war das weltweit in Wertpapieren und auf Konten angelegte Geld etwa so viel wert wie die Summe aller Bruttoinlandsprodukte, heute dagegen macht es mehr als das Dreifache aus. Wird ein Teil davon im Zuge der jetzigen Hypothekenkrise vernichtet, entsteht daraus folglich längst noch keine Deflation, sondern nur ein Deflatiönchen, das von der jetzt durch die Notenbanken ausgelösten gigantischen Liquiditätswelle sofort wieder erstickt wird.
...
Alles in allem also eine Entwicklung mit Ansage, wie Sie sie so oder ähnlich hier in den vergangenen Monaten mehrfach verfolgen konnten. Daran wird sich auch in den kommenden Wochen und Monaten nichts Wesentliches ändern. Einen Vorgeschmack, wenn auch unter anderen Vorzeichen, gab ja zuletzt Deutsche Bank-Chef Ackermann in einem ZDF-Interview. O-Ton: "Auch die Deutsche Bank hat Fehler gemacht." Diese Aussage bestätigt geradezu die Verkaufsempfehlung für Deutsche Bank-Aktien (zusammen mit anderen Finanz-, aber auch Immobilienaktien) durch die Citigroup vom Beginn der Woche. Und jedes Mal, wenn solche Hiobsbotschaften durch die Medien geistern, werden die Kurse der meisten Finanzaktien zunächst leiden, werden aber auch alle Notenbanker der Welt die Ohren spitzen und schon bei der Vorahnung des nächsten finanziellen Betriebsunfalls neue Liquidität in die Märkte pumpen. Das kommt dann, wie wir zuletzt gesehen haben, für wenige Tage ausgerechnet den vorher verschmähten Finanz- und Immobilienaktien zugute - wie im Kasino: mal rot, mal schwarz.
Fazit: Halten Sie Ihre Gold- und Silberbestände (die Aktien solider Edelmetallkonzerne und Juniors inbegriffen) in Abwandlung des alten Kostolany-Mottos (Schlaftablette nehmen und Wecker auf das Jahr 2010 stellen) einfach durch. Bauen Sie, falls noch in größerem Umfang vorhanden, rigoros Ihre Kredite ab und flankieren Sie Ihre Edelmetallanlagen mit Cash (Tages- oder kurzfristiges Festgeld und Staatsanleihen mit kurzen Restlaufzeiten). Wer diese hier einige Male gegebene Empfehlung schon realisiert hat, dem sei zum Schluss noch ein neues Buch empfohlen. Nicht unbedingt das von Alan Greenspan ("Mein Leben für die Wirtschaft"), auch wenn es ganz unterhaltsam ist. Für Anleger eher schon das von Bruno Bandulet: "Das geheime Wissen der Goldanleger". Und gleich noch zwei Tipps dazu: 1. Bandulets Informationsbrief "G & M" (Details: www.bandulet.de) enthält Monat für Monat neben wertvollen Analysen der Finanz-, Edelmetall- und sonstigen Märkte auch viele konkrete Vorschläge zum Kauf (und Verkauf) von Aktien. 2. Die eingangs zitierten Autoren sind es - neben vielen anderen - immer wieder wert, gelesen zu werden. Gewöhnen Sie sich die selektive Lektüre ihrer Aussagen an. Dafür stehen Ihnen, falls Sie nicht alles abonnieren wollen, die Bibliotheken großer Industrie- und Handelskammern kostenlos zur Verfügung.
© Manfred Gburek
www.gburek.eu
http://www.goldseiten.de/content/diverses/artikel.php?storyid=5347 |
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Sarastro
Anmeldungsdatum: 23.05.2007 Beiträge: 507
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Verfasst am: Di Okt 30, 2007 11:16 Titel: |
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Fiat Money...
=== Rekordjagd auf Öl, Gold und den Euro
Ölpreis klettert in Richtung 100 Dollar pro Barrel - Goldpreis auf 28-Jahres-Höchststand - Sorge um Konjunktur
von Jürgen Krämer
Frankfurt/Main. Seit Tagen sorgt ein Dreiklang aus Öl, Gold und Euro für immer neue Schlagzeilen an den internationalen Finanzmärkten. Scheinbar unaufhaltsam steigt der Preis für Rohöl der US-Sorte WTI in Richtung 100 Dollar je Fass (159 Liter). Gestern kostete das Fass schon 93,20 Dollar. Die Feinunze Gold (31,1 Gramm) erreichte mit 793,55 Dollar den höchsten Stand seit 1980, und der Euro sprang gestern erstmals seit der Einführung vor knapp acht Jahren auf 1,4438 Dollar.
Auch wenn die Märkte für Öl und Gold auf den ersten Blick keine großen Gemeinsamkeiten mit dem Handel an den Devisenmärkten haben, erkennen Fachleute einen Zusammenhang zwischen den Rekorddaten. Der Knackpunkt ist die Geldpolitik in den Vereinigten Staaten. Die Aussicht auf eine weitere Zinssenkung der US-Notenbank am Mittwoch setzte den Dollar im Handel mit dem Euro noch einmal kräftig unter Druck. Die Dollarschwäche hat zur Folge, dass Geldanlagen in den USA, beispielsweise in amerikanische Staatsanleihen, immer unattraktiver werden. Auf der Suche nach Anlagemöglichkeiten mit ansprechenden Renditen werden die Investoren derzeit immer stärker bei den Rohstoffen fündig.
Vor allem Öl und Gold gelten unter Experten als besonders geeignet. Beide Rohstoffe verfügen über einen Markt, der es erlaubt, auch große Summen vergleichsweise schnell anzulegen. Rohstoffexperte Eugen Weinberg von der Commerzbank bestätigte ein stark steigendes Interesse der Anleger am Goldmarkt. Bei den beiden größten Indexfonds für Gold, die auch tatsächlich das gelbe Edelmetall kaufen, gebe es mittlerweile ein Volumen von 597,50 Tonnen. Dies sei ein Anstieg von über 25 Prozent seit Anfang Juli. „Es kommen einfach immer neue Spieler an den Goldmarkt“, sagte Weinberg weiter. Die Rekordjagd lasse sich derzeit offenbar nicht bremsen. Selbst die Marke von 800 Dollar ist nach Einschätzung des Commerzbank-Experten nur ein Zwischenstopp auf dem Weg nach oben.
Der Goldpreis strebe derzeit auf ein neues Rekordhoch, das er zuletzt 1980 bei 850 Dollar erreichte. Damals hatte der Höhepunkt der Mexikokrise den Goldpreis hochkatapultiert. In den Jahren 1976 und 1982 erlitt das Land wirtschaftliche Zusammenbrüche, in denen die Banken verstaatlicht wurden. Beim US-Ölpreis ist nun sogar die vor Jahren noch als utopisch abqualifizierte Zielmarke von 100 Dollar je Barrel (159 Liter) in greifbare Nähe gerückt.
Neben geopolitischen Risiken wie den Spannungen an der türkisch-irakischen Grenze oder den angekündigten US-Sanktionen im Atomstreit mit dem Iran erkennen Fachleute auch an den Ölmärkten internationale Spekulanten als Preistreiber. Auf der Suche nach lukrativen Anlagemöglichkeiten habe „die internationale Spekulation“ einen wesentlichen Anteil an den Rekordpreisen, hieß es.
Die Aussicht auf weiter fallende Zinsen in den USA bildet den Treibsatz für die Rekordjagd beim Gold, dem Öl und beim Euro. „Der Euro jagt von Hoch zu Hoch“, betonte Ökonom Rainer Sartoris vom Bankhaus HSBC Trinkaus & Burkhardt. Dieser Trend dürfte zunächst anhalten. Die obersten Währungshüter der USA werden bei ihrer Geldpolitik nach Einschätzung von Fachleuten die möglichen Folgen der Immobilienkrise in den USA im Blick haben. Volkswirte rechnen daher allgemein mit weiter sinkenden Zinsen. „Die US-Notenbank dürfte die Märkte wohl nicht enttäuschen“, erklärte Sartoris.
An den Finanzmärkten wird für Mittwoch eine Leitzinssenkung in den USA von mindestens 0,25 Prozentpunkten erwartet. Für die Eurozone ist der Zinskurs Ökonomen zufolge unterdessen weniger klar vorgezeichnet. Angesichts weiterhin bestehender Inflationsrisiken gilt für die Eurozone eine Zinserhöhung der Europäischen Zentralbank als weiterhin nicht gänzlich ausgeschlossen. Nicht zuletzt Bundesbankpräsident Axel Weber hatte in jüngster Zeit vor weiter bestehenden Inflationsgefahren gewarnt. Allerdings wird der Preisauftrieb Ökonomen zufolge zumindest etwas durch den Euro-Höhenflug gedämpft, da viele Rohstoffe wie etwa Rohöl in Dollar abgerechnet werden. - dpa
http://www.pnp.de/nachrichten/artikel.php?cid=29-17780420&Ressort=wi&BNR=0 |
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Sarastro
Anmeldungsdatum: 23.05.2007 Beiträge: 507
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Verfasst am: Mo Dez 10, 2007 15:30 Titel: |
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Der Lockruf des Dollar: Deutsche Firmen produzieren in den USA
Atlanta/New York. Auf nach Amerika: Immer mehr deutsche Unternehmen prüfen angesichts des starken Euro eine Produktion im günstigen Dollar-Raum. Volkswagen sucht mit Hochdruck einen Standort, Airbus denkt ebenfalls über ein Werk nach.
Andere sind längst dort: BMW und Mercedes fertigen seit mehr als zehn Jahren in den USA - und stehen damit für eine Heerschar von Unternehmen aus «Good Old Germany».
Besonders Amerikas aufstrebender Südosten hat es deutschen Firmen angetan. Bundesstaaten wie Alabama und Georgia sowie South und North Carolina locken mit viel Platz, günstiger Lage und relativ wenig Bürokratie. Obendrauf gibt es millionenschwere Fördermittel, mit denen etwa auch VW rechnen dürfte.
Deutsche Unternehmen beschäftigen allein in diesen vier Staaten 80 000 Mitarbeiter. «Der Trend geht seit über einem Jahrzehnt hierher», sagt Kristian Wolf, Geschäftsführer der Deutsch-Amerikanischen Handelskammer USA-Süd. Die Ausbildungssysteme Alabamas und Georgias seien landesweit führend.
Was ausländischen Autobauern am Süden besonders gefällt: Die in der traditionellen Autohochburg Detroit (Michigan) im Norden der USA starken Gewerkschaften sind hier nur schwach organisiert. Größter Vorteil ist derzeit aber ohne Frage die günstige US-Währung. Die Produktion im Dollar-Raum ist ein idealer Währungspuffer.
BMW produziert bereits seit Mitte der 90er Jahre in Spartanburg (South Carolina). Mittelfristig soll die Kapazität auf 240 000 Fahrzeuge pro Jahr mehr als verdoppelt werden. In Zukunft kommen alle Geländewagen (SUV) des weißblauen Konzerns aus Amerika. Zwei von drei der hier gebauten Autos rollen schon heute auf Straßen außerhalb der USA. Rund 4500 BMW-Mitarbeiter sind in Spartanburg beschäftigt.
«Es gibt eine lange Tradition deutscher Firmen in South Carolina», sagt der für das Werk zuständige BMW-Sprecher Robert Hitt. Die Lage sei verkehrsgünstig und der Zeitunterschied zu Deutschland nicht zu groß. Weiteres Plus gegenüber Detroit direkt an der Grenze zu Kanada: «Es ist hier nicht so kalt und schneit viel weniger», sagt Hitt.
Der Daimler-Konzern feierte gerade das zehnjährige Bestehen seiner Fertigung in Tuscaloosa (Alabama). Das Werk mit 4000 Beschäftigten ist die Heimat der Mercedes M-Klasse, hinzu kamen später die R- und die GL-Klasse. Gut 173 000 Wagen rollen hier pro Jahr vom Band - darunter alle SUV des Konzerns.
Allein in Alabama haben mittlerweile rund 380 Autozulieferer aus aller Welt ihre Zelte aufgeschlagen. In den vergangenen zehn Jahren entstanden so nach Angaben des Bundesstaats 35 000 neue Jobs.
Auch der Luft- und Raumfahrtkonzern EADS und seine Flugzeugtochter Airbus betreiben bereits Entwicklungs- und Servicezentren in Amerika. Der Standort Mobile (Alabama) soll zur ersten Fertigung ausgebaut werden, wenn EADS den Zuschlag für die Modernisierung der Tankerflotte der Air Force bekommt. Airbus steht besonders unter Währungsdruck, da Flugzeuge in der Regel in Dollar bezahlt werden. Der Hersteller kooperiert heute schon mit Hunderten US- Lieferanten. 2006 kaufte er bei ihnen für 10,2 Milliarden Dollar ein - Tendenz steigend.
Weiteres aktuelles Beispiel für den Trend zur Produktion im «Land der unbegrenzten Möglichkeiten»: Der Stahlkonzern ThyssenKrupp mit heute schon 23 400 US-Mitarbeitern baut in Calvert (Alabama) gerade für 3,7 Milliarden Dollar ein Werk, das 2010 fertig sein soll.
Für den Sportwagenbauer Porsche hingegen ist eine US-Fabrik kein Thema. «Schon vom Volumen her nicht», sagt US-Sprecher Bernd Harling mit Blick auf «nur» 35 000 in Nordamerika pro Jahr verkaufte Autos. Porsche sicherte zudem den Dollarkurs durch Währungsgeschäfte auf Jahre hinaus ab («Hedging»). Noch wichtiger aber ist laut Harling: «Das Etikett "Made in Germany" ist für unsere Wagen gerade im US- Markt unheimlich wichtig.»
http://www.az-web.de/sixcms/detail.php?template=az_detail&id=371489&_wo=News:Wirtschaft&_g=Der-Lockruf-des-Dollar:-Deutsche-Firmen-produzieren-in-den-USA |
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Sarastro
Anmeldungsdatum: 23.05.2007 Beiträge: 507
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Verfasst am: Mi Jan 16, 2008 13:50 Titel: |
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Man beachte die Verschiebungen der Finanzströme in der Weltwirtschaft.
1.) Asiaten und Amerikaner kaufen sich in Deutschland/Europa ein.
2.) Asiaten kaufen sich bei Amerikanern ein.
3.) Verschuldet sind irgendwie alle.
4.) Die Preise für Rohstoffe steigen.
Ausland hält erstmals die Mehrheit an Dax-Firmen
17. Dezember 2007 Die 30 größten deutschen börsennotierten Unternehmen befinden sich erstmals mehrheitlich in der Hand ausländischer Investoren, wie das „Handelsblatt“ errechnet hat. Das Deutsche Aktieninstitut (DAI) bestätigte den Trend am Montag. Die Zeitung schrieb, der Anteil des ausländischen Kapitals an den Dax-Konzernen sei in diesem Jahr auf 52,6 Prozent gestiegen, noch 2001 betrug er nur gut ein Drittel.
Damit honorierten ausländische Anleger, dass deutsche Konzerne über ihre hohe Exportquote stärker als die Wettbewerber vom weltweiten Aufschwung profitierten, hieß es. Franz-Josef Leven vom DAI erklärte zu den Berechnungen: „Das deckt sich mit unseren Zahlen.“ Er konnte allerdings nicht bestätigen, dass die 50-Prozent-Schwelle genau in diesem Jahr überschritten worden sei. Auch wenn es sich um die Fortschreibung eines langjährigen Trends handele: „Das ist eine andere Dimension. 50 Prozent, das ist schon was“, sagte der Aktienexperte der Nachrichtenagentur AP.
Vor zehn Jahren noch bei etwa 10 Prozent
Das „Handelsblatt“ machte neben den Rekordgewinnen deutscher Konzerne und dem hohen Wachstum auch den Dollar-Verfall für die Entwicklung verantwortlich: „Amerikanische Investoren streichen außer Kurs- auch Währungsgewinne ein.“ Thomas Kautzsch von der Consulting-Firma Oliver Wyman sagte dem Blatt: „Die Entwicklung spiegelt den Ratschlag vieler deutscher Bankberater an ihre Kunden wider, mehr zu diversifizieren und nicht nur deutsche Aktien zu halten.“
Den Angaben zufolge lag der Anteil ausländischer Beteiligungen an den Dax-Werten vor zehn Jahren noch bei etwa 10 Prozent, 2001 waren es schon 35,5 Prozent und 2005 rund 43,8 Prozent. Leven vom Deutschen Aktieninstitut erklärte, der seit mindestens Ende der 80er Jahre zu beobachtende Trend werde wahrscheinlich anhalten.
Deutsche Börse zu 84 Prozent in fremder Hand
Spitzenreiter in punkto ausländisches Kapital im Dax ist laut „Handelsblatt“ die Deutsche Börse mit 84 Prozent vor Adidas (79 Prozent) und Bayer (78 Prozent). Deutlich weniger als die Hälfte hielten Ausländer fast nur noch bei ehemaligen Staatskonzernen wie der Deutschen Post, Postbank und Lufthansa, oder bei Unternehmen mit starkem Aktionärsbesitz der Gründer (SAP), Familie (VW) oder Stiftung (Thyssen-Krupp).
Milliardenschwere Pensions- und Investmentfonds halten Anteile an vielen großen deutschen Firmen. So seien beim Pharmakonzern Merck die Investmentgesellschaften Barclays, Sun Life und Capital Research mit jeweils mehr als fünf Prozent beteiligt. Blackstone kaufte sich mit 4,4 Prozent bei der Deutschen Telekom ein, der Staatsfonds Dubai International Finance stieg den Angaben zufolge im Mai mit 2,2 Prozent bei der Deutschen Bank ein. Kuwait halte sieben Prozent an Daimler. Auch Commerzbank und Münchner Rück seien neuerdings zu mehr als zwei Dritteln in ausländischer Hand.
Quelle FAZ
Weitere Finanzspritze für Merrill Lynch
Nochmals über sechs Milliarden Dollar aus Asien
Die amerikanische Bank Merrill Lynch erhält eine weitere milliardenschwere Finanzspritze von drei ausländischen Investmentfonds. Wie die weltgrösste Investmentbank am Dienstag berichtete, stellen die Korean Investment Corp., die Kuwait Investment Authority und die Mizuho Bank insgesamt 6,6 Milliarden Dollar zur Verfügung.
(ap) Die Investoren erhalten im Gegenzug für ihre finanzielles Engagement Vorzugsaktien ohne Stimmrecht, die in knapp drei Jahren in stimmberechtigte Anteilsscheine umgewandelt werden können.
Bereits zweite Runde
Es ist die zweite Runde zur Kapitalaufstockung bei Merrill Lynch. Nach den Turbulenzen im Gefolge der Immobilienkrise in den USA hatte sich Merrill Lynch bereits im Dezember mit dem Verkauf eigener Aktien eine Kapitalspritze von 6,2 Milliarden Dollar besorgt.
Höchster je verbuchter Verlust
Merrill Lynch hatte im dritten Quartal einen Verlust in Höhe von 2,24 Milliarden Dollar zu verzeichnen, den höchsten in der 93-jährigen Geschichte des Unternehmens. Merrill Lynch musste infolge der Hypothekenkrise bereits 8,4 Milliarden Dollar abschreiben. Die Zahlen für das vierte Quartal will das Institut am Donnerstag dieser Woche bekanntgeben.
http://www.nzz.ch/nachrichten/wirtschaft/unternehmen/weitere_finanzspritze_fuer_merrill_lynch__1.651809.html
Finanzkrise dauert an - Citi mit Rekordverlust
New York (Reuters) - Die Krise an den Kreditmärkten reißt immer tiefere Löcher in die Bilanzen der Banken und treibt viele Institute in die Arme von Finanzinvestoren.
Erneute Abschreibungen von mehr als 18 Milliarden Dollar führten beim größten US-Geldhaus Citigroup im Schlussquartal 2007 zum ersten Verlust seit der Verschmelzung von Citicorp und Travellers Group 1998. Zur Stärkung der dünner gewordenen Kapitaldecke sicherte sich das Institut nach Angaben vom Dienstag eine weitere Finanzspritze. Zudem stehen Tausende Stellen auf der Kippe. Auch die kriselnde Investmentbank Merrill Lynch rüstet sich für schwere Verluste und beschafft sich frisches Kapital. Schlechte Nachrichten kamen auch aus Deutschland: Die Hypo Real Estate ist nun doch ebenfalls von der Krise betroffen. Anleger blieben daher am Dienstag skeptisch und straften Bankaktien weltweit kräftig ab.
Nach wochenlangen Spekulationen über das Ausmaß der Belastungen für die Citigroup gab der neue Bankchef Vikram Pandit einen Quartalsverlust von knapp zehn Milliarden Dollar bekannt. Er sprach von einem inakzeptablen Ergebnis. Neben den Abschreibungen auf Engagements mit schlechter besicherten Hypotheken (Subprime) schlug auch eine höhere Risikovorsorge im klassischen Kreditgeschäft negativ zu Buche. Die US-Verbraucher kämen zunehmend in Zahlungsschwierigkeiten, erklärte die Bank und signalisierte damit einen neuen potenziellen Krisenherd. Die Rückstellungen für wahrscheinliche Ausfälle stiegen daher um rund vier Milliarden Dollar. Die Ratingagentur Standard & Poor's stufte daraufhin die Bank um eine Stufe herab, mit negativem Ausblick.
Die Citigroup hat nun mit insgesamt mehr als 20 Milliarden Dollar Abschreibungen die schwersten Belastungen im Zuge der weltweiten Krise an den Kreditmärkten zu verkraften. Die Quartalszahlen fielen deutlich schlechter aus als von Analysten im Schnitt erwartet. Die Höhe der Wertberichtigungen lag zudem rund doppelt so hoch wie von der einst größten Bank der Welt vor zwei Monaten angekündigt. Pandit, der erst im Dezember Charles Prince an der Spitze der Bank ablöste, kündigte umfangreiche Schritte an, um das Institut wieder auf Kurs zu bringen. So sollen weitere 4200 Stellen abgebaut werden - zusätzlich zu der bereits angekündigten Streichung von 17.000 der insgesamt mehr als 330.000 Arbeitsplätze. Pandit signalisierte in einer Konferenz mit Analysten zudem Verkäufe von Randbereichen.
Kurzfristig sichert sich die Citigroup zum zweiten Mal innerhalb weniger Monate Unterstützung durch ausländische Investoren. Nach dem Einstieg von Abu Dhabi für 7,5 Milliarden Dollar im November schießen nun Kuwait und Singapur frisches Geld zu. Auch der frühere Citigroup-Chef Sanford Weill und der saudische Großaktionär Prinz Alwalid bin Talal beteiligen sich an der Kapitalspritze von insgesamt 14,5 Milliarden Dollar. Der Prinz sprang dem Citigroup-Vorgängerinstitut Citicorp bereits 1991 helfend zur Seite und ist mit weniger als fünf Prozent größter Einzelaktionär des Geldhauses.
Auch mit einer Kürzung der Dividende um 41 Prozent, die jährlich 4,4 Milliarden Dollar einsparen soll, will die Bank ihre Kapitalbasis stärken. "Wir stellen die Citi so auf, dass wir uns künftig wieder auf Ergebniswachstum konzentrieren können", erklärte Pandit. "In diesem Umfeld werde ich aber keine Versprechen abgeben." Die Eigenkapitalquote schmolz im Quartal auf 7,1 Prozent von 7,3 Prozent Ende September ab, liegt damit aber weiter über der Marke von sechs Prozent, ab der US-Behörden von einer gut kapitalisierten Bank sprechen.
Auch Merrill Lynch muss zum zweiten Mal innerhalb kurzer Zeit ausländische Hilfe beanspruchen. Die Bank sichert sich insgesamt 6,6 Milliarden Dollar vor allem aus Südkorea, Kuwait sowie von der zweitgrößten japanischen Bank Mizuho Financial, die als langfristige Investoren jedoch kein Mitspracherecht im Management bekommen. Das US-Geldhaus wird am Donnerstag seine Geschäftszahlen für das vierte Quartal vorlegen. Die "New York Times" hatte vergangenen Freitag von Abschreibungen von mehr als 15 Milliarden Dollar berichtet.
Die Anleger an den Aktienmärkten konnten die Institute am Dienstag nicht überzeugen. Citigroup- und Merrill-Aktien gaben um mehr als sieben beziehungsweise gut drei Prozent nach. Auch deutsche Banktitel gerieten in den Abwärtsdruck und verloren deutlich. Hauptverlierer war Hypo Real Estate mit minus 35 Prozent. Der Immobilienfinanzierer räumte überraschend Belastungen aus der US-Hypothekenkrise ein.
http://de.today.reuters.com/news/newsArticle.aspx?type=topNews&storyID=2008-01-15T183748Z_01_HUM567052_RTRDEOC_0_USA-BRANCHEN-BANKEN-CITIGROUP-3ZF.xml
Eine maskierte Deflation, eine absehbare Rallye und eine Echo-Bubble
Ben Bernanke hat in seiner Rede deutlich gemacht, dass angesichts gestiegener Wachstumsrisiken zusätzliche geldpolitische Lockerungen notwendig sein könnten. "Bei Bedarf könnten substantielle weitere Eingriffe nötig sein", so Ben Bernanke. Mit diesen Aussagen macht Bernanke meines Erachtens deutlich, dass er die Gefahren einer Rezession höher einschätzt als die Gefahr einer Inflation.
Die EZB sieht das anders, sie hat gestern die Leitzinsen unverändert belassen. Für sie besteht auch noch kein Handlungsbedarf, die europäischen Blue Chips halten sich noch gut und die Wachstumsaussichten sind (noch) nicht kritisch. Hier gilt es, die Inflation zu bekämpfen.
Wie kann dieser große Unterschied entstehen?
Wie Sie wissen, habe ich bereits sehr früh im Sommer auf die gestiegenen Inflationsgefahren in den USA hingewiesen, die nun wieder in aller Munde sind. Aber ich habe auch immer geschrieben, dass es noch nicht sicher sei, ob wir nicht doch in eine Deflation in den USA abrutschen.
Zwei verschiedene Zeithorizonte
Damit es nicht zu verwirrend wird, müssen wir die verschiedenen Zeithorizonte unterscheiden. Langfristig rechne ich mit einer weltweiten Phase höherer Inflation auf Sicht von mindestens 10 Jahren. Das gilt auch für die USA. Kurzfristig können aber gerade die USA auch noch einmal in eine deflationäre Phase abrutschen.
Langfristige Inflation
Beim Blick auf die Ursachen wird dieser Unterschied deutlich: Meine langfristige Prognose zur Inflation stützt sich auf die Tatsache, dass die deflationären Effekte der Globalisierung nun nach und nach zurückgehen werden. Durch die Globalisierung konnten immer mehr "Billiglohnländer" Waren auf den internationalen Markt werfen, die weltweit zu einem starken Preisdruck in vielen Bereichen geführt haben. In diesem deflationären Umfeld war es der amerikanischen Notenbank, aber auch anderen Notenbanken, möglich, die Zinsen immer weiter zu senken. Diese niedrigen Zinsen sind letztlich mit für die große Rallye seit 1990 verantwortlich.
In den Billiglohnländern führte die Globalisierung zu einem exorbitanten wirtschaftlichen Aufschwung (so dass übrigens offiziell die weltweite Armut im letzten Jahrzehnt tatsächlich auf dem Rückzug ist, wobei hier auch statistische Effekte eine Rolle spielen.)
Dieser Aufschwung führt dazu, dass auch in diesen Ländern die Menschen mehr verdienen, der Lebensstandard also steigt und somit mehr konsumiert wird. Dadurch entsteht zusätzliche Nachfrage. Steigende Nachfrage führt zu steigenden Preisen. Ein Effekt, der sich in den nächsten Jahren zunächst langsam, aber immer deutlicher auch global preistreibend auswirken wird. Hinzu kommen natürlich die gestiegenen Rohstoffpreise.
Die kurzfristigen Aussichten für die USA gehen in eine andere Richtung
Kurzfristig kann sich die USA diesem Inflationsdruck unter bestimmten Voraussetzungen entziehen. Wie ich hier schon vor einigen Tagen ausgeführt habe: Wenn die Rohstoffpreise, insbesondere das Öl, nicht weiter stark anziehen, wird der importierte Inflationsdruck nachlassen. Eine Rezession in den USA kann sich zudem dämpfend auf die Rohstoffpreisentwicklung auswirken. Sie wird aber auch den Binnenkonsum belasten, so dass Preissteigerungen nicht durchsetzbar sind.
Die maskierte Deflation
Und hier kommen wir zu der eigentlichen Frage: Gibt es in den USA eine versteckte Deflation? Also eine Deflation, die durch die Auswirkungen der gestiegenen Rohstoffpreise zurzeit nur überlagert wird? Vieles spricht dafür. Fassen wir einmal die preisdämpfenden Faktoren zusammen:
* 1. Der Einbruch im US-Immobilienmarkt hat deflationäre Auswirkungen. Die exorbitanten Preissteigerungen der Immobilienhausse, die sich in allen Bereichen auswirkten, die auch nur entfernt mit "Bauen" zu tun hatten, gehören der Vergangenheit an. Zurzeit ist ein massiver Preisverfall zu erkennen.
* 2. Das Geld, das den Gewinnen des Immobilienbooms zur Verfügung stand, ist nun ebenfalls aus dem Markt.
* 3. Hinzu kommt, dass viele Hypothekenschuldner aufgrund der höheren Zinsen nur noch das Nötigste konsumieren können.
* 4. Wenn der Arbeitsmarkt durch eine Rezession in Bedrängnis kommt, wird sich auch das auf den Konsum negativ auswirken: Weniger Arbeitnehmer = weniger Konsum.
* 5. Aber in diesem Fall werden auch die Löhne nicht weiter steigen und sich dämpfend auf den Konsum auswirken.
* 6. Hinzu kommt, dass Menschen in Erwartung einer Rezession größere Anschaffungen nach hinten stellen. Auch das ist eine Belastung für den Konsum und damit für die Preise.
* 7. Nicht vergessen sollte man, dass die gestiegenen Energie und Benzingpreise dazu führen, dass die Verbraucher weniger Geld in den Taschen haben.
* 8. Und dann wird die Kreditmarktkrise dazu führen, dass die Unternehmen weniger investieren können, da die Kreditvergabe zurzeit erheblich erschwert ist (was übrigens natürlich auch ganz besonders für die Immobilienbereich gilt). Eine sinkende Investitionsbereitschaft wirkt sich schlussendlich ebenfalls negativ auf die Preisentwicklung aus.
Sie sehen, es gibt aktuell eine Vielzahl von Faktoren, die sich alle "deflationär" auswirken. Was passiert also, wenn die Rohstoffpreise nicht mehr weiter steigen? Wird dann in den USA der Deflation die Maske entrissen und ihre hässliche Fratze zum Vorschein kommen? Das ist nicht unwahrscheinlich und würde erklären, warum Ben Bernanke auf eine Lockerung der Geldpolitik einschwenkt. Die Fed wird alles tun, um einer deflationären Entwicklung möglichst früh entgegenzutreten, zu einem Zeitpunkt, wo alle noch von Inflation reden!
Die Folgen wären für den Markt bullish
Nun müssen wir nur einen Schritt weiter denken. Gehen wir einmal davon aus, dass sich das genauso entwickelt wie dargestellt. Eine Deflation wird durch niedrige Zinsen bekämpft. Niedrige Zinsen führen:
* 1. zu einer Stabilisierung des US-Häusermarktes,
* 2. zu einer Entlastung der Hypothekenschuldner,
* 3. zu einer Entlastung der durch die Kreditmarktkrise in Bedrängnis geratenen Banken,
* 4. zu einer erhöhten Investitionsbereitschaft (und Kreditvergabe).
Wenn Sie sich die einzelnen Punkte ansehen, dann erkennen Sie, dass jeder geeignet ist, die US-Wirtschaft anzutreiben und somit eine Rezession zu verhindern. Das würde jedoch die Börse vorwegnehmen, sprich es wären starke Kursteigerungen zu erwarten!
Die Gefahr ist dann allerdings groß, dass durch die niedrigen Zinsen lediglich eine neue Blase geschaffen wird. Vielleicht würde sogar der US-Immobilienmarkt eine Art Echo-Bubble erleben. Etwas, womit im Moment keiner rechnet, weswegen ich diese These vergleichsweise spannend finde.
Alles so einfach?
Wenn Sie nun meinen, hier eine eindeutige Vision für eine mögliche Zukunft gefunden zu haben, muss ich Sie bzw. uns leider enttäuschen. Denn das große "Sorgenkind", das all diese schönen Überlegungen einfach über Bord werfen kann, ist der Dollar!
Durch weiter sinkende Zinsen wird der Dollar geschwächt, was wiederum zu einem starken Anstieg der in Dollar gelisteten Rohstoffpreise führen würde - und schon haben wir wieder den importierten Inflationsdruck in den USA. So lange dieser anhält, wird die eigentliche Deflation in den USA maskiert bleiben.
Es hat niemand behauptet, Börse sei einfach...
In diesem Sinne ein nachdenkliches Wochenende
© Jochen Steffens
Quelle: Auszug aus dem Newsletters "Investor´s Daily"
http://www.goldseiten.de/content/diverses/artikel.php?storyid=6217
Jim Rogers glaubt weiter an Rohstoff-Hausse
Ob Öl, Gold oder Weizen – die Preise für Rohstoffe erklimmen immer neue Höhen. Dieser Trend dürfte langfristig anhalten. Den zittrigen Börsen zum Trotz. "Alle Rohstoffe sind für ein weiteres Jahrzehnt sehr knapp", sagt Rohstoff-Guru Jim Rogers.
Guter Riecher und perfektes Timing
Eines kann man Jim Rogers nicht absprechen: sein Gespür für exzellente Geschäfte. Im Dezember vergangenen Jahres etwa verkaufte der Investmentguru sein Stadthaus in New York, für das er 1977 knapp 100 000 Dollar hinblättern musste. Der Erlös 30 Jahre später betrug mit 16 Millionen Dollar das 160-Fache.
Einen ähnlich guten Riecher bewies der 65-jährige US-Amerikaner, als er vor sieben Jahren das Comeback der Rohstoffe ausrief. Zu einer Zeit, als die Branche am Boden lag. Das Timing war beinahe perfekt.
Seit 2001 sind die Notierungen für Öl, Gold und Weizen in die Höhe geschossen. Seither personifiziert Rogers wie kein Zweiter den Boom der Bodenschätze. Produkte auf Rohstoffindizes mit seinem Namen sind zu Verkaufsschlagern avanciert.
Früher Außenseitermeinung, heute Tatsache
Was der ehemaligen Hedgefondsmanager vor Jahren noch als Außenseitermeinung propagiert hat, ist heute längst Tatsache. Die steigenden Preise bei Lebensmitteln und Energie sind inzwischen für jedermann im Geldbeutel spürbar.
In den vergangenen Wochen erreichten gleich mehrere Rohstoffe historische Preisrekorde, die auch auf den Ansturm von institutionellen wie Privatanlegern zurückzuführen sind.
Angelockt durch die Unsicherheiten auf dem Aktien- und Anleihemarkt, erliegen immer mehr Investoren dem Reiz der Rohstoffe. Für die Anlageklasse spricht, dass sie langfristig mehr Stabilität ins Depot bringt, da sie sich relativ unabhängig vom Aktien- und Anleihemarkt entwickelt.
Aber auch fundamental gibt es gute Gründe, sich bei Bodenschätzen zu engagieren. Denn egal, ob bei Industrie- oder Edelmetallen, bei Öl oder Nahrungsmitteln, die Nachfrage steigt, angetrieben durch die Schwellenländer, langfristig an.
"Wir sind erst am Beginn eines Zyklus"
In vielen Bereichen kann das Angebot mit dem Bedarf nicht mithalten, ein Ende des Booms ist laut Rogers erst einmal nicht in Sicht: "Alle Rohstoffe sind für ein weiteres Jahrzehnt sehr knapp."
Deutlich wird dies bei den Agrarrohstoffen, die trotz eines Preisschubs von 31 Prozent im vergangenen Jahr laut Rogers erst am Anfang einer mehrjährigen Rally stehen.
Mit seiner Meinung steht der Amerikaner keineswegs mehr allein da. "Inflationsbereinigt notieren die Preise der Agrarrohstoffe immer noch weit unter ihren historischen Höchstständen", erklärt auch Michael Lewis, Chef für Rohstoffresearch bei der Deutschen Bank.
"Wir glauben, dass die Rally bei Soft Commodities noch in den Kinderschuhen steckt." Und sein Kollege Eugen Weinberg von der Commerzbank stimmt zu: "Wir sind erst am Beginn eines Zyklus."
Chinesen und Inder essen mehr Fleisch
Denn der Bedarf steigt zugleich bei Lebensmitteln, Viehfutter und Biotreibstoff an. Die Produktion von Biosprit aufgrund der Bemühungen der Industriestaaten, den CO2-Ausstoß und die Abhängigkeit von den Ölländern zu senken, wird weltweit kräftig nach oben gefahren.
Allein in den USA soll sich die Herstellung von Treibstoff aus Futtermais in den kommenden drei Jahren auf 90 Millionen Tonnen verdoppeln. Dies allein würde den Markt noch nicht in Schieflage versetzen, doch gleichzeitig wächst auch der Bedarf an Viehfutter und Lebensmitteln deutlich.
"Aufgrund des gestiegenen Einkommens in den Schwellenländern hat sich das Ernährungsverhalten der Menschen vor Ort deutlich geändert", erklärt Ralf Oberbannscheidt, der den DWS Invest Global Agribusiness managt.
Proteinhaltigere Nahrung wie Fleisch werde etwa in China und Indien immer beliebter. Das schlägt wiederum auf den Futtermittelmarkt durch, da für jedes Kilo Fleisch zwischen sieben und zehn Kilogramm Getreide verfüttert werden muss.
"In der EU sind inzwischen alle Butterberge abgebaut"
Engpässe bei Sojabohnen, die sowohl für Viehfutter als auch für Biotreibstoffe verwendet werden, sind daher keine Seltenheit mehr. In diesem Jahr erwartet die Investmentbank Goldman Sachs eine große Angebotslücke bei Sojabohnen, die die Preise um knapp 50 Prozent in die Höhe treiben könnte.
Auch bei Weizen und Mais ist die Situation derzeit angespannt, nicht zuletzt durch viele Missernten weltweit. Gemessen am Verbrauch, befinden sich die Vorratsbestände daher auf dem niedrigsten Stand seit vier Jahrzehnten. Eine Tendenz, die sich auch bei anderen Lebensmittelsektoren zeigt.
"In der Europäischen Union sind inzwischen alle Milchseen sowie Fleisch- und Butterberge abgebaut", sagt Oberbannscheidt. Der Druck wird angesichts der wachsenden Weltbevölkerung zunehmen, die von derzeit sieben Milliarden bis 2050 auf rund zehn Milliarden Menschen zunehmen wird.
Klimawandel macht Preise für Agrarrohstoffe schwankungsanfälliger
Gleichzeitig lassen sich die Anbauflächen nicht beliebig vergrößern. Im Gegenteil: In den vergangenen Jahren haben die Ackerflächen wegen der Ausbreitung von Wüsten und durch Verstädterung pro Jahr um ein halbes Prozent abgenommen.
Unklar ist allerdings, inwieweit moderne Anbaumethoden und besseres Saatgut diesen Effekten entgegenstehen können. Ohnehin sollten sich Anleger über eines bewusst sein: Die Preise für Agrarrohstoffe werden "in Zukunft noch schwankungsanfälliger, als sie es heute schon sind", sagt Oberbannscheidt.
"Die Wetterkapriolen werden durch den Klimawandel deutlich zunehmen." Studien gehen davon aus, dass der Klimawandel bis zu 30 Prozent der Getreideernte weltweit bedrohen könnte.
Gold ist ein Krisengewinner
Zweiter großer Favorit für Kursgewinne sind Goldinvestments. Erst vergangene Woche knackte der Goldpreis zum ersten Mal die 900-Dollar-Marke je Feinunze (31 Gramm). Zuletzt notierte das Edelmetall im Jahr 1980 mit 850 Dollar ähnlich hoch.
Damals war die UdSSR in Afghanistan einmarschiert, der Ölpreis in die Höhe geschossen und der US-Dollar wegen Rezessionsängsten unter Druck.
Knapp 27 Jahre später sind es wieder wirtschaftlich wie politisch unsichere Zeiten, in denen Gold seinem Ruf als sicherer Investmenthafen gerecht wird.
"Die Hauptgründe für die Rally sind die Dollarschwäche, die Turbulenzen auf dem Finanzmarkt und der weltweite Anstieg der Inflation", erklärt Graham Birch, Manager des Fonds Black Rock Merrill Lynch World Gold, einem der besten Goldfonds der vergangenen Jahre.
"Gold-ETFs sind die Zentralbank der kleinen Leute"
Immer mehr Investoren legen sich daher das Edelmetall ins Portfolio. Neben physischem Gold haben Anleger Exchange Traded Funds für sich entdeckt. Insgesamt ist der Absatz der mit Gold unterlegten, börsengehandelten Papiere allein im vergangenen Jahr um 34 Prozent gestiegen.
Inzwischen halten ETF-Investoren über 865 Tonnen Gold. Damit sind sie die siebtgrößte Investorengruppe. "Gold-ETFs sind inzwischen die Zentralbank der kleinen Leute geworden", sagt David Davis, Rohstoffanalyst bei der Credit Suisse.
Doch auch in Form von Schmuck erfreut sich Gold wachsender Beliebtheit vor allem in Indien und China. Gleichzeitig stockt die Produktion des Edelmetalls, da die Abbaukosten stärker zulegen als der Goldpreis.
Gold wird knapper – und damit teurer
Ein großes Problem für viele kleine Minen, die schließen müssen. Ein Trend, der vor allem in Südafrika, dem größten Goldproduzenten der Welt, zu beobachten ist. Immer tiefer muss gebohrt werden, um das gelbe Metall ans Tageslicht zu bringen.
Am Kap ist der Ausstoß inzwischen auf das Niveau von 1931 zurückgefallen, weltweit ist die Produktion seit 2001 um sieben Prozent gesunken. "Wir glauben, dass es einen deutlichen Preisanstieg geben muss, damit sich der Trend umkehrt", erklärt Birch.
China beim Ölverbrauch gleich hinter den USA
Versorgungsprobleme und fallende Lagerbestände sind entscheidend für die künftige Entwicklung auf dem Rohölmarkt. Vor wenigen Tagen übersprang die Notierung eines Barrels (159 Liter) der Sorte Brent erstmals die 100-Dollar-Marke. Bis zu 200 Dollar sind nach Angaben von Experten in den kommenden zehn Jahren durchaus vorstellbar.
Der wichtigste Antreiber hierfür ist ebenfalls China. Seit sich das Milliardenreich in einem wirtschaftlichen Rausch befindet, wächst der Energiehunger des Landes immens an. Hinter den USA ist China schon auf Platz 2 der Länder mit dem höchsten Ölverbrauch vorgerückt.
Unklar ist, ob die Förderung mit dem Wachstumstempo in den Schwellenländern noch mithalten kann. Dennoch ist für Anleger Vorsicht geboten.
"Es wieder exzellente Gelegenheiten zum Kauf geben"
Derzeit mehren sich Stimmen, die angesichts der um sich greifenden Rezessionsangst in den Industrienationen zumindest kurzfristig von einer sinkenden Nachfrage und fallenden Preisen warnen.
Auch für Industriemetallen gilt trotz langfristig guter Aussichten: wegen der nachlassenden Wirtschaftsdynamik könnten kurzfristig die Kurse erst einmal nachgeben.
Jim Rogers wittert aber selbst in diesem Sektor das große Geschäft. Zwar kaufe er derzeit keine Industriemetalle, so Rogers, "aber in den nächsten ein oder zwei Jahren wird es wieder exzellente Gelegenheiten zum Kauf geben".
Rohstoffe
Weizen: Missernten und die boomende Nachfrage haben den Weizenpreis in zwölf Monaten um 80 Prozent verteuert.
Gold: Die Feinunze Gold notierte vergangene Woche zum ersten Mal im Handelsverlauf bei knapp über 900 Dollar.
Öl: Nachdem die Rekordmarke von 100 Dollar je Barrel gefallen ist, halten Rezessionsängste den Ölpreis unter Druck.
http://www.fundresearch.de/index.asp?intPageID=5&pkBerichtNr=169892&pkRubrikNr=477 |
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Sarastro
Anmeldungsdatum: 23.05.2007 Beiträge: 507
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Verfasst am: Di Jan 22, 2008 16:49 Titel: |
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Fiat Money.
Die FED senkt massiv die Zinsen und das obwohl die Geldschleusen bereits geöffnet sind. Mal sehen, wie Euro (1,45 Dollar pro Euro) und Gold (870 Dollar pro Unze) reagieren werden.
Angst vor Rezession - US-Notenbank senkt Leitzins auf 3,5 Prozent
Die US-Notenbank Fed hat den Leizins für die USA überraschend um 75 Basispunkte auf 3,5 Prozent gesenkt. Damit reagierte sie auf die heftigen Verluste an den Aktienmärkten aus Angst vor einer Rezession in den Vereinigten Staaten. Doch der Zinsschritt kann die Talfahrt nicht nachhaltig stoppen.
Unter dem Eindruck der weltweiten Börsenturbulenzen hat die US-Zentralbank ihren Leitzins am Dienstag überraschend um 0,75 Prozentpunkte auf 3,5 Prozent gesenkt. Der Schritt erfolgte kurz vor der ersten Öffnung der US-Aktienmärkte nach den schweren Verlusten an den Börsen rund um den Globus.
Eine solche massive Zinssenkung gab es in den USA noch nie an einem einzigen Tag.
Der Deutsche Aktienindex, der den gesamten Vormittag im Minus verharrt hatte, kehrte daraufhin sofort ins Plus zurück. Gegen 14.30 Uhr notierte er bei 6813 Punkten 0,3 Prozent über dem Schlusskurs von Montag. Etwa gegen 15 Uhr verloren die Kurse wieder kräftig und liegen 15.15 Uhr wieder mit mehr als zwei Prozent im Minus.
Wie die Fed weiter mitteilte, gebe es neue Anzeichen für eine weitere Verschlechterung der Lage am US-Immobilienmarkt, von dem die Krise im Sommer vergangenen Jahres ihren Ausgang genommen hatte. Auch sei eine Schwäche am Arbeitsmarkt in den USA zu befürchten.
Die Entscheidung sei „im Lichte der abgeschwächten Konjunkturperspektiven und der zunehmenden Risiken für das Wachstum“ gefallen. Die US-Notenbank betonte, sie werde - falls nötig - zeitnah handeln um noch größeren Wirtschaftsrisiken zu begegnen. Eigentlich stand die nächste Zinsentscheidung der Fed erst in der kommenden Woche an. Allerdings hatten einige Marktteilnehmer bereits auf eine vorzeitige Zinssenkung spekuliert.
Andere Notenbanken, darunter die Europäische Zentralbank (EZB) und die Schweizer Notenbank wollten die Aktion der Fed nicht kommentieren. US-Finanzminister Henry Paulson gab unterdessen bekannt, mit Ministerkollegen aus anderen Ländern über Maßnahmen zur Beruhigung der Märkte zu beraten. Die Börsen erlebten derzeit eine „Korrektur“, sagte Paulson am Dienstag in einer Rede vor der US-Handelskammer in Washington. Grundsätzlich sei die US-Wirtschaft aber „belastbar und divers“. Der Minister räumte ein, dass sich die Wachstumsaussichten der US-Konjunktur abschwächten.
http://www.welt.de/finanzen/article1581650/US-Notenbank_senkt_Leitzins_auf_35_Prozent.html
Schwärzester Börsentag seit 11. September 2001
Angst um ein Rezession an den Weltbörsen: Erst stürzen Asien Börsen in die Tiefe. Dann verfallen die Anleger in Europa in Panik. Der Dax schließt mit dem größten Punkte-Verlust der Geschichte. Nur die Wall Street bleibt verschont: Sie war geschlossen.
Der 21. Januar wird in die Geschichte eingehen. Allerdings nicht als positives Datum, sondern als einer der schwärzesten Tage, den die Weltbörsen je erlebten. Ironie der Geschichte: Obwohl die derzeitigen Finanzprobleme ihre Ursache in den USA haben, ging das Börsenbeben vom Montag anders als 1929 oder 1987 nicht von der Wall Street aus. Wegen eines Feiertages waren die US-Finanzmärkte geschlossen.
Umso kräftiger ging es an den anderen Märkten der Welt bergab. Massive Verluste verzeichnete in Frankfurt der deutsche Leitindex Dax. Kaum war der Handel eröffnet, ging es für die Aktien rapide bergab. Schon am Mittag war die wichtige 7000-Punkte-Marke nach unten durchbrochen worden. Zum Handelsende stand der Dax 7,2 Prozent niedriger bei 6790,19 Zählern. Zuletzt hatte das Börsenbarometer am 11. September 2001 so stark verloren. Gemessen an dem Punkte-Verlust von 523,98 war der größte der Absturz der Geschichte.
Seit Jahresanfang hat der Dax rund 16 Prozent an Wert verloren. Einzelne Aktien wie die Immobilienbank Hypo Real Estate haben sich innerhalb von 14 Handelstagen im Wert halbiert. Der Reisekonzern TUI, der Finanzdienstleister Commerzbank und der Maschinenbauer MAN büßten seit Anfang Januar rund ein Drittel ihrer Marktkapitalisierung ein. Der Leitindex der Eurozone, der EuroStoxx 50, sackte ebenfalls um sieben Prozent ab. In Paris und London, in Zürich und Madrid ging es ebenfalls kräftig nach unten. Zuvor war es bereits an den Börsen in Asien zu einem Ausverkauf gekommen. Die Börse in Tokio verlor zum Wochenauftakt 3,9 Prozent. Der Hang-Seng- Index in Hongkong gab 5,5 Prozent ab, in Indien rutschte der Sensex um 7,4 Prozent ab.
"Es herrscht die nackte Panik“
Insgesamt sind seit Ausbruch der Finanzkrise Mitte des vergangenen Jahres an den weltweiten Aktienbörsen sechs Billionen Dollar vernichtet worden, das entspricht in etwa zehn Prozent der Wirtschaftsleistung, die auf dem gesamten Globus erbracht werden. „Hier findet ein massiver Ausverkauf statt. Es herrscht die nackte Panik“, sagte ein Händler in Frankfurt. „Wir sehen den klassischen Crash.“ Wie groß die Nervosität war, ließ sich auch am Angstindikator VDax ablesen. Dieser schoss am Montag um 33 Prozent nach oben. Das war der stärkste Anstieg überhaupt. Allerdings ist der Indikator noch weit von seinen Höchstständen aus dem Jahr 2003 entfernt.
Da die Panik noch nicht so groß ist, wie bei früheren Ausverkäufen, sind sich die Experten nicht sicher, ob der Tiefpunkt jetzt schon erreicht ist. Zwar übertreibt der Markt nach Ansicht von Beobachtern mit den aktuellen Verlusten – allerdings könne derzeit nicht eingeschätzt werden, wann der Boden erreicht sei und der Dax zu einer Erholung ansetzen werde. „Niemand hat damit gerechnet, dass es hier so kracht“, sagt Joachim Goldberg, Chef des Analysehauses Cognitrend, das auf Kapitalmarktpsychologie spezialisiert ist. Ob der Abwärtstrend anhalte, sei nicht vorhersagbar.
Glos warnt vor Konjunktur-Panik
Bundeswirtschaftsminister Michael Glos (CSU) warnte angesichts des Dax-Einbruchs vor Panik. Es gebe für die wirtschaftliche Entwicklung keinen Grund zur Sorge, sagte Glos in Berlin. Die Realwirtschaft sei in ordentlicher Verfassung. Das von US-Präsident George W. Bush vorgelegte Konjunkturförderpaket könnte nicht ausreichen, hieß es. „Die Wahrscheinlichkeit, dass die USA eine Rezession erleben werden, sind hoch und dieses Szenario wird gerade an den Börsen weltweit gespielt“, sagte ein Börsianer in Frankfurt.
Asiens Börsen im freien Fall - Zehn Prozent Minus in Indien
Zuvor waren die Börsen in Asien erneut massiv eingebrochen. An der Leitbörse in Tokio sackte der Nikkei-Index für 225 führende Werte um 3,86 Prozent und sank damit auf den niedrigsten Stand seit Oktober 2005. Die Börse in Hongkong musste den schwersten prozentualen Verlust innerhalb eines Tages seit den Terroranschlägen vom 11. September 2001 in den USA einstecken. Der Hang Seng Index brach um 5,49 Prozent ein. Am heftigsten traf die Börse in Indien. Im späten Handel in Bombay verlor der Börsenindex Sensex mehr als zehn Prozent. Bis zum Handelschluss hatte er 1482,05 Punkte verloren und stand bei 17.531,65 Punkten. Händler begründeten die Verluste mit der Angst vor einer US-Rezession mit Folgen für die Exportwirtschaften in Asien. Auch die chinesischen Anleger trauen dem Börsenboom nicht mehr. Der Shanghai Composite Index sackte um 5,14 Prozent ab. Das war Angaben staatlicher Medien zufolge der bisher schwerste Kurssturz seit sechs Monaten. Der Composite Index der kleineren Börsen im südchinesischen Shenzhen fiel bei Handelsschluss um 4,62 Prozent. Chinas Anleger befürchten, dass neue Wachstumszahlen, die am Donnerstag veröffentlicht werden sollen, erneute Schritte der Regierung in Peking zur Abkühlung der Wirtschaft nach sich ziehen könnten.
Der Kospi-Index der koreanischen Börse in Seoul verlor 3 Prozent. Erneut große Verluste gab es auch in Indonesien mit 4,79 Prozent, in Singapur rutschte der Straits Time Index sogar um 6,03 Prozent. Auch in Australien ging die Talfahrt zum elften Mal in Folge weiter: Der All Ordinaries Index fiel erneut um 2,3 Prozent.
http://www.welt.de/finanzen/article1575986/Schwaerzester_Boersentag_seit_11._September_2001.html |
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Sarastro
Anmeldungsdatum: 23.05.2007 Beiträge: 507
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Verfasst am: Fr Jan 25, 2008 11:58 Titel: |
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US-Haushaltsdefizit steigt 2008 wohl auf 219 Mrd USD - Kreise
WASHINGTON (Dow Jones)--Der US-Haushalt dürfte im laufenden Fiskaljahr ein Defizit von wenigstens 219 Mrd USD verzeichnen. Darauf werde die am Mittwoch zur Veröffentlichung anstehende Schätzung des Congressional Budget Office (CBO) lauten, hieß es aus gut informierten Kreisen in Washington.
Die Prognose beinhalte allerdings keine Sonderausgaben wie für das gegenwärtig im Kongress debattierte Konjunkturprogramm oder für Militäroperationen im Irak.
Dieses Defizit würde eine Abkehr von den jüngsten Haushaltsverbesserungen bedeuten. Im vergangenen Fiskaljahr, das am 30. September ausgelaufen ist, war ein Defizit von 163 Mrd USD verzeichnet worden.
23.01.2008 15:19
Webseite: http://www.ustreas.gov
http://www.faz.net/d/invest/meldung.aspx?id=67428150
Soros sieht schlimmste Krise seit 60 Jahren
Der Finanzgigant ist davon überzeugt, dass die gegenwärtige Krise die Weltwirtschaft stärker verändert wird als alle Krisen nach dem Zweiten Weltkrieg. Nach dem Platzen der Immobilienblase sei der Superboom außer Kontrolle geraten. Es sei alles schief gegangen, was schief gehen konnte, schreibt George Soros auf WELT ONLINE.
Die aktuelle, durch das Platzen der Immobilienblase in den USA ausgelöste Finanzkrise markiert auch das Ende des Zeitalters der Kreditexpansion, die auf dem Dollar als internationale Reservewährung beruhte. Diese gegenwärtige Krise ist weit gravierender als alle, die seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs auftraten.
Um die Geschehnisse zu verstehen, bedarf es eines neuen Paradigmas. Dieses ist in Form der Theorie der Reflexivität verfügbar, die ich erstmals vor 20 Jahren in meinem Buch „Die Alchemie der Finanzen“ darlegte. Diese Theorie besagt, dass Finanzmärkte kein Gleichgewicht anstreben. Verzerrte Wahrnehmungen und falsche Vorstellungen unter den Marktteilnehmern führen zu Unsicherheit und Unvorhersehbarkeit nicht nur der Marktpreise, sondern auch der Fundamentaldaten, die in diesen Preisen abgebildet sein sollten. Sich selbst überlassen, neigen Märkte zu Extremen von Euphorie bis Verzweiflung.
Finanzmärkte sind allerdings aufgrund ihrer potenziellen Instabilität nicht sich selbst überlassen. Sie unterstehen vielmehr der Verantwortlichkeit von Behörden, deren Job es ist, die Exzesse in Grenzen zu halten. Aber auch bei diesen Behörden arbeiten Menschen, die verzerrten Wahrnehmungen und falschen Vorstellungen unterliegen. Und auch die Interaktion zwischen Finanzmärkten und Finanzbehörden ist reflexiv.
Boom-und-Bust-Prozesse drehen sich üblicherweise um Kredite und sind immer mit Verzerrungen und falschen Vorstellungen verbunden – üblicherweise dem Nichterkennen eines reflexiven, zyklischen Zusammenhangs zwischen der Bereitschaft, Geld zu leihen und dem Wert der dafür zur Verfügung gestellten Besicherung. Der jüngste Immobilienboom in den USA ist ein typisches Beispiel dafür.
Fundamentalisten glauben an „Magie des Marktes“
Dieser größte Superboom der letzten sechzig Jahre ist jedoch komplizierter. Jedes Mal, wenn die Kreditexpansion in Schwierigkeiten geriet, intervenierten die Finanzbehörden, pumpten Liquidität in die Wirtschaft und fanden auch andere Wege, die Wirtschaft anzukurbeln. Damit schuf man ein System asymmetrischer Anreize – auch bekannt als moralisches Risiko – das eine immer größere Kreditexpansion förderte. Das System war so erfolgreich, dass die Menschen an die „Magie des Marktes“ zu glauben begannen, wie es der frühere Präsident Ronald Reagan bezeichnete. Ich sage dazu Marktfundamentalismus.
Marktfundamentalisten glauben, dass Märkte ein Gleichgewicht anstreben und dass dem Allgemeinwohl am besten gedient ist, wenn man den Teilnehmern erlaubt, ihre Eigeninteressen zu verfolgen. Dabei handelt es sich ganz offenkundig um eine falsche Vorstellung, weil es ja die Interventionen der Behörden waren, die den Zusammenbruch der Finanzmärkte verhinderten und nicht die Märkte selbst. Dennoch entwickelte sich der Marktfundamentalismus zur vorherrschenden Ideologie der 1980-er Jahre, als die Globalisierung der Finanzmärkte einsetzte und die USA begannen, ein Leistungsbilanzdefizit aufzuweisen. Seit 1980 wurden die Regulierungen schrittweise aufgeweicht, bis sie schließlich gänzlich verschwanden. Die Globalisierung ermöglichte es den USA, die Ersparnisse der ganzen Welt aufzusaugen und mehr zu konsumieren als produziert wurde, bis das Leistungsbilanzdefizit im Jahr 2006 einen Wert von 6,2 Prozent des Bruttoinlandproduktes erreichte. Die Finanzmärkte ermutigten die Verbraucher Geld zu borgen, indem man immer ausgeklügeltere Instrumente und noch großzügigere Bedingungen anbot. Die Behörden begünstigten diesen Prozess, indem man immer eingriff, wenn sich das globale Finanzsystem in Gefahr befand.
"Alles was schief gehen konnte, ging auch schief"
Der Superboom geriet außer Kontrolle, als die neuen Produkte so kompliziert wurden, dass die Behörden das Risiko nicht mehr berechnen konnten und sich auf die Methoden des Risikomanagements der Banken zu verlassen begannen. In ähnlicher Weise verließen sich Rating-Agenturen auf die von den Erfindern dieser synthetischen Produkte bereitgestellten Informationen. Ein schockierender Verzicht auf jegliche Übernahme von Verantwortung. Alles was schief gehen konnte, ging auch schief. Was mit Subprime-Hypotheken begann, breitete sich auf sämtliche CDO-Schuldverschreibungen aus, brachte Kommunalversicherungen, Hypothekenversicherungen und Rückversicherungsunternehmen in Gefahr und drohte, den viele Billionen Dollar schweren Markt der Credit Default Swaps zu demontieren. Aus dem Engagement der Investmentbanken bei fremdfinanzierten Übernahmen wurden Verbindlichkeiten. Marktneutrale Hedgefonds erwiesen sich als eben nicht marktneutral und mussten Bestände liquidieren. Der Markt forderungsbesicherter Geldmarktpapiere kam zum Erliegen und SIV-Rettungsfonds, die von den Banken ersonnen wurden, um die Hypotheken aus ihren Bilanzen zu bekommen, gelangten nicht mehr an externe Finanzierungen. Der endgültige Schlag kam, als die Kreditvergabe zwischen den Banken, also das Herzstück jedes Finanzsystems, unterbrochen war, weil die Banken mit ihren Ressourcen haushalten mussten und ihren Geschäftspartnern nicht mehr vertrauen konnten. Die Zentralbanken mussten beispiellose Geldmengen in das System pumpen und Kreditzusagen auf ein nie dagewesenes Ausmaß an Wertpapieren und auf eine größere Zahl von Institutionen als je zuvor ausweiten. Dadurch wurde die Krise schwerwiegender als jede andere seit dem Zweiten Weltkrieg. Der Zeit der Kreditexpansion muss nun eine Phase der Kontraktion folgen, weil manche der neuen Kreditinstrumente und Vergabepraktiken unseriös und nicht haltbar sind. Außerdem ist die Fähigkeit der Finanzbehörden, die Wirtschaft anzukurbeln aufgrund des Unwillens im Rest der Welt, noch zusätzliche Dollarreserven anzulegen, begrenzt.
China und Indien bilden starken Gegentrend
Bis vor kurzem hofften die Investoren, dass die Federal Reserve alles in ihrer Macht stehende tun würde, um eine Rezession abzuwenden, weil sie das auch bei früheren Gelegenheiten tat. Jetzt müssen diese Anleger erkennen, dass die Fed dazu möglicherweise nicht mehr in der Lage ist. Bei hohen Preisen für Öl, Nahrungsmittel und anderen Gütern und einer etwas rascheren Aufwertung des Renminbi muss sich die Fed auch über Inflation Gedanken machen. Würde man die Zinssätze unter einen gewissen Punkt senken, käme der Dollar erneut unter Druck und die Renditen langfristiger Anleihen würden steigen. Es ist unmöglich diesen Punkt zu definieren, aber wenn er erreicht wird, ist es mit der Fähigkeit der Fed, die Wirtschaft anzukurbeln, vorbei.
Obwohl eine Rezession in den Industrieländern mehr oder weniger unausweichlich ist, bilden China, Indien und manche andere Öl produzierende Länder einen sehr starken Gegentrend. Daher wird die gegenwärtige Finanzkrise wahrscheinlich weniger zu einer weltweiten Rezession als vielmehr zu einer radikalen Neuausrichtung der Weltwirtschaft führen, die mit einer relativen Talfahrt der USA und dem Aufstieg Chinas und anderer Entwicklungsländer verbunden ist. Die Gefahr besteht darin, dass dadurch entstehende politische Spannungen, einschließlich des Protektionismus der USA, die Weltwirtschaft zerschlagen und die Welt in eine Rezession – oder etwas noch Schlimmeres – stürzen könnten.
Copyright: Project Syndicate
http://www.welt.de/wirtschaft/article1591321/Soros_sieht_schlimmste_Krise_seit_60_Jahren.html |
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Sarastro
Anmeldungsdatum: 23.05.2007 Beiträge: 507
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Verfasst am: Do Jan 31, 2008 17:35 Titel: |
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Und noch mehr Geld gedruckt...
31.01.2008 09:04
HWWI-Chef Straubhaar kritisiert Zinssenkung in den USA - Radio
KÖLN (Dow Jones)--Der Direktor des Hamburgischen Weltwirtschaftsinstituts (HWWI), Thomas Straubhaar, hat die erneute Zinssenkung in den USA kritisiert. "Kurzfristig mag sie helfen, vor allem die Börsenkurse zu stabilisieren, mittel- und längerfristig halte ich das für keine gute Lösung", sagte Straubhaar am Donnerstag im Deutschlandfunk. Hier werde der Fehler wiederholt, die Wirtschaft mit zu billigem Geld zu versorgen. Dies sei ein Grund für die Immobilienkrise in den USA gewesen, die letztlich zu der weltweiten Finanzkrise führte. Zudem würden Inflationserwartungen geweckt, die die Verbraucher letztlich alle bezahlen müssten.
Für Deutschland sprach Straubhaar aber von einem "stabilen makroökonomischen Umfeld" und mahnte trotz der zurückliegenden Börsenturbulenzen zur "notwendigen Gelassenheit". Wegen der Zinssenkung werde der Euro in der Tendenz steigen. Die US-Wirtschaft habe zwar Auswirkungen auf die europäische und deutsche Wirtschaft, aber nicht mehr "den dominanten und ausschließlichen Effekt" wie früher. Deutschland habe viele andere Exportmärkte.
Kritik kam auch vom Chefvolkswirt der Deutschen Bank, Norbert Walter. "Die jüngsten Konjunkturdaten, vor allem zu den langlebigen Gütern, signalisieren keine Rezession in den USA", sagte Walter der "Berliner Zeitung". Gerechtfertigt wären Zinssenkungen aus seiner Sicht nur, wenn "die Rezession da und die Inflation weg ist". Dies sei aber nicht der Fall.
Die Europäische Zentralbank (EZB) werde der Fed nicht so schnell folgen, merkte Walter an. "Für die EZB werden Zinssenkungen erst gegen Ende dieses Jahres ein Thema", sagte er.
Die US-Notenbank hatte am Mittwoch die Leitzinsen ein weiteres Mal gesenkt und den Schritt mit erhöhten Risiken für das Wirtschaftswachstum in den USA begründet. Der wichtigste Zinssatz in den USA wurde um 50 Basispunkte auf 3,00% zurückgenommen. Bereits in der Vorwoche hatten die US-Währungshüter den Leitzins außerplanmäßig um 75 Basispunkte reduziert.
DJG/ddp/ptt
http://www.faz.net/d/invest/meldung.aspx?id=68060953 |
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Sarastro
Anmeldungsdatum: 23.05.2007 Beiträge: 507
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Verfasst am: Mi Feb 27, 2008 15:02 Titel: |
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Folge der US Zinssenkung.
Euro, Öl und Gold brechen alle Rekorde
Neue Stärke an den Märkten: Euro, Öl und Gold sind auf Rekordstände geklettert. Der Euro lag erstmals in seiner Geschichte bei über 1,50 US-Dollar, das Barrel Öl kostete 101,43 Dollar, die Feinunze Gold über 957 Dollar. Nun stellt sich die deutsche Wirtschaft auf Milliardenbelastungen ein.
Die europäische Gemeinschaftswährung Euro ist erstmals über 1,50 US-Dollar geklettert. Der Euro notierte in den USA mit 1,5040 Dollar. Zuvor hatte der Anstieg des Ifo-Geschäftsklima-Index dem Euro einen Schub gegeben. Enttäuschende US-Konjunkturdaten und Aussagen des US-Notenbank-Vizechefs Donald Kohn, die am Markt als Andeutung für die Möglichkeit weiterer Zinssenkungen gedeutet wurden, sorgten für weitere Dollarverkäufe.
Damit hat der Euro gegenüber dem Dollar ein neues Allzeithoch erreicht. Den bisherigen Höchstwert hatte der Euro am 23. November 2007 mit 1,4967 Dollar erreicht. Befeuert wurde der Höhenflug nach Einschätzung von Analysten von der langsamen Konjunkturentwicklung in den USA.
Die Entwicklung lässt weitere Zinssenkungen der US-Notenbank erwarten, was den Dollar gegenüber dem Euro als Geldanlage unattraktiver macht. Händler sagten, dass zugleich die Wahrscheinlichkeit von Zinssenkungen durch die Europäische Zentralbank nach den zuletzt erfreulich ausgefallenen Konjunkturdaten für die Eurozone weiter gesunken sei. Der Ifo-Geschäftsklimaindex war gerade erst überraschend gestiegen.
Ein hoher Euro-Kurs nützt deutschen Verbrauchern etwa bei USA-Reisen, die billiger werden. Zugleich drohen hohe Euro-Kurse die deutsche Wirtschaft zu belasten, da sie Exporte ins Nicht-Euro-Ausland verteuern.
Der Kurs des Euro hatte sich zunächst im frühen Dienstagshandel kaum verändert. Die europäische Gemeinschaftswährung wurde da noch mit 1,4815 US-Dollar gehandelt. Ein Dollar war 0,6750 Euro wert. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Montag, dem 25. Februar, auf 1,4817 (Freitag, 22. Februar: 1,4848) Dollar festgesetzt.
Auch Öl und Gold setzen zu neuem Höhenflug an
Wie der Euro hat auch der Ölpreis hat an den Börsen von New York und London neue Rekordstände markiert: Am Dienstag kletterte der Preis für ein Barrel (159 Liter) der in New York gehandelten Sorte Light Sweet Crude auf einen historischen Rekord von 101,43 Dollar. Der Barrelpreis für die Nordseesorte Brent übersprang in London unterdessen erstmals die 100-Dollar-Marke.
Analysten führten die erneuten Preisanstiege auf Berichte über eine bevorstehende Senkung der Rohöl-Fördermenge durch die Organisation Erdöl exportierender Länder (OPEC) zurück. Die OPEC will am Mittwoch kommender Woche über die Fördermenge entscheiden. Rekordmeldungen auch beim Gold: In der Spitze kletterte der Preis für eine Feinunze (31,1 Gramm) in Asien bis auf 957,75 US-Dollar. Damit wurde der erst vor einer Woche aufgestellte bisherige Rekord von gut 950 US-Dollar übertroffen. Meldungen über mögliche Goldverkäufe des Internationalen Währungsfonds (IWF) hatten den Goldpreis am Vortag noch gedrückt.
http://www.welt.de/finanzen/article1728832/Euro_Oel_und_Gold_brechen_alle_Rekorde.html |
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Sarastro
Anmeldungsdatum: 23.05.2007 Beiträge: 507
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Verfasst am: Do März 13, 2008 16:41 Titel: |
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Gold stand heute (Di Mar 13, 15:30) bei 990 Dollar pro Unze und der Euro bei 1,55 Dollar.
| Sarastro (Di Jan 22, 2008 16:49) hat folgendes geschrieben: | Fiat Money.
Die FED senkt massiv die Zinsen und das obwohl die Geldschleusen bereits geöffnet sind. Mal sehen, wie Euro (1,45 Dollar pro Euro) und Gold (870 Dollar pro Unze) reagieren werden. |
Inflation und trotzdem nichts gewonnen
Ich weiß ja nicht, wie Sie die derzeitige wirtschaftliche Lage einschätzen, aber bei mir schrillen zurzeit einige Alarmglocken:
Die Politik des leichten Geldes - oder - Inflation um jeden Preis: Hinter uns liegen die aggressivsten Zinssenkungen der US-Notenbank aller Zeiten. Die amerikanische FED hat die Leitzinsen mal eben von 5,25% auf 3,00% gesenkt - das ist eine Senkung um 225 Basispunkte innerhalb von 6 Monaten! Doch die Wall Street gibt sich damit noch lange nicht zufrieden.
Mit weiteren Zinssenkungen auf 2,00% wird bis zum Spätsommer gerechnet und Ben Bernanke signalisiert auch schon seine Bereitschaft, den wilden Totentanz auf dem Inflationsvulkan weiter fortzusetzen. Dabei scheint es völlig egal zu sein, ob überkompensiert wird, oder ob Zinssenkungen ihre Wirkungen erst nach ein paar Monaten im System entfalten. Die Raserei ist los und es gibt anscheinend kein Halten mehr.
Gleichzeitig zeigen die Zinssenkungen langsam ihre Wirkung. Nein ich spreche hier nicht von Banken welche durch Senkungen des Diskontzinssatzes nun wundersamerweise wieder liquide sein sollen oder von US-Häuslebauern welchen durch Zinssenkungen geholfen werden soll (was übrigens ziemlicher Unsinn ist, denn in der Regel orientieren sich die Zinssätze für die Hypotheken am Zinssatz des 30jährigen T-Bonds und dieser Satz ist durch die steigenden Inflationssorgen und Inflationsraten dabei, selbst zu steigen!) Kurzum: Wenn ich von Wirkungen der Zinssenkungen spreche, dann meine ich: INFLATION.
Betrachten wir die neuesten US-Inflationsdaten einmal näher:
* Die US-Importpreise sind im Januar im Vergleich zum Vorjahr um 13,7% gestiegen. Das ist mit der höchste Anstieg seit 1982!
* Allein die chinesischen Importe, welche jahrzehntelang das US-Preisniveau durch eine deflationären Preisabwärtsspirale drückten, sind im Januar um 0,8% gestiegen - Nein, nicht im Vergleich zum Vorjahr, sondern im Vergleich zum Vormonat!
* Der US-Consumer Price Index explodiert regelrecht. Ein Anstieg von 4,3% auf Jahresbasis spricht für sich. Bedenken Sie bitte, dass es sich bei diesen Daten um die offiziellen Regierungsdaten handelt. Diese Inflationsdaten beinhalten meist Rechentricks und sind von Statistikern oft bis ins kleinste Detail schöngerechnet.
Fassen wir also kurz zusammen: Die heutige US-Inflationsrate liegt irgendwo im Bereich zwischen 4%-12%. Gleichzeitig wird die Umkehr von einem deflationären zu einem inflationären Preistrend der chinesischen Importpreise die US-Inflation weiter anheizen. Die derzeitigen Preisexplosionen bei Rohstoffen wie Weizen, Sojabohnen oder Rohöl sind in den offiziellen Statistiken noch gar nicht vollständig berücksichtigt und wirken wie Benzin in einem lodernden Feuer.
Die Antwort ist einfach und trotzdem schockierend: Ohne diese gewaltige Dollar-Schwemme wäre das weltweite Bankensystem wohl schon längst implodiert. Ohne Ben Bernankes Notenbankpresse könnte sich die Welt schon längst in einer Rezession befinden, welche die "Great Depression" von 1929 wie eine leichte Konjunkturdelle aussehen lässt.
Was mich allerdings noch mehr beunruhigt als die vor uns liegende Inflationswelle - Bisher scheint die US-Banken- und Hypothekenkrise noch keinen Boden gefunden zu haben. Stattdessen breitet sich die Krise wie ein Flächenbrand immer weiter aus:
Erst war es der US-Hypothekenmarkt der kollabierte. Kurz darauf gerieten die ersten Banken in Schieflage. Hedgefonds wurden geschlossen und Banken verstaatlicht. Doch damit nicht genug: Die größten US-Anleihenversicherer stehen immer noch auf der Kippe (vorübergehender Rating-Erhalt hin oder her). Der Kreditmarkt für "Commercial Real Estate" Grundstücke versiegt. Die Kreditknappheit der Banken breitet sich auf den US-Konsumenten und die Unternehmen aus. Private Equity Firmen geraten finanziell immer mehr unter Druck. Und die Arbeitslosigkeit erlebt in den Staaten gerade eine Renaissance.
Alexander Hahn
Chefredaktion "Cross Market Profits"
Quelle: Auszug aus dem Newsletters Geldanlage-Strategie
http://www.goldseiten.de/content/diverses/artikel.php?storyid=6710 |
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Sarastro
Anmeldungsdatum: 23.05.2007 Beiträge: 507
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Verfasst am: Di März 18, 2008 15:59 Titel: |
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Geld und noch mehr Geld - aus Papier oder im Rechner verbucht. Ich komme bald gar nicht mehr hinterher, neue Gewinne für Gold, Öl (und den Euro) zu vermelden, weil eine Woche später schon die nächsten Rekorde gebrochen werden...
| Zitat: | | Die Märkte reagierten in der Nacht zum Montag mit panikartigen Ausschlägen. Der Goldpreis schoss auf den Rekordstand von 1032,50 Dollar je Feinunze (31,1 Gramm) hoch. Der Euro markierte den Rekordkurs von 1,5903 Dollar und Rohöl der US-Sorte WTI erreichte den Höchstpreis von 111,79 Dollar je Barrel (159 Liter). Später sanken die Notierungen wieder etwas. |
Hilflos in der Finanzkrise
Warum Währungshüter kaum noch Macht haben
Die US-Notenbank Fed hat Hals über Kopf Zinsen gesenkt und wird wohl noch mehr Geld in den Markt pumpen. Der US-Dollar wird dadurch immer billiger. Aber die Finanzkrise bekommen die Zinspolitiker so nicht in den Griff. Experten erklären, warum die Dollar-Wächter selber Gefangene der Finanzmärkte geworden sind.
Ben Bernanke ließ sich nichts anmerken. Er habe einen geschäftigen Morgen gehabt, sagte der mächtigste Notenbanker der Welt ausweichend bei einer Rede vor US-Immobilienexperten. Kurz danach setzte sich Amerikas Zentralbankchef für mehrere Stunden mit US-Finanzminister Henry Paulson sowie den wichtigsten Bankern und Aufsehern der Nation zusammen, um ein großes Rettungspaket für die angeschlagene US-Investmentbank Bear Stearns zu schnüren.
Der Notverkauf von Bear Stearns an den Konkurrenten JP Morgan ist die bis dahin weitreichendste Maßnahme, die die Fed seit dem Ausbruch der Kreditkrise im August 2007 ergriffen hat. Parallel dazu senkte die Notenbank den Diskontsatz für US-Finanzinstitute von 3,5 auf 3,25 Prozent und schuf für mindestens sechs Monate eine zusätzliche Kreditmöglichkeit für die großen US-Investmentbanken. Eine gewaltige Notoperation, wieder einmal.
An diesem Dienstag wird die Fed erneut handeln. Erwartet wird von ihr eine Zinssenkung von nicht weniger als 0,75 Prozent, eher sogar noch von einem vollen Prozentpunkt. Ein Schritt, der den Dollar weiter nach unten treiben und Währungen wie den Euro oder den Schweizer Franken auf neue Rekorde jagen könnte. Zu Wochenbeginn stieg der Euro mit 1,5904 Dollar bereits auf den höchsten Stand aller Zeiten, der Franken kostete erneut mehr als der Dollar. Die Krise beenden wird der Zinsschritt der Amerikaner jedoch wohl nicht. Nicht einmal das verlorene Vertrauen zurückbringen. Ging es nur darum, Ben Bernanke könnte sich die erwartete Senkung vielleicht sogar sparen. Doch das würde alles nur noch schlimmer machen.
Zinssenkung: Ein „relativ nutzloses“ Instrument
„Die Finanzmärkte sind so nervös, dass Bernanke im Grunde gar nicht anders kann, als genau das zu tun, was von ihm erwartet wird. Die Fed ist so gesehen längst eine Gefangene der Märkte“, sagt Marco Annunziata, Chefökonom von UniCredit. Sicher helfe die von allen erwartete Zinssenkung dabei, die angeschlagene US-Wirtschaft zu entlasten. Die erwartete Lockerung nicht zu bringen, würde zudem enorme Panik an den Finanzmärkten auslösen. Als Medikament gegen die um sich greifende Vertrauenskrise aber sei sie relativ nutzlos. Tatsächlich dokumentiert wohl kaum etwas den schleichenden Machtverlust der Währungshüter so sehr wie die Tatsache, dass bislang eine Hilfsaktion nach der anderen weitgehend wirkungslos verpuffte. Denn an der tief greifenden Vertrauenskrise, die dazu führt, dass sich die Banken untereinander kaum noch Geld zu fairen Konditionen leihen, haben alle Notkredite, Notzinssenkungen und Notoperationen bisher nicht viel ändern können. Ähnlich Feuerwehrmännern, die einen Flächenbrand löschen, eilen die Währungshüter deshalb seit Monaten von Marktsegment zu Marktsegment, um Bereiche, in denen nicht einmal mehr ein Preis feststellbar ist, weil es keinen Käufer mehr gibt, zu retten.
Experten fürchten jetzt den großen Kollaps
Denn was sie und was der Rest der Finanzbranche fürchten, ist der große Kollaps. Eine Systemkrise, bei der ausgehend von der Pleite eines einzelnen Instituts schließlich ein Finanzhaus nach dem anderen kippen könnte. Dass sich die US-Notenbank am Wochenende so intensiv bei Bear Stearns engagiert hat, dass die britische Zentralbank bei Northern Rock und die deutschen Währungshüter bei der Rettung der Mittelstandsbank IKB eingeschaltet waren, verrät, dass dies längst keine abwegigen Ängste mehr sind.
Die Krise werde „wahrscheinlich im Nachhinein als schlimmste seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs bewertet werden“, meldete sich Bernankes Amtsvorgänger Alan Greenspan zu Wort. Zwar wollen die meisten Ökonomen nicht so weit gehen, die Probleme in Amerika mit jenen in Japan Anfang der 90er-Jahre zu vergleichen. Damals stürzte die einst bewunderte Volkswirtschaft in eine zehn Jahre andauernde Depression. „Die Krise in Japan galt als verlorenes Jahrzehnt, auch weil sich Regierung und Notenbank viel zu spät einschalteten. Das kann man der Fed und der US-Regierung ganz sicher nicht vorwerfen“, sagt Thomas Mayer, Europa-Chefökonom der Deutschen Bank in London.
Doch die Sorge darüber, dass die Kreditkrise die USA in eine noch tiefere Rezession als befürchtet stoßen und den Volkswirtschaften rund um den Globus empfindlichen Schaden zufügen könnte, wächst von Tag zu Tag. Das gilt umso mehr, als sich der Kursverfall des Dollar in den vergangenen Tagen dramatisch beschleunigt hat. So hat der US-Notenbank zufolge der Greenback im vergangenen Jahr gegenüber einem Korb der weltweit wichtigsten Währungen mehr als 14 Prozent an Wert verloren. „Wir bewegen uns derzeit auf einer Wendeltreppe nach unten und haben bisher nichts gefunden, was diesen Abstieg stoppen könnte“, sagt Mayer. „Die nächste Gefahr ist, dass die Krise auf die Wechselkurse übergreift.“
Erst wenn der Dollar weiter so stark fällt, wird die Lage nach Ansicht der Ökonomen wirklich ernst. Dann ist es aus Sicht von Experten nur noch eine Frage der Zeit, bis die Zentralbanken gemeinsam intervenieren müssen. Wirklich glaubhaft geht das allerdings nur, wenn alle großen Notenbanken an einem Strang ziehen.
Bisher sprach die gegensätzliche Geldpolitik von Federal Reserve und Europäischer Zentralbank jedoch dagegen. Denn während die Fed aus Sorge um die US-Konjunktur die Leitzinsen senkt, betont die EZB ihre Breitschaft zu Zinserhöhungen, was den Euro noch weiter beflügelt. „Solange die EZB strikt auf einem harten Zinskurs beharrt, wird es schwer, ihr eine Intervention zu Lasten des Euro abzukaufen“, sagt Annunziata. Ähnlich wie Ökonom Mayer sieht der Unicredit-Experte daher die Europäische Zentralbank am Zug. Dieser bleibe im Grunde nicht viel anderes übrig, als trotz der Sorge über wachsende Inflationsgefahren die Leitzinsen bis zur Jahresmitte zu senken. „Anders wird es kaum gelingen, Druck vom Euro zu nehmen.“
http://www.welt.de/wirtschaft/article1810763/Warum_Waehrungshueter_kaum_noch_Macht_haben.html
Bear Stearns-Notverkauf offenbart Ausmaß der Finanzkrise
New York/Frankfurt (dpa) - Die Finanzkrise hat mit dem Notverkauf der fünftgrößten US-Investmentbank Bear Stearns eine gefährliche neue Dimension erreicht. Alarmierend ist vor allem das Tempo, mit dem die Bank in weniger als einer Woche an den Rand des Abgrunds schlitterte.
Der Konkurrent J.P. Morgan soll Bear Stearns nun zum Schleuderpreis von gut 230 Millionen Dollar übernehmen. Die US-Notenbank preschte mit weiteren Stützungsmaßnahmen vor und beunruhigte die nervösen Märkte damit noch mehr. Die Börsen gingen zum Wochenbeginn auf Talfahrt; Euro, Gold und Rohöl erreichten erneut Rekordstände. US-Präsident George W. Bush suchte die Sorgen zu zerstreuen: «Die USA haben die Lage im Griff», sagte er vor einem Treffen mit Wirtschaftsberatern.
Bear Stearns ist das bisher prominenteste Opfer der seit Monaten andauernden Finanzkrise. J.P. Morgan will den angeschlagenen Konkurrenten per Aktientausch übernehmen. Für eine Aktie von Bear Stearns werden nur 0,05473 Anteile von J.P. Morgan geboten. Gemessen am letzten Kurs vor dem Geschäft würde eine Aktie von Bear Stearns so nur noch mit zwei Dollar bewertet und die gesamte Großbank mit lediglich rund 236 Millionen Dollar.
Das ist ein gigantischer Abschlag: Am Freitag - bereits nach einem Einbruch um fast 50 Prozent - hatte die Aktie an der Börse noch mehr als 30 Dollar gekostet. Die gesamte Bank wäre damit 3,5 Milliarden Dollar wert gewesen, im Januar waren es noch rund 20 Milliarden Dollar. Für Beobachter ist der Ramschpreis ein Indiz dafür, dass Bear Stearns kurz für dem Zusammenbruch stand.
Für neue Aufregung sorgten am Montag Gerüchte um finanzielle Probleme einer weiteren großen US-Investmentbank - Lehman Brothers geriet daraufhin in den Strudel der fallenden Aktienmärkte. Die Spekulationen wurden von der Bank zwar zurückgewiesen, die Aktie fiel in New York bis zum Mittag Ortszeit dennoch um fast 35 Prozent auf 25,60 Dollar. Das Drama um Bear Stearns hatte vor einer Woche auch mit Marktgerüchten dieser Art begonnen. Trotz aller Dementis bekam die Investmentbank kein Geld mehr geliehen und ihr ging binnen weniger Tage die Liquidität aus.
Die US-Notenbank griff zu drastischen Schritten: Die Fed senkte in der Nacht zum Montag erneut den Diskontsatz, zu dem sich Banken bei ihr Liquidität verschaffen können um 0,25 Prozentpunkte auf 3,25 Prozent. Zudem öffnete sie ihr «Diskont-Fenster» jetzt auch für Investmentbanken, was sie früher ablehnte. J.P. Morgan bekam von der Fed einen Kredit von 30 Milliarden Dollar, der an Bear Stearns weitergereicht wurde. Die Schritte wurden als Zeichen dafür interpretiert, dass die Finanzkrise womöglich ein noch schlimmeres Ausmaß hat.
Die Märkte reagierten in der Nacht zum Montag mit panikartigen Ausschlägen. Der Goldpreis schoss auf den Rekordstand von 1032,50 Dollar je Feinunze (31,1 Gramm) hoch. Der Euro markierte den Rekordkurs von 1,5903 Dollar und Rohöl der US-Sorte WTI erreichte den Höchstpreis von 111,79 Dollar je Barrel (159 Liter). Später sanken die Notierungen wieder etwas.
Eine düstere Einschätzung der Lage kam vom früheren amerikanischen Notenbankchef Alan Greenspan. Die aktuelle Finanzkrise in den USA dürfte die schmerzhafteste seit dem Zweiten Weltkrieg werden, schrieb er in einem Gastbeitrag in der «Financial Times» (Montag). «Die Krise wird viele Opfer zurücklassen», sie werde erst enden, wenn sich die Immobilienpreise in den USA nach ihrem andauernden Fall stabilisieren. Bis dahin werde es noch Monate dauern.
Die deutsche Wirtschaft gerät durch die Rekordjagd des Euro zunehmend unter Druck. Zwar hätten die exportorientierten Unternehmer die Euro-Aufwertung «bisher deutlich abgefedert», schrieb die Bundesbank in ihrem Monatsbericht März. Doch ihre Wettbewerbsposition in Märkten außerhalb Europas habe sich verschlechtert. Erste Bremsspuren im Außenhandel mit den USA verzeichnete das Statistische Bundesamt für das Jahr 2007: Die Ausfuhren in die USA - Deutschlands wichtigstes Exportziel außerhalb Europas - gingen um 5,9 Prozent auf 73,4 Milliarden Euro zurück. Allerdings werden nach Umfragen des ifo-Instituts derzeit 80 Prozent der deutschen Exporte in Euro und nur 13 Prozent in Dollar abgewickelt. Fast 43 Prozent ihrer Waren liefert die deutsche Wirtschaft der Bundesbank zufolge in den Euro-Raum.
Die Börsen wurden am Montag vor allem von Finanztiteln ins Minus gezogen. Der DAX fiel um 4,18 Prozent auf 6182,30 Punkte - den niedrigsten Stand seit Oktober 2006. Der deutsche Leitindex wurde auch von der Siemens-Aktie in die Tiefe gezogen, die nach einer Gewinnwarnung um 17 Prozent eingebrochen war.
In den USA verlor der Dow Jones zum Börsenschluss in Europa knapp einen Prozent auf rund 11 843 Punkte. Die Aktie von J.P. Morgan profitierte von dem Schnäppchenkauf von Bear Stearns mit einem Plus von mehr als acht Prozent.
© sueddeutsche.de - erschienen am 17.03.2008 um 21:58 Uhr
http://newsticker.sueddeutsche.de/list/id/3865 |
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Sarastro
Anmeldungsdatum: 23.05.2007 Beiträge: 507
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Verfasst am: Do März 20, 2008 12:05 Titel: |
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Und noch mehr Geld vom Staat. Die Folge: Die Märkte sind hochvolatil - Gewinne und Verluste können sich deshalb schlagartig abwechseln.
US-Regierung flutet Krisenmarkt
von Heike Buchter (New York)
Die US-Regierung pumpt über die öffentlich-rechtlichen Hypothekeninstitute Fannie Mae und Freddie Mac rund 200 Mrd. $ in den angeschlagenen Hypothekenmarkt. Die Notaktion ist eine drastische Kertwende der US-Politik.
Die Geldhäuser haben den Auftrag, Wohneigentum zu fördern. Der Schritt ist eine Reaktion auf die zunehmenden Forderungen von Bankern und Politikern, mit staatlichen Interventionen die Folgen der Immobilienkrise zu mindern.
Fannie Mae und Freddie Mac übernehmen Baudarlehen von regionalen Banken und Kreditanbietern. Dadurch können diese die Kredite weiterreichen und haben Kapazitäten für neue Finanzierungen frei. Ofheo, die Aufsichtsbehörde für Fannie Mae und Freddie Mac, lockerte am Mittwoch die Eigenkapitalregeln für die beiden Institute. Dies ermöglicht ihnen, zusätzlich notleidende Hypotheken in Höhe von bis zu 200 Mrd. $ aufzukaufen und den betroffenen Banken Luft zu verschaffen. "Wir hoffen, dass wir damit dem Immobilienmarkt wieder aufhelfen, der der Motor unserer Wirtschaft ist", sagte Daniel Mudd, Vorstandschef von Fannie Mae. Zusammen mit den bisherigen Kapazitäten schätzt die Aufsichtsbehörde, dass die beiden Institute rund 2000 Mrd. $ an Baudarlehen kaufen oder garantieren können.
Finanzminister Henry Paulson sagte: "Fannie Mae und Freddie Mac sind bedeutende Marktteilnehmer im Hypothekengeschäft, und ich freue mich, dass wir hier mehr Finanzmittel zur Verfügung haben. Das zusätzliche Kapital wird Hausbesitzern helfen und den Hypothekenmarkt stärken." Der Schritt ist eine Kehrtwende. Bisher hatte sich die US-Regierung geweigert, Fannie Mae und Freddie Mac eine größere Rolle bei der Bekämpfung der Hypothekenkrise einzuräumen. Sie forderte eine strengere Aufsicht, nachdem die Institute vor Jahren in Bilanzskandale verwickelt gewesen waren. Die Reform wurde wegen des Widerstands der Demokraten aber bisher nicht verabschiedet.
http://www.ftd.de/politik/international/:US%20Regierung%20Krisenmarkt/333432.html
Sturm auf Freddie Mac
Um den Immobilienmarkt zu stützen, sollen die Eigenkapitalanforderungen für die beiden halbstaatlichen Hypothekenbanken Fannie Mae (+ 18,6 Prozent auf 33,46 Dollar) und Freddie Mac (+ 18,8 Prozent auf 30,92 Dollar) gelockert werden, schreibt das „Wall Street Journal“. Dadurch würden rund 200 Milliarden Dollar für den Kauf von Hypotheken zur Verfügung stehen.
http://www.instock.de/Boerse/10179850
Freibrief für Fannie und Freddie
Von Torsten Riecke
In der Krise zählt Prinzipientreue wenig. Das jüngste Beispiel für diese Erkenntnis ist die Entscheidung der amerikanischen Regierung, die Kapitalanforderungen für die beiden staatlich gestützten Baufinanzierer Fannie Mae und Freddie Mac zu lockern. Mit diesem Freibrief sollen die beiden Institute jetzt im großen Stil Hypotheken aufkaufen und so den eingefrorenen Immobilienmarkt in Amerika wieder flüssig machen.
Jahrelang haben Ökonomen, Notenbanker und Wirtschaftsliberale das Treiben der beiden größten Baufinanzierer in Amerika misstrauisch beäugt. Mit einer quasi staatlichen Rückendeckung haben Fannie und Freddie den Hypothekenmarkt beherrscht und dabei lange Zeit hohe Profite eingefahren. Zugleich sind die Risiken, die beide Institute sich aufgeladen haben, immer größer geworden. Nur die staatliche Stützung konnte dieses Missverhältnis verdecken.
Mit der „Freilassung“ von Fannie und Freddie macht die Regierung einen weiteren Schritt, um die Finanzkrise in den Griff zu bekommen. Zugleich will Präsident Bush auf Forderungen der Demokraten im Kongress eingehen, die mit einer staatlichen Garantie von 300 Milliarden Dollar den notleidenden Hausbesitzern die Refinanzierung ihrer Baudarlehen erleichtern wollen. Bis vor kurzem hatte sich der Präsident noch mit Händen und Füßen gegen diese Staatseingriffe gewehrt. Bereits eingetütet ist aber ein staatliches Konjunkturprogramm mit einem Volumen von mehr als 150 Milliarden Dollar, das beide großen Parteien im Rekordtempo durch den Kongress gepeitscht haben.
Auch an anderen Brandherden der Krise wird die Hand des Staates immer deutlicher sichtbar. So hat US-Finanzminister Hank Paulson bei der Rettung und dem kurz danach erfolgten Notverkauf der Investmentbank Bear Stearns eine entscheidende Rolle gespielt. Bush und Paulson haben sich auch hinter die massiven Liquiditätsspritzen der amerikanischen Notenbank gestellt. Zwar hat die Fed bislang noch nicht die Risikopapiere der Banken aus dem krisengeschüttelten Hypothekenmarkt aufgekauft. Mit ihren Kreditzusagen hat sie die Risiken jedoch in die eigenen Bücher genommen.
Insofern ist es nur folgerichtig, dass jetzt auch Fannie Mae und Freddie Mac ausrücken, um den Immobilienmarkt zu retten. Allein ihre Größe dürfte dafür sorgen, dass der Stress auf dem Hypothekenmarkt abnimmt. Rund 40 Prozent des gesamten Volumens für Baudarlehen in den USA werden durch die beiden Schwesterorganisationen garantiert. Wenn jetzt zusätzlich 200 Milliarden Dollar Liquidität in den Markt gepumpt werden, wird das die unmittelbare Not vor allem bei der Refinanzierung von Hypotheken lindern. Im Wahljahr 2008 zählt jede Stimme eines geretteten Hausbesitzers.
Wie weit die staatlichen Maßnahmen tragen, ist eine ganz andere Frage. Der Einsatz von Fannie und Freddie kann die unmittelbare Not lindern, die Ursachen der Krise werden dadurch nicht bekämpft. Noch immer haben die Hauspreise und die daran hängenden Hypothekenanleihen nicht ihren wirklichen Marktwert gefunden. Diesen Prozess können die beiden Baufinanzierer durch staatlich gestützte Kreditgarantien zwar verlangsamen, stoppen können sie ihn nicht.
Die Risiken für den staatlichen Freibrief an Fannie und Freddie sind dagegen beträchtlich. An den Quartalsergebnissen Ende vergangenen Jahres konnte man ablesen, dass die beiden Institute durch die Zahlungsausfälle und Zwangsvollstreckungen auf dem Immobilienmarkt schwer angeschlagen sind. Milliardenverluste mussten mit Kapitalerhöhungen und Dividendenkürzungen aufgefangen werden. Diese Risiken bestehen fort. Letztendlich muss der Staat dafür geradestehen, wenn Fannie und Freddie in eine ernsthafte Schieflage geraten sollten. Angesichts dieser Absicherung ist es kein Wunder, dass die Aktienkurse der beiden Institute kräftig steigen.
Für die Investoren in Hypothekenprodukte ist das jedoch keine Entwarnung. Das Beispiel des untergegangenen Hedge-Fonds Carlyle Capital zeigt, dass selbst die von Fannie Mae und Freddie Mac garantierten Hypothekenprodukte nicht mehr sicher sind. Carlyle hatte ausschließlich in diese „todsicheren“ Kreditderivate investiert, konnte aber am Ende dennoch die Banken nicht dazu überreden, neue kurzfristige Kredite zur Verfügung zu stellen. Der Hedge-Fonds wurde diese Woche liquidiert.
Trotz dieser Bedenken hat die Regierung in Washington kaum eine andere Wahl. Will sie den dramatischen Preisverfall auf dem Immobilienmarkt stoppen, muss sie jedes ökonomisch vernünftige Mittel nutzen. Zu viel steht mittlerweile auf dem Spiel. Stabilisiert sich der Immobilienmarkt nicht, werden auch die Finanzmärkte nicht zur Ruhe kommen.
http://www.handelsblatt.com/News/Journal/Kommentar/_pv/_p/204051/_t/ft/_b/1406422/default.aspx/freibrief-fuer-fannie-und-freddie.html
Rettungsanker Vater Staat
Von Peggy Pfaff
Die internationale Wirtschaftspresse diskutiert die Frage, ob die Aktionen von Fed und US-Regierung riskantem Verhalten bei Bankern – genannt „moral hazard“ – Tür und Tor öffnen.
Leistet die US-Regierung willfährig verantwortungslosen Bankern Vorschub? Das » Barron’s Magazin glaubt zumindest, dass sich die USA bereits mitten in einer „moral hazard“-Ära befindet. Jüngster Beweis sei die Entscheidung der US-Regierung, die Kapitalanforderungen für die beiden staatlich gestützten Baufinanzierer Fannie Mae und Freddie Mac zu lockern, damit diese dank einer neuerlichen Liquiditätsspritze von 200 Milliarden Dollar Hypotheken aufkaufen und den Immobilienmarkt entlasten können. „Ausgerechnet Fannie Mae und Freddie Mac, die mehrfach der Bilanzfälschung überführt wurden – von einigen der schlimmsten Risikobewertungspraktiken auf dem Kapitalmarkt ganz schweigen“, schimpft die Wall Street Journal-Schwester. Um den heimischen Hypothekenbanken zu Hilfe zu eilen, nehme die Regierung das offenbar bedenkenlos in Kauf.
» The Australian meint dagegen, dass der US-Regierung keine andere Wahl bleibe als einzugreifen. Die Wirtschaft stecke schon in der Rezession, die Immobilienpreise sackten weiter ab und die Arbeitslosigkeit nehme zu. Es sei nur logisch, die Aktionen der Fed mit eigenen Maßnahmen zu unterstützen. „Gerade im Wahljahr dürfte es den Politikern mühelos gelingen, jegliche Diskussion über ‚moral hazard‘ abzuwürgen.“ Das Blatt rechnet damit, dass die US-Regierung den Hypothekenbanken bei der Abschreibung von Darlehenswerten bald unter die Arme greife und die Zinszahlungen auf reduzierte Darlehen kürze. „Die Intervention der Regierung wird die Finanzmisere abmildern – wenn auch zu einem hohen Preis: Das Ansehen der USA wird erheblich darunter leiden.“
In Deutschland hatte Josef Ackermann mit seiner Einschätzung, die Selbstheilungskräfte der Marktwirtschaft könnten versagen, die „moral hazard“-Debatte entfacht. In einem Interview mit der » FAZ präzisiert der Chef der Deutschen Bank seine Haltung: „Es geht nicht um die Rettung der Investoren. In diesen schwierigen Zeiten ist vielmehr eine konzertierte Aktion von Regierung, Notenbank und Marktteilnehmern notwendig.“ Das hätten die Amerikaner in den letzten Wochen pragmatisch erkannt: „Sie haben Konjunkturprogramme über 170 Milliarden Dollar verabschiedet, steuern einen expansiven Kurs in der Geldpolitik und nehmen nun auch zusätzliche Wertpapiere als Sicherheit an.“ Alles sei vorbereitet, damit die Märkte sich wieder stabilisieren könnten. Die Frage, ob es demzufolge gutzuheißen sei, dass Investoren, die sich verspekuliert haben, von der Politik gerettet werden, weist Ackermann zurück. Banken und Investoren hätten durchaus Konsequenzen zu tragen: „Die Aktionäre von Bear Stearns haben über 90 Prozent ihres Investments verloren sowie das Management und die Mitarbeiter, die Aktien gehalten haben.“
Für » The New Republic ist es unerheblich, ob die US-Regierung eingreifen soll oder nicht – ohnehin trage sie erhebliche Mitschuld an der globalen Krise, weil sie seit langer Zeit die fragwürdige Politik der US-Notenbank dulde und stütze. Die Fed kenne bei Finanzkrisen und Spekulationsblasen stets nur eine Reaktion: Geld in den Markt zu pumpen. „Das war bei der Dot-Com-Krise Ende der 90er Jahre so, und auch 2003, als die Fed ihren Leitzinssatz auf einen Prozent reduzierte.“ Ihre nachlässige Geldpolitik habe die Fed bis heute fortgeführt – mit dem Ergebnis, dass eine imaginäre Wirtschaftswelt entstehen konnte, in der Millionen von Menschen zuviel Geld borgten und zuviel konsumierten. „Die Fed betreibt ein Monopoly der Geldschöpfung. Die US-Regierung muss sie endlich stoppen“, fordert das Magazin.
http://www.handelsblatt.com/News/Journal/Internationale-Presseschau/_pv/_p/303342/_t/ft/_b/1406677/default.aspx/rettungsanker-vater-staat.html |
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Sarastro
Anmeldungsdatum: 23.05.2007 Beiträge: 507
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Verfasst am: Di Apr 08, 2008 13:15 Titel: |
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Wenn der Goldpreis wieder fällt
oder
Mal sehen, ob auch die USA Gold verkaufen oder nur die, die sie für dumm verkaufen...
IWF flutet den Markt mit 400 Tonnen Gold
Spektakuläre Reform beim Internationalen Währungsfonds: Um seine Finanzen in Ordnung zu bringen, will er 400 Tonnen Gold verkaufen. Damit will der IWF rund elf Milliarden Dollar erlösen. Noch stehen dem Deal allerdings einige bürokratische Hürden im Weg.
Im Zuge der Reformen des Internationalen Währungsfonds (IWF) plant der IWF den Verkauf von 403,3 Tonnen Gold für rund elf Milliarden Dollar (sieben Milliarden Euro). Das sagte IWF-Chef Dominique Strauss-Kahn. Er lobte die Entscheidung des IWF-Verwaltungsrates als „Meilenstein“ auf dem Weg zu einem „soliden wirtschaftlichen Fundament“ und der Modernisierung der Strukturen der Finanzinstitution, der 185 Länder angehören.
Die Goldmenge, die der IWF veräußern will, entspricht etwa zwölf Prozent seiner gesamten Goldreserven. Der Vollzug ist jedoch anhängig von einer Satzungsänderung, der 85 Prozent der Mitgliedsländer zustimmen müssen. Das Votum im Verwaltungsrat fiel nach monatelangen Debatten. In der Erklärung sprach Strauss-Kahn von „schwierigen, aber notwendigen“ Schritten zur Konsolidierung der IWF-Finanzen. Am Ende werde der Fonds jedoch effizienter und könne „den Bedürfnissen unserer Mitglieder wirtschaftlicher dienen“. Der IWF mit Sitz in Washington finanziert seine laufenden Kosten vor allem aus Zinszahlungen für Kredite an Mitgliedsländer. Der Bedarf an solchen Darlehen ging aber in den vergangenen Jahren deutlich zurück und damit auch die Einnahmen des IWF. Ende vergangenen Jahres hatte Strauss-Kahn gewarnt, wenn die Kreditvergabe nicht ansteige, sehe sich der IWF bis 2010 einem Fehlbetrag von 400 Millionen Dollar gegenüber. Die IWF-Reformen sehen auch Personalabbau vor.
Der vor 63 Jahren gegründete IWF ist eine der mächtigsten Finanzinstitutionen der Welt. Er vergibt unter bestimmten Auflagen Kredite an Staaten, die unter wirtschaftlichen Problemen leiden. Außerdem gewährt er Entwicklungsländern Kredite und erarbeitet Wirtschaftskonzepte für sie. Im Gegenzug verlangt er für die Kreditvergabe oft strenge wirtschaftliche Reformmaßnahmen der Nehmerländer.
http://www.welt.de/finanzen/article1879401/IWF_flutet_den_Markt_mit_400_Tonnen_Gold.html
Neue Ära: Mehr Staat, noch mehr Inflation
Das Jahr 2001 mit den Anschlägen vom 11. September markierte das "Ende der Spaßgesellschaft" (um einen gängigen Begriff des Journalisten Scholl-Latour aufzugreifen). Das Jahr 2007 mit dem Kollaps strukturierter Finanzprodukte markierte das Ende der Illusion, Geld ließe sich einfach durch den Einsatz von Geld verdienen, indem man den Wert amerikanischer Häuser immer weiter hochschreibt. 2008 ist ein Übergangsjahr, in dem Hoffnungen zu geplatzten Träumen zerrinnen. Was danach kommen wird, lässt sich zum Teil bereits heute absehen, sodass Sie sich rechtzeitig darauf vorbereiten sollten (s. weiter unten und mein Beitrag vor einer Woche). Die Prognosen:
In Deutschland dürfte die kommende Rentenerhöhung, ein an politischem Opportunismus und grenzenloser Unverantwortlichkeit nicht zu überbietendes Wahlgeschenk, die Koalition von CDU/CSU und SPD stärken und sich bei der Bundestagswahl 2009 entsprechend positiv auf beide Parteiblöcke auswirken (über 20 Millionen Rentner bilden schließlich die entscheidende Wählermacht). Spätestens von 2011 an werden die Rentner geschröpft, was aber im Tohuwabohu nach der Bankrotterklärung des ganzen Sozialsystems (incl. Sozialhilfe, Kranken- und Pflegeversicherung) nicht mehr so stark ins Gewicht fallen wird. Die dann immer bedrohlicher steigende Inflationsrate wird vor allem private Haushalte mit niedrigem Einkommen treffen, darunter viele Rentnerhaushalte.
Immer mehr von ihnen werden das Existenzminimum unterschreiten, die Mieten nicht mehr zahlen können und so ihre Vermieter in finanzielle Schwierigkeiten bringen. Der Staat wird dann ebenso eingreifen (zugunsten der Mieter, nicht der Vermieter), wie er es schon jetzt bei der Rettung der Zocker-Landesbanken tut, die zwar längst abgeschafft gehören, aber erst ihre Milliardenverluste sozialisieren müssen. Das zurzeit deutlich werdende Problem der Unfähigkeit des politischen Managements (Aufseher-Versagen, Abgeltungsteuer-Missgeburt, Biosprit-Pleite u.a.) wird schließlich dadurch gelöst, dass man Sündenböcke ausguckt, ihnen den Abschied vergoldet und sie durch frische Kräfte ersetzt.
Auf dem internationalen Parkett ist alles noch viel komplizierter. Denn dort entscheidet die EU mit, verschieben sich die politischen Fronten ständig, wirken die USA durch den Wahlkampf schon jetzt wie paralysiert und wollen die De facto-Bankpleiten nicht enden. Also rufen führende Banker nach dem Staat, an ihrer Spitze Fed-Chef Bernanke, und der muss wissen warum. Das ist eine interessante Parallele zu Deutschland, wo der Staat sich ja bereits heute in alles einmischt. Staatsinterventionen werden in den nächsten Jahren international ohne Zweifel eine enorme Rolle spielen. Wer auch immer an der Macht ist, der (oder die) wird sich nicht die Chance entgehen lassen, die Schwächen des internationalen Finanzsystems für mehr politischen Einfluss zu nutzen, und zwar ganz unabhängig von den Schwächen des politischren Systems, wie sie etwa bei den deutschen Landesbanken erkennbar geworden sind.
Das auch noch aus einem anderen Grund: wegen der Staatsfonds. Darunter versteht man bekanntlich solche Einrichtungen reicher Staaten (wie die der Vereinigten Arabischen Emirate, des Stadtstaats Singapur, aber auch Russlands und Chinas), die sich gern an westlichen Konzernen beteiligen möchten oder das schon tun (wie bei der Schweizer Großbank UBS oder ihrer US-Konkurrentin Citigroup). Westliche Politiker haben bisher zwar viel darüber geschwafelt, wie sie den Einfluss von Staatsfonds einzudämmen gedächten, aber in Wahrheit arbeiten sie längst an Plänen, um diese Fonds zur Lösung der eigenen finanziellen Probleme einzuspannen. Dabei versuchen sie nebenbei ihren Einfluss geltend zu machen, um auch dem einen oder anderen Konzern Kapital zuführen zu lassen.
Aus der innerdeutschen Gemengelage kann man, ebenso wie aus der internationalen, kaum akuten Handlungsbedarf für Ihre persönlichen Finanzen ableiten - vorausgesetzt, Sie haben die hier immer wieder gegebenen Ratschläge befolgt. Das heißt, halten Sie einen Teil Ihrer Mittel liquide und einen größeren Teil in Edelmetallen, vor allem Gold. Denn ob Rentner-Subvention oder Landesbanken-Rettung in Deutschland, grassierende Finanzkrise oder wachsender Staatseinfluss international, die erst schemenhaft erkennbare neue Ära spricht gegen jede Art von Aktivismus. Folglich sind Sie mit einem gewissen Teil an liquiden Mitteln (z.B. sicherheitshalber auf Tagesgeldkonten mehrerer Banken) gut positioniert.
Aber warum einen größeren Teil in Gold horten? Ganz einfach, wegen der immer heftiger werdenden Inflation, vor der das Edelmetall erfahrungsgemäß schützt, auch wenn der Goldpreis sich gerade in einer Korrekturphase befindet, die noch einige Monate anhalten kann. Sind steigende Inflationsraten wirklich unabdingbar? Die Antwort darauf hat, in der ihr eigenen komplizierten und dennoch treffenden Sprache, die Neue Zürcher Zeitung in der Ausgabe vom 22./23. März gegeben: "Will man im jetzigen Stadium der Krise verhindern, dass weitgehend Unbeteiligte massiv zu Schaden kommen, muss man in Kauf nehmen, dass die unverantwortlichen Gläubiger und die unvorsichtigen Schuldner teilweise ungeschoren davonkommen und dass alle - vor allem via Geldentwertung - einen Beitrag zur Stabilisierung des Finanzsystems leisten."
© Manfred Gburek
www.gburek.eu
http://www.goldseiten.de/content/diverses/artikel.php?storyid=6931 |
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Sarastro
Anmeldungsdatum: 23.05.2007 Beiträge: 507
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Verfasst am: Mi Apr 16, 2008 13:23 Titel: |
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Gold eingependelt, dafür Euro und Öl so hoch wie nie.
Inflation treibt Euro und Öl auf Rekordstände
Der Euro ist nach der Bekanntgabe von Inflationsdaten für die Euro-Zone auf ein Rekordhoch zum Dollar gestiegen. Die Gemeinschaftswährung war mit bis zu 1,5949 Dollar so teuer wie noch nie seit ihrer Einführung an den Finanzmärkten im Jahr 1999. Am Morgen hatte der Euro noch 1,5835 Dollar gekostet.
"Die Inflationsdaten waren noch höher als angenommen“, sagte Commerzbank-Analystin Antje Praefcke. Sie verringerten damit die Zinssenkungserwartungen für die Euro-Zone. Die Jahresteuerung in der Euro-Zone ist im März auf die Rekordmarke von 3,6 Prozent gestiegen.
Die Dollarschwäche trieb zugleich den Ölpreis auf ein Allzeithoch. Das Fass US-Leichtöl der Sorte WTI kostete bis zu 114,41 Dollar. Der Preis für Rohöl der Organisation erdölexportierender Länder (Opec) ist erstmals über die Marke von 105 US-Dollar gestiegen. Ein Barrel (159 Liter) aus den Fördergebieten der 13 Mitgliedstaaten kostete im Durchschnitt 105,73 Dollar. Das waren 1,71 Dollar mehr als zu Wochenbeginn, teilte das OPEC-Sekretariat in Wien mit. Die OPEC berechnet ihren Durchschnittspreis auf der Basis von 13 wichtigen Sorten des Kartells.
Die Teuerungsrate stieg im März erstmals in diesem Jahr über die Drei-Prozent-Marke. Die Verbraucher mussten nach Angaben des Statistischen Bundesamts für ihre Lebenshaltung 3,1 Prozent mehr ausgeben, damit lag der Anstieg so hoch wie zuletzt im Dezember. Im Januar und Februar 2008 hatte die Jahresveränderungsrate noch bei jeweils 2,8 Prozent gelegen. Im Vergleich zum Februar erhöhte sich der Index im März um 0,5 Prozent. Das Bundesamt bestätigte damit vorläufige Zahlen. Preistreiber waren neben Kraftstoffen (12,3 Prozent), leichtem Heizöl (40 Prozent) und Strom (7,2 Prozent) auch Nahrungsmittel, für die die Menschen in Deutschland 8,6 Prozent mehr ausgeben mussten. Damit verteuerten sich die Lebensmittel in nur einem Jahr fast so stark wie im gesamten Jahrzehnt zuvor, wie die Statistiker errechneten. Von März 1997 bis März 2007 waren die Preise insgesamt um nur 9,0 Prozent geklettert.
http://www.welt.de/finanzen/article1907444/Inflation_treibt_Euro_und_Oel_auf_Rekordstaende.html |
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