 |
Forum der Neuen Freiheit
|
| Vorheriges Thema anzeigen :: Nächstes Thema anzeigen |
| Autor |
Nachricht |
Sarastro
Anmeldungsdatum: 23.05.2007 Beiträge: 507
|
Verfasst am: Mi Feb 25, 2009 12:09 Titel: |
|
|
Die Grenzen zwischen tatsächlichen Fakten, beeinflußten Statistiken und abstrusen Verschwörungstheorien sind oft fließend. Gerade in heutigen Zeiten. Deshalb sei es dem geneigten Leser selbst überlassen, die entsprechenden Grenzen zu ziehen.
Trotzdem gebe ich noch ein paar Einblicke in meine eigene Theorien, natürlich ohne Gewähr
Doch zuerst ein Blick nach vorne und zurück. Gibt es Parallelen zwischen Telekom und HRE ?
Wikipedia zur Telekom:
Unter Ron Sommer erfolgte am 18. November 1996 der Börsengang der Telekom. Der Erstausgabepreis betrug 28,50 DM (14,57 €). Das entsprach einem Erlös von 10,0 Mrd. €. Später folgten noch eine zweite und dritte Tranche (28. Juni 1999, Stückpreis 39,50 €, Erlös 10,88 Mrd. € und 19. Juni 2000, Stückpreis 66,50 €, Erlös 15 Mrd. €).
In Sommers Amtszeit fiel auch die Ersteigerung der deutschen UMTS-Lizenzen im Juli/August 2000 durch T-Mobile für 16,58 Mrd. DM (8,48 Mrd. €) und der Mai 2001 vollzogene Kauf der US-amerikanischen Mobilfunkunternehmen Voicestream und Powertel für ca. 39,4 Mrd. € (inkl. übernommener Schulden).
Wikipedia zur Hypo Real Estate:
Die Hypo Real Estate Holding (HRE) ist eine deutsche Bankenholding mit Sitz in München. Zum HRE-Konzern, der unter dem Namen Hypo Real Estate Group in der Öffentlichkeit auftritt, gehören mit der Hypo Real Estate Bank AG, der Depfa Bank plc und der Depfa Deutsche Pfandbriefbank AG drei Banken im Bereich der gewerblichen Immobilienfinanzierungen sowie in der Staats- und Infrastrukturfinanzierung. Mit einem Emissionsvolumen von etwa 146 Milliarden Euro (Ausweis GB 2007) ist die HRE zudem ein bedeutender Emittent von Pfandbriefen.
Die HRE ist durch die seit 2007 andauernde internationale Finanzkrise stark betroffen. Als erste deutsche Bank erhielt sie im Rahmen dieser Krise staatliche Garantiezusagen in dreistelliger Milliardenhöhe. Außerdem beansprucht sie Garantien aus dem Finanzmarktstabilisierungsfonds. Hauptaktionär ist J.C. Flowers.
Im September 2001 fusionierten die Nürnberger Hypothekenbank, die Süddeutsche Bodencreditbank und die Bayerische Handelsbank zur damaligen HVB Real Estate Bank AG. Großaktionär und Namensgeber der börsennotierten Gesellschaft war die HypoVereinsbank. Durch Abspaltung von Teilen des gewerblichen Immobilienfinanzierungsgeschäfts der HVB, der Anteile an der HVB Real Estate Bank AG, der Westfälischen Hypothekenbank AG und der HVB Ireland und einer Mehrheitsbeteiligung an der Württembergische Hypothekenbank AG wurde schließlich im Jahr 2003 die „neue“ Hypo Real Estate Holding AG gebildet. Die ehemalige HVB Real Estate Bank AG firmiert seit Herbst 2003 als Hypo Real Estate Bank AG und beinhaltet nach der Verschmelzung mit der Westfälischen Hypothekenbank AG (Herbst 2003) und der Hypo Real Estate Bank International AG (Herbst 2008) sowohl das gesamte nationale als auch internationale Immobiliengeschäft der Hypo Real Estate Gruppe.
Das Verhalten der Bundesregierung zur Rettung der HRE wurde von einigen Oppositionspolitikern scharf kritisiert. Oskar Lafontaine (Die Linke) und Volker Wissing (FDP) warfen dem Finanzminister Steinbrück Veruntreuung vor. Zum einen weil das Finanzministerium mit der Einigung bis zum 29. September 2008 gewartet hat. Genau ab diesem Tag war die Verjährungsfrist für eine mögliche Haftung der HRE-Alteigentümer (HypoVereinsbank) abgelaufen, so dass nun der Staat alleine für die HRE haften musste. Zum Anderen weil die staatlichen Finanzhilfen an die Holding flossen, ohne sicherzustellen, dass die Steuergelder richtig verwendet werden.
Die für die Krise mitausschlaggebende Tochter Depfa war vor der Privatisierung bis zu Beginn der 1990er Jahre ein profitabler staatseigener Betrieb. Somit würden dem deutschen Staat im Falle einer Wiederverstaatlichung der Hypo Real Estate doppelte Verluste entstehen, zum einen durch staatlich-entgangene Gewinne der Depfa, zum anderen durch die Kosten der nun notwendigen Wiederverstaatlichung.
Was könnte man daraus folgern ?
Vielleicht, daß
- der Staat und seine Politiker überfordert sind ab einer gewissen Ebene
- es bei Geschäften zwischen Staat und Wirtschaft einige Gewinner und Verlierer gibt
- es unterschiedliche Formen von Banken und Unternehmen gibt:
1.) Bad Banks
Bad Banks sind eigentlich nur dazu da, Geld aus einem Markt oder Unternehmen rauszuziehen und an die (vorübergehenden) Besitzer auszuschütten.
Diese Bad Banks sitzen dann auch irgendwann auf "eigenen" Schulden oder kaufen die Schulden Anderer auf, die scheinbar über eine gute Bonität verfügen, z.B. Subprime Immobilien.
Dieses Konzept wird dann besonders ertragreich, wenn es einerseits auch Profit Banks gibt, die als (vorübergehende) Besitzer ordentlich abkassiert haben, und andererseits die neuen Schulden auf den Staat bzw Steuerzahler abgewälzt werden können - mit dem Hinweise, daß sonst das "ganze Finanzsystem kollabieren" würde. Siehe IKB, HRE, HSH, Faennie Mae, Freddie Mac, AIG, Citigroup usw.
2.) Profit Banks
Diese Profitunternehmen halten die Füße still und sich selbst im Hintergrund. Sie kassieren ordentlich ab, u.a. von den Bad Banks, oder spalten ihre negative Zweige über mehrere Umwege und Neutral Banks in Bad Banks ab.
Die Profit Banks fungieren z.T. auch als "schwarze Löcher", die Geld aufsaugen, halten und damit die Geldmenge reduzieren oder zumindest konstant halten. Siehe Japan.
3.) Good Banks
Das sind eigentlich die kleinen und vor allem lokalen (!) Sparkassen und Genossenschaftsbanken, die ein begrenztes Aufgabenfeld haben und die Wirtschaft vor Ort (!) mit Kapital und Krediten versehen. Diese Good Banks können auch im nationalen oder internationalen Rahmen auftreten, aber der Schwerpunkt ist eigentlich das lokale Umfeld. Das hat zwar (zu Unrecht) ein langweiliges Image, aber hat meistens funktioniert, eben weil es so überschaubar war.
Die Politik bildet sich ein, daß Good Banks dann entstehen, wenn man aus gefährdeten Banken die Bad Banks abspaltet.
4.) Neutral Banks
Das ist die große Masse der Banken und Unternehmen. Die irgendwo zwischen den drei anderen Banken anzusiedeln sind. Manschmal wissen diese Organisationen auch selbst nicht, wie sie sich positionieren sollen. Oder es wird alle zwei Jahre die Strategie geändert je nach Personal.
Prognose:
So oder so ist das ganze Papiergeldsystem inkl staatlicher Notenbankpolitik hinfällig. Nur eine rohstoffgedeckte Währung ist wirklich stabil und kann Exzesse verhindern. Es wird also zu einem Crash kommen. Entweder Deflation oder Inflation oder beides. Denn bezahlen kann diese Schulden keiner mehr, ohne massiv Schaden zu nehmen. Es fängt mit den Banken an, geht über Versicherungen und es endet auch nicht mit der Automobilindustrie.
Die Politik ist hilflos. Zumal sie Ausgaben auf Kredit und ständige Neuverschuldung selbst vorgelebt hat. Die Banken haben es insofern nur nachgelebt. Dazu kommt die Gier nach Posten und Einfluß, wenn möglich außerhalb lokaler demokratischer Kontrolle. Siehe Sarkozy in Frankreich oder das erste 350 Mrd Dollar Paket, über das der damalige (Bush) Finanzminister Paulson nach Belieben verfügen konnte.
Die Politik wird dabei entweder handlungsunfähig, weil sie sich massiv verschuldet (u.a. bei den Banken) oder Geld drucken muß. Siehe Japan, England und die USA.
Daß z.B. auch die deutsche Politik unfähig ist, sieht man an den Zusagen an HRE, HSH und Co. Denn sie hätte auch wie in den USA bei den Autofirmen Kredite an Bedingungen knüpfen können, um bei Bedarf die Kredite wieder zurückzuerhalten. So aber setzte sich die deutsche Politik selbst unter Druck, weil sie jetzt schon zu viel Geld ausgegeben hat...
Die große Frage ist also viel mehr:
Wann kommt der Crash genau und in welchen Zeitabschnitten ?
Es folgt jede Menge Text *g*
=== Rettungspaket für HSH Nordbank beschlossen
Die schwer angeschlagene HSH Nordbank ist mit Milliarden-Landeshilfen in letzter Minute gerettet worden.
Die Landesregierungen von Schleswig-Holstein und Hamburg beschlossen am Dienstag für die gemeinsame Landesbank eine Kapitalspritze über drei Milliarden Euro und eine Sicherheitsgarantie über zehn Milliarden Euro. Dies teilten die Regierungschefs Peter Harry Carstensen und Ole von Beust (beide CDU) nach einer gemeinsamen Sitzung in Kiel mit. Wegen Milliardenverlusten der Bank hatte die Bankenaufsicht BaFin mit Schließung gedroht und eine Frist bis Dienstag gesetzt. In der Finanzkrise sind bereits mehrere große Landesbanken in Deutschland in Schieflage geraten, darunter auch die BayernLB.
Der staatliche Banken-Rettungsfonds SoFFin hatte am Freitag deutlich gemacht, dass er nach einer Absicherung über 30 Milliarden Euro zunächst keine weitere Hilfe für die HSH Nordbank leisten will. Zunächst müsse die Bank in eine zukunftsfähige Kernbank und eine Abwicklungsbank für faule Finanzpapiere und auslaufende Geschäfte aufgeteilt werden. Die Bank hatte durch den Wertverlust ihrer Finanzanlagen sowie die Insolvenz der US-Bank Lehman Brothers und die Zahlungsunfähigkeit Islands insgesamt in den Jahren 2007 und 2008 Belastungen von rund 3,8 Milliarden Euro zu tragen.
...
Die beiden übrigen Eigentümer, die schleswig-holsteinischen Sparkassen (14,8 Prozent) und die private Gruppe um den US-amerikanischen Finanzinvestor J. Christopher Flowers (25,7 Prozent) wollen sich nicht an der Rettung beteiligen. Die «Mini-SoFFin» der beiden Bundesländer garantiert der HSH Nordbank nun zehn Milliarden Euro zur Abdeckung von Risiken der Bank.
...
http://www.mz-web.de/servlet/ContentServer?pagename=ksta/page&atype=ksArtikel&aid=1229760884759
=== Krach um Bankenfusion in Frankreich
Die geplante riesige Bankenfusion in Frankreich wird von herben Misstönen begleitet. Die französischen Sparkassen und Volksbanken wollen am Donnerstag den Zusammenschluss zum zweitgrößten Finanzinstitut des Landes bekanntgeben. Als heißer Kandidat für den Chefposten im neuen Konzern gilt François Pérol. Und genau daran spießt es sich: Der 45-Jährige gehört zu den engsten Mitarbeitern von Nicolas Sarkozy und war früher hochrangiger Manager der Investmentbank Rothschild.
Es ist von Machtmissbrauch die Rede: Es könne nicht sein, dass sich der Staatschef über einen persönlichen Freund strategischen Einfluss in der Finanzwirtschaft sichere, so der Tenor.
...
Pérol, ein studierter Politikwissenschafter, arbeitete erst für den französischen Wirtschaftsminister Francis Mer, später für Sarkozy. 2005 wechselte er zur Rothschild-Bank, um 2007 zu Sarkozy zurückzukehren. Er beriet den Präsidenten unter anderem bei der Fusion von Gaz de France und Suez. Und er war eng in die Ausarbeitung der Details für die geplante Bankenfusion involviert, heißt es aus informierten Quellen. Frankreich will die neue Gruppe dem Vernehmen nach mit rund fünf Milliarden Euro stützen.
Pérol nahm vergangenen Samstag an den Treffen mit den Vorständen von Sparkassen und Volksbanken teil. Der Präsident hungere nach Macht, auch danach, Manager des privaten Sektors zu ernennen, sagte François Goulard, Gesetzgeber aus Sarkozys Reihen, der Zeitung Le Parisien. Die französischen Sparkassen und Volksbanken zählen gemeinsam mehr als 36 Millionen Kunden und betreiben mit 95.000 Mitarbeitern 8100 Filialen. Größer ist in Frankreich nur der Crédit Agricole-Konzern. Beide Institute leiden massiv unter der Finanzkrise und kämpfen mit Verlusten.
Gemeinsame, wenngleich nur sehr schlechte Erfahrungen haben sie bereits im Investmentgeschäft gemacht, das sie 2006 in einer Tochter fusionierten. Beide mussten erheblich Kapital nachschießen. (Reuters, red, DER STANDARD, Printausgabe, 25.2.2009)
http://derstandard.at/?url=/?id=1234507906518
=== Japanische Regierung erwägt Kauf von Aktien zur Krisenbekämpfung
Zur Stützung der japanischen Börsen erwägt die Regierung den Kauf von Aktien.
Fallende Kurse schadeten der japanischen Volkswirtschaft, da sie die Kapitalbasis der Banken aufzehrten, sagte Finanzminister Kaoru Yosano am Dienstag. Japanische Banken besitzen in großem Umfang Aktien. Der Nikkei-Index gab am Dienstag weitere 1,46 Prozent nach und notierte zeitweise auf dem Stand von Oktober 1982.
...
http://de.reuters.com/article/economicsNews/idDEBEE51N0AB20090224
=== Die japanischen Exporte schmieren ab
Schock im Land der aufgehenden Sonne: Japans Exporte sind wegen der weltweiten Wirtschaftskrise so stark eingebrochen wie nie zuvor. Im Januar seien die Ausfuhren um 45,7 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum gesunken, teilte das Finanzministerium mit. In den Januar fiel das Neujahrsfest, an dem einige wichtige asiatische Exportmärkte für mehrere Tage geschlossen waren. Japanische Güter waren nicht nur in Asien, sondern auch in den USA deutlich weniger gefragt. Damit verzeichnete Japan vier Monate in Folge ein Handelsdefizit.
Die Importe rutschten um 31,7 Prozent ab, hier schlug sich eine deutlich schwächere heimische Nachfrage nieder.
http://www.welt.de/wirtschaft/article3268711/Die-japanischen-Exporte-schmieren-ab.html
=== Rohstoff-Trader-Kolumne: Chinas begehrtester Rohstoff!
In Zeiten wie diesen innerhalb derer die Kreditmärkte größtenteils zugefroren sind und viele Firmen enorme Probleme dabei haben sich zu refinanzieren, ist Cash einer der begehrtesten Rohstoffe überhaupt. Mit einem gigantischen Vermögen geparkt in amerikanischen Staatsanleihen, hat China genügend von dieser äußerst attraktiven Ware.
Während die Medien und Untergangspropheten ununterbrochen über den schlechten Zustand der Weltwirtschaft sprechen und man meinen könnte, dass sich die Welt nie wieder erholen wird, denken die chinesischen Strategen langfristig. Sie wissen, dass sich die Wirtschaft in Zyklen bewegt und es auch wieder aufwärts gehen wird, was womöglich schneller der Fall sein könnte als von vielen angenommen. Dann wird das chinesische Wachstum wieder die Marke von zehn Prozent überqueren und die alten Probleme die bereits die letzten Jahre zugegen waren kommen zurück. Hierbei handelt es sich um die enorm hohe Menge an Rohstoffen die China von Jahr zu Jahr konsumiert um die Wirtschaft und das gigantische Wachstum am Leben zu erhalten.
Wer zwischen den Zeilen liest kann derzeit eine interessante Strategie Chinas erkennen. Das Reich der Mitte kauft weltweit Rohstoffunternehmen auf und arbeitet mit Regierungen zusammen, um ebenso Kredite für Firmen sowie neue Projekte im Rohstoffbereich zu vergeben. Beispielsweise wurde erst in der letzten Woche ein interessanter Deal zwischen China und Russland bekannt. Die China Development Bank vergab einen 25 Milliarden schweren Kredit an die beiden Energieunternehmen OAO Transneft und OAO Rosneft. Im Gegenzug sicherte sich die chinesische Regierung Extraimporte in Höhe von 300.000 Barrel an Rohöl über die nächsten 20 Jahre. Dies entspricht zum gegenwärtigen Zeitpunkt zehn Prozent der chinesischen Nachfrage und gibt China weiteren Platz zum Wachsen.
Andere interessante Deals die die Akquisitionsstrategie der Chinesen untermauern zeigen sich in Australien. Die China Minmetals Corp. offerierte 1,7 Milliarden US-Dollar um die australische OZ Minerals zu kaufen und die Aluminum Corp of China plant ein Investment von knapp 20 Milliarden US-Dollar in Rio Tinto.
...
http://www.finanzen.net/nachricht/Rohstoff_Trader_Kolumne_Chinas_begehrtester_Rohstoff__849216
=== Gold hui, Lebensversicherungen pfui
...
Der renommierte Schweizer Vermögensverwalter Felix Zulauf sagte neulich in einem Interview mit FAZ-Net: "Maßnahmen wie Währungskontrollen, gebundener Zahlungsverkehr und so weiter können schließlich nicht mehr ausgeschlossen werden. Solche Eingriffe werden immer wahrscheinlicher." Sein Land marschiert mit verschärften Grenzkontrollen vom 1. März an voran. Auch die Kapitulation der Schweizer Großbank UBS vor den amerikanischen Behörden ist ein Warnsignal in Sachen Kontrollen. Deutschland geht sogar ganz radikal vor: Das vom Bundeskabinett beschlossene Enteignungsgesetz sieht vor, dass Bankaktionäre in Zukunft enteignet werden können. Diese sog. Lex Hypo Real Estate wird die deutsche Staatsverschuldung mittelbar zusätzlich in eine Höhe treiben, die wir uns heute noch gar nicht vorstellen können. Eine Alternative gibt es nicht.
Und die Folgen? Sie sind bereits heute an den Märkten ablesbar: Die Zinsen driften weiter nach unten; im Gegenzug steigen die Kurse der Staatsanleihen und bilden eine Blase, deren Platzen sich so lange verzögert, wie die deflationären Kräfte (rückläufige Rohstoffpreise, Abschreibungen auf Vermögenswerte u.a.) weiter wirken. Dass diese Blase platzen wird, ja platzen muss, steht fest. Aber der Zeitpunkt lässt sich leider nicht vorhersagen; er hängt davon ab, wie schnell die Zentralbanken ihre Notenpressen in Bewegung setzen und so letztlich den deflationären Prozess stoppen.
Das kann sich über Wochen, Monate, im Extremfall sogar über zwei Jahre hinziehen. Die darauf folgende Inflation wird umso schlimmer sein, je stärker die Geldmenge im Verhältnis zur Güterproduktion zunimmt. Sie wird, sobald die Stimmung an den Märkten kippt, zu steigen beginnen und danach in relativ kurzer Zeit zweistellig ausfallen. Damit erklärt sich das - allerdings nur scheinbare - Paradoxon, dass zurzeit sowohl die Kurse der Staatsanleihen als auch die Edelmetallpreise steigen: Die einen versprechen Sicherheit für Wochen, Monate oder vielleicht sogar zwei Jahre, die anderen auch darüber hinaus. Wobei die Edelmetalle als zinslose Anlagen in den kommenden Monaten umso mehr favorisiert sein werden, je mehr die Zinsen bzw. Renditen der Staatsanleihen der Null näherkommen.
Nun stellen Sie sich vor, Sie seien für die Anlagen eines Lebensversicherers verantwortlich und damit gezwungen, Ihr Versprechen für eine Gesamtverzinsung auf den Sparanteil von Kapitallebensversicherungen Ihrer Kunden in Höhe von 4 bis 5 Prozent einzulösen, obwohl die Rendite zehnjähriger Bundesanleihen gerade mal um 3 Prozent dümpelt. 4 bis 5 Prozent sind nicht aus der Luft gegriffen, sondern von den große nVersicherungskonzernen für das laufende Jahr ohne Wenn und Aber prognostiziert. Um das Kunststück fertigzubringen, greifen Sie in die Trickkiste, sprich, in die Reserven, die sich hinter so geheimnisvollen Begriffen wie Kalkulationsgrundlage oder Rückstellung für Beitragsrückerstattung verbergen - und schon ist die hohe Verzinsung ein Klacks.
Wie lange das gut geht, hängt natürlich von der Höhe Ihrer Reserven ab. Drohen die zur Neige zu gehen, machen Sie die nächste Trickkiste auf. Deren Inhalt, branchenüblich immerhin an die 40 Prozent Ihrer Kapitalanlagen, besteht zwar aus verschiedenen Kategorien von Bankanleihen (z.B. Pfandbriefe, Schuldverschreibungen, Schuldscheine) und verbreitet deshalb schon etwas Modergeruch. Aber was soll"s, wenigstens die 4 vor dem Komma für die Rendite steht. Doch was ist mit den in solchen Papieren modernden Risiken? Niemand kennt die Antwort, denn die Folgen der Finanzkrise für die Inhaber von Bankanleihen sind längst noch nicht absehbar.
...
http://www.goldseiten.de/content/diverses/artikel.php?storyid=9820
=== Marktkommentar: Tausche Euro gegen Gold
...
Im Moment ist es „in Mode“, Banken und Staaten, die stark in Osteuropa tätig sind, besonders heftig abzustrafen. Man hat in der Zwischenzeit erkannt, dass die Kreditvergabe der meist westlichen Banken in Osteuropa in den letzten Jahren äußerst „subprime“ war. Die Methoden und laxen Vergabekriterien für Kredite waren nicht besser als in den USA. Zusätzlich wurde im Osten ein Großteil der Kredite in Fremdwährung wie Euro, Dollar, Yen oder Franken vergeben – wegen der niedrigeren Zinsen und daher niedrigeren monatlichen Rückzahlungsraten. So fragt die „Berner Zeitung“: „Luxus auf Pump: Stößt der Osten Europas Banken in den Abgrund?“ Natürlich war es Luxus auf Kredit, es wurden teure Häuser und Autos auf Kredit gekauft, in Polen oder Ungarn etwa zu 60 Prozent in Schweizer Franken. Jetzt werten dort die eigenen Währungen ab und die Kreditnehmer können die höheren Raten nicht mehr bezahlen. Zudem bricht überall die Realwirtschaft zusammen, die Arbeitslosigkeit explodiert.
Wenig ist von diesen Krediten in wirklich ertragreiche Industrien geflossen, das meiste aber in Aktien- und Immobilienspekulationen sowie den Konsum. Diese Kredite zahlen sich nicht durch erhöhte Produktion aus, sondern müssen, wie sich jetzt zeigt, abgeschrieben werden.
Zusätzlich zu den Pleitekandidaten im Euroraum mit inländischer geplatzter Bubble wie Irland oder Griechenland kommt jetzt auch Österreich dazu – wegen der „Rettung“ der österreichischen Banken, die in Osteuropa etwa 300 Milliarden Euro an Krediten vergeben haben (100 Prozent des österreichischen BIP – ein Rekordwert). Die Spreads auf österreichische Staatsanleihen explodieren daher gerade, der Pleitegeier fliegt über Wien bereits tief.
...
http://ef-magazin.de/2009/02/21/966-marktkommentar-tausche-euro-gegen-gold
=== Gemacht für die Krise - nur nicht für diese
Er existiert seit über 200 Jahren in Deutschland, hat sich zum Exportschlager gemausert und macht gerade eine der schwersten Bewährungsproben durch: der Pfandbrief. Die Papiere sind an sich so konzipiert, dass den Besitzer selbst eine Pleite der ausgebenden Bank nichts anhaben sollte. Deutlich mehr als 100 Milliarden Euro an Pfandbriefen hat jedoch die Münchener Hypo Real Estate mit teils jahrzehntelangen Laufzeiten auf den Markt gebracht. Eine Pleite der HRE würde die Belastbarkeit der Pfandbriefe in einem Moment testen.
...
Der Pfandbriefmarkt hat ein Volumen von deutlich über 800 Milliarden Euro. Die Papiere gelten als eine der sichersten Anlageformen, so dass Zentralbanken, Geschäftsbanken und Versicherungen jeweils Hunderte von Milliarden in ihren Büchern halten. Über Anlagen in Fonds und Lebensversicherungen und zu einem geringen Maße auch direkt hängen die Ersparnisse von Privatanlegern von den Papieren ab. Gerät das Vertrauen in den Pfandbrief ins Straucheln, könnte es zu einem Dominoeffekt kommen. Dies ist einer der Gründe, weshalb die HRE von vielen als systemrelevante Bank angesehen wird, deren Fortbestand auf jeden Fall gesichert werden muss - im Zweifelsfall auch durch Enteignung der Aktionäre.
Mit Hilfe der Pfandbriefe beschaffen sich Banken Geld, das sie etwa an Städte und Gemeinden oder Immobilienentwickler verliehen haben. Die Papiere sind so gut besichert, dass Anleger selbst im Falle einer Insolvenz der ausgebenden Bank keine großen Verluste befürchten sollen. Denn geht ein Finanzhaus pleite stellt ein sogenannter Sachwalter sicher, dass die Zinsen auf die Pfandbriefe weiterbedient werden und die zugrundeliegenden Sicherheiten wie Immobilien oder Steuereinnahmen nicht in die Insolvenzmasse eingehen.
Doch inmitten der Finanzkrise will die Bundesregierung nicht wagen zu prüfen, ob das Sicherungskonzept der Scheine auch wirklich funktioniert. Denn "es hat noch nie einen Test des eingebauten Sicherheitsnetzes des Pfandbriefs gegeben", sagt Sascha Kullig, Bereichsleiter Kapitalmärkte beim Verband deutscher Pfandbriefbanken in Berlin. Die Situation stecke voller Ironie, sagen Marktkenner. Einem für die Krise konzipierten Papier wird die Krisenbeständigkeit letztendlich doch nicht zugetraut. Denn die Abwicklung der Papiere durch einen Sachverwalter birgt viele Unwägbarkeiten, und angesichts der Laufzeit der Briefe von teils mehreren Jahrzehnten würde lange Unsicherheit bestehen bleiben, ob die Pfandbriefe denn wirklich halten, was sie versprechen.
Neue Papiere kommen daher derzeit nur schleppend auf den Markt, denn der Appetit der Anleger hält sich in Grenzen. Zu kleineren Geschäften kommt es zwar, doch die nächste Auflegung eines Jumbo-Pfandbriefs mit einem Volumen von über einer Mrd. Euro dürfte in weite Ferne gerückt sein. Denn den Anlegern bietet sich derzeit eine günstige und noch sichere Alternative: vom Staat garantierte Bankanleihen, wie sie die Bundesregierung durch das Finanzmarktstabilisierungsgesetz geschaffen hat. Die Finanzkraft des Bundes zählt als Deckung an den Märkten selbst in Zeiten rasanter Neuverschuldung mehr als die von einem Pfandbrief gewährten Sicherheiten.
Zumindest die Kommunen beobachten das Treiben bislang gelassen. Die ihnen gewährten Kredite werden zwar häufig von Banken über Pfandbriefe refinanziert, doch bis jetzt gebe es keine Schwierigkeiten, an Geld zu kommen, heißt es beim Gemeindetag Baden-Württemberg. Die Banken drängten jedoch verstärkt auf höhere Zinsen.
http://stuttgarter-zeitung.de/stz/page/1937526_0_2147_pfandbriefmarkt-gemacht-fuer-die-krise-nur-nicht-fuer-diese.html
=== Das Gelbe Forum - Diverse Verschwörungstheorien ohne Gewähr
...
Bernd Knobloch, geboren am 20.11.1951 in München, ist ein deutscher Banker und sitzt derzeit im Aufsichtsrat der Skandalbank Hypo Real Estate. Von 1991 an war Bernd Knobloch Direktor und Vorstandsmitglied der Frankfurter Hypothekenbank AG bzw. der Nachfolgeinstitute und leitete die Eurohypo AG von 2004 bis September 2008 als Vorstandsvorsitzender. Von April 2006 bis September 2008 war Bernd Knobloch außerdem Mitglied des Vorstandes der Commerzbank.
...
Christoper Flowers, New York, USA Er hält auch ein Paket an der HSH Nordbank, welche genau wie die Hypo Real Estate von der New York Connection die Schrott Derivate aus den USA nach Deutschland verschoben hat. Auf dem deutschen Markt ist Flowers seit 2004 aktiv. Flowers hält 24,9% der HRE und 25,67% an der HSH Nordbank. Damit hält er in beiden Fällen eine Sperrminorität gegen eine Kapitalerhöhung der Institute. Er kann die Ausgabe frischer Aktien zur Erhöhung des Eigenkapitals verhindern (im Falle der HRE zusammen mit einigen Aktien aus Streubesitz). Im Zusammenhang mit der Bankenkrise und den staatlichen Rettungsmaßnahmen zur Stabilisierung der Finanzmärkte bewirkt dies, dass J.C. Flowers bei der HRE und bei der HSH Nordbank eine erhöhte staatliche Beteiligung verhindern kann (§182 Aktiengesetz).
...
George Soros alias György Schwartz, Gründer von Grove International Partners, New York, USA, mit 7% an der HRE beteiligt. Grove ist eine global agierende Real Estate Private Equity Gesellschaft. Sie wurde 1999 gegründet und verwaltet eine Kapitalbasis von 5 Mrd. USD. Das Unternehmen hat seinen dritten Fond im Juni 2007 mit zwei Milliarden USD Investitionskapital geschlossen. Grove-Investmentgesellschaften managen Private Equity-Fonds im Bereich globaler Immobilien-Investitionen wie in Investitionen mit einem Bezug zum Immobiliengeschäft. Grove engagiert sich seit 2003 mit Investitionen in verschiedenen Sektoren in Deutschland. 2007 haben von Grove und ihren Tochtergesellschaften beratene Fonds gemeinsam mit Hochtief AG in einer mit 1,6 Milliarden EUR bewerteten Transaktion Aurelis erworden, eine Immobilien-Tochtergesellschaft der Deutschen Bahn.
...
Zum Verkauf der Bahn-Immobilientochter Aurelis an das Unternehmen Hochtief erklärt Roland Claus, Mitglied im Haushaltsausschuss für die Fraktion DIE LINKE:
Weil ihr die heiß umstrittene Privatisierung der Deutschen Bahn AG nicht schnell genug geht, hat die Führungsspitze des Konzerns jetzt Tatsachen geschaffen, noch ehe das Parlament überhaupt zum Zuge gekommen ist. Sie hat ihr stabil schwarze Zahlen schreibendes Immobilienunternehmen Aurelis an ein privates Konsortium aus dem Baukonzern Hochtief und der Fondsgesellschaft Redwood Grove verkauft. Das ist ein erneuter und besonders provokanter Schlag gegen die öffentliche Bahn und eine offene Verschleuderung von Volksvermögen. 1.495 Liegenschaften mit 27 Mio. Quadratmetern innerstädtischer Flächen in Ballungsgebieten werden für 1,64 Mrd. Euro verscherbelt. Das macht einen Bauland-Quadratmeterpreis von 60 Euro. Die Unternehmensführung Hochtief verkündet stolz, dass sie keine Risiken mit in die Bilanz übernehmen werde. Aurelis komme derzeit auf jährliche Mieteinnahmen von 105 Mio. Euro.
...
http://www.dasgelbeforum.de.org/forum_entry.php?id=85155 (und anschließende Postings)
http://www.linksfraktion.de/pressemitteilung.php?artikel=1262527605 |
|
| Nach oben |
|
 |
Sarastro
Anmeldungsdatum: 23.05.2007 Beiträge: 507
|
Verfasst am: Do Feb 26, 2009 15:51 Titel: |
|
|
Weiter geht es mit der Abwärtsspirale:
=== General Motors macht 30 Milliarden Verlust
Der schwer angeschlagene US-Autobauer General Motors hat im vierten Quartal 2008 einen Verlust 9,6 Milliarden Dollar eingefahren. Im Gesamtjahr belaufe sich der Verlust auf 30,9 Milliarden Dollar, teilte das Unternehmen mit. Das sind rund 24,2 Milliarden Euro.
Der GM-Umsatz brach im Schlussquartal angesichts der Krise auf den Automärkten um mehr als ein Drittel auf 30,8 Milliarden Dollar ein. Im Gesamtjahr stürzten die Erlöse um 17 Prozent auf 149 Milliarden Dollar. Der von der Pleite bedrohte Konzern verbrannte erneut Milliardensummen seiner Kapitalreserven. Zum Jahresende lagen die flüssigen Mittel noch bei 14 Milliarden Dollar.
GM kann derzeit nur durch staatliche Notkredite überleben und ist ohne neues Geld in wenigen Wochen pleite. Zusammen mit schon erhaltenen Hilfen fordert der Autobauer für seine Sanierung von der US-Regierung bis zu 30 Milliarden Dollar. Dafür muss GM bis Ende März seine Überlebensfähigkeit konkret beweisen. Manager des Konzerns wollten an diesem Donnerstag mit Vertretern der US-Regierung über eine weitere Unterstützung verhandeln.
...
http://www.welt.de/wirtschaft/article3278405/General-Motors-macht-30-Milliarden-Verlust.html
=== Großbank RBS verbucht 27 Milliarden Euro Verlust
Die mittlerweile verstaatlichte Großbank kündigte am Donnerstag zudem an, faule Wertpapiere im Volumen von 325 Milliarden Pfund (363 Mrd Euro) auf Kosten der Steuerzahler gegen Zahlungsausfall versichern zu wollen. Der bisherige Minusrekord eines britischen Unternehmens stammt aus dem Jahr 2006. Damals hatte der Mobilfunkkonzern Vodafone einen Verlust von 15 Milliarden Pfund verbucht. Die Bank kündigte bei der Vorstellung der Jahresbilanz zugleich ein umfassendes Umstrukturierungsprogramm an.
Mit einem neuen Rettungspaket will der britische Staat die schwer angeschlagene Branche retten. Das neue Rettungspaket sieht vor, dass die Banken das Ausmaß ihrer riskantesten Kredite offenlegen und vom Staat versichert werden. Die Regierung wird die Institute dann im Gegenzug gegen 90 Prozent der möglichen Ausfälle absichern. Dafür zahlen die Banken eine Gebühr.
Die Versicherung soll faule Wertpapiere im Umfang von bis zu 500 Milliarden Pfund (rund 562 Milliarden Euro) abdecken. Unklar ist noch, wie viel Verluste die Institute selbst tragen müssen, bevor der Schutz greift. Das Programm würde aber die Belastungen durch die Anlagen deutlich reduzieren. Die drastischen Wertverluste der Papiere im Zuge der Finanzkrise haben zahlreiche Großbanken in die Knie gezwungen. An RBS ist der Staat inzwischen zu 70 Prozent beteiligt, an Lloyds zu 43 Prozent.
http://www.welt.de/wirtschaft/article3276289/Grossbank-RBS-verbucht-27-Milliarden-Euro-Verlust.html
=== Allianz – Milliardenverlust als Abschiedsgeschenk
...
Andererseits ist der Konzernführung deutlich anzumerken, wie erleichtert sie über den Verkauf an die Commerzbank ist, aus dem die Allianz als klarster Gewinner hervorgeht. Zwar nimmt sich ein Verkaufserlös von vier Mrd. Euro fast lächerlich aus angesichts der auf hundert Prozent hochgerechneten 30 Mrd. Euro, die die Bank 2001 gekostet hat. Aber erstens hat die Allianz die Übernahme damals mit ihren Bankbeteiligungen finanziert, die ansonsten ebenfalls an Wert verloren hätten. Zweitens hat sich der Versicherungskonzern in den vergangenen Jahren Filetstücke aus der alten Dresdner herausgeschnitten, die diese Bilanz weniger deutlich ausfallen lassen. Vor allem aber kann Diekmann einfach nur froh sein, dass er endlich eine Tochter los ist, die ihm eigentlich nur Negativ-Schlagzeilen und Ärger eingebracht hat.
Dass die Dresdner Bank ein letztes Mal die Allianz-Bilanz verhagelt hat, hängt vor allem damit zusammen, dass die Commerzbank einen erheblichen Teil des Kaufpreises in Aktien bezahlt hat. Die Commerzbank-Anteile haben seit vergangenem Sommer derart dramatisch an Wert verloren, dass die Allianz als neuer Großaktionär der Frankfurter zu Milliardenabschreibungen gezwungen war. Weitere Belastungen drohen in diesem Jahr, wenn die Commerzbank-Aktie sich nicht erholt – allerdings bei weitem nicht mehr in einem Maße, dass es gleich das ganze Konzernergebnis ruiniert.
Die Probleme der Dresdner Bank bleiben gewaltig – aber sie sind nun nicht mehr die Probleme der Allianz, sondern der Commerzbank, die sich dafür mit Steuergeld wappnen musste. Das erklärt, warum die Aktie des Versicherers trotz des Milliardenverlustes deutlich zulegen konnte, Anteile der Commerzbank dagegen deutlich verloren.
...
http://www.welt.de/wirtschaft/article3278483/Allianz-Milliardenverlust-als-Abschiedsgeschenk.html |
|
| Nach oben |
|
 |
Sarastro
Anmeldungsdatum: 23.05.2007 Beiträge: 507
|
Verfasst am: Do Feb 26, 2009 16:26 Titel: |
|
|
Kommen wir zu diversen Theorien und Verschwörungstheorien.
Zuerst die Verschwörungstheorien, denn die sind interessanter zu lesen, selbst wenn sie unglaubwürdig erscheinen:
1.)
http://www.heise.de/tp/r4/artikel/29/29382/1.html
2.)
http://www.profi-finanz.net/Die_Geheimnisse_der_FED.pdf
Interessant, daß der Heise Verlag über seinen Ableger "Telepolis" sich zu solchen Aussagen hinreißen läßt und dem Autor sogar eine ganze Serie einräumt.
Telepolis als Magazin ist eher uninteressant, kommt manchmal etwas reißerisch und billig rüber und ist auch eher im linken Spektrum anzusiedeln.
Aber der Heise Verlag an sich gilt - zu recht - als äußerst kompetent in Sachen IT, einerseits durch sein Internetportal, andererseits durch seine renommierten Fachzeitschriften c't und iX.
Wesentlich glaubwürdiger, aber auch schwieriger zu lesen, sind die folgenden Artikel, die sich mit den Notenbanken der USA, Japans und Euro Zone beschäftigen:
3.)
http://ef-magazin.de/2009/01/11/884-finanzkrise-amerika-ist-nicht-japan
4.)
http://www.nzz.ch/nachrichten/wirtschaft/aktuell/weshalb_griechenlands_schulden_deutschland_etwas_angehen_1.2095900.html
5.)
http://ef-magazin.de/2009/02/25/973-bad-bank-eine-phantomdiskussion
Viel Spaß
=== 1.) Raubritter, Blindflieger und Verbrecher
...
In einem Staat der Schuldner, der sich der Globalisierung unterordnet, unterdrücken die Banker das Unternehmertum und fordern eine Unterordnung jedes einzelnen unter das Kredit-Diktat.
Diesem Diktat müssen sich – historisch gesehen - sogar Nationen beugen. So finanzierte das Haus Rothschild während der Napoleonischen Kriege gleichzeitig die Gegner England und Frankreich. Die Bankster errichteten ein internationales Spionage- und Kurier-Netzwerk und konnten 1815 durch gezielte Fehlinformationen über den Ausgang der Schlacht bei Waterloo an der Londoner Börse ihr Vermögen verzwanzigfachen. Dies erlaubte dem Hause Rothschild, die britische Wirtschaft zu dominieren. Durch weitere Börsencoups waren die Bankster von der Themse bereits im Jahr 1885 reicher als alle europäischen Herrscherhäuser zusammen.
Nachdem die Rothschilds zu Beginn des 19. Jahrhunderts die wichtigsten europäischen Staaten unter ihre finanzielle Herrschaft gebracht hatten, wandten sie sich der aufstrebenden Supermacht USA zu. Auch beim Amerikanischen Bürgerkrieg waren die Rothschilds wieder als Finanziers beider Seiten aktiv. Als Präsident Lincoln sich weigerte, die exorbitant hohen Zinsforderungen der Rothschilds zu bezahlen und 1863 sogar zinsfreie Staatsanleihen auflegte, wurde er 1865 ermordet. Von 1867 bis 1914 waren die J.P. Morgans Co. und Kuhn, Loeb and Co. die wichtigsten Rothschild-Repräsentanten in den USA. Unter der Ägide des Rothschild-Hauses wurden innerhalb von 20 Jahren die industriellen Imperien von John D. Rockefeller (Ölindustrie), Edward Harriman (Eisenbahnen) und Andrew Carnegie (Stahl) finanziert.
Nach der Finanzkrise von 1907, die ganz nach dem erprobten Rothschild-Rezept Zehntausende um ihr Vermögen brachte, wurde dem Volk die Notwendigkeit einer Zentralbank eingeredet. Dies führte zur Geburtsstunde der vom Hause Rothschild forcierten Federal Reserve im Jahre 1913, eine aus Regionalbanken begründete Zentralbank mit Paul Warburg als ihrem ersten Präsidenten. Die amerikanische Zentralbank ist eigentlich im Privatbesitz von ausländischen Großaktionären: den Rothschilds (London & Berlin), Warburg Co. (Hamburg & Amsterdam), Kuhn-Loeb Co. (Deutschland), Lazard Bros. (Paris), Israel Seiff (Italien), Lehman Bros. (New York), Goldman Sachs (New York), der Rockefeller Familie (New York) und von J.P. Morgan Interests (New York). Finanzieren diese Kreise den Wahlkampf des kommenden Präsidenten, bestimmen sie auch den jeweiligen Zentralbankpräsidenten. „Gebt mir die Kontrolle über die Währung eines Landes und es ist mir egal, wer die Gesetze macht“, war das Leitmotiv von Baron Rothschild.
Mit der Gründung der Federal Reserve im Jahr 1913 hatte die US-Regierung die Kontrolle ihrer Währung und damit auch die Kontrolle ihrer Wirtschaft an internationale Finanzmogule abgegeben. Doch genau dies ist eigentlich durch die amerikanische Verfassung verboten. Die Fed ist weder eine Bundesbehörde noch hat sie irgendwelche wertbeständige Reserven. Es handelt sich um ein privates Monopol zum Drucken von Geld, um mit lukrativen Zinsen die Staatsverschuldung der USA in uferlose Höhen treiben zu können.
1929 begann die große Depression, die von der Fed durch eine drastische Steigerung des Mindestreservesatzes inszeniert wurde, um eine massive Umverteilung der Vermögen in den USA einzuleiten. 1933 verbot die US-Regierung den privaten Goldbesitz, jedoch erst, nachdem die Reichen ihr Gold ins Ausland transferiert hatten. Eine der größten Enteignungen der Weltgeschichte nahm ihren Lauf. Gold aus Privatbesitz musste unter Androhung einer zehnjährigen Gefängnisstrafe zu 20 US-Dollar pro Unze an die Regierung verkauft werden, welche dann kurz darauf den Goldpreis mit 32 US-Dollar pro Unze fixierte. Doch auch dieser Betrug konnte den Staatsbankrott im Jahr 1933 nicht verhindern.
Als Präsident John F. Kennedy 1963 versuchte, die Macht der Fed zu brechen, als er Banknoten herausgab, die durch die Silber-Reserven des US Treasury Department gedeckt waren, wurde er wie Abraham Lincoln ermordet. Die erste Amtshandlung von Lyndon B. Johnson war, die zins- und schuldenfreien Banknoten wieder aus dem Verkehr zu ziehen. Durch die Federal Reserve sind die US-Bürger Leibeigene eines internationalen Finanz-Kartells, welches die amerikanische Unabhängigkeitserklärung als eine Kriegserklärung betrachtet.
...
http://www.heise.de/tp/r4/artikel/29/29382/1.html
=== 2.) Die Geheimnisse der FED
Die US-Zentralbank im Zwielicht, 21.09.2007
Entgegen dem allgemeinen Glauben ist die amerikanische »Notenbank« in Wahrheit ein privates Bankenkartell, das umso mehr verdient, je höher die Zinsen sind. So nebenbei druckt es billig Dollarnoten und verleiht sie teuer.
Von Wolfgang Freisleben
Immer wieder steht die »FED« international im Blickpunkt. Denn über die »Leitzinsen« bewegt sie nach Belieben die Kurse an den Weltbörsen und den Außenwert des US-Dollars. Doch kaum jemand weiß, was sich hinter dem »Federal Reserve Board« (FED) tatsächlich verbirgt: nicht eine Notenbank im herkömmlichen Sinn, sondern ein Gremium von zwölf regionalen Privatbanken, die sich Federal-Reserve-Banken nennen dürfen. Ihnen wurden gemeinsam die Aufgaben einer amerikanischen Notenbank übertragen. Die wichtigste dieses exklusiven Zirkels von Privatbanken ist die Federal Reserve Bank of New York, die den riesigen Finanzplatz New York kontrolliert.
Hamburger Bankier
Der Vorschlag für die Zentralbank stammte von dem deutschen Bankier Paul Warburg. Ursprünglich Teilhaber des Bankhauses Warburg in Hamburg, heiratete Paul Warburg 1893 während eines Aufenthalts in den USA die Tochter des Salomon Loeb vom New Yorker Bankhaus Kuhn, Loeb & Co., der ihn und seinen Bruder Felix 1902 als Partner in die Bank (1977 zu Lehman Brothers fusioniert) holte.
Die Finanz- und Bankenkrise im Herbst 1907, die 243 Banken in den Abgrund riss und wenige Monate zuvor unter Hinweis auf die Notwendigkeit einer Zentralbank wie zufällig von dem Bankier John Pierpont Morgan angekündigt wurde, bereitet den Boden auf. Von der Kuhn-Loeb Bank großzügig mit einem Jahressalär von 500.000 Dollar ausgestattet, war Paul Warburg nach der Bankenkrise sechs Jahre damit beschäftigt, eine »Bankreform« zu propagieren und vorzubereiten, wobei er von Nelson D. Aldrich unterstützt wurde, dem Schwiegervater des ersten amerikanischen Milliardenerben John D. Rockefeller junior, bekannt als der Steigbügelhalter des Bankiers J. P. Morgan im Senat.
Verschwörung
In einem später als Verschwörung bezeichneten, von Senator Aldrich im November 1910 einberufenen geheimen Treffen auf dem Morgan-Besitz auf Jekyl-Island in Georgia texteten Warburg und je zwei Bankiers von J. P. Morgan und der Rockefeller-Gruppe binnen einer Woche eine Gesetzesvorlage, die der überaus eitle republikanische Senator unbedingt unter seinem Namen in den Kongress einbringen wollte. Wegen seiner bekannten Verbindungen zum Finanz- und Börsenzentrum in der New Yorker Wall Street scheiterte er aber, weil die Mehrheit der misstrauischen Abgeordneten darin zu Recht einen Plan sah, einem kleinen Kreis von mächtigen und untereinander verbundenen Bankiers eine dominierende Stellung und damit enorme Profitmöglichkeiten innerhalb der amerikanischen Wirtschaft auf ewig zu sichern.
Natürlich ließen sich die Wall-Street-Haie nicht so schnell entmutigen und nützten die Präsidentschaftswahlen 1912, um den demokratischen Kandidaten Woodrow Wilson mit üppigen Geldspenden ins Präsidentenamt zu hieven. Nach außen hin gab er sich im Wahlkampf noch als Gegner des »Wall Street Money Trusts« und versprach dem Volk ein Geldsystem, das frei von der Herrschaft der internationalen Bankiers der Wall Street sein sollte. Doch die Schiffs, Warburgs, Kahns, Rockefellers und Morgans hatten auf das richtige Pferd gesetzt. Unter dem verharmlosenden Titel »Federal Reserve Act«, der angeblich den Wall-Street-Plan einer Zentralbank zunichte machte, schleusten sie die geringfügig umformulierte Textierung von Jekyl-Island über Mittelsmänner der demokratischen Fraktion mit Unterstützung von Präsident Wilson durch die Ausschüsse im Kongress zur Abstimmung am 23. Dezember 1913, an dem bereits viele ahnungslose Abgeordnete ihren Weihnachtsurlaub angetreten hatten und kaum jemand die Gesetzesvorlage zuvor auch tatsächlich gelesen hatte. Die wenigen Abgeordneten, die das üble Spiel durchschauten, fanden zu wenig Gehör.
Der Konservative Henry Cabot Lodge sen. prophezeite vorher in weiser Voraussicht »eine gewaltige Inflation der Zahlungsmittel« und dass »die Goldwährung in einer Flut von nicht einlösbarer Papierwährung« ertrinken werde. Nach der Abstimmung sagte Charles A. Lindberg sen., der Vater des berühmten Fliegers, vor dem Kongress: »Dieses Gesetz etabliert das gigantischste Kartell auf Erden … dadurch wird die unsichtbare Regierung der Geldmacht legalisiert sein … Dies ist die verkleidete Aldrich-Gesetzesvorlage … Das neue Gesetz wird Inflation erzeugen, wann immer das Kartell die Inflation wünscht.«
Jährlicher Milliardenprofit
Tatsächlich wurde das gesamte Zentralbankkonzept von jener Gruppe eingefädelt, die ihrer Macht beraubt zu werden schien. Der Kernpunkt des Gesetzes waren staatliche Vollmachten, die den privaten Gründungsbanken einen immerwährenden jährlichen Milliardenprofit sicherten und zugleich dafür sorgten, dass sich keine amerikanische Regierung Sorgen um das Staatsdefizit machen muss, solange die Herrn im Nadelstreif auf der Seite der Regierung stehen und jederzeit die Druckerpresse in Gang setzen. Damit verwandeln sie zuvor praktisch wertloses Papier in Dollarnoten und leihen diese gegen eigenmächtig festgesetzte Zinsen an die USA (sowie inzwischen auch weitere Staaten) und andere Banken.
Auch vor der Einrichtung des Notenbanksystems hatten private Banken Geldscheine gedruckt. Nur waren es z. B. 1880 noch 2.000 Banken - ab 1914 dagegen nur mehr ein Dutzend Privilegierter. Als Präsident Abraham Lincoln zur Finanzierung des Bürgerkriegs 1861 Geld brauchte und ihm die Kredite der Rothschild-Banken zu teuer waren, ließ er eigene Dollarnoten drucken - den »Greenback«. Diese verwegene Tat sollte er nicht lange überleben. 1865 wurde er von einem Einzeltäter erschossen, der seinerseits auf der Flucht gleichfalls erschossen wurde. Sein Nachfolger Andrew Johnson stellte aus unerfindlichen Gründen die Banknotenproduktion ein.
Kennedy-Mord
Der nächste Präsident, der das Geldmonopol wieder dem Staat unterordnen wollte, war John F. Kennedy. Wenige Monate vor seiner Ermordung soll ihn laut Aussage einer Zeugin sein Vater Joseph Kennedy im Oval Office des Weißen Hauses angeschrien haben: »Wenn du das tust, bringen sie dich um!« Doch der Präsident ließ sich von seinem Plan nicht abbringen. Am 4. Juni 1963 unterzeichnete er die »Executive Order Number 11110«, mit der er die frühere »Executive Order Number 10289« außer Kraft setzte, die Herstellung von Banknoten wieder in die Gewalt des Staates zurückbrachte und damit das kleine Kartell der Privatbanken entmachtete. Als bereits rund vier Milliarden Dollar kleinerer Noten unter der Bezeichnung »United States Notes« der Geldzirkulation zugeführt worden waren und in der Staatsdruckerei größere Noten auf die Auslieferung warteten, wurde Kennedy am 22. November 1963, also 100 Jahre nach Lincoln, ebenso von einem Einzeltäter erschossen, der seinerseits gleichfalls erschossen wurde. Auch sein Nachfolger hieß (Lyndon B.) Johnson. Und auch dieser stellte aus unerfindlichen Gründen die Banknotenproduktion ein. Die zwölf Federal-Reserve-Banken ließen die Kennedy-Scheine aus dem Verkehr ziehen und gegen ihr eigenes Schuldgeld austauschen.
Mit dem Monopol zur unbegrenzten Geldproduktion verdient das Bankenkartell des Federal-Reserve-Systems Jahr für Jahr prächtig. Dabei muss unterschieden werden zwischen den Gründungsbanken bzw. deren Nachfolgern und den einfachen Mitgliedsbanken, vergleichbar etwa mit mächtigen Stamm und rechtlosen Vorzugsaktionären. Wenigstens die Federal Reserve Bank of New York hat vor einigen Jahren die Namen ihrer »einfachen« Mitgliedsbanken, die eine jährliche Verzinsung von sechs Prozent auf ihre Einlagen erhalten, veröffentlicht. Doch die Höhe ihrer Anteile wurde weiterhin ebenso geheim gehalten wie die Mitgliedsbanken der anfangs nur drei - heute elf - weiteren regionalen Federal-Reserve-Banken.
Gründungsbanken
Licht in das Dunkel der tatsächlich mächtigen FED-Eigentümer bringt überraschenderweise die Website der Anti Defamation League mit der Aufzählung der Gründungsbanken. Diese jüdische Lobbyorganisation wurde - zufällig oder nicht - im selben Jahr 1913 gegründet, in dem das Notenbankgesetz verabschiedet wurde. Ein Konnex ist jedenfalls nicht von der Hand zu weisen: Unter den Gründern finden sich mit den Warburg-Banken aus Amsterdam und Hamburg, den beiden Rothschild-Banken aus London und Berlin, Lazard Frères Bank (Paris), Israel Moses Seif Bank (Italien) und den New Yorker Banken Lehmann Brothers, Kuhn-Loeb und Goldman-Sachs mehrheitlich jüdische Banken, ergänzt durch die gleichfalls in New York ansässige Rockefeller-Bank Chase National Bank.
Greenspan und Bernanke
Damit wird auch verständlich, warum viele der Präsidenten des Federal-Reserve-Systems so wie der gegenwärtige Präsident Ben Bernanke jüdischer Abstammung waren - darunter seine Vorgänger Alan Greenspan (11.8.197-31.1.2006) und Paul A. Volcker (6.8.1979-11.8.1987) sowie eine ganze Reihe weiterer Präsidenten.
Den ihm angebotenen ersten Vorsitz des Federal Reserve Board lehnte Paul Warburg als eben erst (1910) eingebürgerter deutscher Jude ab. Er wurde jedoch Mitglied des Aufsichtsrates wie auch des mächtigen Council on Foreign Relations, das bis heute als Brutstätte amerikanischer Spitzenpolitiker gilt. Seine jahrelange Bemühung um die Gründung des amerikanischen Notenbanksystems brachte ihm indes nicht nur Geld und Ehre in der Hochfinanz ein, sondern auch die schlimmste Erfahrung seines Lebens. Er forderte 1928 vergebens eine Beschränkung des Geldumlaufs, um die an den Goldrausch von einst erinnernde Spekulation an der Börse zu bremsen. Doch die wenigsten wollten auf ihn hören und nannten ihn die » Kassandra der Wall Street«. Nach dem Börsenkrach im Oktober 1929 wurde er zur Zielscheibe von Leuten, die ihr Vermögen verloren hatten. Gerüchte, Broschüren und Artikel bezeichneten ihn, der versucht hatte, Finanzkatastrophen vorzubeugen, als den »unamerikanischen Urheber« der damaligen Börsenpanik. Formulierungen wie »Paul Warburg gründete mit seiner Bande das Federal-Reserve-System, um Amerikas Finanzen in jüdische Hand zu bringen und Amerika bis zum Zusammenbruch auszusaugen« waren an der Tagesordnung und setzten sich in Legenden bis lange nach dem Zweiten Weltkrieg fort. Verbittert starb er 1932.
Heute wird kolportiert, dass die Rockefeller-Bankengruppe gegenwärtig 22 % der Aktien der Federal Reserve Bank of New York und 53 % der Anteile am gesamten Federal-Reserve-System hält. Die Bank of Japan als größter Käufer von US-Staatsanleihen hält angeblich 8 %. Den rein amerikanischen Banken insgesamt werden Anteile von 66 %, den alten Europäischen 26 % (darunter 10 % Rothschild-Banken) zugeschrieben.
http://www.profi-finanz.net/Die_Geheimnisse_der_FED.pdf
=== 3.) Finanzkrise: Amerika ist nicht Japan
von Jörg Janssen
Deflation oder Inflation?
Nachdem die Finanzkrise sich endlich so entwickelte, wie seit Jahren vorhergesagt (z.B. North 2002, Shostak 2003, Vogt 2004, Thornton 2004, Schmidt 2005, Karlsson 2005) fragen sich viele, wie es nun weitergehen wird. Einige Autoren verweisen auf inflatorische Politik der amerikanischen Zentralbank und warnen vor einer Stagflation, das heißt vor einer wirtschaftlichen Stagnation bei gleichzeitiger Wucherung der Geldmenge. Die wuchernde Geldmenge würde auch irgendwann in steigende Preise münden. Warum aber, so könnte man fragen, sollte die gegenwärtige Finanzkrise nicht so ablaufen wie die japanische Krise der 1990er? Warum sollte nicht auch die Krise in den USA mit einer stagnierenden Geldmenge und gleichbleibenden, teils sogar rückläufigen Preisen einhergehen? Wo liegt der Unterschied zwischen beiden Krisen?
Tatsächlich gibt es zahlreiche Parallelen zwischen der Japankrise und der aktuellen Finanzkrise. Doch auch dieser Autor erwartet anders als im Fall Japans mittelfristig in den USA eher eine deutliche denn eine verhaltene Entwicklung der Inflation (der Begriff „Inflation“ wird wie klassisch üblich als Steigerung der Geldmenge über deren Bedarf gebraucht. Wo „Preissteigerung“ gemeint ist, wird dies auch so genannt).
Aber warum kam es dann in Japan nicht zu einer Inflation, gar einer Hyperinflation? Hierzu muss man nachvollziehen, wie der Staat über das Bankenkartell die Geldmenge wuchern lässt. Kurz erläutert funktioniert dieser Mechanismus folgendermaßen (ein etwas ausführlicheren Erklärungsversuch findet man unter Janssen 2008a-c): Der Staat benötigt Geld. Er schreibt die notwendige Summe auf Schuldscheine und verkauft diese den Banken. Die Banken tauschen bei der Zentralbank die Schuldscheine gegen neu gedrucktes Bargeld ein.
Nun sind Banken dazu verpflichtet, einen bestimmten Mindestanteil ihrer Kassenbestände – der Summe aus Bargeld und Giralgeld – als Bargeld vorzuhalten. Dies ist die sogenannte „Mindestreserve“. Sagen wir, diese Grenze läge bei 2 Prozent. Dann muss von 50 Euro Buch- und Bargeld mindestens ein Euro als Bargeld vorliegen. Das bedeutet umgekehrt, dass die Banken aus jedem Euro Bargeld, welchen sie gegen staatliche Schuldscheine von der Zentralbank erhalten – der Geldbasis – bis zu 49 Euro Buchgeld aus dem Nichts erschaffen und verleihen können und mit den Zinsen Profit verdienen.
Wenn es den Banken aber schlecht geht, erhöhen sie den Anteil ihrer Barreserven über die Mindestreserve hinaus. Sie verzichten darauf, daraus neues Buchgeld zu erzeugen und zu verleihen. Hierunter leiden einerseits jene Unternehmen, die ihre Projekte durch Darlehen finanzieren und nicht durch den Aufbau eigenen Kapitals. Es leiden andererseits Hersteller von Produkten, für deren Kauf sich Konsumenten verschulden: Immobilien, Autos usw.
Auch eine Verringerung der Leitzinsen hilft dann nicht weiter. Sie wirkt im Gegenteil wie jede künstliche Preisdeckelung für ein begrenztes Gut, in diesem Fall Geld: Es kommt zur Verknappung. Selbst wenn ein Unternehmen Darlehen aufnehmen möchte, die Banken wollen sie nicht vergeben. Eben diesen Mechanismus konnte man während der Japankrise beobachten, die seit dem Platzen der japanischen Immobilienblase schwelt.
Die Blase der japanischen Politik
Die japanische Immobilienblase hatte eine ihrer Wurzeln im Plaza-Abkommen von 1985, welche durch eine Abwertung des Dollars das Handelsdefizit der USA bekämpfen sollte (eine ausführliche Darstellung der Japankrise kann der Leser bei Powell 2002 finden). Der Yen wurde teurer, der Export stagnierte. Um dem Konjunktureinbruch entgegenzuwirken, halbierte die japanische Zentralbank den planwirtschaftlich festgelegten Zins von 5 Prozent Anfang 1986 auf 2,5 Prozent im Februar 1987.
Die Banken ließen wie von der Politik beabsichtigt das Buchgeld wuchern. Dies löste eine Darlehensschwemme und dadurch einen künstlichen Boom besonders in Zinssatz-anfälligen Wirtschaftszweigen aus, wie Automobilen und Immobilien. Bis 1989 nahmen die japanischen Unternehmen besonders in Kapitalintensiven Industrien gewaltige Darlehen auf – und gaben als Sicherheiten dafür Immobilien, die durch die Politik der Zentralbank überbewertet waren. Sie verhielten sich somit genau so wie amerikanische Konsumenten während Greenspans Eigenheimblase, deren Platzen die gegenwärtige Finanzkrise auslöste.
Die Blase der Politik zerplatzt
Als die Politik mit planwirtschaftlicher Erhöhung des Diskontsatzes bis auf 6 Prozent im Jahre 1990 gegensteuerte, platzte die Immobilienblase. Die Darlehen wurden notleidend, gleichzeitig fiel auch der Wert der Sicherheiten. Diese Buchverluste der Banken zehrten an deren Eigenkapital und drückten sie an den Rand der Insolvenz. Sie verliehen die an sie zurückgezahlten Raten nicht erneut, sondern verwendeten das Geld zur Stützung ihres Eigenkapitals.
Gleiches galt für japanische Unternehmen: Unter dem Eindruck billiger Darlehen hatten sie sich verschuldet, um in ihre Expansion zu investieren. Ihre Eigenkapitalquote lag im Schnitt bei nur 20 Prozent. Nun mussten sie erkennen, dass ihrer Expansion keine entsprechende Nachfrage gegenüberstand. Auch sie verwendeten nach dem Platzen der Blase ihre Einnahmen, um ihre Schuldenberge abzutragen.
Weitere staatliche Eingriffe sollen vorangehende korrigieren
Blind hierfür reagierte die Politik, indem sie über die japanische Zentralbank planwirtschaftlich den Zinssatz wieder senkte. Dies sollte Unternehmen anregen, weitere Darlehen aufzunehmen. Doch die Unternehmen hatten genug damit zu tun, ihre alten Schulden abzuzahlen. Die Banken versuchten ebenfalls, ihr Eigenkapital vor weiteren Risiken zu schützen. Es gab somit keine Gelegenheit, auf der Basis des neuen Zentralbankgeldes neues Buchgeld zu erschaffen.
Als nächstes versuchte die Politik die Konjunktur durch Staatsprojekte anzukurbeln, ganz im Sinne Keynesianischer Ausgabenpolitik. Von 1991 bis 1998 wurden so 100 Billionen Yen in Konjunkturprogramme gepumpt, hauptsächlich an die politisch wohlverknüpfte Bauindustrie.
Nachdem auch das nichts half beschäftigte sich die Politik mit den Banken und deren Eigenkapital. Die Politik pumpte 1996 mit einem Bankenrettungspaket – dem Vorbild der heutigen „Bailout“-Pakete – 100 Milliarden Yen in die Banken. Auch diese Umverteilungen führten immer noch nicht zu mehr Produktion und Handel in der realen Wirtschaft. Ihre Lernfähigkeit bewies die politische Klasse zwei Jahre später mit dem Obuchi-Plan: Diesmal wurden Steuer- und Schuldenmittel in Höhe von 500 Milliarden Yen an die Banken umverteilt. Die Wirkung war dieselbe wie zuvor: sie blieb aus.
Deflation oder Inflation
Inflation ist die Erhöhung der Geldmenge, Deflation ihre Schrumpfung. In Japan herrscht seit Platzen der japanischen Immobilienblase eine Stagnation: Die Geldmenge bleibt in etwa gleich. Die Politik verdreifachte zwar in Japan die Geldbasis zwischen 1990 und 2006. Das entspricht einer jährlichen Steigerung von 7 Prozent; der stärkste Anstieg fand zwischen 2001 und 2003 statt, als die Grundlage für die Buchgelderzeugung der Banken um etwa die Hälfte vergrößert wurde.
Dennoch nutzten die japanischen Banken diese wuchernde Geldbasis nicht zur Wucherung neuen Buchgeldes. Warum erzeugten die japanischen Banken auf der Basis dieses neuen Zentralbankgeldes nicht das Vielfache an Buchgeld? Schließlich machen Bankiers einen Gewinn mit jedem Darlehen, das mehr Zinsen erwirtschaftet als die Buchgeld-Erzeugung kostet.
Das Hauptproblem der japanischen Banken ist nicht ein Mangel an Zentralbank-Geld. Das Hauptproblem der japanischen Banken seit 1990 ist ihr Kapital. Es ist schwer genug, mit dem durch die Zentralbank planwirtschaftlich niedrig gehaltenen Zinssatz etwas zu verdienen. Die wenigen Zinszahlungen nutzen die Banken, um ihre Kapitalverluste auszugleichen. Diese Kapitalverluste sind wesentlich größer als Banken und Politik zugeben. Als 1995 die Hyōgo-Bank in Konkurs ging stellte sich heraus, dass der Umfang notleidender Darlehen größer war als bis dahin angegeben – um das 25fache größer.
Ähnliches gilt, wie oben erwähnt, für die Unternehmen. Diese sind bereits durch hohe Schulden belastet. Im Gegensatz zum Staat können Unternehmen nicht immer neue Schulden machen. Sie können nicht wie eine Regierung Schuldendienst durch Neuverschuldung ersetzen.
Die Transmission der Inflation über die Banken findet daher nicht statt. Die japanische Geldmenge – genauer: die Geldmenge M3 – steigt nur geringfügig; das Geldmengenwachstum ist seit ca. 1993 vom Wachstum des Basisgelds der Zentralbank abgekoppelt. Dies schlägt sich auch in einem niedrigen Preisniveau nieder. Die Preissteigerungsrate fiel von 2-3 Prozent vor 1989 auf unter null im Jahre 1996, wo sie – bis auf ein kurzes Aufbäumen auf etwa 2 Prozent 1997/98 – blieb. Die jüngste Rohstoffblase führte zwar auch in Japan zu steigenden Preisen, doch dieser Anstieg war gering und die Preise beruhigten sich inzwischen wieder.
Das Werk der Politik
Doch nicht nur durch planwirtschaftliche Festlegung eines künstlich niedrigen Zinssatzes, nicht nur durch Keynesianische Umverteilung verlängerte die Politik die Krise. Die Politik verhinderte auch aktiv die Liquidierung der Produktionsmittel schlecht wirtschaftender Unternehmen. Somit konnte der Markt diese Produktionsmittel nicht an besser wirtschaftende Unternehmen weitergeben. Durch die Umverteilungen der Politik wurden ferner den Produzenten tatsächlich nachgefragter Güter diese genommen; es konnten sich gar nicht erst reale Ersparnisse bilden, mit denen produktive Investitionen hätten unterhalten werden können.
Alles, was die Politik erreichte war erstens eine noch tiefere Verfilzung mit abhängigen Wirtschaftszweigen, besonders des „Konstruktions-Industriellen Komplexes“. Dieser Komplex aus Politikern, Bankiers und Baubossen wird offen als Bau-Staat im Staate bezeichnet, als „Doken Kokka“. Dessen 6 Millionen Beschäftige leben gut von Keynesianischen Konjunkturprogrammen. Man kann sich das vorstellen als eine Holzmann-„Rettung“ – auf die Baukonzerne eines ganzen Landes ausgebreitet.
Zweitens kann die japanische Politik sich rühmen, ihren Steuerzahlern eine Schuldenquote von 180 Prozent des Bruttoinlandsproduktes (USA: 72 Prozent, Deutschland: 64 Prozent, Österreich: 58 Prozent, Schweiz: 40 Prozent) beschert zu haben. Etwa die Hälfte der japanischen Steuereinnahmen werden für den Schuldendienst ausgegeben. Dadurch hat sich die Politik selber zur planwirtschaftlichen Festlegung eines auch weiterhin künstlich niedrigen Zinssatzes verurteilt.
Bisher klingt es so, als würde die Politik in den USA die Fehler der japanischen Politik wiederholen. Auch in den USA funktioniert derzeit die Transmission von Zentralbank zu Geschäftsbanken nicht mehr: Die Überflutung der Banken mit frisch gedrucktem Zentralbankgeld wird von diesen nicht in eine Überflutung der Märkte mit frisch herbeigezaubertem Buchgeld nachvollzogen. Warum sollte die Krise in den USA sich anders entwickeln?
Unterschiede zur amerikanischen Finanzkrise
Ein erster Unterschied zwischen dem Platzen der japanischen Blase und demjenigen der amerikanischen liegt in der Politik der Zentralbanken: Im Japan der Neunziger Jahre war es nicht die Zentralbank, sondern die Regierung, die den Banken und Unternehmen ihre notleidenden Darlehen abnahm. In den USA dagegen tauscht die Zentralbank über die sogenannte „Term Auction Facility“ die nominal sicheren Schatzbriefe aus ihrem Portfolio gegen die unsicheren Darlehen der Banken bzw. die Kreditausfall-Verpflichtungen des Bankenversicherers AIG.
Mit anderen Worten, während die japanische Zentralbank die Finanzwerte hinter ihrer Währung schützte, unterminiert die amerikanische Zentralbank diese. Oder um es noch klarer auszudrücken: Der Wert des Yen blieb immer gesichert, und sei es durch die Aussicht, japanische Steuerzahler mit hohen Steuern zu belegen. Bei einer Flucht aus dem Dollar hätte die US-Zentralbank aber immer weniger staatliche Schatzbriefe um gegenzuhalten, sondern nur praktisch wertlose „Sicherheiten“.
Japan hat außerdem immer noch eine sehr hohe Sparquote und seine Unternehmen produzieren einen Exportüberschuss. Dazu passend sind die japanischen Staatsschulden hauptsächlich inländische Schulden. Es gab nie eine Bedrohung durch eine Yen-Flucht ausländischer Kreditoren. Lange Zeit blühte sogar der Carry-Trade mit günstig aufgenommenen Yen-Darlehen, die nach Währungstausch – z.B. in Dollar – zu höheren Zinsen weiterverliehen wurden.
Als größter Schuldner der Welt sind die USA dagegen sehr verwundbar gegen eine Flucht aus dem Dollar. Die Bedrohung durch solch eine Flucht ausländischer Investoren wäre der wahrscheinliche Auslöser, der den USA zumindest eine galoppierende Inflation bescheren könnte. Deswegen war die Politik in den USA gezwungen, der Forderung insbesondere der Chinesischen Zentralbank nach Umwandlung fauler Zertifikate in Schatzbriefe zu entsprechen: Wären Fannie Mae, Freddie Mac und andere mit ihren Zahlungen auf ihre Zertifikate in Verzug geraten, hätte eine Massenflucht bereits eingesetzt.
Durch diesen Tausch hält die amerikanische Zentralbank nun wertlose Zertifikate, während ausländische Investoren und Zentralbanken die Schatzbriefe halten. Eine Flucht aus dem Dollar müsste daher die Gestalt einer Flucht aus diesen Schatzbriefen annehmen. Danach, so könnten Verteidiger des Zentralbankenwesens einwenden, sieht es aber nicht aus; es scheint im Gegenteil eine Flucht in Schatzbriefe zu geben.
Wie könnte es weitergehen
Die Akteure einer Wirtschaftskrise entkommen nicht ökonomischen Gesetzen; die aktuelle Krise vorauszusehen bedurfte einiger Grundkenntnisse und geistiger Unabhängigkeit. Dies ist auch durch Verteidiger des Marktes geschehen. Sie zählten die Politischen Klasse geradezu aus, insbesondere auf Seiten wie Mises.org und Lewrockwell.com und auch in „eigentümlich frei“.
Politik dagegen ist von Willkür und Irrationalität gekennzeichnet; hier Voraussagen zu treffen ist nahezu unmöglich. Mit diesem Vorbehalt wollen wir in die Kristallkugel blicken:
Nach Meinung dieses Autors spricht die Flucht in Schatzbriefe für ein Phänomen, das im Japan der 1990er fehlte, das in den USA überdeutlich ist und das wenigstens eine galoppierende Inflation auslösen könnte: eine Investitionsblase in Schatzbriefen. Platzt auch diese Blase, dann haben wir die Flucht aus dem Dollar.
Dieses Platzen könnte durch eine Refinanzierungskrise ausgelöst werden: Wir beginnen ein Jahr, in dem nicht nur mindestens 2 Billionen US-Dollar neuer Schulden angekündigt wurden, sondern auch noch 6 Billionen US-Dollar alter Schulden fällig werden. Diese 8 Billionen US-Dollar müssten wieder von ausländischen Investoren – Zentralbanken und Finanzinstituten – aufgebracht werden. Das bisherige Motiv für solche Käufe besonders der Politik in China und Japan war die Verbilligung der eigenen Exporte in die USA. Die Amerikaner konsumieren aber nicht mehr. Indien und Russland verkaufen sogar Dollar-Reserven, um ihre eigenen Währungen zu schützen. Wenn Japan und besonders China das nachvollziehen, dann ist es für den Dollar vorbei. China könnte diesen Weg wählen, um die eigenen Ausgabenprogramme zu finanzieren.
Die geforderten Zinsen für Schatzbriefe würden steigen, und zwar sprunghaft. Die Politik in den USA stünde dann vor dem Problem, dass die Refinanzierung ihres Schuldenbergs immer teurer würde – eines Schuldenberges den sie auch noch wachsen lässt. Als Ausweg aus einer Refinanzierungskrise könnte die Politik in den USA einen direkten Kauf von Schatzbriefen durch die Zentralbank wählen. Das wäre dann der sichere Weg in die Hyperinflation. Ob die Politik dazu bereit ist hängt davon ab, ob sie versteht was sie tut und glaubt, damit durchzukommen.
Fazit: Politik gegen das Volk
Die Politik versucht sowohl in den USA als auch in Europa, die Krise zu bekämpfen, die sie durch ihre eigenen Manipulationen erzeugte. Sie tut das durch noch mehr Manipulationen. Sie erlaubt den Märkten nicht, sich produktiv zu restrukturieren, sondern subventioniert mit keynesianischen Ausgabenprogrammen unproduktive aber politisch wohlverbundene Unternehmen. Das funktioniert genauso gut wie während der Japan-Krise – mit dem Unterschied, dass dies in den USA aus den oben genannten Gründen vermutlich zu einer inflatorischen statt einer deflatorischen Depression führen wird. Doch die Politik lässt sich lieber dabei sehen, wie sie eine wirtschaftliche Katastrophe auslöst, als dass sie als tatenlos gälte. Ihre keynesianischen Höflinge in der „Wissenschaft“ liefern dafür die Vorwände. Sie werden ihr auch die Verschleierung ihrer Verantwortung liefern, so wie sie dies seit deren ersten Schritten zu dieser Krise taten.
Durch diesen Schleier geschützt könnte die Politik versuchen, den Bankensektor zu verstaatlichen, oder wenigstens zu konzentrieren und von sich abhängig zu machen. Wirksame Maßnahmen, wie unsere Befreiung von ihrer Regulierungswut, ihren Kartellen und Monopolen werden wir von der Politik nicht bekommen. Auch nicht eine Reduzierung ihrer Ausgaben – geschweige gar eine Befreiung von den Manipulationen ihrer planwirtschaftlichen Zentralbank, was eine wirkliche Revolution wäre. Denn unsere Unabhängigkeit mag wirtschaftlich geboten sein, politisch ist sie das nicht.
http://ef-magazin.de/2009/01/11/884-finanzkrise-amerika-ist-nicht-japan
=== 4.) Weshalb Griechenlands Schulden Deutschland etwas angehen
...
Mit der Finanzkrise sind die Anleger risikobewusster geworden. Zugleich belasten die Wirtschaftskrise und zum Teil auch Bankenhilfen sowie Konjunkturpakete die Staatshaushalte. In Ländern wie Italien und Griechenland wächst hierdurch eine bereits erdrückende Verschuldung weiter an, während bei Staaten wie Irland und Spanien nicht die Höhe, aber der rasche Anstieg der Schulden für Stirnrunzeln sorgt (vgl. Tabelle). Hinzu kommt neu der Sonderfall Österreich, der den Märkten vor allem wegen des Engagements österreichischer Banken in Osteuropa Sorgen bereitet. Griechenland krankt zudem seit langem an einem Mangel an Wettbewerbsfähigkeit und entsprechend hohen Leistungsbilanzdefiziten.
Mitglieder der Währungsunion können bei Zahlungsproblemen weder Geld drucken noch (zur Steigerung der externen Wettbewerbsfähigkeit) ihre Währung abwerten. Auch ein Austritt aus der Euro-Zone wäre kaum ein attraktiver Ausweg: Zwar wäre nach der Rückkehr zu einer nationalen Währung eine Abwertung möglich, doch die alten Schulden in Euro würden damit zu noch teureren Fremdwährungsschulden. Die Probleme sind somit möglichst unter Beibehaltung der Mitgliedschaft im Euro-Raum zu lösen. Aber wie? Der EU-Vertrag kennt kein Pardon: Laut Art. 103 haften weder die EU noch die anderen Mitgliedstaaten für die Verbindlichkeiten eines Mitglieds («No Bail-out»-Klausel), und Art. 101 verbietet Kreditfazilitäten der Europäischen Zentralbank (EZB) für die Mitgliedstaaten ebenso wie den unmittelbaren Erwerb von Staatsanleihen durch die EZB. Selbst Zahlungsbilanzhilfen in Form von Krediten, wie sie Ungarn und Lettland erhalten, kann die EU nur Mitgliedstaaten ausserhalb der Euro-Zone gewähren.
...
http://www.nzz.ch/nachrichten/wirtschaft/aktuell/weshalb_griechenlands_schulden_deutschland_etwas_angehen_1.2095900.html
=== 5.) Bad Bank: Eine Phantomdiskussion …
von Luis Pazos
… und die Konzentration auf das Unwesentliche
Die derzeitige öffentliche Diskussion um Lösungsansätze der Finanzkrise kreist in Deutschland vor allem bankenseitig immer wieder um das Konzept einer so genannten „Bad Bank“. Doch was hat es eigentlich damit auf sich und warum ist das Konzept der Favorit der strauchelnden Kreditinstitute? Eine „Bad Bank“ ist eine eigenständige Einrichtung für Finanzinstitutionen, die sich von ihren „Bad Assets“, ihren „schlechten“ Wertpapieren, im Bestand des verwalteten Vermögens trennen wollen oder besser gesagt trennen müssen. Es handelt sich bei „Bad Assets“ um Aktiva in den Bilanzen der Banken, für die sich entweder keine Käufer finden lassen oder eben nur solche, deren Preisvorstellungen völlig zu recht deutlich unter dem ehemaligen Einstandswert des Wertpapiers notieren. Kursverluste durch fallende Marktpreise wiederum lassen die Aktivseite der Banken schrumpfen und nagen dann am Eigenkapital, welches in finanzwirtschaftlichen Unternehmen traditionell nur wenige Prozentpunkte der gesamten Bilanzsumme ausmacht. Wird das Eigenkapital negativ, geht das Unternehmen in Konkurs, da die Summe der Vermögenswerte nun nicht mehr ausreicht, um die Gesamtverbindlichkeiten der Gläubiger zu befriedigen. Und um das zu verhindern soll eben jene „Bad Bank“ die kritischen, gerne auch „toxischen Papiere“ genannten Aktiva zu angemessenen Kursen abkaufen. Kurse also, die das Überleben des Instituts zu sichern vermögen. Dass heißt aber auch, dass es sich um politische Kurse handelt, die oberhalb des Marktpreises notieren müssen, die „Bad Bank“ selber also niemals Resultat eines Marktprozesses sein kann. So wird in Deutschland heftig um öffentliche Beteiligungsmodelle gerungen, denen allerdings die amtlichen Stellen noch skeptisch gegenüberstehen.
Doch während hierzulande noch diskutiert wird, haben andere Länder längst Fakten geschaffen – und zwar vor über 10 Jahren. Nein, nicht außerhalb des Euro-Währungsgebiets, dessen Zahlungsmittel von offiziellen Fans bereits zur nächsten Weltleitwährung erkoren wurde. Die „Bad Banks“ befinden sich in Wahrheit längst mitten im Eurosystem, der Status wurde ihnen bereits in den 90er Jahren zuerkannt, lukrative Kollektivhaftung der „Good Banks“ inklusive. Eigentlich undenkbar, sollte und wurde doch durch augenscheinliches Kopieren der institutionellen Rahmenbedingungen eines vermeintlichen Hartwährungssystems, dem der Bundesbank, in Verbindung mit der absoluten Verpflichtung auf die Preisstabilität gerade das Vertrauen der Akteure auf den internationalen Finanzmärkten gewonnen werden. Durch die Konzentration auf die äußeren und inneren Preisniveaustabilität, insbesondere den Euro-Dollar-Wechselkurs und die Verbraucherpreisindizes des Statistischen Bundesamtes ging der Blick auf die eigentliche Risikoposition verloren. Die Betonung beim Kopiervorgang liegt dann auch auf augenscheinlich – wer interessiert sich schon für die von der Europäischen Zentralbank (EZB) herausgegebenen „Allgemeinen Regelungen für die geldpolitischen Instrumente und Verfahren des Eurosystems“ (EZB-Regelwerk)?
Im Gegensatz zur landläufigen Meinung haben nämlich die nationalen Zentralbanken, so auch die Bundesbank, keinesfalls ihre Souveränitätsrechte an die EZB abgetreten. Ein Blick in die Artikel 14.4 und 18.1 der bereits 1992 verabschiedeten Satzung der EZB hätte freilich genügt. Demnach ist es den nationalen Zentralbanken ausdrücklich erlaubt, selbständig und auf eigene Rechnung auf den Finanzmärkten tätig zu werden. Also ein kompletter Gegensatz zum einstigen Währungssystem der Deutschen Mark, in dem die Landeszentralbanken ausschließliche Erfüllungsgehilfen der Bundesbank waren. Auf welche Geschäftsaktivitäten bezieht sich nun diese Selbständigkeit? Generell kann jede Zentralbank zwei Arten von Finanzoperationen praktizieren, nämlich temporäre Pfand- sowie endgültige Kaufstransaktionen, letztere natürlich sowohl als Käufer als auch Verkäufer. In beiden Fällen erwirbt die Zentralbank von den Geschäftsbanken ihres Zuständigkeitsbereichs Vermögenstitel gegen exklusiv von ihr emittierte Zahlungsmittel. Doch genau diese Vermögensgegenstände, gemäß EZB-Regelwerk ausschließlich Schuldtitel, also Anleihen, Obligationen, Schuldverschreibungen, etc., die so genannten refinanzierungsfähigen Sicherheiten, bedürfen seitens der Zentralbank bestimmter Annahmekriterien. Nur wenn diese auch wirklich erfüllt sind, gelten die Sicherheiten als notenbankfähig. Und genau hier setzen die Selbständigkeitsbefugnisse der nationalen Zentralbanken des Eurosystems an. Denn das EZB-Regelwerk definiert ausdrücklich zwei Kategorien von notenbankfähigen Sicherheiten, nämlich marktfähige und nicht marktfähige, wobei die Kriterienauswahl für die marktfähigen der EZB, für die nicht marktfähigen aber den Zentralbanken der jeweiligen Euroländer obliegt. Tatsächlich schreibt das EZB-Regelwerk hierzu lediglich geringe und eher formale Mindeststandards vor. Somit aber ist jede einzelne nationale Notenbank jeweils für „ihr“ Währungsgebiet zuständig, allerdings gerade nicht für qualitativ relativ hochwertige, marktgängige und eher ausfallsichere Schuldverschreibungen. Nein, ausgerechnet die nicht marktfähigen Schuldtitel bleiben der nationalen Obhut überlassen, wobei die Eigenschaft „nicht marktfähig“ zwar nicht prinzipiell, jedoch tendenziell qualitative Minderwertigkeit und in sofern ein entsprechendes Ausfallrisiko nach sich zieht und damit auch jene schlechten Sicherheiten umfasst, die als Subprimetitel aktuelle Berühmtheit erlangen konnten. Und in geradezu prophetischer Weitsicht werden im EZB-Regelwerk zwei Arten von nicht marktfähigen Sicherheiten sogar ausdrücklich zugelassen: Verbriefte Kreditforderungen und hypothekarisch besicherte Schuldtitel.
Ursprünglich sollten diese Regelungen der hinreichenden Berücksichtigung länderspezifischer Finanzgewohnheiten dienen und können daher getrost als typische Folge europäischer Konsenspolitk gewertet werden. Diese selbst nach klassischer Zentralbanklehre handwerkliche Mangelhaftigkeit indes droht für die Währungsunion nun zur Nagelprobe zu werden. Denn ohne einheitliche Qualitätskriterien für eine einheitliche Währung können die relativ unsolide operierenden Zentralbanken ehemaliger Weichwährungsländer auch gegen Subprimetitel Euro emittieren beziehungsweise im Zweifel ohne institutionelle Hürden ihr Bankensystem stützen. Sie nehmen damit eine lupenreine „Bad Bank“ Funktion wahr. Dies kann spätestens dann zum Problem werden, wenn wegen vermehrter Ausfälle dieser Positionen die erste Zentralbank des Eurosystems in die Insolvenz gleiten sollte beziehungsweise durch ihre Mutter und Schwestern aufgefangen werden muss. Das dies entgegen landläufiger Meinung tatsächlich möglich ist, schließlich bilanziert eine Zentralbank auch nach den Grundsätzen ordnungsgemäßer Buchführung, bewiesen zuletzt 1996 die Mongolei, 1997 Indonesien, 2001 die Türkei und 2008 Island, das erst im Oktober ein 4 Milliarden Eurodarlehen Russlands in Anspruch nehmen musste. Der Konkurs der anderen Zentralbanken konnte jeweils nur durch Steuergelder beziehungsweise den Internationalen Währungsfond verhindert werden. Und im Europäischen System der Zentralbanken heißt es für die „Good Banks“, die solideren Zentralbanken, ohnehin: Mitgehangen, mitgefangen. Warum sich diese aber, Bundesbank inklusive, systematisch übervorteilen lassen, dürfte das Geheimnis europäischer Integrationspolitik bleiben.
Es mag ein Zufall sein, dass obiges länderspezifisches Reglement unter ausdrücklicher Einbeziehung von Kredit- und Hypothekenforderungen seine Wurzeln in den 90er Jahren zeitgleich mit der Institutionalisierung des Subprime Sektors in den USA hat. Der schnell internationalisierte Markt für Subprimekrediten und Ausfallpolicen fand seinen fatalen Anfang auch erst im Jahr 1995, als Kompensation zum „Community Reinvestment Act“, der die Kreditwürdigkeit jedes Bürgers schlichtweg via Diskriminierungsverbot amtlich anordnete und die Banken zur Vergabe riskanter Kredite zwang. Schließlich sollte nichts dem Traum vom einfachen Zugang zu Grundbesitz für wirklich jeden Amerikaner im Weg stehen. Ebenso auffällig ist es, dass ausgerechnet jene für ihre Weichwährungen bekannten und die legere länderspezifische Selbständigkeit weidlich nutzende Länder, die so genannten PIGS (Portugal, Italien, Griechenland, Spanien), auffällig wenig Probleme und entsprechenden Abschreibungsbedarf im Zuge der aktuellen Krise in ihren Bankensektoren aufweisen. Entweder waren die südländischen Bankmanager cleverer als ihre Kollegen, legten traditions- oder regulierungsbedingt andere Schwerpunkte oder nahmen einfach ihre „Bad Zentralbanken“ gehörig in die Pflicht. Einen Hinweis auf letzteren Verdacht könnten auch die mittlerweile auf Rekordhöhen gestiegenen Zinsdifferenzen für Anleihen aus den „südlichen“ im Vergleich zu den „nördlichen“ Euroteilnehmerstaaten und die monatelang anhaltende Schwäche des Euro zum fundamental ebenfalls kranken US-Dollar hinweisen. In jedem Fall ist dieser institutionelle Mangel nicht nur eklatant sondern auch einzigartig, die Hoheit über Art und Umfang refinanzierungsfähiger Sicherheiten in allen anderen Währungssystemen von Bedeutung ist seit jeher exklusives Recht der zentralen Währungsorganisation, nie ihrer Töchter.
Interessanteweise kann nicht einmal die EZB selbst hier korrigierend eingreifend. Um dies gewährleisten zu können, müsste sie nämlich das zu verbindlichen Beschlüssen fähige Organ dominieren. Auch dies gilt für alle anderen bedeutenden Währungssysteme weltweit. Nur eben nicht im Fall der EZB. Das geldpolitische Beschlussorgan der Eurozone, EZB-Rat, legt zwar allein Änderungen in den Leitlinien der Geldpolitik fest und trifft dazu in der Regel zweimal monatlich die Entscheidungen bezüglich der relevanten monetären Parameter. Allerdings täuscht der Name des Organs über dessen Zusammensetzung hinweg, der sich klar aus Artikel 10 Absatz 1 der EZB-Satzung herleiten lässt. Es besteht nämlich aus den sechs Mitglieder des Direktoriums der EZB sowie den aktuell 13 Präsidenten der nationalen Zentralbanken beziehungsweise ihren Vertretern. Da alle geldpolitischen Beschlüsse mindestens einer einfachen Mehrheit bedürfen, hängen auch alle Entscheidungen der EZB vom Wohlwollen der nationalen Zentralbanken ab. Die Töchter vermögen es damit, ihre Mutter zu dominieren, die weder autonom noch souverän ist. Herrn Trichet und seine Behörde für das vermeintlich umsichtige Krisenmanagement im Angesicht der bisherigen Krise zu loben ist beileibe zuviel der Ehre. Dem EZB-Präsidenten bleibt nämlich nach Artikel 13 der EZB-Satzung nur noch ein ausdrückliches Monopol: Die Verkündung der EZB-Beschlüsse nach außen.
Quellen:
* Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaft: Protokoll über die Satzung des Europäischen Systems der Zentralbanken und der Europäischen Zentralbank; 29.07.1992 (EZB-Satzung)
* ef-online vom 02.10.2008: Finanz-Sozialismus: Wie baut man sich eine Krise? von Johan Norberg
* Europäische Zentralbank: Durchführung der Geldpolitik im Euro-Währungsgebiet - Allgemeine Regelungen für die geldpolitischen Instrumente und Verfahren des Eurosystems, Frankfurt am Main, September 2006 (EZB-Regelwerk)
* Internetauftritte der Europäischen Zentralbank und Bundesbank
* Spethmann, Dieter/Steiger, Otto: Deutschlands Wirtschaft, seine Schulden und die Unzulänglichkeiten der einheitlichen Geldpolitik im Eurosystem, in: Dimensionen angewandter Wirtschaftsforschung, Hamburg, 2005, S. 255-285
25. Februar 2009
http://ef-magazin.de/2009/02/25/973-bad-bank-eine-phantomdiskussion |
|
| Nach oben |
|
 |
Sarastro
Anmeldungsdatum: 23.05.2007 Beiträge: 507
|
Verfasst am: Fr Feb 27, 2009 11:51 Titel: |
|
|
Neues aus den USA. Es fällt allerdings schwer, den Überblick bei diesen Summen zu behalten.
=== Obamas Etat hat Defizit von 1,75 Billionen Dollar
Zur Überwindung der Wirtschaftskrise nimmt die US-Regierung ein Defizit in astronomischer Höhe in Kauf. Die Staatsausgaben übersteigen die erwarteten Einnahmen um 1,75 Billionen Dollar, wie am Donnerstag aus Regierungskreisen verlautete. Der Haushalt hat ein Volumen von mindestens drei Billionen Dollar.
...
Der zweite große Haushaltsposten neben Hilfen für Konjunktur und Banken sind die Ausgaben für die geplante Gesundheitsreform. Die Kosten für das Gesundheitssystem in den USA betragen jährlich 2,4 Billionen Dollar. Zugleich haben rund 48 Millionen Amerikaner keine Krankenversicherung. Experten zufolge könnten die Kosten in den kommenden zehn Jahren leicht eine Billion Dollar übersteigen – eine Zahl, die von der Regierung nicht bestritten wird.
...
Der Haushalt enthält zusätzlich 250 Milliarden Dollar für die Finanzbranche, als Ergänzung zu dem bereits vom Kongress genehmigten Rettungspaket von 700 Milliarden Dollar. Aus Kreisen des Weißen Hauses hieß es, die Regierung halte es für klug, angesichts der Wirtschaftskrise weitere Ressourcen zu beantragen.
Für die Kriege im Irak und in Afghanistan sind demnach weitere 75 Milliarden Dollar bis zum Ende des Haushaltsjahres im September eingeplant – zusätzlich zu den 40 Milliarden, die der Kongress bereits gebilligt hat.
...
http://www.welt.de/politik/article3280615/Obamas-Etat-hat-Defizit-von-1-75-Billionen-Dollar.html
=== Fannie Mae macht gigantischen Verlust
Der staatlich kontrollierte größte US-Hypothekenfinanzierer Fannie Mae hat im Schlussquartal 2008 einen enormen Verlust von 25,2 Milliarden Dollar erlitten. Im Gesamtjahr erreichte das Minus damit schwindelerregende 58,7 Milliarden Dollar (46,0 Milliarden Euro). Die Krise an den Haus- und Kreditmärkten könnte 2009 sogar noch schlimmer werden, warnte Fannie Mae in Washington. Der Finanzierer hat den Staat um Hilfe in Höhe von 15,2 Milliarden Dollar gebeten. Es war Fannie Maes sechster Quartalsverlust in Folge.
...
Das vom Finanzministerium im Herbst aufgelegte Programm sieht für für Fannie und Freddie jeweils mögliche Kapitalspritzen von bis zu 100 Milliarden Dollar vor. Freddie Mac beantragte schon vor Fannie Mae weitere 30 bis 35 Milliarden Dollar an Staatshilfen. Das Unternehmen hatte zudem bereits im November 13,8 Milliarden Dollar erhalten.
Das Risiko neuer Bankenpleiten in den USA verschärft sich ungeachtet der staatlichen Eingriffe jedoch dramatisch. Die Zahl gefährdeter Institute auf der „roten Liste“ habe sich zum Jahresende im Vergleich zu 2007 auf 252 verdreifacht, gab die US-Einlagensicherung FDIC bekannt. Im laufenden Jahr brachen bereits 14 meist kleinere Geschäftsbanken zusammen. In 2008 traf es insgesamt 25 Institute. Darunter war allerdings mit der einst führenden US-Sparkasse Washington Mutual der größte Zusammenbruch einer Geschäftsbank in der US-Geschichte. Die über die Federal Deposit Insurance Corporation (FDIC) versicherten rund 8300 Institute erlitten im Schlussquartal 2008 alle zusammen rechnerisch einen Verlust von 26,2 Milliarden Dollar (20,5 Mrd Euro). Dies war das erste Branchenminus seit der letzten Bankenkrise vor fast 20 Jahren, wie die FDIC mitteilte.
Fast ein Drittel der Branche schrieb im Schlussquartal rote Zahlen. Für einen Gutteil der Verluste sorgten allerdings eine Handvoll Großbanken. Die FDIC gibt die Namen der vom Aus bedrohten Banken nicht bekannt, um die Probleme nicht zusätzlich etwa durch einen Ansturm besorgter Anleger zu verschärfen. Bislang konnte sie die meisten zusammengebrochenen Institute an Wettbewerber verkaufen.
http://www.welt.de/wirtschaft/article3283604/Fannie-Mae-macht-gigantischen-Verlust.html |
|
| Nach oben |
|
 |
Sarastro
Anmeldungsdatum: 23.05.2007 Beiträge: 507
|
Verfasst am: Do März 05, 2009 18:04 Titel: |
|
|
Die eigene Baustelle:
- Die Europäische Zentralbank hat wie erwartet ihren Leitzins um 0,50 Prozent auf 1,50 Prozent zurückgenommen.
- Die Bank of England hat ihren Leitzins von 1,0 Prozent um 50 Basispunkte auf einen historischen Tiefstand von 0,50 Prozent gesenkt.
=== Wann ist der Staat bankrott?
...
Wie kommt es, dass fast die Hälfte der Eurostaaten auf einen Schlag als Pleitekandidaten gilt? Die Angst rührt zum einen daher, dass die Staaten enorme Garantien für ihre nationalen Banken übernommen haben und nur hoffen können, dass sie die nicht voll einlösen müssen. Irland müsste sonst wohl als Erster den Offenbarungseid leisten. Der Gesamtumfang seines Bankensektors ist zehnmal so groß wie seine Wirtschaftskraft. Bei den Franzosen, Niederländern, Belgiern und Österreichern ist es das Vierfache, in Deutschland, Spanien und Portugal das Dreifache. Müssten die Länder wirklich - wie versprochen - voll für die Spareinlagen haften, weil ihre Banken nicht durchhalten, würde das in allen Ländern auf einen Schlag eine Verdopplung der Staatsschulden bedeuten, die Kosten für Konjunkturpakete noch nicht eingerechnet.
...
Wirklich pleite ist ein Staat daher erst, wenn er selbst verkündet, dass er seine Schulden nicht mehr bedienen kann, weil ihm kein anderes Land, kein Bürger und keine Bank mehr freiwillig Geld leiht. Oder wenn er es trotz Pariser Club nicht mehr schafft, neue Kredite aufzunehmen. So war es in Argentinien: Als 2002 nicht einmal mehr der IWF dem Land Geld leihen wollte, erklärte Argentinien sich selbst für zahlungsunfähig (siehe rechts). Inhaber argentinischer Staatsanleihen sahen den Großteil ihres Geldes bisher nicht wieder.
...
Damit wird klar, warum eine Pleite von Griechenland oder Spanien für Deutschland schwere Folgen hätte: weil deren Währung unsere ist - der Euro. Alle EU-Länder und ihre Firmen haben durch regen Handel gegenseitig Schulden beieinander. Deutsche Banken haben allein in Spanien 240 Milliarden Euro verliehen. Sähen sie die nicht wieder und müsste der Staat auch noch dafür haften, stieße er bald wirklich an seine Grenzen.
...
Die Gemeinschaft verhindert schließlich, dass die Einzelstaaten ihre Währung abwerten, um einen Exportschub und neuen Wirtschaftsschwung auszulösen. Und ebenso, dass sie neues Geld drucken, um ihre Schulden mit Inflation zu tilgen. Die Vereinigten Staaten besitzen diese Möglichkeit sehr wohl über die Notenbank Fed.
"Die Amerikaner können zwar schneller reagieren", räumt Tietje ein, "das heißt aber nicht, dass sie auch besser reagieren." Die Fed habe gehörig überreagiert, indem sie die Zinsen so schnell senkte. Das Land trägt eine enorme Erblast durch die Schulden der Bush-Regierung, und jetzt kommt die Finanzkrise dazu. "Insofern sind die Herausforderungen für Amerika viel größer." Hinzu kommt: Auch die Europäische Zentralbank (EZB) kann einspringen, wenn einem Staat der Bankrott droht. Sie kann einen Teil von dessen Staatsanleihen aufkaufen. Doch wie lange reichen ihre Mittel dafür?
Sicher ist: Wenn der erste Staat im Euro-Raum pleitegeht, wird der Zahlungsverkehr in allen Ländern leiden. Der Euro verliert an Wert. Dadurch entsteht Druck auf die Europäische Union und ihre Mitgliedstaaten, Staatsanleihen der angeschlagenen Staaten zu kaufen. "Das schwächste Glied in dieser Kette ist die Europäische Zentralbank", sagt Finanzwissenschaftler Blankart, "sie kann das hierfür erforderliche Geld drucken und muss es nicht im Haushalt einsparen." Aber es würde zu einer enormen Geldentwertung kommen, müsste sie genug Geld drucken, um einen Staat herauszuboxen.
Es gilt allerdings als extrem unwahrscheinlich, dass Deutschland das sein könnte. Seine Bonität ist nach wie vor hoch. Aber seine Gesamtschulden sind es mit 1,5 Billionen Euro auch. 40 Prozent davon, 600 Milliarden, hat sich die Republik im Ausland geborgt. Die anderen 900 Milliarden kommen von heimischen Geldgebern. Das sind zu zwei Dritteln Banken, zu etwa einem Drittel Versicherungen und zu einem kleinen Prozentsatz Privatleute. Das bedeutet aber auch: Sollte das Bankensystem kollabieren, fielen die Banken als wichtigste Geldgeber für Kredite weg.
...
http://www.faz.net/s/Rub58241E4DF1B149538ABC24D0E82A6266/Doc~EF3D42D4A6549493E8BA7906B1159AA07~ATpl~Ecommon~Scontent.html |
|
| Nach oben |
|
 |
Sarastro
Anmeldungsdatum: 23.05.2007 Beiträge: 507
|
Verfasst am: Di März 10, 2009 14:14 Titel: |
|
|
Was soll man davon halten ?
=== Euro-Länder erteilen neuen Konjunkturpaketen Absage
Die Eurozone hat US-Appelle nach neuen Konjunkturpaketen im Kampf gegen die schwere Wirtschaftskrise zurückgewiesen. "Wir sind nicht bereit, die Konjunkturpakete aufzustocken", sagte der Vorsitzende der Finanzminister des Eurogebiets, Luxemburgs Premier und Ressortchef Jean-Claude Juncker, am Montagabend in Brüssel. Zunächst müsse sich die Wirkung dieser milliardenschweren Pakete zeigen. In dieser Richtung äußerte sich auch Bundesfinanzminister Peer Steinbrück.
Die EU-Staaten haben etwa 3,3 bis 4 Prozent der europäischen Wirtschaftsleistung eingesetzt, um die Konjunktur in Schwung zu bringen. Deutschland legte im Januar ein 50-Milliarden-Euro-Programm auf.
Die wirtschaftliche Lage im Eurogebiet verschlechterte sich unterdessen weiter. Mit einem Aufschwung sei nicht vor 2010 zu rechnen, sagte EU-Währungskommissar Joaquín Almunia. Der Kreditfluss in der Wirtschaft sei immer noch nicht in Bewegung gekommen. Juncker fügte hinzu: "Wir befinden uns in einer tiefen Krise."
RUMÄNIEN WILL EU-KREDITHILFE
Almunia bestätigte, dass Rumänien von der EU Kredithilfe anstrebt. "Rumänien hat um Verhandlungen gebeten." Die Stütze sei nötig, um das Defizit in der Leistungsbilanz des Landes zu finanzieren. Die konkrete Summe müsse erst noch ermittelt werden. Im Februar war in Bukarest davon die Rede gewesen, man brauche von der EU sechs bis sieben Milliarden Euro.
Es sind laut Almunia mehr als "ausreichend hohe Mittel" vorhanden. Der "Notfallfonds" der EU mit einem Umfang von 25 Milliarden Euro müsse derzeit nicht aufgestockt werden. Er sei aber zuversichtlich, dass die EU-Staaten zustimmen werden, falls dies doch nötig werden sollte. Der österreichische Vizekanzler und Finanzminister Josef Pröll hatte zuvor eine Erhöhung gefordert: "Es ist Konsens, dass die 25 Milliarden Euro nicht reichen werden."
AUCH IWF SOLL EINBEZOGEN WERDEN
In die Rettungsaktion für das EU-Mitglied Rumänien soll auch der Internationale Währungsfonds (IWF) einbezogen werden. Wie die rumänische Nachrichtenagentur Mediafax berichtete, wird eine Delegation des IWF noch in dieser Woche zu Verhandlungen über ein Kreditabkommen in Bukarest erwartet. Aus der Kreditlinie der EU-Kommission waren bereits 6,5 Milliarden Euro für das krisengeschüttelte Ungarn und 3,1 Milliarden Euro für Lettland geflossen. Die EU hat für den sogenannten Notfallfonds keine eigenen Mittel, sondern muss selbst Kredite aufnehmen.
Die Europäer wollen sich auf eine finanzielle Stärkung des IWF verständigen. Die Kreditmittel der Finanzinstitution in Washington sollen auf 500 Milliarden US-Dollar verdoppelt werden./fe/cb/DP/ck
http://www.finanzen.net/nachricht/GESAMT_ROUNDUP_Euro_Laender_erteilen_neuen_Konjunkturpaketen_Absage_855872 |
|
| Nach oben |
|
 |
Sarastro
Anmeldungsdatum: 23.05.2007 Beiträge: 507
|
Verfasst am: Do März 12, 2009 13:36 Titel: |
|
|
Aus aller Welt.
Interessant sind vor allem die Meldungen zu den "neuen Staatsbanken" Commerzbank und Dresdner Bank.
=== Steuerzahler muss Immobilienbank erneut stützen
Der unter staatlicher Kontrolle stehende US-Hypothekenfinanzierer Freddie Mac benötigt weitere 30,8 Milliarden Dollar (24 Mrd. Euro) aus dem Rettungspaket der US-Regierung. Das Institut begründete den Bedarf an frischem Geld mit Verlusten in Höhe von 23,9 Milliarden Dollar im vierten Quartal 2008.
Bereits im November hatte Freddie Mac vom Staat 13,8 Milliarden Dollar erhalten, um einen 25,3 Milliarden-Dollar- Verlust im dritten Quartal auszugleichen.
Das Schwesterunternehmen Fannie Mae, das zusammen mit Freddie Mac hinter etwa jedem zweiten Immobilienkredit in den USA steht, hatte im vergangenen Monat einen Verlust von 25,2 Milliarden Dollar im vierten Quartal 2008 ausgewiesen und Staatshilfen in Höhe von 15,2 Milliarden Dollar beantragt.
...
http://www.welt.de/wirtschaft/article3361347/Steuerzahler-muss-Immobilienbank-erneut-stuetzen.html
=== Japans Wirtschaft um 12,1 Prozent geschrumpft
Japans Wirtschaft ist im Schlussquartal 2008 mit einer Jahresrate von 12,1 Prozent geschrumpft. Das gab die Regierung am Donnerstag auf Basis revidierter Daten bekannt. Die Statistiker hatten zunächst einen Rückgang des Bruttoinlandsprodukts (BIP) von annualisiert 12,7 Prozent berechnet, doch waren die Lagerbestände stärker gestiegen als gedacht. Damit ist Japans Wirtschaft angesichts eines beispiellosen Exporteinbruchs so stark geschrumpft wie seit der Ölkrise vor 35 Jahren nicht mehr. Im Vergleich zum Vorquartal ergab sich ein Rückgang von nun revidiert 3,2 Prozent statt 3,4 Prozent.
...
http://www.finanzen.net/nachricht/Japans_Wirtschaft_um_12_1_Prozent_geschrumpft__Weniger_als_erwartet_857270
=== Export-Nationen Deutschland und Japan stürzen ab
Die deutschen Exporte sind im Januar dramatisch eingebrochen. Die Ausfuhren fielen gegenüber dem Vorjahresmonat um 20,7 Prozent auf 66,6 Milliarden Euro und damit so stark wie seit 16 Jahren nicht mehr. Von der schwachen Nachfragen nach Waren made in Germany laut Statistischem Bundesamt alle Branchen betroffen. Deutlich stärker als der Durchschnitt mussten allerdings die Automobilindustrie und der Maschinenbau Federn lassen. Schon im Dezember (- 7,9 Prozent) und November (-12,2 Prozent) 2008 hatte die globale Wirtschaftsflaute die deutsche Exportwirtschaft hart getroffen.
...
http://www.welt.de/wirtschaft/article3349884/Export-Nationen-Deutschland-und-Japan-stuerzen-ab.html
=== Commerzbank-Tochter Eurohypo soll stark schrumpfen
Mit teils drastischen Maßnahmen versucht die Commerzbank die von der Tochtergesellschaft Eurohypo ausgehenden Risiken in den Griff zu bekommen. Die Eurohypo muss in ihrem Kerngeschäft stark schrumpfen, so die Devise. So soll das Portfolio in Public Finance auf rund 100 Mrd EUR schmelzen - nach Übernahme der EssenHyp im vergangenen Jahr hatte es noch ein Volumen von rund 170 Mrd EUR gehabt. Auch bei den Gewerbeimmobilien (Commercial Real Estate, CRE) soll die Axt angelegt werden, wenn auch bislang nicht offiziell bekannt ist, in welchem Ausmaß das geschehen soll. Aktuell liegt das CRE-Exposure der Eurohypo bei 79 Mrd EUR.
Unter dem Strich steht nicht weniger als das Geschäftsmodell der Eurohypo bei den Commerzbänkern zur Diskussion.
In der Krise erweist sich die Tochter als ernste Belastung für die Commerzbank: Nachdem die Eurohypo mit einem Verlust vor Steuern von minus 1,4 Mrd bereits 2008 einer der größten Verlustbringer für die Commerzbank war, rechnen Analysten auch für das kommende Geschäft mit weiteren Abschreibungen bei dem Immobilienfinanzierer.
CRE stehen nach Einschätzung aus Aufsichtskreisen auf der Liste der Kandidaten für "Toxic Assets" ganz weit oben und sind damit ein gewichtiger Risikofaktor. "Gewerbeimmobilien machen uns derzeit mit die größten Sorgen", sagte eine Person aus Aufsichtskreisen zu Dow Jones Newswires.
Das CRE-Exposure der Eurohypo könne zu einem hohen Abschreibungsbedarf führen, sagte Michael Steinbarth, Director bei Fitch Rating. Bereits im Jahr 2008 führten die Marktverwerfungen zu Portfolio- und Einzelwertberichtigungen in der gewerblichen Immobilienfinanzierung in Höhe von 675 Mio EUR. Wegen des drohenden weiteren Abschreibungsbedarfs sei es richtig, wenn die Eurohypo versuche, das Portfolio mit Gewerbeimmobilien herunterzufahren, so Steinbarth. Allerdings dürfte die Umsetzung im Marktumfeld sehr schwierig sein.
Ein weiteres Ziel der Eurohypo ist, die Kernkapitalquote von 7,8% zu erhöhen und die Bilanz zu verschlanken. Planzahlen für die Kernkapitalquote hat die Eurohypo nicht. "Die Commerzbank wird versuchen, einen Entschuldungseffekt herbeizuführen, indem sie das Portfolio an der Staatsfinanzierung weiter herunterfährt", erklärte Steinbarth. Das Staatsfinanzierungsgeschäft der Eurohypo habe in der Vergangenheit wenig Eigenkapital gebunden, dafür aber auch nicht so hohe Margen eingefahren. Durch die Abstufung des Ratings, auch dem von Staaten, und der teuren Refinanzierung sei das für eine Bank ein wenig einträgliches Geschäftssegment, erklärte Steinbarth.
...
http://www.faz.net/d/invest/meldung.aspx?id=99657705
=== Dresdner Bank hatte nicht genug Eigenkapital
Die Eigenkapitalquote der Dresdner Bank hat Ende 2008 die gesetzliche Mindestanforderung unterschritten. Zahlen der Wirtschaftsprüfer KPMG, die auf einer Aufsichtsratssitzung vorgelegt wurden, hätten eine Quote von 3,7 Prozent ausgewiesen, 0,3 Prozentpunkte weniger als vorgeschrieben, berichtet das "Handelsblatt" unter Berufung auf Sitzungsteilnehmer. Die Bank hatte Ende Februar "rund 4,0 Prozent" genannt.
Die Kontrolleure hätten in der turbulenten Sitzung die Billigung des Jahresabschlusses 2008 verweigert, berichtet die Zeitung weiter. Die Dresdner Bank, ihr bisheriger Eigentümer Allianz, Commerzbank und KPMG wollten sich nicht zu der Sitzung äußern.
Ein Commerzbank-Sprecher stellte klar, dass die Eigenkapitalausstattung der kombinierten Bank aktuell bei "gut zehn Prozent" liege. "Ungeachtet dessen hat der Commerzbank-Vorstand beschlossen, das Eigenkapital der Dresdner um vier Milliarden Euro zu erhöhen". Damit entspreche die Tochter auch alleine den Mindestanforderungen.
"Die Stimmung in der Sitzung war sehr gereizt", beschrieb ein Teilnehmer. Ein Aufsichtsrat habe sogar die Frage gestellt, ob die späte Information nicht ein Verstoß des Managements gegen die Sorgfaltspflicht darstelle. Für zusätzliche Irritation habe der Umstand gesorgt, dass auch Commerzbank-Chef Martin Blessing nichts vom Unterschreiten der Mindestkapitalanforderungen gewusst habe.
http://www.welt.de/welt_print/article3341718/Dresdner-Bank-hatte-nicht-genug-Eigenkapital.html |
|
| Nach oben |
|
 |
Sarastro
Anmeldungsdatum: 23.05.2007 Beiträge: 507
|
Verfasst am: Di März 17, 2009 11:42 Titel: |
|
|
Die FED Sitzung am Mittwoch (18Mar) könnte spannend werden. Überhaupt ist die "Marktlage" sehr unübersichtlich. Andeutungen haben Hochkonjunktur. Die OPEC und Rußland suchen nach einer gemeinsamen Linie. Japan pumpt mal wieder Geld in die Märkte. Und die EZB testet im Vorfeld schon einmal ihr Regelwerk.
Rückblickend kann man sagen, daß die Bundesbank sich wacker geschlagen hat.
Wahrscheinlich wäre das perfekte Geldmodell eine Mischung aus Rohstoffstandard, Geldmenge begrenzender Monetarismus und unabhängiger Notenbank. Und daß die Politik z.B. nur mit 3/5 Mehrheit und zeitlich begranzt daran etwas ändern kann.
=== EZB/Bini Smaghi: EZB könnte Zinsen bis auf Null Senken
...
Darüber hinaus sprach sich Bini Smaghi gegen einen direkten Ankauf von Staatsanleihen durch die EZB aus. ´Wenn die EZB am Sekundärmarkt Staatsanleihen kauft, rückt sie in die Nähe der Fiskalpolitik´, begründete er seine Ablehnende Haltung. ´Das wäre nicht im Geiste der Gründerväter der EZB.´
Der EZB ist es laut Satzung zwar untersagt, am Primärmarkt für Staatsanleihen tätig zu werden. Möglich wäre allerdings ein Ankauf von Staatspapieren am freien Markt (Sekundärmarkt). Eine solche Politik der direkten Geldmengenausweitung über den Kauf von Staatsanleihen zur Konjunkturstützung (quantitative easing) wird bereits von der britischen Notenbank betrieben.
/bf/wiz
Autor: dpa-AFX
http://www.wallstreet-online.de/nachricht/2693745.html
=== Bernanke fehlen Pfeile im Köcher
...
"Der Leitzins hat bereits die Untergrenze erreicht. Expansive Impulse kann die Fed unter diesen Umständen nur noch mit unkonventionellen Maßnahmen verabreichen", sagt Fed-Experte Bernd Weidensteiner von der Commerzbank.
Das heißt konkret: Die Federal Reserve muss Wertpapiere in großem Stil kaufen, finanziert dies mit der Notenpresse und flutet den Wirtschaftskreislauf mit weiteren Milliarden. Ziel ist, die Kreditvergabe anzuregen und so Unternehmen und Haushalten unter die Arme zu greifen, damit diese investieren und konsumieren.
Die Fed hat längst auf diesen Krisenmodus umgeschaltet. Schon heute kauft sie Banken und staatlichen Immobilienagenturen faule Papiere ab, damit diese wieder zu Kräften, sprich: zu Liquidität, kommen.
Und einen Tag vor der "Zinsentscheidung", die keine echte Zinsentscheidung mehr sein wird, öffnet die Notenbank für die breite Öffentlichkeit eine ganz neue Möglichkeit, sich bei ihr Geld zu besorgen. Am Dienstag startet sie ein sage und schreibe eine Billion Dollar schweres Programm, durch das sie Mittelstand und Mittelschicht entlasten und vor dem schlimmsten Folgen der Krise bewahren will. Ob das wirkt, bleibt abzuwarten.
Falls diese neue, TALF (Term Asset-Backed Securities Loan Facility) genannte Liquiditätsspritze nichts nützt, bliebe der Fed noch die Ultima Ratio, die direkte Finanzierung des Staates über den Kauf von Staatsanleihen beziehungsweise das Drucken frischer Dollars. "Die direkte Monetisierung der Staatsschuld ist das letzte - und schärfste - Mittel im Arsenal der Fed", sagt Commerzbank-Experte Weidensteiner. "Bernanke hat in einer Rede bereits versprochen, dass die Fed 'alle ihr zur Verfügung stehenden Mittel' nutzen werde, um die Krise zu bekämpfen. Die Fed wird dieses Mittel wohl auch einsetzen."
Wann sie zum letzten Mittel greifen wird, ist die Frage aller Fragen, die Volkswirte weltweit derzeit umtreibt. Nach Ansicht von Patrick Franke von der Helaba dürfte die Fed es am Mittwoch allenfalls bei vagen Andeutungen belassen, da einen Tag zuvor die erste, 200 Milliarden schwere, Finanzierungsrunde des TALF-Programms eingeläutet wird. "Es ist kaum zu erwarten, dass die Fed bereits am nächsten Tag neue Schritte bekannt geben wird. Auch andere Programme, wie der Aufkauf hypothekenbesicherter Anleihen, haben noch kaum Zeit gehabt, richtig zu wirken."
Die Fed dürfte sich deshalb bemühen, ihr Pulver so lange wie möglich trocken zu halten und so lange wie möglich nicht der Bank von England zu folgen, die vergangene Woche mit dem Ankauf von britischen Staatspapieren begonnen hat.
...
http://www.welt.de/welt_print/article3389028/Bernanke-fehlen-Pfeile-im-Koecher.html
=== Japan gibt 805 Milliarden Euro für Konjunktur aus
Japan will mit zusätzlichen Konjunkturspritzen in Milliardenhöhe aus der schwersten Rezession der Nachkriegszeit finden. Ministerpräsident Taro Aso wies die Koalitionsparteien laut der japanischen Nachrichtenagentur Kyodo an, weitere umfangreiche Maßnahmen bis Ende des Monats auszuarbeiten. Demnach dürfte das neue Konjunkturpaket einen Umfang von 100 Billionen Yen haben (805 Milliarden Euro) haben, wobei sich die Neuausgaben dabei auf 15 bis 20 Billionen Yen beliefen. Finanzminister Kaoru Yosano zufolge dürfte Aso darüber auch beim Gipfeltreffen der 20 wichtigsten Industrie- und Schwellenländer am 2. April in London sprechen.
Laut Finanzminister Yosano stehen Tokios Pläne im Einklang mit dem Aufruf von US-Finanzminister Timothy Geithner, der von den G20-Mitgliedsstaaten „substanzielle“ Konjunkturprogramme gefordert hatte, um die Nachfrage anzukurbeln. Geithner erinnerte daran, dass der Internationale Währungsfonds (IWF) krisengeschüttelten Staaten dazu geraten hatte, in diesem und ihm nächsten Jahr zwei Prozent ihres Bruttoinlandsprodukts für Konjunkturprogramme aufzuwenden.
...
http://www.welt.de/wirtschaft/article3368817/Japan-gibt-805-Milliarden-Euro-fuer-Konjunktur-aus.html
=== Russland pirscht sich an das Ölkartell heran
Der weltweit zweitgrößte Ölexporteur Russland will enger mit der Opec zusammenarbeiten. Der stellvertretende russische Ministerpräsident Igor Setschin machte hierzu bei der Konferenz des Opec-Kartells in Wien eine Reihe von Vorschlägen, um eine weitere Verbilligung des Öls zu verhindern. Dazu zählte auch eine weitere Reduzierung der Fördermenge.
Eine engere Zusammenarbeit zwischen Russland und den zwölf Mitgliedern der Organisation erdölexportierender Länder (Opec) schürt in Abnehmerstaaten wie Deutschland wachsende Sorgen vor der Macht des Kartells. Vor allem europäische Staaten, die vor kurzem noch von dem Gasstreit zwischen Russland und der Ukraine betroffen waren, beobachten die Annäherungen deshalb genau.
Setschin sagte vor der Opec, die Produktion in seinem Land sei im Januar und Februar um rund zwei Prozent oder 1,5 Millionen Tonnen gefallen. Russland spiele bereits eine Rolle bei den Versuchen der Opec, die Lieferungen in diesem Jahr zurückzufahren. Analysten bezweifeln diese Darstellung allerdings. Die Produktion in Russland sei nicht wegen einer geänderten Fördermengepolitik rückläufig, sondern wegen fehlender Investitionen in die Infrastruktur, sagte David Kirsch vom Marktforschungsinstitut PFC Energy. An den Treffen der Opec nimmt Russland regelmäßig teil.
Zwar wollen die Opec-Länder die Öl-Förderung zunächst nicht weiter kürzen, um die Weltwirtschaft inmitten der Krise nicht zusätzlich zu belasten. Allerdings sollen die bereits 2008 beschlossenen Kürzungen nun konsequenter umgesetzt werden. Die Produktion ist Delegierten zufolge noch nicht um die beschlossenen rund 14 Prozent auf 24,845 Millionen Fass pro Tag (1 Fass = 159 Liter) gesenkt worden. Nach Angaben aus Katar besteht noch Luft für eine Kürzung von bis zu 800.000 Fass.
...
http://www.welt.de/wirtschaft/article3381229/Russland-pirscht-sich-an-das-Oelkartell-heran.html
=== Geldpolitik: Die Monetaristische Revolution in Deutschland
Während die 68er-Bewegung die Aufmerksamkeit der Medien auf ihre „Kulturrevolution“ zog, vollzog sich unbemerkt von der breiten Öffentlichkeit in den Wirtschaftswissenschaften und der Geldpolitik eine andere, eine „Monetaristische Revolution.“ In kurzer Zeit setzten sich die Lehren von Milton Friedman durch, die bis dahin in der Bundesrepublik ein Schattendasein führten. Schon wenige Jahre später wurde das Konzept der Geldmengensteuerung von der Bundesbank übernommen.
In dem Buch „Milton Friedman und die monetaristische Revolution in Deutschland“ von Hauke Janssen, Leiter der „Spiegel“-Dokumentation, wurde dieser Prozess nachgezeichnet. Janssen schreibt über die Entwicklung an den Universitäten und die junge Generation von Ökonomen, die Friedmans Thesen begeistert aufnahmen: „Wie viele ihrer Kommilitonen probten sie 1969 den Aufstand, allerdings nicht gegen die kapitalistische Bourgeoisie, sondern gegen einen erstarrten keynesianischen Lehrbetrieb“. Janssen wertete die publizistische Debatte um Friedmans Position systematisch aus. Darin spiegelt sich die Plötzlichkeit wider, mit der der Monetarismus in Deutschland Einzug erhielt. Zwischen 1948 und 1967 fand Janssen nur 15 Beiträge, in der Zeit zwischen 1970 und 1976 dann 256.
Der Erfolg von Friedmans Lehre ist vermutlich darauf zurückzuführen, dass er in einer Zeit explodierender Inflationsraten ein praktisches Konzept bot, das half, die Inflation einzudämmen, ohne das ganze Zentralbanksystem aufzulösen, was politisch nicht durchsetzbar war. Die Vertreter der Bundesbank, Helmut Schlesinger, Heinrich Irmler, Horst Bockelmann, Otmar Issing und Norbert Kloten nahmen an Konstanzer Seminar von Brunner und Neumann teil, die die monetaristische Position in Deutschland verbreiteten. Der damalige Chefvolkswirt und spätere Präsident der Bundesbank Helmut Schlesinger wird eine herausragende Bedeutung bei der Übernahme dieser Konzepte attestiert.
Nach dem Zusammenbruch fester Wechselkurse 1973 konnte die Bundesbank ohne Rücksicht auf die US-Notenpolitik agieren und suchte nach einem Weg, die sich beschleunigende Geldentwertung einzudämmen. Noch zum Beginn des Jahres 1974 war in der Bundesrepublik allgemein mit einer Inflationsrate von bis zu 12 Prozent gerechnet worden. Bundesbankpräsident Karl Klasen erklärte im März desselben Jahres: „Das einzige Mittel, dem entgegenzuwirken, ist der Entschluss des Zentralbankrates, die zur Fortsetzung dieser preissteigenden Entwicklung notwendige Geldmenge nicht zur Verfügung zu stellen.“
Im Herbst war es der Bundesbank gelungen, die Inflationsrate auf 7 Prozent zu drücken. Im September 1974 stellte die Wochenzeitung „Die Zeit“ fest, dieses Ergebnis sei „auch der Entschlossenheit der Bundesbank zu danken, eine harte Zinspolitik gegen viel Kritik durchzuhalten.“ Am 5. Dezember 1974 legte die Bundesbank erstmals ein quantitatives monetäres Ziel für das kommende Jahr fest. Damit gehörte die Bundesbank zu einer der ersten Zentralbanken, die zur Geldmengenkontrolle überging und eine jährliche Wachstumsrate bekannt gab.
Die folgende Debatte zeigte jedoch auch die Begrenztheit der Unabhängigkeit der Bundesbank. Der „Spiegel“ titelte: „Arbeitslose: Stürzt knappes Geld die SPD?“ Die Gewerkschaften griffen die Bundesbank öffentlich an und der linke Flügel der SPD forderte die Einführung der Rechenschaftspflicht der Bundesbank gegenüber dem Bundestag. Daraufhin lockerte die Bundesbank ihre Geldpolitik wieder.
Mit ihrer Steuerung der Geldmenge war die Bundesbank nur bedingt erfolgreich. Nur in knapp über 50 Prozent der Fälle konnte das von der Bundesbank gesetzte Geldmengenziel erreicht werden. Immerhin konnte die Bundesbank nach der Einführung dieser Politik so hohe Inflationsraten wie in Großbritannien, wo die Inflation Mitte der 70er fast 25 Prozent erreichte, verhindern.
Die neue Geldpolitik der Bundesbank wirkte sich über den D-Mark-Raum hinaus inflationsdämpfend aus. Jörg Guido Hülsmann schreibt über die Lage des internationalen Währungssystems nach Bretton Woods: „Nun traf es sich so, dass der weitaus zurückhaltendste Geldproduzent im EWS die deutsche Bundesbank war. Und daher bestand das Hauptproblem der europäischen Währungspolitik von nun an darin, dass die Bundesbank das Angebot der Deutschen Mark nicht so stark inflationierte, wie es nötig gewesen wäre, um die finanziellen Wünsche der ausländischen Regierungen zu befriedigen. Letztere waren daher gezwungen, ihre Geldproduktion einzuschränken.“
Das Ergebnis der Geldpolitik der Bundesbank ist in Hinblick auf die schleichende Inflation, der auch die D-Mark unterworfen war, unbefriedigend, aber es war wohl das beste Ergebnis, was unter den Bedingungen des Fiat-Money-Systems zu erreichen war. Gemessen an der Geldpolitik, die nach der Abschaffung der D-Mark diesseits und jenseits des Atlantik betrieben wurde, betrieben die Männer aus Frankfurt einen Kurs der Stabilität.
Literatur
Hauke Janssen: Milton Friedman und die „monetaristische Revolution“ in Deutschland, Marburg 2006.
http://ef-magazin.de/2009/03/14/1033-die-geldpolitik-der-bundesbank-die-monetaristische-revolution-in-deutschland |
|
| Nach oben |
|
 |
Sarastro
Anmeldungsdatum: 23.05.2007 Beiträge: 507
|
Verfasst am: Do März 19, 2009 14:56 Titel: |
|
|
Und weiter geht's...
=== Fed will langfristige Staatsanleihen kaufen
WASHINGTON (dpa-AFX) - Die US-Notenbank (Fed) hat den Ankauf langfristiger Staatsanleihen angekündigt. Neben einem weiter niedrigen Zinsniveau mit einem Zielsatz für Tagesgeld ("Federal Funds Rate") bei 0,0 bis 0,25 Prozent sollen über den Kauf langfristiger Staatsanleihen die Bedingungen auf dem privaten Kreditmarkt verbessert werden, teilte die Fed in ihrem am Mittwoch veröffentlichten Kommentar zur Zinsentscheidung mit. Dafür werden in den kommenden sechs Monaten bis zu 300 Milliarden US-Dollar aufgewendet. Darüber hinaus will die Notenbank hypothekenbesicherte Wertpapiere im Umfang von bis zu 750 Milliarden erwerben.
...
http://www.finanzen.net/nachricht/ROUNDUP_Fed_will_langfristige_Staatsanleihen_kaufen__Heftige_Marktreaktionen_860229
...
Vor der Fed hatte bereits die britische Notenbank mit dem Ankauf von Staatstiteln begonnen, um die heimische Wirtschaft mit Geld zu fluten. Die Bank von Japan kündigte am Mittwoch die Ausweitung ihres laufenden Ankaufprogramms für Bonds auf umgerechnet knapp 220 Milliarden Euro an. Bei der Europäischen Zentralbank (EZB) wird mittlerweile über den Kauf von Commercial Papers diskutiert.
http://www.welt.de/finanzen/article3400251/US-Notenbank-kauft-aggressiv-Staatsanleihen.html
...
„Was seit 90 Jahren als AIG bestand, wird mit der Zeit nicht mehr existieren.“ Der Krisenherd des Unternehmens, die Sparte für Finanzprodukte, soll innerhalb von vier Jahren von Grund auf saniert werden. Die Sparte verwaltet laut Liddy Risiko-Papiere im Nominalwert von 1,6 Billionen Dollar. AIG hatte sich mit den risikoreichen Papieren verspekuliert und hat bereits 180 Milliarden Dollar staatliche Finanzhilfe bekommen.
http://www.welt.de/wirtschaft/article3404725/Versicherer-AIG-kapituliert-und-zerlegt-sich-selbst.html |
|
| Nach oben |
|
 |
Sarastro
Anmeldungsdatum: 23.05.2007 Beiträge: 507
|
Verfasst am: Mo März 23, 2009 16:50 Titel: |
|
|
Wer blickt denn da noch durch ? Wo jetzt wieviel Mrd Dollar in welchem (neuen oder alten) Programm ausgegeben werden...
Aber es ist durchaus origniell, daß Bilanzregeln aufgeweicht werden sollen, um die Besitzer der toxischen Papiere besser zu stellen (in Bilanzen, die dann nicht mehr aussagekräftig sind).
Interessant auch, daß per Regierungserklärung (des US Finanzministers, siehe unten) Risikopapiere nur noch mit (maximal) 50% bewertet werden. Aber ob das Investoren anlockt, wenn die Häuserpreise um z.T. 80% gefallen sind ? China und die Ölscheichs gehen da bereits andere Wege.
Und die Briten können einem schon fast leid tun.
=== Regierung will Bilanzregeln aufweichen
...
Seit Ausbruch der Finanzkrise haben Banken über 1000 Mrd. $ abgeschrieben, 700 Mrd. $ in den USA und 300 Mrd. $ in Europa.
Der Weltwährungsfonds schätzt den gesamten Abschreibungsbedarf auf 2200 Mrd. $, Ökonomen wie Nouriel Roubini sogar auf 3600 Mrd. $ allein in den USA.
Kritiker bemängeln, dass nach einer Aufweichung der Bilanzierungsregeln für Investoren kaum noch erkennbar wäre, welcher Giftmüll bei Banken schlummert. Bilanzexperten und Großanleger wie Pensionsfonds fürchten, dass sich die Lockerung nicht mehr rückgängig machen ließe.
...
Quelle FTD, 23Mar2009
=== In Detroit kosten Häuser nur noch einen Dollar
Ein Paradies für Schnäppchenjäger: In der krisengebeutelten Autostadt Detroit sind Häuser zum Schleuderpreis zu haben. Im Angebot sind mindestens 1800 Immobilien für weniger als 10.000 Dollar, die einmal das Zehnfache wert waren. Im Extremfall stehen Häuser für einen Dollar zum Verkauf. Die günstige Gelegenheit lockt Investoren sogar aus Großbritannien und Australien an.
...
Selbst der staatlich subventionierte soziale Wohnungsbau wurde mitgerissen. Für solche Häuser stürzte der Durchschnittspreis von 46.702 Dollar 2003 auf 8692 Dollar 2008 ab. Anfang dieses Jahres waren es nur noch 6035 Dollar.
...
http://www.welt.de/finanzen/immobilien/article3413281/In-Detroit-kosten-Haeuser-nur-noch-einen-Dollar.html
=== US-Regierung macht die nächste Billion locker
Die US-Regierung hat ein Programm zum Kauf von riskanten Wertpapieren von bis zu einer Billion US-Dollar aufgelegt. Damit soll das angeschlagene Finanzsystem unterstützt werden, teilte das US-Finanzministerium mit.
Das „Public-Private Investment Program“ soll mit einem Startkapital von 75 bis 100 Milliarden Dollar ausgestattet werden. Die Mittel stammen aus dem im vergangenen Oktober beschlossenen Rettungspaket für das Finanzsystem. Durch das Programm soll zunächst der Kauf von bis zu 500 Milliarden Dollar an Wertpapieren ermöglicht werden. Das Programm könnte im weiteren Verlauf verdoppelt werden.
Die Gesellschaft solle an das Finanzministerium an die staatliche Einlagensicherungsgesellschaft Federal Deposit Insurance Corporation (FDIC) angelegt werden. Ziel des Programms sei es auch privates Kapital zum Kauf der giftigen Wertpapiere zu mobilisieren.
Finanzminister Timothy Geithner schrieb im „Wall Street Journal“, mit dem Programm solle die Krise schnell und effektiv sowie zu geringen Kosten für den Steuerzahler beendet werden. Hintergrund ist das Misstrauen der Banken untereinander, die sich seit dem Zusammenbruch der Investmentbank Lehman Brothers kaum noch Geld leihen. Der Markt für Anleihen, die in Verbindung mit Immobilienkrediten stehen, brach danach in sich zusammen.
Erste Informationen zum Rettungsplan stellte Geithner schon am 10. Februar vor. Damals reagierten die Finanzmärkte angesichts fehlender Details und des unsicheren Auftritts des Politikers mit starken Kursverlusten.
Nach Angaben der Regierung besteht das Programm aus drei wichtigen Punkten:
– Privatinvestoren sollen mit Hilfe der Regierung faule Wertpapiere aufkaufen. Für jeden Dollar von ihnen soll ein Dollar von der Regierung kommen. Gewinne sollen ebenfalls geteilt werden. Das Geld soll aus dem bestehenden 700-Milliarden-Rettungsplan für Banken kommen.
– Ein weiteres bestehendes Programm stellt Investoren Kredite zur Verfügung, um Anleihen aufzukaufen, die mit Verbraucherkrediten abgesichert sind. Dieser Plan im Umfang von einer Billion Dollar soll jetzt ausgeweitet werden, um faule Wertpapiere zu kaufen.
– Um die Käufe der Papiere zu unterstützen, soll auch die Einlagensicherung FDIC genutzt werden.
Geithner will private Investoren auch gewinnen, um Preise für die faulen Wertpapiere festzulegen. Weil der Markt dafür zusammengebrochen ist, war dies bislang fast unmöglich. Die Regierung befand sich in einem Dilemma: Hätte sie die Papiere zu einem zu hohen Preis gekauft, wären Milliarden Steuergelder vernichtet worden. Mit einem zu niedrigen Preis hätte sie den ohnehin strauchelnden Banken noch mehr Probleme bereitet, weil sie riesige Abschreibungen zu verzeichnen hätten.
...
http://www.welt.de/wirtschaft/article3427777/US-Regierung-macht-die-naechste-Billion-locker.html
=== Finanzkrise treibt Chinas Entwicklung voran
...
Bisher agierte China lieber im Hinterzimmer, beispielsweise im vergangenen Jahr, als die US-Immobilienfinanzierer Fannie Mae und Freddie Mac vor der Pleite standen. Damals hatte Peking Ex-Präsident George W. Bush mehr oder weniger sanft zu deren Rettung gedrängt. Denn China besitzt im großen Stil Papiere dieser Institute. Dabei soll auch explizit darauf verwiesen worden sein, dass man andernfalls eben Staatspapiere im großen Stil verkaufen müsse.
Das Reich der Mitte hat durch seine Stellung als größter Gläubiger der USA natürlich eine gewisse Macht. Wirklich froh geworden ist das Land mit diesem Geld allerdings nicht. Lange Zeit lag es nur niedrig verzinst herum. Vor rund drei Jahren wurde jedoch die China Investment Corporation (CIC) gegründet. Sie soll die Reserven gewinnbringender anlegen. Bislang war allerdings der Erfolg eher gering: Eines der ersten Investments war die Private-Equity-Gesellschaft Blackstone, an der die CIC knapp zehn Prozent übernahm. Seither ist der Wert der Aktien um fast 90 Prozent gefallen. Auch eine zehnprozentige Beteiligung an der Investmentbank Morgan Stanley war eine grandiose Fehlinvestition.
In den vergangenen Monaten jedoch setzte China sein Geld ein, um sich Zugang zu Rohstoffen zu sichern. Erst im Februar kündigte der Aluminiumproduzent Chinalco an, seine Beteiligung am australisch-britischen Bergbaukonzern Rio Tinto auszubauen. Der chinesische Metallhändler Minmetals kaufte seinerseits den zweitgrößten Zinkproduzenten der Welt, Oz Minerals, und die Regierungen Chinas und Russlands schlossen einen Liefervertrag für russisches Öl. Laufzeit: 20 Jahre. Im Gegenzug öffnet China seine Schatulle und gibt Kredite an den Ölkonzern Rosneft und den Pipelinebetreiber Transneft.
...
http://www.welt.de/finanzen/article3422106/Finanzkrise-treibt-Chinas-Entwicklung-voran.html
=== Araber wollen langfristig bei Daimler bleiben
...
Der neue arabische Großaktionär von Daimler hat ein Aufstockung seines Anteils an dem Konzern in Zukunft nicht ausgeschlossen. Der Chef der Investmentgesellschaft Aabar, Khadem al-Qubaisi, sagte in Stuttgart, auch eine Erhöhung des Anteils müsse später noch untersucht werden. Zurzeit sei man aber mit 9,1 Prozent zufrieden. Einen Sitz im Daimler Aufsichtsrat strebe er vorerst nicht an.
Für den Einstieg der Investmentgesellschaft erhöht Daimler das Grundkapital um 10 Prozent, die neu ausgegebenen Aktien gehen zum Preis von 20,27 Euro an Aabar. Damit fließen dem Unternehmen 1,95 Milliarden Euro an neuem Eigenkapital zu.
...
http://www.welt.de/wirtschaft/article3427212/Araber-wollen-langfristig-bei-Daimler-bleiben.html
=== Briten haben ihr Krisen-Pulver schon verschossen
Auch wenn international die amerikanische Notenbank (Fed) mit ihrer überraschenden Aktion, Staatsanleihen im großen Stil aufzukaufen, im Rampenlicht steht, ist sie längst nicht die Vorreiterin. Vielmehr darf sich die britische Zentralbank in dieser Krise als Pionier des "quantitative easing" fühlen.
Schon am 5. März war die Bank of England mit einem ersten Aufkauf von Staatsanleihen und anderen Schuldverschreibungen, "Gilts" genannt, im Markt aufgetreten, zunächst im bescheidenen Rahmen von zwei Mrd. Pfund. Das soll noch bis Ende dieser Woche um weitere fünf Mrd. Pfund erweitert werden und im Verlauf der nächsten drei Monate auf ein Volumen von 75 Mrd. Pfund steigen. Die Regierung hat als maximalen Rahmen sogar das Doppelte dieser Summe festgelegt, also 150 Mrd. Pfund. Über welchen Zeitraum, blieb vorerst unklar. Man will erst die Wirkung der ersten Schritte in Richtung "quantitative easing" abwarten.
Die "Old Lady of Threadneedle Street", wie man die Notenbank gerne kosend nennt, griff zu dieser Maßnahme, weil alle anderen Methoden zur Enteisung des festgefrorenen Kreditgeschäfts bisher erfolglos geblieben sind. Darunter die Senkung der Zinsen auf das historische Tief von 0,5 Prozent wie auch die Entscheidung der Regierung, bei "vergifteten" Banken wie der Royal Bank of Scotland (RBS) oder der Halifax Bank of Scotland (HBOS) die unsicheren Papiere bis zu einer Höhe von 550 Mrd. Pfund mit Steuergeldern zu "versichern". Die Banken haben sich bisher einfach nicht zur Rückkehr in ihr traditionelles Kreditgeschäft bewegen lassen. Doch solange das nicht gelingt, solange die Kreditvergabe nicht neu angekurbelt wird, droht der Wirtschaft weitere Stagnation, was die Rezession nur vertiefen kann.
Damit kommt "quantitative easing" durch die Zentralbanken als letzter Trumpf ins Gespräch. Auch Japan will dem Vernehmen nach dem britischen und amerikanischen Beispiel folgen. Es handelt sich dabei um den Versuch, durch dramatische Erweiterung der Geldmenge den Kreditstau mit Brachialgewalt aufzubrechen. "Erweiterung der Geldmenge" klingt verdächtig nach "Geld drucken" - eine Maßnahme, um die sich leicht neue Inflationsängste ranken könnten. Da bietet sich der Terminus "quantitative easing" wie ein rettender Euphemismus an, den Briten und Amerikaner jetzt mit Inbrunst unters Volk bringen.
Um die Dimension dieses Schrittes zu verstehen, bildet das britische Beispiel ein gutes Studienmodell. Der Gesamtrahmen von 150 Mrd. Pfund entspricht dem Dreifachen aller heute im Umlauf befindlichen britischen Münzen und Geldscheine. Anders gesagt: Die Bank of England wird durch den Massenaufkauf von amtlichen Papieren - insgesamt ein Drittel aller ausstehenden offiziellen Schuldverschreibungen - zum Finanzierer des größten Defizits in Friedenszeiten in der britischen Geschichte.
Mit "quantitative easing" beginnt ein neues Großabenteuer beim Versuch, der Finanz- und Wirtschaftskrise Herr zu werden. Dabei muss man im britischen Fall wissen, dass 190 Mrd. Pfund an Staatspapieren, das sind 36 Prozent der Gesamtmenge, von ausländischen Banken, institutionellen Anlegern und Einzelpersonen gehalten werden. Das frei werdende Geld fließt also gar nicht in den britischen Umlauf, sondern wandert ab, ohne erhofften stimulativen Effekt also.
Wohin mit dem Geld, fragt sich die Institution, die ihre Schuldverschreibungen an die Notenbank verkauft. Wenn es eine Bank ist: Gleich weiter an die Verbraucher geben? Oder kassieren, um die eigene Solidität aufzubessern? Die Grundfragen bleiben ungelöst: Wer wird Hypotheken herausrücken wollen in einem weiter fallenden Immobilienmarkt? Und wer Unternehmen Geld vorstrecken angesichts weltweit dramatisch gesunkener Nachfrage? Ein Teufelskreis.
Der ausländische Verkäufer von Staatsanleihen könnte in eine für sicher gehaltene Reservewährung wie den Euro zu flüchten. Das wird das Pfund weiter unter Druck bringen. Auch wurden bereits im zweiten Halbjahr 2008 Bankeinlagen im Wert von einer Billion Dollar – 15 Prozent aller von Ausländern gehaltenen Positionen - aus Großbritannien abgezogen.
Wobei die Hoffnung, ein fallender Pfundkurs werde den Export stärken, sich in Luft aufgelöst hat: Die Nachfrage wird auch durch einen günstigeren Währungskurs nicht aus ihrer weltweiten Depression erlöst. Ein weiterer Teufelskreis. Ehemals gültige Gleichungen, wie der Exportvorteil bei Abwertung, gehen nicht mehr auf.Wird es gelingen, bei solcher Ausweitung der Geldmenge die Inflation auf dem von der Bank of England angepeilten Zwei-Prozent-Niveau zu halten? Kritiker sprechen von der Quadratur des Kreises. Denn angenommen, die Wirtschaft springt auch mit diesem neuem fiskalischen Mittel nicht an: Wohin dann mit dem Cash-Überfluss? Liquidität wieder herausnehmen, antwortet die Zentralbank, durch Drosselung der Geldmenge. Aber will man eine stagnierende Volkswirtschaft durch Reduktion der Liquidität weiter schwächen? Die Bank of England wird sich hüten. Ergo sagen die Kritiker: "Quantitative easing" würde eben doch inflationär wirken.
Bliebe eine letzten Notbremse, um dies Szenario zu verhindern: Irgendwann in der Zukunft, wenn die Inflationszeichen zunehmen, kann die Zentralbank ihren Berg an akkumulierten Staatspapieren wieder auf den Markt werfen. Das würde zwar den inflationären Effekt von "quantitative easing" zurücknehmen, aber einen Einbruch am Rentenmarkt riskieren. Wer dann noch Staatspapiere und andere Schuldverschreibungen in Händen hielte, sähe deren Wert drastisch weiter schrumpfen.
http://www.welt.de/finanzen/article3410058/Briten-haben-ihr-Krisen-Pulver-schon-verschossen.html |
|
| Nach oben |
|
 |
Sarastro
Anmeldungsdatum: 23.05.2007 Beiträge: 507
|
Verfasst am: Fr März 27, 2009 12:26 Titel: |
|
|
Nation und Europa.
=== Dresdner-Kauf stürzt Commerzbank ins Minus
Die Commerzbank hat im vergangenen Jahr angesichts der Übernahme der Dresdner Bank und der Turbulenzen in Folge der Finanzkrise einen Verlust von über sechs Milliarden Euro eingefahren. Deutschlands zweitgrößte Privatbank fuhr ein Minus von insgesamt 6,6 Milliarden Euro ein, wie die Commerzbank mitteilte. Die Übernahme der Dresdner Bank habe mit insgesamt 4,7 Milliarden Euro zu Buche geschlagen. Der Kauf der krisengeschüttelten Allianz-Tochter werde die Commerzbank noch das ganze Jahr beschäftigten.
...
Die Commerzbank hat ein Portfolio an toxischen Wertpapieren von über 55 Milliarden Euro in eine Art interne „Bad Bank“ ausgelagert. Vor allem die Portfolios an forderungsbesicherten Wertpapieren (ABS) und großen Übernahmefinanzierungen stellten für die Commerzbank eine der größten Ertragsbelastungen dar, hieß es in dem am Freitag veröffentlichten Geschäftsbericht des Instituts. Die Papiere würden daher zusammen mit verschiedenen Portfolios aus dem Staatsfinanzierungsbereich der Tochter Eurohypo in eine interne Abwicklungseinheit überführt und gemanagt.
Bei der Commerzbank liegen laut Geschäftsbericht noch toxische Papiere mit einem Marktwert von 15,5 Milliarden Euro, bei ihrer Tochter Dresdner Bank sind es 39,9 Milliarden Euro. „Wir werden diesen toxischen Portfolios besonderes Augenmerk schenken“, erklärte der Vorstand. Die Einheit, über die die Papiere nun gemanagt werden sollen, existiert bei der Dresdner Bank schon seit etwa zwei Jahren.
Wertberichtigungen bei toxischen Papieren in Folge der Finanzkrise haben bei der Commerzbank – insbesondere ihren Töchtern Eurohypo und Dresdner Bank – im vergangenen Jahr zu milliardenschweren Verlusten geführt und die Kapitaldecke empfindlich belastet. Das Institut musste deshalb vom Bund innerhalb weniger Wochen zwei Mal mit insgesamt 18,2 Milliarden Euro gestützt werden.
http://www.welt.de/wirtschaft/article3453430/Dresdner-Kauf-stuerzt-Commerzbank-ins-Minus.html
=== Länder bleiben auf ihren Staatsanleihen sitzen
Jüngster prominenter Fall ist der gescheiterte Verkauf von zehnjährigen britischen Staatsanleihen. Eine milliardenschwere Auktion von Gilts schlug am Mittwoch fehl. Für Papiere im Wert von 2,5 Milliarden Euro konnte die britische Finanzagentur Debt Management Office nicht genügend Abnehmer finden. Es war die erste gescheiterte Versteigerung seit sieben Jahren. Um sich das Geld doch noch am Markt zu besorgen, sahen sich die Insulaner gezwungen, die Anleihen mit einem Inflationsschutz zu versehen. Bei diesen Papieren bekommen Investoren die Teuerungsrate durch höhere Zinsen ausgeglichen.
Die gescheiterte Auktion der Briten ist ein Zeichen dafür, dass es für Staaten immer schwieriger wird, die milliardenschweren Ausgabenprogramme zu finanzieren. Da die laufenden Steuereinnahmen bei weitem nicht ausreichen, sind sie auf den Kapitalmarkt als Finanzierungsquelle angewiesen. Dabei konkurrieren die Länder auch untereinander, da derzeit alle Staaten einen enormen Geldhunger haben. Allein die Amerikaner müssen in diesem Jahr den Markt um 2,5 Billionen Dollar anpumpen. Auch die Bundesrepublik braucht Geld. Die Finanzagentur, die die Schulden des Bundes verwaltet, muss in diesem Jahr für Anleihen in Höhe von rund 350 Milliarden Euro Käufer finden - das sind 23 Milliarden Euro mehr als bislang geplant.
...
http://www.welt.de/finanzen/article3453399/Laender-bleiben-auf-ihren-Staatsanleihen-sitzen.html
=== EZB erwägt Kauf von Unternehmensanleihen
Immer mehr hochrangige Notenbanker der Euro-Zone können sich offenbar den Einsatz alternativer geldpolitischer Mittel im Kampf gegen die globale Finanz- und Wirtschaftskrise vorstellen. Einige von ihnen bereiteten Finanzmärkte und Öffentlichkeit verbal auf einen baldigen geldpolitischen Schwenk der EZB vor.
EZB-Vizepräsident Lucas Papademos sagte in Brüssel, es könne unter bestimmten Umständen angemessen sein, Unternehmensanleihen zu kaufen, um die Liquidität des Finanzsystems zu erhöhen. „Potenzielle Maßnahmen könnten Ankäufe von Wertpapieren privatwirtschaftlich arbeitender Schuldner an der Börse sein, um diesen liquider zu machen und die Kosten für die Finanzierung der Realwirtschaft zu senken.“ Eine Entscheidung über solche Interventionen sei allerdings noch nicht getroffen worden, sagte der zweite Mann der Europäischen Zentralbank (EZB). Die US-Notenbank Federal Reserve betreibt seit einigen Wochen ein vergleichbares Programm.
Der niederländische Notenbank-Gouverneur Nout Wellink erklärte in Amsterdam, er wolle nicht ausschließen, dass die EZB über den Ankauf von Commercial Papers - das sind kurzfristig laufende Unternehmensanleihen - und forderungsbesicherten Wertpapieren zusätzliches Geld in die Wirtschaft pumpen werde. „Das kann man nicht ausschließen. Wenn es Grund dafür gibt, dann wird die EZB Schritte in diese Richtung unternehmen.“ Zuletzt hatten auch Bundesbank-Chef Axel Weber und sein französischer Amtskollege Christian Noyer durchblicken lassen, dass hinter den Kulissen derartige Überlegungen angestellt würden.
...
http://www.welt.de/finanzen/article3449234/EZB-erwaegt-Kauf-von-Unternehmensanleihen.html |
|
| Nach oben |
|
 |
Sarastro
Anmeldungsdatum: 23.05.2007 Beiträge: 507
|
Verfasst am: Mi Apr 01, 2009 10:40 Titel: |
|
|
Mal wieder ein Blick auf Gold und Rohstoffe, diesmal nehmen sich sogar die "Systemmedien" des Themas an. Der folgende Abschnitt trifft es am Besten:
Auch Thorsten Polleit, Chefökonom Deutschland bei Barclays Capital, schlägt eine grundlegende Reform der globalen Währungspolitik vor. „Papiergeld, wie wir es momentan haben, ist in der Geschichte ein relativ junges Experiment, und wie die derzeitige Entwicklung zeigt, kein besonders gelungenes.“ Als Lösung schlägt er vor, ein System zu schaffen, in dem neues Geld nur dann ausgegeben werden könne, wenn dies mit einem Korb von Rohstoffen, darunter Gold, unterlegt ist. Ein wichtiger Aspekt wäre dann, dass die Wechselkurse untereinander fest wären.
Denn ein Rohstoffstandard würde eine konstante Erweiterung der Geldmenge (um z.B. 3%) gewährleisten, um Szenarien wie 1922/23 (Extreminflation) und 1929-1933 (Extremdeflation) zu vermeiden.
Genauso interessant ist in diesem Zusammenhang, wer sich für das jetzige Papiergeldsystem und gegen einen Rohstoffstandard ausspricht.
Und zum Abschluß gibt es noch zwei Verschwörungstheorien, eine davon stammt aus "Eigentümlich Frei".
=== Ökonomen bringen neuen Gold-Standard ins Spiel
Seit der Zuspitzung der Finanzkrise ist nicht nur auf den Aktien- und Anleihemärkten, sondern auch auf den Devisenmärkten der Teufel los. Und das gilt nicht nur für die Währungen junger Industrienationen wie etwa dem polnischen Zloty, dessen Wert sich binnen weniger Monate halbiert hat. Auch bei den großen drei Weltdevisen Dollar, Yen und Euro sind schwere Verwerfungen zu beobachten. In der einen Woche stürzt der Wert des Dollars gegenüber dem Euro im historischen Ausmaß, in der nächsten kommt es zu gewaltigen Gegenbewegungen.
...
Wie groß das Misstrauen gegenüber den Währungen geworden ist, lässt sich an der Goldpreis-Entwicklung ablesen. Seit der Pleite der paradigmatischen Investmentbank Lehman Brothers Mitte September vergangenen Jahres haben sämtliche Währungen des Globus gegenüber dem Edelmetall an Wert eingebüßt. Am besten abgeschnitten hat seither noch der japanische Yen, der lediglich sieben Prozent abgerutscht ist. Schlimmer steht es gemessen am Golde um den Euro, der 23 Prozent niedriger steht als vor einem halben Jahr. Noch düsterer sieht es bei den osteuropäischen Währungen aus, bei denen der Verlust zwischen einem Drittel und 51 Prozent liegt. Schlimmer erging es nur noch dem Simbabwe-Dollar, der als Papiergeld praktisch wertlos geworden ist.
...
Pessimisten sehen auch simbabwische Verhältnisse bald weltweit um sich greifen, da immer mehr Notenbanken dazu übergehen, ungezügelt Geld zu drucken, um der Krise Herr zu werden. Als Gegenmodell wird zunehmend ein traditionelles Konzept ins Spiel gebracht: der Goldstandard. Die Idee: Um das Vertrauen in die Währungen wieder herzustellen, sollten diese mit Edelmetall unterlegt werden. Anders als im jetzigen System könnte dann nicht beliebig Geld geschöpft und in Umlauf gebracht werden. Vielmehr wäre die Geldmenge, deren zu starke Ausweitung Inflation provozieren kann, an die Goldbestände gekoppelt. „Im jetzigen Paradigma ist die Versuchung zu groß, sich der politischen wie wirtschaftlichen Probleme durch die Notenpresse zu entledigen“, sagt Finanzexperte Roland Leuschel. Um diese monetäre Libertinage zu verhindern, plädiert er dafür, Währungen mit Gold zu unterlegen. Bereits Mitte der Zwanzigerjahre trug die Wiedereinführung des Edelmetall-Standards dazu bei, die Inflation niederzuringen.
Auch Thorsten Polleit, Chefökonom Deutschland bei Barclays Capital, schlägt eine grundlegende Reform der globalen Währungspolitik vor. „Papiergeld, wie wir es momentan haben, ist in der Geschichte ein relativ junges Experiment, und wie die derzeitige Entwicklung zeigt, kein besonders gelungenes.“ Als Lösung schlägt er vor, ein System zu schaffen, in dem neues Geld nur dann ausgegeben werden könne, wenn dies mit einem Korb von Rohstoffen, darunter Gold, unterlegt ist. Ein wichtiger Aspekt wäre dann, dass die Wechselkurse untereinander fest wären.
Die Mehrheit der Ökonomen lehnt indes einen neuen Gold-Standard ab. Sie verweisen darauf, dass die Gold-Bindung der Währungen den Wirtschaftsabschwung Anfang der Dreißigerjahre verschlimmerte, weil die einzelnen Länder ihre Zinsen kräftig nach oben schraubten, um Edelmetall-Abflüsse zu verhindern. So herrschten im Deutschen Reich trotz Rezession, Bankenkrise und Börsencrash damals zweistellige Sätze, ehe sich das Land 1931 vom Gold-Standard verabschiedete.
Zu den entschiedenen Gegnern einer Edelmetall-Renaissance gehört Wirtschaftsnobelpreisträger Paul Krugman. In einer Veröffentlichung warnte er jüngst mit Blick auf die Große Depression vor „neuen goldenen Fesseln“ der Weltwirtschaft. Der wohl wichtigste Skeptiker dürfte allerdings Ben Bernanke sein. Der Chef der US-Notenbankchef wies in einer Studie nach, dass jene Länder als erste wieder zu Wachstum zurückfanden, die sich vom Gold-Standard lösten.
http://www.welt.de/finanzen/article3471205/Oekonomen-bringen-neuen-Gold-Standard-ins-Spiel.html
=== Das nahende Ende einer Parenthese der Geschichte?
Über eine Chance in der Krise, von Edgar L. Gärtner
Kurz vor dem Londoner G20-Finanz-Gipfel, der nach Meinung der „NZZ“ die Kartellisierung der internationalen Finanzmärkte auf eine neue Stufe heben soll, hat Chinas Zentralbankpräsident Zhou Xiaochuan eine Ergänzung des angeschlagenen Weltwährungssystems durch eine „Rohstoff-Reservewährung“ vorgeschlagen, die der in London versammelten Hochfinanz einen Strich durch die Rechnung machen könnte. Der Vorstoß der Chinesen kündigt meines Erachtens das Ende einer Parenthese der Geschichte an, die Ende 1913 mit der Etablierung der „Federal Reserve“ in den USA begann. Eine Zwischenetappe der Rückkehr zur normalen wirtschaftlichen Entwicklung auf der Basis einer politisch nicht manipulierbaren Goldwährung könnte ein System nach dem Vorbild von Bretton Woods sein, das die Chinesen offenbar nun anstreben!
Dieses 1944 eingeführte System sollte ursprünglich auf der von Keynes vorgeschlagenen Währungseinheit „Bancor“, in dem sich die Preise von 30 repräsentativen Rohstoffen spiegeln. Doch der US-Vertreter John Dexter White setzte im Interesse der US-Vorherrschaft ein Währungssystem auf der Basis des US-Dollars durch, der seinerseits an den Goldpreis gebunden war. Die somit wenigstens noch formelle Golddeckung des US-Dollar wurde 1971 von US-Präsident Richard Nixon, gedrängt von seinem Sponsor und Souffleur Nelson Rockefeller, ohne klare gesetzliche Grundlage aufgegeben, um den Wohlfahrtsstaat über die Notenpresse finanzieren zu können. Seither kann die Fed beinahe beliebig Geld drucken und damit mittelfristig die Inflation anheizen.
Chinas Währungsreserven betragen zurzeit etwa zwei Billionen Dollar. Als größter Gläubiger Amerikas kann China beziehungsweise dessen politische Elite nicht tatenlos zusehen, wie die von Nixon geschaffenen beinahe grenzenlosen Möglichkeiten der Zins- und Währungsmanipulation nun für massive, von der Notenpresse alimentierte Investitionsprogramme genutzt werden, deren Zweck offenbar darin besteht, die geplatzte „soziale“ Immobilienblase durch eine noch kurzsichtigere „grüne“ Blase abzulösen. Denn die Milliardeninvestitionen in unwirtschaftliche Wind- und Solarkraftwerke werden sich wahrscheinlich als wirtschaftlich selbstmörderisch erweisen. Inzwischen weisen sogar Vertreter der Demokraten im US-Kongress und Senat, angeführt von der demokratischen Senatorin Maria Cantwell (Washington, die dem Senats-Unterausschuss für Energie vorsteht) und dem demokratischen Kongressvertreter John Dingell (Michigan), auf folgendes hin: Präsident Obamas Plan, einen CO2-Emissionshandel auf der Basis strikter Begrenzungen des CO2-Ausstoßes (cap and trade) einzuführen, werden vor allem von Finanzkonzernen wie die American International Group (AIG), Goldmann Sachs, JP Morgan Chase, Merill Lynch, Morgan Stanley und anderen unterstützt. Von jenen also, die die Immobilienblase mit ihren ungedeckten Schuldverschreibungen ausgelöst hatten. Mit „cap and trade“ werde nun ein neuer, von Kartellen leicht manipulierbarer Billionen-Markt geschaffen, warnen die Demokraten ihren Präsidenten.
Die aktuelle Krise bietet nun durch den chinesischen Vorstoß Chancen für die Entmachtung jener Kreise der Hochfinanz, die die für die kleinen Sparer so folgenschwere Abkehr vom Goldstandard zu verantworten haben.
Zur Erinnerung: Winston Churchill vertrat im „Social Justice Magazin“ vom 3. Juli 1939 die nicht unbegründete Meinung, ohne die Einrichtung der „Federal Reserve“ und die dahinter stehenden finanziellen Interessen des Kartells von J.P. Morgan, John D. Rockefeller, Jacob Schiff, Paul Warburg und anderen. habe es weder die durch das Eingreifen Amerikas bewirkte Ausweitung des europäischen Krieges von 1914 zum Weltkrieg, noch die kommunistische Oktoberrevolution in Russland, noch das Diktat von Versailles gegeben. Und auch nicht in seinem Gefolge die Machtergreifung Hitlers in Deutschland.
http://ef-magazin.de/2009/03/31/1073-kurz-vor-dem-londoner-g20-finanz-gipfel-das-nahende-ende-einer-parenthese-der-geschichte
=== Die Gold-Verschwörung
...
Gold als Referenz für den Wert einer Währung mußte unter allen Umständen schlecht gemacht werden. Ein hoher Goldpreis würde nämlich das instabile Kartenhaus offenbaren, auf welches sich nicht nur der amerikanische Dollar stützt. Deshalb verkündeten die Massenmedien jahrelang, die Zeiten für Gold als Geldanlage seien endgültig vorbei. Und clevere Wall Street-Finanzjongleure redeten den Nationalbanken ein, ihren brachliegenden Goldschatz, der keine Zinsen bringt, doch an Geschäftsbanken zu verleihen. Diese Zentralbankausleihungen und die effektiven Goldverkäufe der Zentralbanken waren und sind ein wichtiger Grund für den noch immer viel zu tiefen Goldpreis.
Bereits nach dem Börsencrash von 1987 zwangen die Amerikaner den Internationalen Währungsfond IWF, soviel Gold zu verkaufen, daß der Goldpreis an einem Tag um 100 Dollar pro Feinunze einbrach - das Finanzbarometer Gold wurde einmal mehr erfolgreich sabotiert. Alan Greenspan, Vorsitzender der Federal Reserve und somit Chef der in privaten Händen liegenden US-Notenbank, sagte öffentlich: Sollte der Goldpreis steigen, dann werden die Zentralbanken Gold in steigenden Mengen auf den Markt werfen, um den Preisanstieg zu stoppen.
Langfristig, so überlegte man, kann der Goldpreis nur gedrückt werden, wenn die Staaten mit dem größten Goldbesitz dazu gebracht werden, ihre Schätze zu veräußern. Dies machte die Schweiz zum Hauptziel der Goldverschwörer. Das kleine Land galt nicht nur als sicherster Bankenplatz der Welt, sondern besaß auch den höchsten Pro-Kopf-Anteil in Gold. Zudem war der Schweizer Franken zu mindestens 40 Prozent mit Gold gedeckt. So stand es in der Verfassung. Damals, vor etwas mehr als zehn Jahren, konnte jedermann sicher sein, daß für jeden Franken mindestens 40 Rappen in purem Gold sicher verwahrt wurden. Da die Nationalbank ihre Goldbestände bis 1998 weit unter dem Marktwert bilanzierte, war der Schweizer Franken faktisch sogar vollumfänglich durch Goldreserven gedeckt. Dies machte ihn zur sichersten Währung der Welt.
Doch dann überredete die Schweizer Regierung das Volk, dem Internationalen Währungsfond IWF beizutreten. Im Abstimmungskampf stellte man diesen Beitritt als eine Art Entwicklungshilfe dar, bei welcher man nicht abseits stehen dürfe. Ganz im Geiste von Henry Dunant, dem Schweizer Gründer des Internationalen Roten Kreuzes, stimmte das Volk für die bundesrätliche Vorlage. Und so kam es, daß die Schweiz 1992 in den Bretton-Woods-Institutionen Einzug hielt. Was die Schweizer nicht wußten - und ihnen von der Regierung auch nicht gesagt wurde: Die Statuten des IWF verbieten es ausdrücklich, daß eine Währung an Gold gebunden ist.
...
http://www.zeitenschrift.com/magazin/44-goldverschwoerung.ihtml |
|
| Nach oben |
|
 |
Sarastro
Anmeldungsdatum: 23.05.2007 Beiträge: 507
|
Verfasst am: Fr Apr 03, 2009 13:08 Titel: |
|
|
Anspruch und Wirklichkeit.
Woher kommt eigentlich das ganze Geld, das der IWF jetzt so großzügig verteilt ? Die Kassen sind leer, da kann doch was nicht stimmen...
So oder so wird es mehr (nicht demokratisch legitimierten) Zentralismus geben.
=== G-20 wollen 1,1 Billionen Dollar in die Märkte pumpen
Die G-20, die Gruppe der 20 stärksten Wirtschaftsnationen, einigte sich am Donnerstag in London auf einige zentrale Punkte zur Überwindung der weltweiten Wirtschaftskrise.
Demnach wollen die G-20 die weltweiten Märkte mit rund 1,1 Bio. Dollar stützen. Der größte Teil soll dabei in den Internationalen Währungsfonds (IWF) fließen. Hierzu sollen die flüssigen Mittel des IWF in zwei Tranchen um insgesamt 500 Mrd. Dollar aufgestockt werden. Daneben sollen 250 Mrd. Dollar in eine Aufstockung der so genannten Sonderziehungsrechte fließen. Zudem wurde vereinbart der Weltbank 100 Mrd. Dollar bereitzustellen, um armen Ländern zu helfen. Schließlich soll der Welthandel mit Versicherungen und Bürgschaften für Exportgeschäfte im Umfang von rund 250 Mrd. Dollar angekurbelt werden.
...
http://www.finanzen.net/nachricht/G_20_wollen_1_1_Billionen_Dollar_in_die_Maerkte_pumpen_867659
=== G-20 erklärt Ära des Bankgeheimnisses für beendet
Die G-20-Staaten wollen zur Stabilisierung des Finanzmarkts eine internationale Aufsichtsbehörde schaffen. Das Gremium solle gemeinsam mit dem Internationalen Währungsfonds die wirtschaftlichen und finanziellen Risiken der Märkte identifizieren und notfalls entsprechende Maßnahmen vorschlagen, heißt es im Entwurf für die Abschlusserklärung des G-20-Gipfels laut der Nachrichtenagentur Reuters. Erstmals sollen Regulierungsvorschriften zudem auf „systemisch wichtige Hedgefonds“ ausgeweitet werden.
Die G-20-Mitglieder sagen demnach außerdem zu, ihre Währungen nicht aus Wettbewerbsgründen abzuwerten und den Internationalen Währungsfonds (IWF) mit größeren finanziellen Reserven zur Stützung geschwächter Volkswirtschaften auszustatten.
Vor allem aber bezeichnen die Industrie- und Schwellenländer dem Entwurf zufolge die Zeit des Bankgeheimnisses für beendet. Die Staaten wollen Steueroasen identifizieren und drohen im Kampf gegen diese Länder Sanktionen an.
...
Mexiko hat unterdessen den Internationalen Währungsfonds (IWF) um einen Kredit in Höhe von umgerechnet 36 Milliarden Euro gebeten.
http://www.welt.de/wirtschaft/article3487415/G-20-erklaert-Aera-des-Bankgeheimnisses-fuer-beendet.html
=== Chinas Strategie
...
Kurz vor dem G-20-Gipfel am Donnerstag demonstriert China Selbstbewusstsein. Ein neues internationales Finanzsystem und mehr Mitsprache für Peking und die Entwicklungsländer - das sind die Vorgaben, die die Volksrepublik bei dem Spitzentreffen in London erreichen will.
Die Welt, verlangte etwa Pekings Notenbankpräsident Zhou Xiaochuan im Vorfeld, brauche eine neue internationale Reservewährung. Diese Rolle sollten die Sonderziehungsrechte des Internationalen Währungsfonds (IWF) übernehmen. Bislang sind die Sonderziehungsrechte eine Art künstliche Währung, eine Recheneinheit, die den 185 IWF-Mitgliedern die Devisenbeschaffung erleichtern soll. Zusammengesetzt sind sie aus Euro, Dollar, britischem Pfund und japanischem Yen.
Tatsächlich ist die Volksrepublik beim IWF stark unterrepräsentiert. Sie besitzt derzeit nur 3,7 Prozent der Stimmen. Zum Vergleich: Der Anteil der gesamten EU liegt bei 32 Prozent, der von Indien bei 1,9 Prozent. Zudem stört die Chinesen die Dominanz der Amerikaner: Mit rund 17 Prozent der Stimmrechte kann Washington de facto wichtige Entscheidungen blockieren.
...
http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,616575,00.html
=== Timothy Geithners Billionen-Plan mit Systemfehler
Bei dem Geithner-Plan geht es um die Entgiftung der amerikanischen Finanzinstitute – die zentrale Voraussetzung dafür, dass das Bankensystem wieder seiner Hauptfunktion nachkommt und die Volkswirtschaft mit Geld versorgt. In den Bankbilanzen finden sich problematische Aktiva wie Kreditforderungen und Wertpapiere, die in den guten Zeiten mit zwei Billionen Dollar eingestellt wurden. Welchen Wert diese Papiere heute wirklich haben, weiß niemand. Denn es gibt keinen Markt mehr, an dem sich die zweifelhaften Anlagen handeln ließen. Deshalb wissen auch die Banker nicht, welche Wertberichtigungen sie vornehmen müssen. Die Unsicherheit ist deshalb fatal, weil viele Institute sich mit der Vergabe von Krediten zurückhalten. Sie agieren so, als ob sie kurz vor der Pleite stünden – und wären es demnächst auch, wenn der Marktmechanismus nicht wieder in Gang kommt. Ohne Angebot und Nachfrage sind die Papiere praktisch wertlos.
Geithners neuer Plan zielt darauf ab, den Marktprozess wieder in Gang zu setzen und so Klarheit in die Bilanzen zu bringen. Amtsvorgänger Henry Paulson hatte vergangenes Jahr Ähnliches versucht. Allerdings scheiterte das Vorhaben daran, von den Akteuren akzeptierte Preise zu finden. Während die Banken möglichst viel Geld für ihre umstrittenen Papiere erzielen wollten, schreckte der Staat als designierter Abnehmer vor zu hohen Ausgaben für die Steuerzahler zurück.
An dieser Stelle hat Geithner nachgebessert. Er nimmt private Investoren mit ins Boot, die für eine faire Preisstellung sorgen sollen. Ähnlich wie bei Ebay sollen die privaten Interessenten für die Papiere im Rahmen einer Auktion bieten. Auf diese Weise möchte Geithner verhindern, dass die Banken zu wenig erlösen. Denn dies könnte dazu führen, dass sie weiter lavieren und, auf bessere Zeiten hoffend, die Papiere in den Bilanzen behalten.
Bis zu einer Billion Dollar ist das Paket schwer. Das Gros, bis zu 700 Milliarden Dollar, ist für den Kauf alter Immobiliendarlehen vorgesehen, die durch die Hypothekenkrise in Mitleidenschaft gezogen wurden („Legacy Loan Program“). Ein kleinerer Teil von bis zu 200 Milliarden Dollar ist für das Recycling von Wertpapieren wie Hypothekenverbriefungen reserviert („Legacy Securities Program“).
Dass ein Großteil des Einsatzes auf Pump finanziert werden soll, ist angesichts der Entstehung der Krise fast schon eine Ironie der Geschichte. So sollen für die 700 Milliarden schwere Bereinigung der Bilanzen von faulen Hypothekendarlehen lediglich 100 Milliarden Dollar an Eigenkapital aufgebracht werden. Das Eigenkapital wiederum wird je zur Hälfte von Privaten und vom Staat bereitgestellt. Diese schießen Gelder in Fonds ein, die dann davon die problematischen Bilanzposten von den Banken erwerben. Alle Fonds zusammen können maximal 600 Milliarden Dollar an Fremdkapital aufnehmen, um so das Volumen zu erhöhen. Die Kredite werden von der amerikanischen Einlagensicherung FDIC garantiert. Später sollen die Papiere dann weiterverkauft werden.
Im Idealfall erholt sich die Wirtschaft relativ rasch wieder, und es fällt dabei ein Gewinn an. Diesen teilen sich private und öffentliche Investoren 50 zu 50. Angenommen, der Wert der für 700 Milliarden Dollar aufgekauften Kredite würde auf 1000 Milliarden steigen, blieben jeweils 150 Milliarden bei den Partnern hängen. Dann hätten sowohl die Investoren als auch die Steuerzahler einen guten Schnitt gemacht.
Stagniert der Wert der Assets bei 700 Milliarden Dollar, hätten beide Akteure zwar keine Rendite erzielt. Gesamtwirtschaftlich bliebe dennoch ein Gewinn, eben weil die Banken von ihren Lasten befreit wurden und möglicherweise wieder Kredite vergeben.
Erweisen sich aber die den Banken abgekauften Positionen als weniger werthaltig, fällt der Löwenanteil der Verluste auf die Steuerzahler zurück. Denn die Privaten haften maximal mit dem von ihnen eingebrachten Eigenkapital von 50 Milliarden Dollar. Geht Geithners Kalkül nicht auf und schrumpfen die 700 Milliarden Dollar zu einem Restwert von 300 Milliarden, bleibt der Staat auf 350 Milliarden Miesen sitzen. Während die Gewinne hälftig geteilt werden, tragen die Privaten lediglich einen Bruchteil der Verlustrisiken.
Ähnlich funktioniert der Aufkauf der Hypothekenwertpapiere. Allerdings liegt das Verhältnis von Fremd- zu Eigenkapital bei maximal zwei zu eins. Dies begrenzt die Verlustrisiken für den Staat und die Steuerzahler einigermaßen.
...
http://www.welt.de/wirtschaft/article3459919/Timothy-Geithners-Billionen-Plan-mit-Systemfehler.html
=== Kongress billigt 3,5 Billionen-Dollar-Rekordhaushalt
Das Repräsentantenhaus votierte am Donnerstagabend mit 233 gegen 196 Stimmen für einen Budgetentwurf, der zum allergrößten Teil dem Vorschlag von Präsident Barack Obama entspricht.
Die ohne eine einzige Stimme der Republikaner gebilligte Vorlage umfasst 3,55 Billionen Dollar, der Regierungsentwurf etwas mehr. Nach Angaben des unabhängigen Rechnungshofs des Kongresses wird der Etat voraussichtlich ein Defizit von 1,4 Billionen Dollar zur Folge haben.
...
Im laufenden Haushaltsjahr, das am 30. September endet, droht nach Berechnungen des Rechnungshofes (CBO) ein Loch von 1,85 Billionen Dollar. Die neue Regierung war zunächst von einem Fehlbetrag von 1,75 Billionen Dollar ausgegangen.
Im vorigen Etatjahr hatte das Defizit noch 459 Milliarden Dollar betragen – ein Rekordwert. Laut CBO werden sich die Haushaltslöcher bis 2019 auf insgesamt 9,3 Billionen Dollar summieren, 2,3 Billionen mehr als von der Regierung prognostiziert.
http://www.welt.de/politik/article3493733/Kongress-billigt-3-5-Billionen-Dollar-Rekordhaushalt.html
=== Finanzkrise reißt Löcher in Rentenkassen
Die Rücklagen der deutschen Unternehmen für Betriebsrenten sind drastisch gesunken. Inzwischen reichen die Mittel der Pensionskassen nur noch für 65 Prozent der künftigen Renten, im Vorjahr hatten die Dax-Konzerne noch Geld für 71 Prozent auf der hohen Kante. In manchen Konzernen ist die Lage noch dramatischer.
Die Studie berücksichtigt die Unternehmen des Deutschen Aktienindex (Dax) in seiner Zusammensetzung vom 31. Dezember 2008. Ihre gesamten Pensionsverpflichtungen belaufen sich demnach auf 191 Mrd. Euro. Dem steht ein so genanntes Planvermögen von 125 Mrd. Euro gegenüber.
Das größte Vermögen weist dabei Siemens mit rund 23 Mrd. Euro auf, bei Volkswagen sind es 16 Mrd. Euro, bei Daimler 15 Mrd. Euro. Dieses Vermögen wurde zur Auszahlung von Renten zurückgestellt oder ausgelagert und wird am Kapitalmarkt angelegt. Durch die Verluste an den Börsen ist dieses Vermögen im vergangenen Jahr jedoch deutlich geschrumpft. "Die Verluste betrugen rund 13 Mrd. Euro", sagt Jaspers. "Das ist allerdings weniger als wir erwartet hatten." Offenbar hätten die Verwalter des Geldes relativ intelligent auf die Krise reagiert.
Dies wird auch bei der Aufteilung des Vermögens auf die Anlageklassen deutlich. Während 2006 noch und 41 Prozent in Aktien angelegt waren, war es Ende 2008 nur noch halb so viel. Gleichzeitig stieg die Cash-Quote jedoch von 6,5 auf knapp 25 Prozent - es wurde also von Aktien in Bargeld umgeschichtet. Dennoch ist durch die Verluste die Deckungslücke - also die Differenz zwischen Pensionsverpflichtungen und Vermögen - gestiegen.
Deutsche Unternehmen sind allerdings - im Gegensatz beispielsweise zu US-Firmen - nicht verpflichtet, künftige Pensionsansprüche ihrer Arbeitnehmer vollständig zu decken, sie können diese auch aus den laufenden Erträgen bedienen. Der Anteil der Renten, die davon bezahlt werden, steigt dann allerdings, wenn die Deckungslücke größer wird. Im vergangenen Jahr haben die Dax-Unternehmen insgesamt etwas über zehn Mrd. Euro an ihre ehemaligen Mitarbeiter an Betriebsrenten überwiesen, Siemens, RWE und E.on zahlten dabei allein mehr als drei Mrd. Euro. Rund zwei Drittel aller Renten wurden dabei aus den Planvermögen bestritten, etwa ein Drittel aus den laufenden Erträgen der Unternehmen.
...
http://www.welt.de/finanzen/article3477792/Finanzkrise-reisst-Loecher-in-Rentenkassen.html |
|
| Nach oben |
|
 |
Sarastro
Anmeldungsdatum: 23.05.2007 Beiträge: 507
|
Verfasst am: Fr Apr 17, 2009 10:07 Titel: |
|
|
Aus aller Welt.
=== EZB und IWF schließen Goldverkäufe ab
Frankfurt (aktiencheck.de AG) - Am 31. März 2009, kurz vor dem G20 Gipfel am 02.04.09, hat die EZB Goldverkäufe in Höhe von 35,5 t abgeschlossen, so Dr. Eberhardt Unger von "fairesearch".
Außerdem hätten die G20-Regierungschefs beschlossen, dass sich der IWF durch Verkäufe von 403 t Gold Liquidität zur Stärkung seiner Handlungsfähigkeit besorgen könne. Der IWF verfüge über insgesamt 3.217,3 t Gold (Quelle: WGC). Die Nachrichten hätten die Edelmetallmärkte verunsichert. Der Goldpreis sei dadurch unter die Marke von 900 USD pro Feinunze gefallen.
...
http://www.stock-world.de/nachrichten/aktien/2944185-EZB_und_IWF_schliessen_Goldverkaeufe_ab_fairesearch.html
=== Russland: Ministerpräsident Putin kündigt Konjunkturprogramm an
Der russische Ministerpräsident Putin will sein Land mit einem Konjunkturpaket von umgerechnet knapp 70 Milliarden Euro aus der Wirtschaftskrise führen. Die Gelder sollten unter anderem in den Bankensektor und in Sozialprogramme fließen, erklärte er vor dem Parlament in Moskau. Zudem kündigte Putin weitere Steuererleichterungen an.Der Regierungschef betonte, er sehe die Schuld für die Krise im Ausland. Sie sei nicht in Russland entstanden.
http://www.dradio.de/nachrichten/200904061400/9
=== Japan startet größtes Konjunkturprogramm aller Zeiten
Japan will mit der größten Konjunkturspritze aller Zeiten die schwerste Rezession der letzten Jahrzehnte überwinden. Die Koalition von Ministerpräsident Taro Aso segnete am Freitag ein Konjunkturpaket mit haushaltswirksamen Ausgaben von 15,4 Billionen Yen (116 Milliarden Euro) ab. Dies entspricht rund drei Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP).
Zur Finanzierung der gigantischen Ausgaben will die Regierung Staatsanleihen in Höhe von acht Billionen Yen platzieren. Damit erhöhen sich die Staatsanleihen insgesamt für das laufende Fiskaljahr auf den Rekordbetrag von 44 Billionen Yen. Um eine Deflation mit dauerhaft sinkenden Preisen und verschärfter Rezession zu vermeiden, nimmt die Regierung eine weitere Verschlechterung der Staatsfinanzen in Kauf. Japans Staatsverschuldung ist mit 170 Prozent des BIP schon jetzt die höchste Verschuldung aller Industrienationen. (jg/dpa)
http://www.zeit.de/news/artikel/2009/04/10/2770841.xml
=== GGP – die größte Häuser-Pleite der US-Geschichte
Die Finanzkrise führt in den USA zu der größten Immobilien-Pleiten in der Geschichte des Landes. Der zweitgrößte US-Shoppingmall-Betreiber General Growth Properties (GGP) meldete Insolvenz an.
Nach monatelangen Verhandlungen mit den Gläubigern und dem vergeblichen Versuch, sich anderweitig zu refinanzieren, habe der Konzern Gläubigerschutz nach US-Recht (Kapitel 11) beantragt, teilte GGP am Donnerstag in Chicago mit. Auch für den Immobilienfinanzierer Eurohypo, Tochter der Commerzbank, könnte dies zu weiteren Belastungen führen.
Europhypo wird in dem eingereichten Antrag als einer der größten Gläubiger genannt, stellte aber am Donnerstag klar, dass der Finanzierer nicht mit der in dem Dokument genannten Kreditsumme von rund 2,6 Milliarden Dollar (2 Mrd Euro) engagiert sei. Das Institut sei nur stellvertretend für eine Gruppe von insgesamt 175 Gläubigern aufgeführt worden. Der eigene Anteil liege bei rund 10 Prozent. Zum Teil sei auch schon Vorsorge getroffen worden. In welcher Höhe, wollte eine Sprecherin nicht sagen.
...
GGP hatte Ende 2008 eine Bilanzsumme von rund 29 Milliarden Dollar, die ausstehenden Schulden beliefen sich auf rund 27 Milliarden Dollar. Der Konzern betreibt in den USA mehr als 200 Shopping-Center in 44 Bundesstaaten.
...
http://www.welt.de/wirtschaft/article3569100/GGP-die-groesste-Haeuser-Pleite-der-US-Geschichte.html |
|
| Nach oben |
|
 |
Sarastro
Anmeldungsdatum: 23.05.2007 Beiträge: 507
|
Verfasst am: Mo Mai 04, 2009 14:28 Titel: |
|
|
Autos und Rohstoffe.
=== Obama verkündet Fiats Einstieg bei Chrysler
Fiat war die letzte Hoffnung für Chrysler. Kurz vor Ablauf des Ultimatums haben sich beide Unternehmen darauf geeinigt, dass Fiat zunächst 20 Prozent der Anteile bei Chrysler übernimmt. Chrysler werde dafür weitere drei Milliarden Dollar (2,3 Milliarden Euro) an US-Staatshilfen erhalten. Entlassungen und Werksschließungen solle es während des Insolvenzverfahrens zunächst nicht geben.
Kurz nach Obamas Pressekonferenz beantragte Chrysler wie erwartet Gläubigerschutz nach Kapitel 11 des US-Konkursrechts. Das geordnete Insolvenzverfahren nach Kapitel 11 ermöglicht es dem Unternehmen, seinen Betrieb zunächst aufrecht zu erhalten und zu sanieren, ohne die Forderungen der Gläubiger bedienen zu müssen.
US-Präsident Barack Obama zufolge hat die Allianz rund 30.000 Jobs bei Chrysler gesichert. Fiat habe zugesagt, seine Technologie einzubringen und neue Fahrzeuge zu entwickeln. Die Chrysler-Insolvenz nach Chapter 11 werde schnell und effizient verlaufen, erklärte Obama weiter. Obama griff scharf Hedge-Fonds und „eine kleine Gruppe von Investoren“ an, die eine andere Lösung verhindert hätten. Chrysler schuldet mehr als 40 Banken und Hedge-Fonds rund 6,9 Milliarden Dollar.
...
http://www.welt.de/wirtschaft/article3656606/Obama-verkuendet-Fiats-Einstieg-bei-Chrysler.html
=== Kommentar: Die wirkliche Bedeutung der chinesischen Goldkäufe
RTE Stuttgart - (www.rohstoffe-go.de) - Die Nachricht, dass China seine Goldreserven seit 2003 um 76 Prozent aufgestockt hat, sorgte für - gelinde gesagt - großes Interesse am Markt. Allerdings war die Auswirkung auf den Goldpreis dann doch nicht allzu stark und auf Grund der aktuellen Stärke des US-Dollars auch zeitlich begrenzt. Eigentlich auch nicht verwunderlich, denn die Käufe, die ja über einen Zeitraum von sechs Jahren erfolgten, sind doch eher als "vorsichtig" einzuschätzen. Zudem wurde hauptsächlich im eigenen Land eingekauft, was den Effekt auf den internationalen Goldmarkt doch stark einschränkte.
Und: Die Goldkäufe wurden von der State Administration of Foreign Exchange (SAFE) getätigt und nicht von der chinesischen Zentralbank (Peoples Bank of China (PBOC)). Was der Grund dafür ist, dass diese Goldmenge nicht in den offiziellen, chinesischen Reservenzahlen auftauchte. Nun aber wurden die Goldvorräte zur PBOC transferiert, sodass die Bekanntmachung erfolgen musste.
Man könnte also schließen, dass die chinesische Regierung in den vergangenen sechs Jahren auf jeden Fall an Goldkäufen interessiert war, es aber Unstimmigkeiten darüber gab, ob die so erworbenen Reserven zu den Reserven der PBOC gezählt werden sollten, oder ob sie doch besser als Investmentbestände zum Beispiel von der China Investment Corporation gehalten werden sollten. Die wirklich wichtige Neuigkeit wäre damit, dass diese Unstimmigkeiten nun bereinigt sind und das Gold zu den Reserven der Zentralbank gezählt wird.
Das weist darauf hin, in welchem Ausmaß Gold wieder als Asset für die Reserven angesehen wird. Und zwar nicht nur von den chinesischen Behörden, sondern auch von anderen Zentralbanken auf der Welt, die mehr und mehr daran interessiert sein könnten, ebenfalls Gold zu erwerben. Das wird wohl nicht bedeuten, dass jetzt alle Dämme brechen, aber es könnte dazu führen, dass die chinesische und auch andere Zentralbanken in den kommenden Jahren zu Goldkäufern werden könnten, statt wie es in letzter Zeit der Fall war, Verkäufer zu bleiben.
Was zumindest langfristig nun wirklich eine positive Entwicklung für alle Anleger wäre, die auf steigende Goldpreise setzen.
http://www.rohstoff-welt.de/news/artikel.php?sid=12783
=== Wird das neue "Werkzeug" der Zentralbank die Hyperinflation abwenden?
Wenn die Finanzpolitik eine Katastrophe ist, dann ist die Geldpolitik sogar noch schlimmer. Dummerweise wird die Sache hier sehr kompliziert, und deswegen ist es für Laien schwer, zu wissen, wem man noch trauen kann. Nicht nur Leute wie Paul Krugman vom linken Flügel sagen, dass wir mehr Inflatoin brauchen, auch Politiker, die angeblich vom rechten Flügel stammen, wie Greg Mankiw, sagen genau das Gleiche.
Bei allem Resepkt, diese Typen sind wahnsinnig. Normalerweise gebe ich an dieser Stelle meine beste "unrasierter-Typ-mit- Plakattafeln"-Schau, und halte die angsteinflößenden Charts zur monetären Basis der Zentralbank hoch. Aber jedes Mal, wenn ich das tue, behauptet irgendwer, dass ich nicht verstehen würde, wie das Bankensystem funktioniert und dass wir wegen des Abbaus der Schulden gerade ein Schrumpfen der Geldmenge erleben.
Aber das stimmt nicht. Es stimmt zwar, dass es Kräfte gibt, die die Angewohnheit haben, die Geldmenge schrumpfen zu lassen. Aber Bernanke hat das bei Weitem übertroffen. Alle üblichen Bemessungen für die Geldmenge sind im Jahr 2008 deutlich in die Höhe geschossen, auch wenn die Preise, so wie sie vom Verbraucherpreisindex verzeichnet werden, einige Monate gefallen sind.
Die Geldmenge M1 besteht beispielsweise aus sehr liquiden Elementen wie z.B. der echten Währung in der öffentlichen Hand und den Einlagen auf den Girokonten. Darunter fällt nicht die monetäre Basis (von der wir wissen, dass sie durch das Dach geschossen ist.) Wie dem auch sei, wenn man sich den jährlichen Graphen des prozentualen Anteils der Geldmenge M1 in der jüngeren Zeit ansieht, dann sieht man ein fast rekordartiges Wachstum.
Doch der Grund dafür, dass die Preise nicht explodiert sind, ist die Nachfrage nach Dollar-Reserven, die auch dramatisch angestiegen ist. (Auch das war in den achtziger Jahren identisch: Die Steuersenkungen durch Reagan und die Unterdrückung einer ernsten Preisinflation durch Volcker machten es attraktiver, Dollar als Rücklage zu haben, und deswegen konnte die Zentralbank damit durchkommen, eine ganze Menge mehr davon zu drucken, auch wenn der Verbraucherpreisindex nicht allgemein gestiegen ist.)
Wenn die Menschen einmal über den Schock der Finanzkrise hinweg sein werden, dann wird das Geld, das Bernanke in das System gepumpt hat, anfangen, die Preise nach oben zu treiben. Andere haben die folgende Analogie vor mir verwendet, aber sie ist immer noch zutreffend: die amerikanische Wirtschaft ist momentan wie Wile E. Coyote, nachdem er über eine Klippe gerannt ist, aber noch nicht nach unten geguckt hat.
Aber wenn der Bann der "deflationären Spirale" einmal gebrochen ist, durch ein erstes vollständiges Quartal signifikanter Preissteigerungen, dann wird es eine ganze Lawine von Menschen geben, die wieder zu Verstand kommen.
Einige Analysten stimmen mit mir darin überein, dass die traditionelle Politik der Zentralbank den Dollar wirklich anfällig für eine ernste Entwertung hat werden lassen, aber sie denken, dass die Zauberer der Zentralbank die Sache retten könnten, indem sie neue "Werkzeuge" kaufen.
So hat zum Beispiel die Vorsitzende der Zentralbank von San Francisco, Janet Yellen, behauptet, dass die Zentralbank in der Lage sein sollte, ihre eigenen Kredite auszustellen, um ihr damit zu mehr Flexibilität zu verhelfen. Dahinter steht die Vorstellung, dass wenn die Zeit kommt, in der die Zentralbank die überschüssigen Reserven aufwischen muss, die sie in das Bankensystem gepumpt hat, es zerstörerisch für die anfängliche Wirtschaftserholung sein würde, wenn die Zentralbank eine Menge hypothekarisch gesicherter Wertpapiere oder Staatsanleihen zurück in den Markt bringen muss.
Das würde die Banken ruinieren, die hypothekarisch gesicherte Wertpapiere auf ihren Bilanzbögen haben und/oder die Zinssätze für die Regierung nach oben treiben. Damit würde die Zentralbank sich selbst in die Ecke gedrängt haben und sie würde sich entscheiden müssen, zwischen massiven Anstiegen des Verbraucherpreisindex oder einer neuerlichen Rezession.
Aufgrund einer anderen Vorstellung denken die Wirtschaftswissenschaftler Woodward and Hall, dass die Zentralbank die Möglichkeit haben sollte, die Banken für die Einlage von Reserven zur Kasse bitten zu können. Der Zentralbank wurde in jüngerer Zeit bereits das Recht zugesprochen, Zinsen auf Reserven zu zahlen, und deswegen meinen Woodward und Hall, dass die Zentralbank auch die Möglichkeit haben sollte, das Gegenteil zu tun, d.h. sie sollte in der Lage seinen, einen negativen Zinssatz auf die Reserven zu erzielen, die die Banken an der Zentralbank einlagern.
Wie soll das die Gefahr einer Hyperinflation abwenden können? Ganz einfach, meinen Woodward und Hall. Wenn die Banken jemals anfangen sollten, zu viel ihrer eigenen (heute gewaltigen) Reserven zu verleihen und damit anfangen, eine gewaltige Preisinflation auszulösen, dann kann die Zentralbank ganz einfach die Zinssätze anheben, die sie für die bei ihr gehaltenen Reserven bezahlt.
Die Banken würden es dann profitabler finden, das Geld an die Zentralbank zu verleihen als wenn sie die Reserven an Hauskäufer oder andere Kreditnehmer aus dem Privatsektor verleihen würde. Voila! Problem gelöst.
Offenkundig können diese Tricks die Folgen aus Bernankes wüster Gelddruckerei nicht abwenden. Im besten Falle können sie den Tag weiter in die Zukunft verschieben, an dem die Rechnung dafür gestellt wird und gleichzeitig gewährleisten, dass die Rechnung exponentiell steigt (im wahrsten Sinne des Wortes).
Ein schnelles Rechenbeispiel: Wir wollen einmal davon ausgehen, dass die Zentralbank Reserven im Wert von 100 Milliarden Dollar aus dem Bankensystem aufsaugen möchte, um damit die steigenden Preise einzudämmen. Aber sie will keine der Vermögenswerte verkaufen, die sie auf ihren Bilanzen hat (wie die "toxischen" hypothekarisch gesicherten Wertpapiere), und deswegen verkauft sie stattdessen brandneue "Zentralbankanleihen" im Wert von 100 Milliarden Dollar, wie Yellen hofft.
Anfangs wird das das Problem auch wirklich lösen. Wenn die Menschen aus dem Privatsektor die Anleihen kaufen, die von der Zentralbank in Umlauf gebracht werden, dann stellen sie ihren Banken Schecks aus und am Ende erleben diese Banken, wie ihre Reserven bei der Zentralbank landen. Es gibt weniger Geld in den Händen der Öffentlichkeit und deswegen steigen die Preise nicht mehr so schnell.
Aber was passiert, wenn die Anleihen der Zentralbank ihr Fälligkeitsdatum erreichen? Wenn die Zentralbank eine Anleihe mit einer Laufzeit von 12 Monaten verkauft, die Zinsen im Wert von 1% ausschüttet, dann wird nach Ablauf eines Jahres der Käufer aus dem Privatsektor die Wertpapiere über den Tresen reichen und anschließend auf seinem Konto einen Betrag von 101 Milliarden Dollar verbuchen können. Zu diesem Zeitpunkt wir die Wirtschaft dann wieder in der gleichen Situation sein wie zuvor, nur noch schlimmer, es gäbe eine extra Billion neu hinzugekommener Reserven (wegen der Zinsen auf die Schuldtitel der Zentralbank.)
Die Finanzgurus, die unser Finanzsystem führen und die die öffentliche Führung beraten denken nicht einmal zwei Schritte weiter, wenn sie ihre irrsinnigen Empfehlungen aussprechen. Für diejenigen unter den Lesern, die meine Skepsis teilen, scheint die Lösung klar.
Sie müssen Ihr Vermögen aus den Anlagewerten, die einen stetigen Strom amerikanischer Dollar benennen, los werden und zu etwas wechseln, das auf die gewaltige Preisinflation reagiert. Um es kurz zu machen, verkaufen Sie Ihre Unternehmens- und Regierungsanleihen und fangen Sie an, die Edelmetalle aufzustocken.
© Robert Murphy
Quelle: Auszug aus dem Newsletters "Traders Daily"
http://www.goldseiten.de/content/diverses/artikel.php?storyid=10415 |
|
| Nach oben |
|
 |
Sarastro
Anmeldungsdatum: 23.05.2007 Beiträge: 507
|
Verfasst am: Fr Mai 08, 2009 13:11 Titel: |
|
|
Aus aller Welt.
=== Bank of America braucht weitere 34 Milliarden
Die Bank of America benötigt informierten Kreisen zufolge weiteres Kapital in Höhe von 34 Milliarden Dollar. Das hätten die Stresstests der US-Regierung ergeben, verlautete aus mit der Angelegenheit vertrauten Kreisen. In Medienberichten war zuletzt von einem Kapitalbedarf von lediglich rund zehn Milliarden Dollar die Rede. Ein Sprecher der Großbank lehnte einen Kommentar zu den Informationen ab. Bei den Stresstests wird geprüft, wie die Bilanz eine Bank aussähe, falls sich die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen nochmals verschlechterten.
Stellen die Prüfer fest, dass ein Institut nicht genügend Polster hat, um „seine zentrale Rolle in der Volkswirtschaft zu erfüllen“, hat es ein halbes Jahr Zeit, privat Geld aufzutreiben. Dazu könnten auch Anteile verkauft werden, sagte ein Sprecher des Weißen Hauses. Die „Financial Times“ berichtete, dass die Bank of America den Verkauf ihrer rund acht Milliarden Dollar teuren Beteiligung an der China Construction Bank erwäge.
...
http://www.welt.de/wirtschaft/article3682932/Bank-of-America-braucht-weitere-34-Milliarden.html
=== Venezuela: Verkauf und Export einheimischer Goldreserven eingeschränkt
Stuttgart (www.rohstoffe-go.de) In einer offiziellen Bekanntmachung ordnet das venezolanische Finanzministerium an, dass mindestes 60 Prozent der einheimischen Goldproduktion erst der Zentralbank des südamerikanischen Landes zum Kauf angeboten werden muss.
Insgesamt verlangt das Finanzministerium nun, dass 70 Prozent des in Venezuela abgebauten Goldes auch dort verkauft werden müssen. Nur die restlichen 30 Prozent können exportiert werden.
Die Resolution beinhaltet zudem einen Passus, der besagt, dass in Fällen, in denen der Produzent nicht vor hat, das Gold zu exportieren oder keine Exportgenehmigung erhalten hat, das gesamte Gold der Zentralbank von Venezuela angeboten werden sollte. Lehnt die Bank den Kauf ab, kann das Gold weiterhin wie bisher exportiert werden.
Experten gehen davon aus, dass diese Resolution einerseits ein Zeichen ist, dass der venezolanische Staat jetzt die Kontrolle über seine Ressourcen hat, und dass es sich dabei um einen ersten Schritt zum Wiederaufbau der Goldreserven des Staates handelt. Offenbar gehe auch Venezuela davon aus, dass der Dollar schwächer werden wird, heißt es.
http://www.finanzen.net/nachricht/Rohstoffe_Go__Venezuela_Verkauf_und_Export_einheimischer_Goldreserven_eingeschraenkt_882877
=== EZB öffnet die Geldschleusen
Frankfurt/Main - Im Kampf gegen die Rezession greift jetzt auch die Europäische Zentralbank (EZB) zu außergewöhnlichen Maßnahmen. Erstmals in ihrer Geschichte beschloss die Notenbank, direkt Wertpapiere aufzukaufen. In Höhe von 60 Mrd. Euro will die EZB den Banken so genannte "Covered Bonds" (Pfandbriefe) abnehmen. Die EZB habe sich "im Grundsatz" auf den Aufkauf solcher Papiere geeinigt, sagte ihr Präsident Jean-Claude Trichet am Rande der Zinssitzung der Währungshüter.
"Damit druckt die EZB faktisch Geld", sagte David Milleker, Chefökonom bei Union Investment. Die Notenbank will auf diese Weise eine drohende Kreditklemme vermeiden. Sie weicht damit aber von ihrer bisherigen Strategie ab, keine Wertpapiere aufzukaufen und schwenkt auf den Kurs anderer Notenbanken, allen voran der amerikanischen Fed, ein.
Gleichzeitig senkten die Währungshüter den Leitzins um 0,25 Prozentpunkte auf das Rekordtief von 1,0 Prozent und beschlossen eine Reihe weiterer Maßnahmen. So verlängert die EZB die Refinanzierungsgeschäfte mit den Banken auf zwölf Monate. Bislang konnten sich Kreditinstitute nur sechs Monate lang bei der Zentralbank Geld leihen. Darüber hinaus bekommt die Europäische Investitionsbank (EIB) ab Juli Zugang zur Liquidität der Europäischen Zentralbank.
...
Während die EZB die Notenpresse gerade erst anwirft, lässt die Bank von England ihre Notenpresse immer schneller rotieren. Zwar beließ sie den Schlüsselzins gestern bei 0,5 Prozent. Dafür weitete sie gleichzeitig ihr Ankaufprogramm für Anleihen um 50 auf insgesamt 125 Mrd. Pfund aus.
http://www.welt.de/die-welt/article3698400/EZB-oeffnet-die-Geldschleusen.html |
|
| Nach oben |
|
 |
Sarastro
Anmeldungsdatum: 23.05.2007 Beiträge: 507
|
Verfasst am: Fr Mai 15, 2009 12:41 Titel: |
|
|
Altes und Neues
- Freddie Mac macht weiter Schulden
- Die Bundesregierung will toxische Papiere mit 10% Abschlag zum Buchwert absichern
- Die Wirtschaft schrumpft
- Dem Staat drohen bis 2013 Steuerausfälle von über 300 Milliarden Euro
- Eine Verschwörungstheorie aus dem Heise Verlag zum Thema Goldman-Sachs.
- Eine Zusammenfassung der aktuellen Krisenlage von Goldseiten.de
=== Freddie Mac verliert weitere zehn Milliarden Dollar
Der staatlich kontrollierte zweitgrößte US-Hypothekenfinanzierer Freddie Mac hat zum Jahresauftakt erneut einen enormen Verlust von fast zehn Milliarden Dollar eingefahren. Nach dem bereits siebten Quartalsminus in Folge beantragte das Institut am Dienstagabend (Ortszeit) eine weitere Finanzspritze des Staates von 6,1 Milliarden Dollar (4,5 Mrd Euro). Die Hilfen summieren sich damit bisher auf mehr als 50 Milliarden Dollar.
...
http://www.welt.de/wirtschaft/article3728327/Freddie-Mac-verliert-weitere-zehn-Milliarden-Dollar.html
=== Regierung einigt sich auf umstrittene Bad Bank
Das Bundeskabinett hat die Gesetzespläne für sogenannte Bad Banks beschlossen. Das berichte die Deutsche Presseagentur unter Berufung auf Regierungskreise in Berlin. Mit dem Modell sollen Banken von Risikopapieren entlastet und das schleppende Kreditgeschäft angekurbelt werden. Angestrebt wird zugleich eine weitergehende Lösung für die Landesbanken. Das Volumen der notleidenden Papiere in den Bankbilanzen wird auf mehr als 200 Milliarden Euro geschätzt.
...
Im Folgenden die Eckpunkte des Bund-Modells:
Die Banken können Zweckgesellschaften – sogenannte Beiboote - gründen, in die sie toxische Wertpapiere auslagern können. Es können nur Anlagen übertragen werden, die vor dem 31. Dezember 2008 gekauft wurden.
Weil die Schrottanlagen wegen der Finanzkrise derzeit nicht gehandelt werden können, folgt ein Bewertungsverfahren: Die Papiere werden zum Buchwert in der Bilanz übertragen. Dabei wird allerdings ein Abschlag von zehn Prozent fällig. Wenn die Bank durch diesen Abschlag eine Kernkapitalquote von sieben Prozent unterschreitet, fällt er geringer aus. Sachverständige ermitteln dann einen aktuellen Zeitwert, den die Bankenaufsicht bestätigen muss. Mit dem Bankenrettungsfonds SoFFin wird dann noch ein Risiko-Abschlag vereinbart: Das Ergebnis ist der Fundamentalwert der Papiere.
Für die Papiere gibt die Zweckgesellschaft der Bank nicht Bargeld, sondern eine Schuldverschreibung in gleicher Höhe, also zu 90 Prozent des Buchwertes. Der SoFFin garantiert für diese Anleihe. Der Effekt: In der Bank-Bilanz werden die schlechten Papiere durch wertstabile Schuldtitel ausgetauscht. Dadurch wird Eigenkapital frei, das bisher zur Risikoabsicherung gebunden war: Die Bank hat mehr Spielraum für die Ausgabe von Krediten.
Für die Garantie des SoFFin zahlt die Bank eine Gebühr, die sich an den Marktkonditionen orientiert. Die Vergütung kann ganz oder teilsweise auch durch die Ausgabe von Aktien an den SoFFin gezahlt werden. Die Übernahme der Garantie setzt voraus, dass die Bank ein tragfähiges Geschäftsmodell hat. Für Anträge auf die Bad Bank-Hilfe haben die Institute nur sechs Monate Zeit.
Für die Differenz zwischen dem Buchwert minus zehn Prozent und dem Fundamentalwert haften die Aktionäre der Bank. Für die Laufzeit der Garantie – maximal für 20 Jahre – zahlen sie aus der Dividende einen jährlichen, gleichbleibenden Betrag an die Zweckgesellschaft. Kann in einem Jahr keine Dividende gezahlt werden, erhöht sich der Ausgleichsbetrag in den Folgejahren.
Macht die Zweckgesellschaft am Ende der Laufzeit der Papiere einen Gewinn aus dem Verkauf der Papiere, fließt dieser an die Aktionäre der Bank. Steht am Ende allerdings ein Verlust, weil der Ausgleichsbetrag nicht ausreicht, müssen sie nachhaften. Dazu wird ebenfalls die Dividende der Bank herangezogen. Der Verlust kann aber auch in beiderseitigem Einvernehmen durch die Ausgabe von Bank-Aktien an den SoFFin ausgeglichen werden.
http://www.welt.de/wirtschaft/article3729546/Regierung-einigt-sich-auf-umstrittene-Bad-Bank.html
=== Deutsches BIP schrumpft im 1. Quartal noch stärker als erwartet
WIESBADEN (Dow Jones)--Die Wirtschaftsaktivität in Deutschland ist im ersten Quartal 2009 noch stärker eingebrochen als erwartet. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) am Freitag auf Basis erster Berechnungen mitteilte, sank das reale Bruttoinlandsprodukt (BIP) gegenüber dem Vorquartal saisonbereinigt um 3,8%. Damit ist das BIP zum vierten Mal in Folge gegenüber dem Vorquartal gesunken und verzeichnete den stärksten Rückgang seit Beginn der Berechnung und Veröffentlichung amtlicher Quartalsergebnisse im Jahr 1970. Gegenüber dem ersten Quartal 2008 ging das BIP bereinigt um die Zahl der Arbeitstage um 6,9% zurück.
...
http://www.finanzen.net/nachricht/Deutsches_BIP_schrumpft_im_1_Quartal_noch_staerker_als_erwartet_889528
=== Dem Staat drohen 350 Milliarden Steuerausfälle
Die Rezession reißt riesige Löcher in die Staatskassen. Bund, Länder und Kommunen müssen wahrscheinlich bis 2013 mit 300 bis 350 Milliarden Euro weniger auskommen als noch im November angenommen. Diese riesige Lücke wird nach Ansicht von Finanzpolitikern die neue Steuerschätzung offenbaren, die am Dienstag in Bad Kreuznach begann. Die Ergebnisse gibt es Donnerstag.
Der Vorsitzende des Bundestags-Haushaltsausschusses, Otto Fricke, macht sich auf düstere Aussichten gefasst. „Wir werden einen Negativrekord bei der Steuerschätzung erleben, einen Einbruch der Steuereinnahmen in gigantischem Ausmaß“, sagte der FDP-Politiker der „Passauer Neuen Presse“. Die gesamte Neuverschuldung des Bundes werde sich dieses Jahr auf über 90 Milliarden Euro summieren. Davon fänden sich gut 50 Milliarden im regulären Etat wieder und der Rest in Schattenhaushalten zur Finanzierung der Konjunkturpakete.
...
http://www.welt.de/politik/article3726688/Dem-Staat-drohen-350-Milliarden-Steuerausfaelle.html
=== Die Goldman-Verschwörung
Die Verschwörungstheorie findet neuerdings auch schon in den Mainstream-Medien einigen Widerhall: Das Wall Street Finanzhaus Goldman Sachs habe in den USA die Macht an sich gerissen und bestimme die Politik zu eigenen Gunsten. Die Finanzkrise und die öffentlichen Rettungsaktionen fördern vor allem die Interessen der ehemaligen Investmentbank. Neben maximalem Profit liegen diese darin, unliebsame Konkurrenten aus dem Weg zu räumen und das US-amerikanische und in der Folge auch das globale Finanzsystem unter eigener Führung zu konsolidieren.
In den USA gibt es eine starke Tradition, von einzelnen Exponenten der Hochfinanz dominiert zu werden. Bezeugt wird dies unter anderem von Franklin Delano Roosevelt, der 1933 anmerkte, dass "ein finanzielles Element in den großen Zentren die Regierung mindestens seit den Tagen von Andrew Jackson" beherrsche. 1936 bezifferte Joseph Kennedy, JFKs Vater, die Zahl derer, die über das Schicksal der USA entscheiden, mit weniger als 50, während Automagnat Henry Ford verlauten ließ, wie gut es sei, dass die breite Masse keine Ahnung vom Finanzsystem habe, da andernfalls noch vor dem nächsten Morgen eine Revolution ausbrechen würde. Das Ziel des Finanzsystems sei, so Ford, "die Welt durch unbezahlbare Schulden zu kontrollieren." Zwanzig Jahre später ließ Felix Frankfurter, Richter am Supreme Court, offen verlauten, dass "die wahren Machthaber in Washington unsichtbar sind und hinter den Kulissen agieren".
Berichte über derartige Machtstrukturen galten, während diese noch wirkten, zwar zumeist als Verschwörungstheorien, inzwischen ist unter Fachhistorikern aber kaum noch umstritten, dass etwa das "House of Morgan", die Gruppe um den Finanzier JP. Morgan, die Außen- und die Finanzpolitik der USA von der Jahrhundertwende bis 1933 maßgeblich beherrscht hat, stärker jedenfalls als jeder Präsident. Erst durch den Amtsantritt Roosevelts wurde Morgan von einer Gruppe um den Ölmagnaten und Banker John Rockefeller aus dieser extremen Machtposition verdrängt.
Eine fast so große Tradition hat in den USA auch die öffentliche Demontage derartiger Machthaber, die dann in der Regel durch andere Strippenzieher ersetzt werden. So war das damals allzu übermächtige Rockefeller Imperium mehr als 30 Jahre – angeblich auf Veranlassung Morgans - zuvor von der US-Regierung zerschlagen worden, die zu jener Zeit übrigens von Teddy Roosevelt geführt wurde.
Bevor es zu einer derartigen Demontage kommen kann, muss freilich zuerst der geheime Machthaber identifiziert werden, und es besteht wenig Zweifel daran, dass es sich dabei derzeit nur um Goldman Sachs und dessen Freunde handeln kann. Immerhin beginnen selbst die eher absurden Aktionen der amerikanischen Geld- und Wirtschaftspolitik Sinn zu machen, wenn man deren Sinn in der Förderung der Interessen von Goldman Sachs zu suchen beginnt.
Macht am Markt und an den politischen Schalthebeln
Und da eine solche konspirative Machtübernahme grundsätzlich durch das Platzieren von mit dem Machtzentrum verbundenem Personal in wichtigen politischen Positionen erfolgt, ist Goldman Sachs ohnehin der logische Kandidat. So kam Bushs Finanzminister Hank Paulson ebenso wie Clintons Finanzminister Robert Rubin aus dem Board von Goldman Sachs; Obamas Finanzminister Timothy Geithner konnte sich ebenso zeitlebens der Unterstützung von Goldman sicher sein, während in der EZB der Italiener Mario Dragi, der Chef der Italienischen Notenbank, Goldmans Interessen vertritt, und auch der Präsident der Weltbank, Robert Zoellick, war einst Direktor bei Goldman, die zudem zu den wichtigsten Spendern von Obama zählt. Weiter war John Thain, der aktuelle CEO von Merrill Lynch, einst Goldmans Co-President, ebenso Wachovia-Chef Robert Steel oder Ed Liddy, der neue CEO von AIG. Nicht zu vergessen Neel Kashkari, der im zarten Alter von 35 Jahren den 700 Milliarden Dollar schweren TARP-Fonds managt, der faule Wertpapiere aufkaufen soll, und ebenfalls schon einmal als Vizepräsident bei Goldman Sachs fungiert hatte.
Seitens Goldman Sachs werden derartige Unterstellungen als schlichtweg absurd bezeichnet, vielmehr sei es für Goldman sogar eine Belastung, dass so viele ihrer Mitarbeiter in Regierungsfunktionen wirken. Denn diese müssten eher gegen Goldman agieren, damit ihnen nicht eine Bevorzugung Goldmans vorgeworfen werde.
An Marktmacht ist Goldman, die vor 140 Jahren von einem aus Deutschland ausgewanderten Juden gegründet wurde, derzeit jedenfalls kaum zu überbieten. So entfällt an der New Yorker Börse rund ein Drittel der Umsätze im Programmhandel auf Goldman. Im Derivativgeschäft ist sie mit einem [extern] offenen Kontraktvolumen von 30,2 Billionen Dollar hinter JP Morgan (87 Billionen), Bank of America (38 Billionen) und Citi Group (31,8 Billionen) in den USA die Nummer vier, hat aber kaum ein Zehntel der Bilanzsumme dieser großen Geschäftsbanken. Dieser bislang unregulierte und äußerst undurchsichtige Markt, an dessen Entwicklung Goldman maßgeblich beteiligt war, gilt auch als logischer Hebel für die Goldman unterstellten Markt-Manipulationen.
Unterstellt wird Goldman gemeinhin nicht weniger, als dass es zuerst die Deregulierungen durchgesetzt habe und danach diverse Derivativ-Märkte entwickelt und bis zum Ende ausgereizt habe. Den absehbaren Zusammenbruch vor Augen habe sich Goldman dann für den Crash positioniert und aktiv dessen Timing gemanagt. Am Ende waren wesentliche Konkurrenten ruiniert, stark geschwächt oder mit Goldman verbündet und das beste Personal der Finanzmärkte bei Goldman gelandet, die nun mehr oder weniger autonom über Finanzmärkte und Regierungspolitik verfügen könne.
...
http://www.heise.de/tp/r4/artikel/30/30202/1.html
=== Die nächste Phase der Schuldenkrise: Das Staatsanleihen-Fiasko
Sie haben miterlebt, wie die "Subprime"-Krise zu einer umfassenden Hypothekenkreditkrise wurde, wie die Hypothekenkrise zu einer Bankenkrise wurde und wie die Bankenkrise zu einer Weltwirtschaftskrise wurde. Bereiten Sie sich jetzt auf die nächste Phase dieser monumentalen Krise vor - eine Krise der Staatsfinanzen, eine Staatskrise.
Der rote Faden, der sich durch jede dieser Phasen zieht, ist einfach zu erkennen: faule Kredite und auf ihnen basierende "toxische" Wertpapiere. Wie einst das Umweltgift DDT durchdrangen die faulen Kredite Schritt für Schritt die Nahrungskette. Zuerst traf es 2007 die Hypothekenkreditspezialisten, dann die Großbanken in 2008. Und in den vergangenen Monaten haben die faulen Kredite den Staat erreicht, der sie über Rettungsprogramme und Garantieerklärungen aufgenommen hat.
In jeder Phase wurden die Institutionen, die faule Kredite auf den Büchern hatten, hart vom Markt bestraft oder sogar vernichtet. Die Aktien von Countrywide Financials, einer über und über mit faulen Krediten gefüllten Bank, fielen von 2007 bis 2008 von 45 auf 4,25 Dollar. Die Fannie-Mae-Aktie, die nächste, die die unerbittliche Gerechtigkeit des Marktes zu spüren bekam, fiel bis November 2008 von mehr als 70 Dollar auf 30 Cents. Die Bank of America, die Käuferin von Countrywide, sah ihre Aktien innerhalb weniger Monate von 39 auf 2,53 Dollar abstürzen.
Mit der heißlaufenden Notenpresse wurde auch die US-Regierung "toxisch"
Jetzt ist die Regierung der Vereinigten Staaten von Amerika an der Reihe.
Mit der erklärten Absicht, die Schieflagen der als Banken getarnten Großspekulanten, also die faulen Kredite, dem Steuerzahler aufzubürden, hat das Finanzministerium bereits 700 Mrd. Dollar im Rahmen des TARP Programms zur Verfügung gestellt und das Versprechen abgegeben, weitere 1.000 Mrd. folgen zu lassen. Insgesamt, also direkt und indirekt, hat die Regierung bereits die Verantwortung für faule Kredite im Wert von mindestens 2.000 Mrd. Dollar übernommen.
Auf diese Weise wurde die Regierung - vermutlich ohne sich darüber im Klaren zu sein - selbst zu einer faulen, "toxischen" Regierung. Da kann es eigentlich nur eine Schlussfolgerung geben: Die am meisten schwankenden Wertpapiere des Staates, nämlich die Staatsanleihen, werden das nächste Opfer der unerbittlichen Marktgerechtigkeit sein. Hinzu kommen die traditionellen Gründe, die für den Verkauf von Staatsanleihen sprechen: ein drastischer Anstieg des Haushaltsdefizits, das von der Gelddruckmaschine der Fed monetarisiert wird, sowie erneut steigende Rohstoffpreise. Das sind die Ingredienzien für den perfekten Sturm am größten Schuldenmarkt der Welt, dem Markt für Staatsanleihen.
Anleger werden sich mit Vehemenz verteidigen. Sie werden nicht nur langlaufende Anleihen abstoßen, sondern auch mittelfristige. Sie werden nicht nur Staatsanleihen verkaufen, sondern auch solche, die nicht direkt von der Regierung emittiert werden, sondern von anderen öffentlichen Institutionen, für die der Staat im Fall der Fälle einstehen muss. Diese Attacke der Anleger wird natürlich nicht nur US-Staatsanleihen betreffen, sondern auch europäische und asiatische, darunter insbesondere britische und japanische.
Staatsanleihen werden problematisch
Wann werden die ersten Bomben hochgehen? Die simple Antwort: Es hat bereits begonnen.
Trotz der Zinssenkungen der US-Notenbank und der massiven Anleihenkäufe, kam es in den USA zu bemerkenswerten Entwicklungen:
# Die Preise 30-jähriger US-Staatsanleihen sind bereits um 19 Punkte gefallen, und das in weniger als zwei Monaten.
# Die Zinsen 10-jähriger US-Staatsanleihen sind, von ihrem Tief aus gerechnet, schon um 47% gestiegen.
# Die jüngste Versteigerung 5-jähriger US-Staatsanleihen war ein Flop, die Nachfrage war überaus gering.
# Die Preise für Versicherungen gegen das Ausfallrisiko von Staatsanleihen sind heftig gestiegen. Ende 2007 betrug diese Versicherungsprämie für 1 Mio. Dollar 10-jähriger US-Staatsanleihen gerade einmal 700 Dollar. Im Februar wurde der bisherige Spitzenwert von 10.000 Dollar erzielt, fast 14-mal mehr.
Warum? Weil die US-Regierung das Verlustrisiko maroder Finanzdienstleister übernimmt und mehr oder weniger wertlose Anleihen kauft. Weil die Staatsfinanzen eine drastische Verschlechterung erfahren und eine Umkehr immer unwahrscheinlicher wird. Selbst mit den sehr optimistischen Annahmen der offiziellen Haushaltsplanung durch das Congressional Budget Office ergibt sich für 2009 ein US-Haushaltsdefizit von 1,85 Billionen Dollar oder 13,1% des Bruttoinlandsprodukts. Das ist die höchste Verschuldung seit den 1940er Jahren, als Amerika die Kriegsfinanzierung stemmen musste.
Ein Blick nach Großbritannien
In Großbritannien kam es bereits zu ersten Problemen bei der Staatsfinanzierung. Bei der Auktion 40-jähriger Staatsanleihen betrug die Nachfrage nur 93%. Die Auktion war also ein echter Flop, denn normalerweise sind solche Auktionen deutlich überzeichnet. Es war das erste Mal seit 1995, dass eine Auktion britischer Staatsanleihen nicht ausreichend Käufer fand.
Warum? Weil die britische Regierung marode Banken rettet und mittlerweile sogenannte toxische Anleihen kauft, und zwar noch aggressiver als das in den USA der Fall ist. Weil die britische Regierung in den ersten elf Monaten des aktuellen Fiskaljahres ein Defizit von 75,2 Mrd. Pfund angehäuft hat, mehr als das Dreifache des Vorjahreswertes. Und weil auch das britische Staatshaushaltsdefizit wie in den USA auf dem Weg ist, die Marke von 10% des Bruttoinlandprodukts zu übersteigen.
Ein Blick nach Japan
In Japan sind marode Wertpapiere weniger das Problem. Aber die japanischen Staatsschulden betragen bereits 170% des Bruttoinlandprodukts. Die japanische Wirtschaft befindet sich seit 18 Monaten in einer Rezession, die in vielerlei Hinsicht als Teil einer Depression bezeichnet werden muss, unter der das Land seit 18 Jahren leidet. Die japanische Regierung ist jetzt dabei, ein weiteres Konjunkturprogramm in einem Volumen von 205 Mrd. Dollar zu beschließen, mit dem das Land noch tiefer in die Verschuldung getrieben wird.
Das alles bedeutet natürlich, dass weltweit die Regierungen die Weichen für den Weg in die Katastrophe gestellt haben. Überall wollen Ihnen die Verantwortlichen weismachen, sie hätten keine andere Wahl, es gebe keine Alternative. Ohne ihre massiven Geldausgaben auf Pump drohe Armageddon, die finale Katastrophe.
Der Staat ebnet den Weg nach Armageddon
Diese Ansicht teile ich nicht. Wir würden nur dann ein echtes Armageddon erleben, wenn Kreditfähigkeit und Kreditwürdigkeit der wichtigsten Länder zerstört würden. Dieses Szenario könnte als Armageddon bezeichnet werden, weil damit nicht nur die Zerstörung der Währung, sondern auch politische Instabilität und soziale Unruhen verbunden wären.
Nur Länder, die ihre Kreditfähigkeit erhalten und schützen, können dauerhaft in der Lage bleiben, Krisen zu überleben und die Bedürftigen vor ihren schlimmsten Folgen zu schützen. Das ist meiner Meinung nach das Szenario des kleineren Übels. Und früher oder später werden alle Regierungen vor der Entscheidung stehen, welches Szenario sie zulassen wollen - ob sie wollen oder nicht. Die einzige Frage lautet: Wann wird es soweit sein?
Ja, Regierungen können Geld drucken. Aber neu gedrucktes Geld schafft keinen Wohlstand. Im Gegenteil, es zerstört bestehenden Wohlstand.
Ja, Regierungen können auf diese Weise etwas Zeit erkaufen und Problemlösungen in die Zukunft verschieben. Aber damit kaufen sie nicht das Vertrauen, das notwendig ist, um den Niedergang zu stoppen oder gar einen neuen Aufschwung zu beginnen. Es besteht sogar die Gefahr, dass sie das genaue Gegenteil bewirken. Sie zerstören das Vertrauen der Bevölkerung, die nach und nach erkennen muss, dass die Rettungsmaßnahmen nicht die gewünschte und versprochene Wirkung erzielen. Ich habe immer wieder öffentlich gewarnt - ab 2007 auch in offenen Briefen an den US-Kongress - dass die Flut von Rettungsmaßnahmen zu gering sei und zu spät erfolge, um die Schuldenkrise zu heilen, aber Gift sei für die Staatsanleihemärkte.
Die Schuldenkrise wird auch den Staat erfassen
Diese Flut transformiert eine Wall-Street-Schuldenkrise in eine Schuldenkrise des ganzen Landes – ja, sogar in eine weltweite. Sie führt zur Verlängerung und Verschlimmerung der Krise. Und sie begräbt unsere Kinder und Enkel unter einer untragbaren Schuldenlast. Und jetzt schon bereitet sie den Boden für ein Fiasko an den Staatsanleihemärkten, das die Welt noch nicht gesehen hat.
Hier ist eine Zahl, die Sie nicht vergessen sollten: 11.050.006.176.441 Dollar. Auf diesen Betrag belief sich die offizielle Staatsverschuldung der USRegierung am 1. April 2009. Mehr als 11 Billionen Dollar.
...
http://www.goldseiten.de/content/diverses/artikel.php?storyid=10500 |
|
| Nach oben |
|
 |
Sarastro
Anmeldungsdatum: 23.05.2007 Beiträge: 507
|
Verfasst am: Mi Mai 20, 2009 10:08 Titel: |
|
|
Gewinner und Verlierer.
=== Japan: Wirtschaft bricht im ersten Quartal ein - BIP sinkt um 4,0 Prozent
TOKIO (dpa-AFX) - Die japanische Wirtschaft ist im ersten Quartal in Folge der globalen Krise so stark eingebrochen wie noch nie. Das Bruttoinlandsprodukt der stark vom Export abhängigen zweitgrößten Wirtschaftsnation der Welt schrumpfte zwischen Januar und März im Vergleich zum Vorquartal um 4,0 Prozent, wie die Regierung am Mittwoch auf vorläufiger Basis bekanntgab. Auf das Jahr gerechnet ergibt sich demnach ein Rückgang der wirtschaftlichen Leistung in Folge des Nachfrageeinbruchs im In- und Ausland um 15,2 Prozent./ln/DP/zb
http://www.finanzen.net/nachricht/Japan_Wirtschaft_bricht_im_ersten_Quartal_ein__BIP_sinkt_um_4_0_Prozent_891606
=== Goldman Sachs, JPMorgan und Morgan Stanley wollen bald Staatshilfe zurückzahlen
Demnach haben die drei Banken die US-Notenbank Federal Reserve um Erlaubnis für eine baldige Rückzahlung der Mittel aus dem Troubled Asset Relief Program (Tarp) gebeten. Allerdings ist laut der Federal Reserve eine Rückzahlung vor dem 8. Juni, das Datum an dem die geplanten Kapitalmaßnahmen der US-Regierung vorgelegt werden müssen, ausgeschlossen.
...
http://www.finanzen.net/nachricht/Presse_Goldman_Sachs_JPMorgan_und_Morgan_Stanley_wollen_bald_Staatshilfe_zurueckzahlen_891530
=== Werden Sie Spekulant
Ist es Ihnen in den vergangenen Tagen nicht auch so gegangen: Sie haben aufmerksam die bis ins letzte Detail ausgefeilten Erläuterungen zur Funktionsweise der "Bad Banks" verfolgt und sich schließlich trotzdem gefragt, was solche Institutionen für Sie persönlich bedeuten? Oder warum mancher Kommentator sie in der Bildersprache "Müllkippen für toxische Papiere" nannte, ohne zu erklären, dass deren Gift am Ende von den Steuerzahlern geschluckt werden muss? Kein Zweifel, Bad Banks (sinngemäß: Banken zur Verbuchung fehlgeschlagener Kreditgeschäfte) sind wahrlich bad (schlecht), weil sie in den kommenden Jahren Umverteilungsinstrumente zulasten der Steuerzahler sein werden. Sie haben zwar auch gute Seiten, nur kommen die primär den Banken zugute, die ihren Müll in Zukunft auslagern dürfen.
Wenn dazu noch ein Beweis nötig gewesen wäre, er hätte nicht imponierender ausfallen können als mit dem Kursanstieg der Aktien von Commerzbank und Deutscher Bank: seit dem diesjährigen Tief bis zum Schlusskurs am Freitag, 15. Mai, um beachtliche +126% für die Commerzbank und sogar +138% für die Deutsche Bank. Und das, obwohl bisher noch niemand weiß, in welchem Umfang Geschäftsbanken von den Bad Banks Gebrauch machen werden. Die nicht börsennotierten Landesbanken werden das umso mehr tun, sobald das entsprechende Gesetz für sie in Kraft getreten ist. Klar, denn sie gehören ja indirekt den Steuerzahlern, sollen die also doch für die unverantwortlichen Milliardenspiele der ehemaligen Vorstände von BayernLB, WestLB, HSH Nordbank, LBBW, SachsenLB usw. aufkommen. Das ist keinesfalls nur Sarkasmus, so ticken und spekulieren die maßgebenden Landespolitiker wirklich - und mit ihnen die Bundespolitiker, die vermeiden wollen, dass das Volk wegen der verspielten Milliarden noch vor der Bundestagswahl durch die Straßen zieht.
...
http://www.goldseiten.de/content/diverses/artikel.php?storyid=10560 |
|
| Nach oben |
|
 |
Sarastro
Anmeldungsdatum: 23.05.2007 Beiträge: 507
|
Verfasst am: Di Jun 02, 2009 16:20 Titel: |
|
|
Und ein Ende ist nicht abzusehen...
=== Neuverschuldung in Rekordhöhe ist beschlossen
Die Bundesregierung hat den zweiten Nachtragsetat für dieses Jahr mit weiteren Milliarden-Krediten gegen die Krise gebilligt. Der vom Kabinett beschlossene Entwurf von Finanzminister Peer Steinbrück (SPD) sieht eine Rekord-Neuverschuldung von 47,6 Milliarden Euro vor. Damit sollen die dramatisch wegbrechenden Steuereinnahmen und deutliche Mehrkosten vor allem für den Arbeitsmarkt und die Sozialkassen in Folge der Wirtschafts- und Finanzkrise aufgefangen werden.
Das gesamte Ausmaß der Neuverschuldung des Bundes wird damit allerdings noch nicht abgebildet. Es kommen noch weitere Milliardenlasten für das zweite Konjunkturpaket und die Banken-Hilfen hinzu. Auch die Kosten für die jüngsten Steuerentlastungen für Bauern und Unternehmen sind in dem Kabinettsentwurf noch nicht enthalten.
Die jetzt verabschiedete Neuverschuldung liegt um 10,7 Milliarden höher als im ursprünglichen Haushalt vorgesehen. Sie bricht den Schuldenrekord von 1996. Der damalige Finanzminister Theo Waigel (CSU) hatte gut 40 Milliarden Euro an frischen Krediten aufgenommen.
...
http://www.welt.de/politik/article3812157/Neuverschuldung-in-Rekordhoehe-ist-beschlossen.html
=== Weniger Arbeitslose durch andere Zählweise
Für die sinkende Arbeitslosenzahl im Mai ist auch eine geänderte Zählweise der Bundesagentur für Arbeit (BA) verantwortlich. Wenige Monate vor der Bundestagswahl hat sie die Arbeitslosenstatistik geändert. Seit Mai werden diejenigen Arbeitssuchenden nicht mehr als Arbeitslose ausgewiesen, die von sogenannten Dritten wie Bildungsträgern betreut werden, so die Behörde. Im Mai waren dies 15.000 bis 20.000 Menschen.
Damit waren im Vergleich zum Vorjahr nicht wie von der BA gemeldet 175.000 Menschen zusätzlich ohne Job, sondern unter dem Strich fast 200.000. Die Änderung sei Teil eines im Dezember verabschiedeten Gesetzes, das die "Maßnahmen zur Aktivierung und beruflichen Eingliederung" von Arbeitssuchenden neu definiert, erklärte Silke Delfs, Leiterin der Arbeitsmarktberichterstattung bei der BA.
Wer von der Arbeitsagentur oder vom Jobcenter zu einem Bildungsträger geschickt werde, erhalte dort eine intensivere Betreuung inklusive einer Qualifizierungsmaßnahme, erklärte Huth. Damit stünde er dem Arbeitsmarkt nicht mehr unmittelbar zur Verfügung und müsse aus der offiziellen Zahl herausgerechnet werden.
Insgesamt gab es in Deutschland im Mai 5,8 Millionen Arbeitssuchende, davon 3,458 Millionen Arbeitslose und etwa 1,63 Millionen Menschen in arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen.
BA-Chef Frank-Jürgen Weise bezeichnete die Statistikänderung am Donnerstag als "richtige Korrektur" im Sinne einer strengen Auslegung der gesetzlichen Definition von "arbeitslos". Deutschland lege im europäischen Vergleich hier noch immer den strengsten Maßstab an. Würden beispielsweise die Niederlande nach deutschem Modell rechnen, gäbe es dort doppelt so viele Arbeitslose. In Großbritannien wären es rund 40 Prozent mehr, erklärte BA-Vorstand Heinrich Alt.
http://www.rp-online.de/public/article/wirtschaft/713841/Weniger-Arbeitslose-durch-andere-Zaehlweise.html
=== Kurzarbeit verschleiert Jobkrise
Nürnberg/Berlin - Der massive Einsatz von Kurzarbeit hat im Mai eine weitere Verschärfung der Jobkrise verhindert und sogar eine leichte Frühjahrsbelebung ermöglicht. Nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit (BA) waren im Mai in Deutschland 3,458 Millionen Menschen ohne Arbeit; dies sind 127 000 weniger als im April, aber 175 000 mehr als vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote sank auf 8,2 Prozent (– 0,4). Im März gab es laut BA 1,25 Millionen Kurzarbeiter, 1,09 Millionen mehr als im Vorjahr.
...
http://www.tagesspiegel.de/zeitung/Titelseite;art692,2809570
=== Kommentar - Der Staat macht sich erpressbar
In Amerika ist alles größer. Ganz sicher gilt diese Feststellung für die Insolvenz des ehemals größten Autobauers der Welt, General Motors (GM). Wohl noch niemals zuvor wurde mit einem derartig gigantischen Aufwand versucht, einem Unternehmen einen Neuanfang zu verschaffen. Gegen die bald 50 Milliarden Dollar, die allein die US-Regierung in die Sanierung des maroden Konzerns steckt, wirken die deutschen Staatshilfen für die Opel-Rettung fast schon knauserig.
Doch trotz aller Unterschiede gibt es eine Gemeinsamkeit im Handeln dies- und jenseits des Atlantiks: Sowohl die deutsche wie auch die US-Regierung haben ordnungspolitische Grundsätze hintangestellt. Die Amerikaner ganz unverblümt, indem sie GM verstaatlichen. Die Deutschen etwas diskreter durch Staatsbürgschaften – wobei diese Opel im Fall des Platzens der zugesicherten Kredite ebenfalls zu einem Staatskonzern machen könnten.
Die Risiken, dass es dazu kommen wird, sind so gering nicht. Tatsächlich hat die Kanzlerin, die noch wenige Stunden vor der finalen Entscheidung verkündete, Opel nicht um jeden Preis retten zu wollen, nun kaum etwas in den Händen. Vielmehr kann der Investor Magna ohne allzu große Risiken für sich selbst noch jederzeit Abschied von der Opel-Übernahme nehmen und den Schlamassel dem Steuerzahler hinterlassen.
Dass angesichts dieser Umstände zumindest Wirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg Skrupel verspürt, ehrt ihn. Seine weitgehende Isolation in der Frage der Opel-Rettung ist zugleich aber auch Anklage – gegen den Opportunismus seiner Kabinettskollegen und selbst weiter Teile der Union.
Die Politik hat sich einem Investor ausgeliefert und wider besseres Wissen erpressbar gemacht. Vor allem aber hat sie jene Glaubwürdigkeit verspielt, die es möglich gemacht hätte, anderen Bittstellern wie der Karstadt-Mutter Arcandor eine klare Absage zu erteilen. So ist es leider nur zu wahrscheinlich, dass der deutsche Steuerzahler am Ende kaum weniger zur Kasse gebeten wird als der amerikanische.
http://www.welt.de/wirtschaft/article3841952/Der-Staat-macht-sich-erpressbar.html |
|
| Nach oben |
|
 |
Sarastro
Anmeldungsdatum: 23.05.2007 Beiträge: 507
|
Verfasst am: Fr Jun 19, 2009 11:17 Titel: |
|
|
Der Dollar und die FED mal wieder.
=== China und Russland wollen US-Anleihen abstoßen
China und Russland erhöhen den Druck auf den Dollar. Beide Länder wollen den Anteil der US-Staatsanleihen an ihren Devisenreserven reduzieren. Chinas Vize-Finanzminister Li Yong bekräftigte, sein Land sei an einem „diversifizierten„ internationalen Währungssystem interessiert, das sich nicht nur auf den Dollar, sondern auch auf Euro, Pfund und asiatische Währungen stütze. Auch Russland will seine Bestände an US-Anleihen schrittweise abbauen, wie der stellvertretende Zentralbankchef Alexej Uljukajew sagte. Die Regierung werde Einlagen bei Geschäftsbanken erhöhen und Papiere des Internationalen Währungsfonds (IWF) kaufen.
Russland und China dringen schon seit längerem auf eine Ablösung des US-Dollars als Leitwährung. Darüber soll nach den Wünschen der Regierung in Moskau kommende Woche bei einem Gipfeltreffen mit China, Indien und Brasilien gesprochen werden. Allerdings dürfte die US-Währung vorerst noch ihre Spitzenstellung behalten – aus Mangel an Alternativen, wie der Chef des chinesischen Pensionsfonds NSSF, Dai Xianglong, sagte. „China kommt vorerst nicht darum herum, US-Anleihen zu kaufen, wenn man sich die Vor- und Nachteile ansieht“, sagte Dai einem Bericht von „Financial News“ zufolge. China ist der größte Gläubiger der USA. US-Staatsanleihen haben einen Anteil von etwa 70 Prozent an den chinesischen Devisenreserven im Wert von insgesamt ungefähr 1,95 Billionen Dollar.
Russland verfügt über die weltweit drittgrößten Devisen- und Goldreserven im Wert von gut 400 Mrd. Dollar. Etwa 30 Prozent davon werden in US-Staatsanleihen gehalten. Dieser Anteil solle nun nach und nach zurückgefahren werden, wenn die Laufzeit der Papiere ende, sagte Uljukajew. Die russische Zentralbank hatte bereits angekündigt, IWF-Bonds für zehn Mrd. Dollar zu kaufen. Derzeit ist aber noch unklar, wann der IWF derartige Papiere ausgeben will.
Angesichts der explodierenden Staatsverschuldung zahlen die USA den Abnehmern von Staatsanleihen so hohe Zinsen wie seit langem nicht. Bei der jüngsten Aktion bot das Finanzministerium zehnjährige Treasuries mit einer Verzinsung von 3,99 Prozent an. Es war die erste Auktion von langläufigen US-Staatsanleihen nach dem Aufkommen von Spekulationen, die USA könnten ihre Bonitäts-Bestnote „AAA“ verlieren. Auslöser war, dass die Ratingagentur S&P im Mai ihren Ausblick für Großbritannien auf „negativ“ senkte. Wegen der Rezession brechen in vielen Ländern die Steuereinnahmen ein – zugleich steigen die Ausgaben für Konjunkturprogramme.
http://www.welt.de/finanzen/article3907796/China-und-Russland-wollen-US-Anleihen-abstossen.html
=== Fed-Chef muss um seine zweite Amtszeit bangen
...
Bernanke könnte - ungeachtet seiner Rolle im Kampf gegen die Rezession - sein Verhalten bei der Übernahme der angeschlagenen Investmentbank Merrill Lynch durch die Bank of America im Winter 2008 zum Verhängnis werden. Bank-of-America-Chef Ken Lewis ließ jedenfalls bei einer Parlamentsanhörung vergangene Woche kein gutes Haar an Bernanke. Dieser habe ihn dazu gedrängt, trotz der absehbaren Milliarden-Verluste von Merrill das Geschäft nicht abzusagen. Nach Angaben von Teilnehmern der Anhörung hätten Bernanke und Ex-Finanzminister Henry Paulson Lewis „eine Pistole an den Kopf“ gehalten. Lewis habe dann seine Aktionäre getäuscht.
Sollte das stimmen, könnten Bernankes Tage bei der Fed gezählt sein. Der Fed-Chef wird wegen der Vorwürfe schon bald von den Abgeordneten in die Mangel genommen werden. Bei diesen hat der 55-jährige Geldpolitik-Experte ohnehin nur bedingt gute Karten: Viel zu selbstständig agierte die Fed nach Meinung nicht weniger Parlamentarier in der Krise. Versuche, die Unabhängigkeit der Fed zu verringern, gab es zuletzt immer wieder.
...
http://www.welt.de/finanzen/article3918185/Fed-Chef-muss-um-seine-zweite-Amtszeit-bangen.html
=== Erbitterter Widerstand gegen die Pläne Obamas
Das von US-Präsident Barack Obama vorgestellte Reformpaket des Finanzsystems ist im Senat auf heftige Kritik gestoßen. Vor allem das Vorhaben, der US-Notenbank weitreichendere Befugnisse einzuräumen, wurde angegriffen. „Wir können nicht ernsthaft erwarten, dass die Fed – oder irgendeine andere Institution – so viele Aufgaben wahrnehmen kann“, sagte Richard Shelby, der führende Republikaner im Bankenausschuss des Senats bei einer Anhörung von Finanzminister Timothy Geithner. Dieser Vorschlag beruhe auf einer massiven Überschätzung der Notenbank-Expertise.
Geithner konterte, keine andere Regierungsbehörde habe ein besseres Gefühl für die Finanzmärkte als die Federal Reserve. Deshalb sei eine Wächterfunktion über die systemischen Risiken bei ihr am besten aufgehoben. Den Regierungsplänen zufolge soll die Fed große, für das System relevante und untereinander verbundene Firmen überwachen. Dabei soll ein Gremium systemrelevante Firmen bestimmen, die dann der Fed unterstellt werden.
...
Geithner appellierte an die Politiker die Reformen rasch zu genehmigen. „Möglicherweise sind wir uns bei Details nicht einig und das müssen wir angehen“, sagte er. Aber „das Vertrauen in unser Finanzsystem wurde erschüttert; unsere Wirtschaft ist zu nahe am Abgrund, als dass wir diese Chance verstreichen lassen dürfen.“ Die US-Regierung will die Reform bis zum Jahresende durchsetzen, allerdings müssten die meisten Punkte vom Kongress genehmigt werden, was zahlreiche Anhörungen nötig machen dürfte.
...
http://www.welt.de/finanzen/article3953482/Erbitterter-Widerstand-gegen-die-Plaene-Obamas.htm |
|
| Nach oben |
|
 |
|
|
Du kannst keine Beiträge in dieses Forum schreiben. Du kannst auf Beiträge in diesem Forum nicht antworten. Du kannst deine Beiträge in diesem Forum nicht bearbeiten. Du kannst deine Beiträge in diesem Forum nicht löschen. Du kannst an Umfragen in diesem Forum nicht mitmachen.
|
|